Finanzreferent zum Sanierungsfall

Maxstraße: Superminister hat sich „nichts vorzuwerfen“

Finanzreferent Dieter Daminger: „Der Hauptgeschädigte bin sowieso ich.“. Foto: Archiv/ Stadt Regensburg

Die Verwaltungsspitze um Wirtschaftsreferent Dieter Daminger hat den Kauf des Sanierungsfalls in der Maximilianstraße verteidigt. Für ein Gutachten sei keine Zeit gewesen und ohnehin sei so etwas unüblich, heißt es zur Begründung. Und wenn der Stadtrat eines gewollt hätte, hätte er eben etwas sagen sollen.

Er sei ja immer der Meinung gewesen, dass ein Hotel direkt beim Kultur- und Kongresszentrum untergebracht werden müsse, sagt Dieter Daminger. Aber der Stadtrat habe nun mal entschieden, dass es auch in fußläufiger Entfernung entstehen könne. Und deshalb sei man im September 2014 „sehr intensiv eingestiegen“, als das frühere HVB-Gebäude auf den Markt gekommen sei, erklärt der ob seiner weitreichenden Kompetenzen gern als „städtischer Superminister“ bezeichnete Wirtschafts-, Finanz- und Wissenschaftsreferent. Am Ende habe man es dann gekauft. „Und Sie haben zugestimmt“, so Daminger. Ein Satz, den er am vergangenen Donnerstag mehrfach in Richtung der anwesenden Stadträte sagt. Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses im Regensburger Stadtrat. Es geht um das Gebäude in der Maximilianstraße 26, das die Stadt Ende 2014 von dem Kapfelsberger Reinhard Listl erworben hat.

„Wir holen üblicherweise keine Gutachten ein.“

Unbestätigten Informationen zufolge lag der Kaufpreis zwischen 13 und 14 Millionen Euro. Immobilienkenner taxieren den Wert dagegen auf „unter elf Millionen“. Hinzugekommen sind zwischenzeitlich mindestens 520.000 Euro, um vorgeschriebene Brandschutzauflagen zu erfüllen und aktuell 2,8 Millionen zur Schadstoffsanierung – Formaldehyd und belastetes Trinkwasser – sowie notwendige Umbauten für Büroräume. Seitdem werden die Gesichter bei den Stadträten immer länger und die Fragen immer mehr. Vergangenen Donnerstag nahmen nun Dieter Daminger und Gunther Schröder, Chef des städtischen Liegenschaftsamtes ausführlich Stellung. Ihr beider Fazit: Die Verwaltung hat keinen Fehler gemacht.

Gunther Schröder: „Der Verkäufer ist zwar ausgebufft, aber da kann er sicher nichts dafür.“ Foto: Archiv

Zwar räumt Schröder am Donnerstag nun auch offiziell ein, was schon länger kursiert und worüber wir mehrfach berichtet hatten: Die Stadt hatte vor dem Kauf keinen Gutachter oder Sachverständigen ins Gebäude geschickt, um dessen Wert zu taxieren. Doch das sei auch so in Ordnung gewesen. Im September sei das Gebäude auf den Markt gekommen, es habe Mitbewerber gegeben. „Der Verkäufer hatte eine gute Marktsituation.“ Im November habe man deshalb zugeschlagen. „Da blieb keine Zeit, um ein Gutachten einzuholen“, so Schröder. Ohnehin, das räumt Schröder auf Nachfrage ein, hole die Stadt bei Ankäufen „üblicherweise keine Gutachten“ ein. „Den Verkäufer interessiert das Gutachten überhaupt nicht. Es geht um zwei übereinstimmende Willenserklärungen zum Kauf.“ Und es habe eben, wie erwähnt, „genügend Bewerber“ für den Kauf gegeben.

Vielleicht öfter lüften gegen Formaldehyd?

Auch habe man keinen Anlass gehabt, zu vermuten, dass es Probleme mit Schadstoffen geben könnte. „Die Stadt war zuvor schon einmal fünf Jahre Mieterin in dem Gebäude und da gab es keine Probleme.“ Ja, natürlich habe man kaum Unterlagen erhalten – die Stadt verfügt nicht einmal über Pläne der Trinkwasserleitungen. Das sei „schwierig“ gewesen mit dem Veräußerer, so Schröder, aber: „Der ist zwar ausgebufft“, aber für die jetzt zutage getretenen Belastungen „kann er sicher nichts dafür“. Das belege ja auch die erste Messung, die man nach dem Kauf durchgeführt habe. Damals habe man keine Schadstoffbelastung festgestellt. Erst bei einer weiteren Messung, ein Jahr später. Woran das lag? „Ein Gebäude wird nicht besser, wenn es leer steht“, meint Schröder. Vorher sei wohl einfach öfter gelüftet worden.

Gekauft „wie es liegt und steht“: die Immobilie in der Maximilianstraße 26.

Entsprechend sieht der Leiter des Liegenschaftsamtes auch keine Möglichkeit, Schadenersatz zu fordern. Die Stadt habe das Gebäude erworben, „wie es liegt und steht“. Und da kämen allenfalls grober Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit als Gründe für eventuelle Forderungen in Frage. „Die sehen wir nicht.“

„Gutachten einholen wäre realitätsfern.“

Als Richard Spieß (Linke) anmerkt, dass die Entscheidung zum Kauf möglicherweise anders ausgefallen wäre, wenn alle Informationen vorgelegen wären – wen man beispielsweise gewusst hätte, dass es keinerlei Gutachten gegeben habe, schaltet sich schließlich wieder „Superminister“ Daminger ein. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“ Im Stadtrat wisse doch jeder, wie der Grundstücksmarkt in Regensburg ausschaue. „Und da soll ich zum Verkäufer gehen und einen Gutachter in das Gebäude schicken? Das ist doch realitätsfern.“ Und überhaupt: Wenn der Stadtrat jetzt kritisiere, dass es kein Gutachten gab, „dann hätten sie schon damals fragen sollen“, so Daminger, der dann noch meint: „Der Hauptgeschädigte bin sowieso ich. Ich habe ja jahrelang in dem Gebäude für die Hypovereinsbank gearbeitet.“

Hier gibt es die Debatte im Audiostream (noch bis 29. März online).

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Kommentare (32)

  • Ulrich Paulig

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    so Daminger, der dann noch meint:
    „Der Hauptgeschädigte bin sowieso ich. Ich habe ja jahrelang in dem Gebäude für die Hypovereinsbank gearbeitet.“
    Interessante Äußerungen.

  • brandnerK

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    Wann hat die Stadt eigentlich genug von diesem Mann? Alle faule Immobiliendeals von Schaidinger und Wolbers wurden über den Schreibtisch Damingers abgewickelt.

  • Giesinger

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    Zitat:
    brandnerK

    20. März 2018 um 13:44 | #

    Wann hat die Stadt eigentlich genug von diesem Mann? Alle faule Immobiliendeals von Schaidinger und Wolbers wurden über den Schreibtisch Damingers abgewickelt.
    ………………………………………………………………………

    Die Stadtbürger stehen wohl mehrheitlich darauf.
    Oder es ist ihnen einfach scheißegal!

    Liegt meiner Meinungnach, auch an den vielen stimmberechtigten Studenten in Regensburg. Denen ist heutzutage alles wurst, außer Noten und Karriere. (Bologna-Reform läßt grüßen).
    Seit Juni 2016 heißt Regensburg bei mir „Schilda“.

    Keine Angst, liebe Schildbürger ..“tätschel“… auf Bundestagsebene hat die Mehrheit ja auch wieder „Groko“ mit „Merkel-ich kotz-gleich-ab“ gewählt.

  • eingeborener

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    Unglaublich rotzfrech unverschämt. würde ich in meinem Beruf ohne Gutachten ein Grundstück kaufen, wäre ich bei solchen Problemen sofort schadensersatzpflichtig. Mir scheint, die Verwaltung muss die stadtspitzen in der Hand haben, mit welchem insiderwissen auch immer, oder warum sonst werden solche inkompetenten Typen nicht sofort gefeuert ?

  • Markus Frowein

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    @ brandnerK (20. März 2018 um 13:44)

    „Alle faule Immobiliendeals von Schaidinger und Wolbers wurden über den Schreibtisch Damingers abgewickelt.“

    Versuchen Sie es mal so herum:

    „Alle faulen Immobiliendeals von Daminger wurden von Schaidinger, Wolbergs und
    (fast?) dem ganzen restlichen Stadtrat abgesegnet.“

    Vielleicht haben in Regensburg Oberbürgermeister und Stadträte gar keine Macht?!?

  • Piedro

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    Der Herr Wirtschafts-, Finanz- und Wissenschaftsreferent scheint keine „Immobilienkenner“ zu kennen. Oder es stört ihn nicht, ein paar Millönchen über Preis zu zahlen, ist ja nicht sein Geld. Dass die Stadt „üblicherweise keine Gutachten“ einholt halte ich für grob fahrlässig. Wenn das so stimmt. Zu behaupten das Gebäude sei in Ordnung gewesen ist einfach nur deppert. Es war nicht in Ordnung, sonst hätte er ja keinen Anlass zur Stellungnahme und Rechtfertigung.

    „Den Verkäufer interessiert das Gutachten überhaupt nicht.“ Das mag so sein. Den Käufer interessiert es gewöhnlich um so mehr, was er da kauft. Nun, wenn er mit eigenem Geld bezahlt. Mit fremdem oder anvertrautem Geld lässt es sich vorzüglich einkaufen, wenn man jede Blödheit so nonchalant rechtfertigen kann und das Salaire auf jeden Fall stimmt.

    „Der Hauptgeschädigte bin sowieso ich.“

    Das bleibt zu hoffen, ist aber unwahrscheinlich.

    Oh, wie sehr ich mir so einen Journalismus in meiner Heimatstadt wünsche…

  • joey

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    Die Aufwendungen für Brandschutz mußte man vorher erkennen, die Stadt hat hier volle Kernkompetenz <- als zuständige Behörde genügend Fachleute im eigenen Haus.

  • peter

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    mit formaldehyd haben die regensburger baufachleute doch allesammt profundeste erfahrung- zumindest wenn man sich den eiertanz, den es einstmals um die goethe-turnhalle gab,
    zur erinnerung einer der artikel dazu, das gesammtnaclesen der berichte 2018 ist sehr erhellend, denn NIRGENDWO gibt es einen bericht, das jemand von den leuten die es verbockt hatten jemals zur rechenschaft gezogen worden wäre.

    ihttps://www.regensburg-digital.de/goethe-turnhalle-noch-heists-%E2%80%9Edaumen-runter/30012012/n erinnerung ruft-

    warum glaubt also irgendwer, das es hier anders sein könnte?

  • Rosalia Genoneva ; )

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    Die Immobilensachen in Regensburg versteht mein Bauerngemüat nicht.
    Dafür siach i EINE ähndliche Schönheit bei die städtischen Manderleut, was bei die Grundstücke und Gebäude das Entscheiden haben: Alle sportlich, schlank, schöngewachsen, eine jungenhafte Art bis zum Ergrauen oder Erglatzen.
    Voller Träume von zu bauende Großprojekte.
    Weil schee ist, mitm öffentlichen Geld was zum SCHAFFEN.

    Mei, da fallt ma ein, wie gehts denn dem Kini Ludwig, plant der jetzat fürn nächsten Bauabschnitt oder doch net?

    Beim Tebartz mit der Starck Badewann hab i verpasst: Plätchert er bereits im Kargen Luxus oder plant er no?

    Früher hat ma die Bayern noch an der Lederhosen und der Lederhosenarchitektur bei die Privathäuser kennt, aber jetzat ehenter daran, dass jeder alles rund um ungfähr dreihundert zu bauende Kulturzentrum pro Quadratkilometer rumplanen möcht
    Der neue Volksgeist.

    Kommt wahrscheinlich vom Klimawandel.

  • Lothgaßler

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    Die Verwaltung mault den Stadtrat an! Und Frau Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer räuspert sich nicht einmal?
    Welche Aufgaben hat denn die Verwaltung? Scheinbar nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen und Schaden von der Stadt abzuwenden.
    Die Aussagen von Hr. Schröder und Hr. Daminger lassen zudem vermuten, dass von der Verwaltung keine Vorlage erarbeitet wurde bzw. keine Zuarbeit geleistet wurde?! Demnach haten die politisch führenden Köpfe hemdsärmlig den Kauf durchgesetzt, und der Stadtrat in breiter Mehrheit blauäugig zugestimmt.
    Vielleicht lernen die Damen und Herren im Stadtrat aus der Geschichte. Und das Gemaule des Hr. Damingers in Richtung Stadtrat sollte sich der Stadtrat nicht gefallen lassen. Ein Wort darüber, von wem und wofür Hr. Daminger sein Gehalt bezieht scheint mir angebracht zu sein.
    Ansonsten halte ich es langsam für angebracht frei nach Cato dem Älteren zu fordern: Und im übrigen bin ich der Meinung, dass wir uns möglichst bald von Hr. Daminger als Referenten trennen sollten.

  • Bertl

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    Herr Daminger schreibt:
    „Der Hauptgeschädigte bin sowieso ich. Ich habe ja jahrelang in dem Gebäude für die Hypovereinsbank gearbeitet…“
    Mir ist jetzt alles klar. Und ich habe Fragen:
    Waren zum Zeitpunkt des Kaufes noch Kredite von der Hypo abgesichert?
    Hätte man zu diesem Zeitpunkt schon ahnen, vielleicht schon wissen können, was mit dem Gebäude los ist?
    Da ist es doch am Besten, man verkauft an einen Investor wie die Stadt.
    Da hat man am wenigsten was evtl. Regressansprüche betrifft, zu befürchten.
    Und alle haben ihre Aufgabe bei dem Deal, der eine drängt, der andere sagt nicht alles, der dritte schaut weg, und dann gibt es auch noch die, die mit ihrer Aufgabe heillos überfordert sind.

  • Rosalia Genoveva ; )

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    Herr
    @ Lothgaßler

    Könnens das verstehn?
    Der Mann ist kein Formaljurist nicht, der was sich mit Formal-Injurien und Formal-Dehyden die langweilige Zeit vertreiben muss, sondern ein braver Beamter, der was den hochen praktischen Zielen treu dient.

    Solltens glaubn, die Armen in Regensburg täten bei dem Ganzen Kulturzentrummgetue leiden, hamms jeztat die doppelte Bestätigung.
    Erschtens, wer der Ärmste von Rengschburg ist, und zweitens wie der leiden muss.

  • Hartnäckig

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    Bertl schjreibt:
    Und alle haben ihre Aufgabe bei dem Deal, der eine drängt, der andere sagt nicht alles, der dritte schaut weg, und dann gibt es auch noch die, die mit ihrer Aufgabe heillos überfordert sind.
    und ich sage: Wenn man genau hinsieht, ist es im Landkreis nicht anders !

  • mkv

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    Zustand der Institutionen; Überprüfungsantrag durch die ÖDP?

    Damit Sie, @ werter Piedro, dem „Journalismus in [Ihrer] Heimatstadt“ gut gewappnet gegenübertreten können, verlinkt nachfolgend eine Beschreibung des Zustands der Medien nicht nur in den USA. Das Vertrauen der informierten Öffentlichkeit in die Institutionen auch und gerade – aber nicht nur – der Medien liegt am Boden. Sicherlich keine gute Botschaft für ernstzunehmende Demokratien.

    America’s Troll Farm Media
    by Gerald Sussman
    https://www.counterpunch.org/2018/03/09/americas-troll-farm-media/

    Im Übrigen bin ich der Meinung …..

    die gerade auf Umwelt (Umweltgifte) spezialisierte Partei der ÖDP in R. sollte bei der Regierung der Oberpfalz den fraglichen Deal überprüfen lassen. Auf dessen Übereinstimmung mit Gesetz und Recht, insbesondere ob die zuständigen Institutionen den Verwaltungsgrundsatz der sparsamen Verwendung staatlicher Haushaltsmittel eingehalten haben.

    Und falls nicht: Who is to blame?

    Denn die Aussage, üblicherweise werden keine Gutachten eingeholt, ist nicht zielführend; sie ist eine Ausrede, eine lausige, die gewiss nicht exkulpiert.

  • Kenner

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    Das Gebäude war schon länger auf dem Markt und wurde unterschiedlichst angeboten. Allen Interessenten war der Preis zu hoch. Der zeitlicher Druck bestand somit nicht.
    Die Stadträte müssen sich auf die Vorlage der Verwaltung verlassen können, somit kann denen kein Vorwurf gemacht werden. Ferner besitzen diese auch nicht die fachliche Kenntnis. Die Überprüfung des Kaufpreises obliegt alleinig der Veerwaltung.
    Die beiden Herren würden privat bestimmt nicht einen gebrauchten Ferrari für 500000€ kaufen, ohne diesen vorher von einem Fachmann prüfen zu lassen, ob der Preis und der Zustand in Ordnung ist.
    Bei einem Privatunternehmen hätten die beiden Herren sicherlich Konsequenzen erfahren.

  • Rumpelstilzchen

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    @ Lothgassler: Der Finanzeferent wurde im vergangenen Jahr vom Stadtrat ohne Ausschreibung bestätigt, seine Amtszeit endet am 31.12.2019 (https://www.regensburg.de/rathaus/stadtpolitik/regensburger-sitzungsdienst/textrecherche)
    Er ist von seiner Provienz wie der Alt-OB Volkswirt. Volkswirte denken global, d.h. Geld geht im Kreislauf nicht verloren, es wandert nur an eine andere Stelle :-). Zur Zeit nimmt die Stadt soviel Geld ein, für das sie bei den Banken Strafzinsen zahlen muss, ergo wird es als wirtschaftlich empfunden, diese zu vemeiden und in Immobilien zu investieren. :-)

    Der Finanzreferent, der gleichzeit Geschäftsführer verschiedener städtischer Gesellschaften ist, die am Tropf des Stadthaushaltes hängen, ist es nicht gewohnt, betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Er ist Volkswirt!

  • Joachim Datko

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    Zitat: Kenner „Das Gebäude war schon länger auf dem Markt und wurde unterschiedlichst angeboten. Allen Interessenten war der Preis zu hoch.“

    – Für die öffentliche Hand sieht die Rechnung günstiger aus. Ein beträchtlicher Teil der Ausgabe fließt über Steuern zurück.
    – Auch sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren massiv gestiegen, was einen eventuell zu hohen Kaufpreis im Nachhinein relativiert.

  • vmg

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    ***Die Aufwendungen für Brandschutz mußte man vorher erkennen, die Stadt hat hier volle Kernkompetenz <- als zuständige Behörde genügend Fachleute im eigenen Haus.***

    Tja die Meinungen der "Fachleute im eigenen Haus" ist anscheinend nichts wert. Besonders deutlich wird das am sogenannten "Gestaltungsbeirat". Der hat, nicht nur formal, keine Existenzberechtigung. Es ist höchst zweifelhaft, ob die Einrichtung eines "Gestaltungsbeirats überhaupt zulässig ist. Erforderlich ist er, angesichts des in der Stadtverwaltung ohnehin vorhandenen Fachpersonals jedenfalls nicht. Letztlich dürfen sich die "Fachleute im eigenen Haus" bei den verwaltungsverfahrensrechtlichen Entscheidung auf dessen Aussagen nicht einmal berufen. Dass die Mitglieder des Verwaltungsbeirats, die oft von weit her kommen, für ihren Ausflug nach Regensburg (natürlich mit anschließenden gemütlichen Beisammensein in einem vornehmen Lokal) einen Haufen Geld kosten, kommt noch dazu.

  • Punkt

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    Mancher Kommentar liest sich so, als würden sich einige wünschen, dass nun die Schaidingerianer und Wolbergsianer dran wären. Wird es nicht auch mal Zeit, dass man hinter den ganzen Geschichten einen . macht?

  • Bertl

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    Nochmal: Eine Immobilie in dieser Größe ist doch mit Bankengeld finanziert. D.h. Banken geben in der Regel das Geld gegen Sicherheiten. Und Sicherheiten sollen doch überprüft werden auf ihren Wert, d. h. ob sie sicher sind. Und oft sind da Banken im Konflikt: einerseits vergibt man sehr gern Kredite, die Institute sind sehr liquide, andererseits sind die Abteilungen der Banken, die Sicherheitsprüfungen durchführen, oft nicht mit Fachleuten besetzt (siehe Immobilienpleite Schneider) und man merkt vielleicht erst spät, was man da beliehen hat. Evtl. hat auch der letzte Eigentümer (war der nicht vom Bau?) zu spät germerkt, was er da an der Backe hatte. Man braucht das ja nicht auszudiskutieren, aber allein eine Ahnung genügt. Und jetzt wird es aber Zeit. Das Objekt will man wieder los werden bevor diese Ahnung konkret wird. Und wie es so ist: Am schnellsten wird gekauft, wenn die Gefahr besteht, dass einem das „Schnäppchen“ von einem anderen weggeschnappt wird. Da werden vielleicht oft und gern Interessenten erfunden. Da vergißt man alle Regeln: z.B. erst ein Gutachten vor der Investition dieser Summe. Und die Stadt kauft schnell. Muss alles nicht so gewesen sein. Aber mir ist ein Fall bekannt, wo es so gelaufen ist: Der Gläubiger wurde zum Risiko für die Bank. Also verkaufen (in diesem Fall eine Firma). Der Kaufinteressent wird mit zur Bank genommen, dort werden ihm Bilanzzahlen gezeigt, die hervorragend sind. Der unerfahrene Kaufinteressent mit hervorragenden Sicherheiten (eigene unbelastete Immobilie) schlägt zu. Die Bank atmet auf, der Verkäufer atmet auf. Der Käufer merkt zu spät. dass die vorgelegten Zahlen nicht stimmen konnten, was die Bank schon hätte wissen können. Erst in einem jahrelangen Prozess bekam der Käufer einen Teil seines Schadens ersetzt.
    Aber wir haben ja so erfahrene Stadträte (nicht nur die unbedarfte Frau Kunc, nein auch Juristen, sogar Richter) die abnicken. Und Herr Daminger war ja lange genug bei der Hypo. Dabei weiß jeder Kaffeefahrtteilnehmer, dass es immer die vorletzte Heizdecke ist, die zu Wucherpreisen abgeboten wird.

  • Ulrich Perchermeier

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    Lasst die Kirche im Dorf.
    Hätte die Stadt das Gebäude nicht gekauft, dann wäre dort heute ein genauso hässlicher Klotz wie am anderen Ende der Maxstrasse. (Der betonierte Arsch des gepflasterten Enddarms der Stadt, habe ich hier gelesen in: Die Rückkehr des Kardom, im Juli 16). Teuerste Wohnungen würden die Preisspirale weiter treiben, zwei oder drei Stockwerke mehr als jetzt und so weiter und so weiter.
    Lasst die Stadt das nur machen, zahlen werden wir es so oder so: Entweder über unsere Steuergelder oder über die Erhöhung der Mieten. Also: gemach, gemach!

  • Markus Frowein

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    @ Joachim Datko (21. März 2018 um 11:48)

    „– Auch sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren massiv gestiegen, was einen eventuell zu hohen Kaufpreis im Nachhinein relativiert.“

    Meiner Ansicht nach geht es nicht um den (überhöhten) Preis, sondern darum, dass
    dieser Kauf mehr als unnötig ist. Außerdem ist der Kaufpreis wirklich stark überhöht.
    Meine Miete hat 1992 auch 423,- DM (warm) gekostet. Wäre ja schön, wenn, aber …

    @ Punkt (21. März 2018 um 13:19)

    „Wird es nicht auch mal Zeit, dass man hinter den ganzen Geschichten einen . macht?“

    Nein, die Regensburger Bürger haben ein Recht darauf, die dubiosen Praktiken der
    Politiker und sonstigen Amtsträger bis ins Detail genau aufgeklärt zu bekommen.

    @ Ulrich Perchermeier (21. März 2018 um 14:17)

    „Lasst die Stadt das nur machen, zahlen werden wir es so oder so“

    Sie haben kein Interesse an einer Änderung der Zustände, nehme ich mal stark an?
    Sitzen Sie zufällig im Regensburger Rathaus und beziehen eine hohe Besoldung?

  • Ulrich Perchermeier

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    @ Joachim Datko:
    Bitte erst alles lesen und die Aussage des Autors überdenken. Wenn Sie dann etwas nicht verstanden haben, fragen Sie nach – und erst nach einer (für Sie nicht befriedigenden) Antwort dürfen Sie meinethalben persönlich werden.
    Ich empfehle als kleine Nachtlektüre meine facebook-Seite. https://www.facebook.com/ulrich.perchermeier

  • Giesinger

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    Frage @ Lothgaßler zum Beitrag 20. März, 19:06

    „Ansonsten halte ich es langsam für angebracht frei nach Cato dem Älteren zu fordern: “

    Nicht jeder war im humanistischen Gymnasium. Ich weiß nur, es hat wohl was mit Karthago und Abbrennen zu zun. Könnten Sie bitte für nicht so sehr gebildete Menschen den Sinn ihrer zitierten Redewendung (wenn es denn eine ist) erklären?

    (Mit Machiavelli kenne ich mich noch halbwegs aus, da habe ich mal das Standartwerk „Il Pricipe – Der Fürst“ gelesen. Ist aber auch schon 30 Jahre her und war nur so aus privatem Interesse.)

    Ansonsten muß ich sagen (wenn ich schon dabei bin), Sie haben es mit Ihrem Beitrag wieder auf den Punkt gebracht (im Gegensatz zu Frau/Herrn Punkt z.B.).

  • Piedro

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    @mkv
    Danke für die Mühe und das Link, aber es gibt mehr als genug Quellen um sich zu dem Thema zu informieren.

    https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung/kontrolle-durch-wirtschaftliche-verflechtung/

    Hier ist eine sehr intressante und obendrein unterhaltsame Darstellung des Themas, vorausgesetzt man hat eine bittere Ader:
    https://www.youtube.com/watch?v=Ig83NNJqxkE

    Was Lokalpolitik angeht sind die Interessenverpflechtungen viel einfacher gestrickt. Wenn man sich anschaut, welche Zeitungen der gleichen Gruppe angehören kennt man sich da schon ganz gut aus. Ich denke das ist auch bei euch erkennbar. Um so wichter sind Gestalten wie Herr Aigner, die einfach eine gute, um Objektivität und Information bemühte Arbeit leisten ohne von Abhängigkeiten gebeutelt zu werden, und die sich auch der Kritik ihrer Leser stellen, egal wie fundiert oder wie deppert sie sein mag. Ich bin echt ein Fan und bedauere, dass es bei uns weit und breit keinen Aigner gibt. Vor einigen Jahren hat eine Tageszeitung die komplette Redaktion entlassen. Ein zum Glück einmaliges Vorgehen. Einen Journalisten aus der Riege kenne ich flüchtig, was der zu erzählen hat ist schon recht gruselig. Im Anschluß war einiges angedacht, aber nix wurde umgesetzt.

    Es ist erfreulich, dass die Artikel von regensburg-digital zunehmend von der üblichen Presse aufgegriffen werden und auch auf anderen Internetportalen verbreitet werden. Kannn gut sein, dass dieser auch bald dazu gehört.

    Und wenn sich dann dieser Wochenblatt-Heini ereifert sind die ausgesprochen sachlichen Retourkutschen immer wieder erheiternd.

    Wird echt Zeit, dass ich mal zur Bank latsche und einen Dauerauftrag einrichte…

  • uwe

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    Herr Daminge geht jetzt dann in den Ruhestand, seine Gattin (Beamtin höherer Dienst ) auch und dann lachen sie wahrscheinlich zusammen!
    Die Damen und Herren Stadträte sollten mal ihre Beschlussvorlagen mit Verstand (!!) lesen, prüfen und dann ggf. nachfragen bzw. hinterfragen. und nicht einfach immer einfach alles durchwinken.

  • Lothgaßler

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    @Giesinger:
    ich war auch nicht aufm Gymnasium. Es ist auf Catos Spruch zu Lasten Karthagos gemünzt, den er (so die Überlieferung stimmt) bei jeder Gelegenheit von sich gab. Ich will Hr. Daminger nicht „zerstören“ (wie Cato d. Ä. es für Karthago gefordert hat), aber in Amt und Würden will ich Hr. Daminger auch nicht mehr sehen.
    Nun muss ich wie Cato d. Ä. meinen Spruch wiederholen: Und im übrigen bin ich der Meinung, dass wir uns möglichst bald von Hr. Daminger als Referenten trennen sollten.

  • Giesinger

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    Danke für die Antwort, Herr Lothgaßler.

  • wahon

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    Wer jahrelang Formaldehyd einatmet, muss mit gravierenden Störungen des Hirnstoffwechsels rechnen. Die Symptome reichen von Gedächtnisverlust über sinkende geistige Leistungsfähigkeit bis hin zu Verhaltensweisen aus dem soziopathischen Formenkreis.

  • Markus Frowein

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    Zeitungsbericht aus einer ganz anderen Gemeinde in einem ganz anderen Bundesland:

    „In der Verwaltung sitzen Profis und allen voran der Bürgermeister. Und diese Verwaltungsprofis sollen nach der Gemeindeordnung durch die Stadtverordnetenversammlung kontrolliert werden. Das ist so, als ob eine Herde Schafe ein Rudel Wölfe beaufsichtigen soll. Die klassische Kommunalpolitik sei tot, eine stringente Verwaltungsreform unabdingbar.“

    Regensburg hat kein Alleinstellungsmerkmal, auch wenn das viele Leute glauben …

    Quelle: https://www.wlz-online.de/waldeck/bad-arolsen/nach-fuenf-jahren-stadtparlament-ausserparlamentarisch-ball-bleiben-5992392.html

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