Ermittlungen laufen weiter

Missbrauchsvorwürfe in Kindergarten: Die Aufsichtsbehörde, ein Elternbrief und ein Widerspruch

Nach dem Vorwurf eines möglichen Übergriffs unter Gleichaltrigen in einem Regensburger Kindergarten, sieht die zuständige Aufsichtsbehörde keine Verletzung der Aufsichtspflicht. Die Leitung hat derweil mit einem Elternbrief reagiert, dem allerdings eine Erklärung der Staatsanwaltschaft widerspricht.

In einem Regensburger Kindergarten sollen drei Jungen ein gleichaltriges Mädchen sexuell belästigt und verletzt haben. Symbolfoto: Wikimedia Commons

In Zusammenhang mit den Vorwürfen zu Übergriffen unter Kindergartenkindern und Verletzungen, die in einer Elterngruppe laut geworden waren, und zu den Ermittlungen wegen einer möglichen Verletzung der Aufsichtspflicht durch das Personal hat die Leitung der Regensburger Einrichtung bislang noch keine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion abgegeben. Allerdings wurde zwischenzeitlich ein Elternbrief verschickt, in dem das Führungspersonal auf die Unruhe in der Elternschaft und die öffentliche Berichterstattung reagiert.

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Eltern erheben schwere Vorwürfe

Wie berichtet, hatten die Eltern eines sechsjährigen Mädchens einen Vorfall vom 1. April Ende Mai in der Chat-Gruppe öffentlich gemacht.

Demnach soll ihr Kind von drei Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren mit blanken Penis umringt und aufgefordert worden sein, sich ebenfalls auszuziehen. Als sie sich geweigert habe, sei sie von den Jungen angegangen und verletzt worden. Sie hätten das Mädchen hart geschlagen und getreten, damit sie ihre Hose losließ, um ihre Hände in ihren Intimbereich zu reiben.

Als die (demnach abwesende) Lehrerin zurückgekommen sei, hätten sie diese über den Vorfall belogen und nur zugegeben, dass sie die Hosen heruntergezogen hätten. So die Schilderung im Chat.

Man habe sich dafür entschieden, die Sache dort zu thematisieren, schreiben die Eltern des Mädchens, nachdem man von einem Elternteil eines der Jungen aufs Übelste bedroht worden sei und weil die Kindergartenleitung entgegen anderslautender Versprechen die übrigen Eltern nicht informiert habe, heißt es weiter. Man habe auch nicht die Namen der betroffenen Jungen genannt. Mit diesen habe man Mitleid.

Laut anderen Eltern, die sich in der Gruppe zu Wort gemeldet haben, soll es schon früher – 2020 und 2021 – ähnliche Vorfälle gegeben haben. Auch hier soll es in mindestens einem Fall zu Verletzungen gekommen sein. Kritik gibt es auch hier an der Leitung. Diese haben die anderen Eltern nicht informiert habe und an Aufsichtspersonen, die sich dafür „nicht interessiert“ hätten.

Kita-Leitung schreibt Elternbrief

In dem Schreiben an die Eltern, das vom Montag datiert, schildert die Kindergartenleitung den Vorfall vom 1. April dieses Jahres nun aus ihrer Sicht.

Es habe sich um eine Situation gehandelt, „in der sich Kinder die eigene Hose heruntergezogen haben und sich kurz entblößten”. Weiter heißt es:

„Ein weiteres Kind wurde gefragt, ob es das auch tun möchte, was das Kind verneinte. Daraufhin wurde die Situation von unseren Mitarbeitenden beobachtet und unmittelbar im Anschluss mit den Kindern thematisiert und mit den betroffenen Eltern besprochen.“

Im Nachgang seien dann Vorwürfe „an uns herangetragen“ worden, „die die Situation völlig anders beschrieben, als sie sich für uns tatsächlich dargestellt hatte“, so die Kita-Leitung. In der Folge habe man deshalb unmittelbar und zeitnah entsprechend des vorhandenen Kinderschutzkonzeptes reagiert, „die Vorwürfe ernst genommen und die Situation sowohl intern als auch in Zusammenarbeit mit externen Stellen geprüft und aufgearbeitet“. Man habe Gespräche mit den betroffenen Eltern und Kindern geführt, die Kindergartenaufsicht und den Kita-Träger informiert.

Aufsichtsbehörde sieht keine Verfehlungen beim Personal

Das städtische Amt für Tagesbetreuung, zuständige Aufsichtsbehörde, bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass der Vorfall von der Einrichtungsleitung „unverzüglich“ gemeldet worden sei. Weiter heißt es:

„Es fand ein Beratungsgespräch mit der Leiterin des Amts für Tagesbetreuung von Kindern statt, in dem die Einrichtungsleitung um Stellungnahme gebeten wurde. Nach eingehender Prüfung dieser Stellungnahme kam die Fachaufsicht zu dem Ergebnis, dass die Schilderung der Vorkommnisse durch die Einrichtungsleitung umfassend, stichhaltig und vollumfänglich nachvollziehbar ist. Ein Fehlverhalten der Betreuungskräfte ist nicht nachweisbar.“

Die von den Mitarbeitenden getroffenen Maßnahmen seien „professionell nach dem derzeitigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Frühpädagogik umgesetzt“ worden. Und:

„Die darauffolgenden Maßnahmen zielten darauf ab, dem betroffenen Mädchen einen sicheren und unbeschwerten Zugang zum Kindergarten zu gewähren. So wurden die betroffenen Kinder in verschiedenen Gruppen betreut. Es erfolgte eine strikte Gruppentrennung, auch im Außenspielgelände. Das Mädchen wurde beim Verlassen der Gruppe dezent begleitet bzw. an der Eingangstüre von einer Betreuungsperson aus der Gruppe abgeholt und in die Gruppe begleitet. Diese Maßnahmen wurden umgesetzt, solange das Mädchen die Einrichtung besucht hat.“

Die Vorwürfe gegen Personal und Leitung hätten sich also nicht bestätigt – was den Umgang mit dem Vorfall anbelangt. Was hingegen genau passiert ist und ob es Verletzungen bzw. „Fremdgefährdung“ gegeben habe, müsse die Polizei überprüfen, sofern Anzeige erstattet wurde, so die städtische Auskunft. Die Überprüfung von Verletzungen sei nicht die Aufgabe der Aufsichtsbehörde.

Elternbrief stellt erste Einstellung falsch dar

Eine solche Strafanzeige der Eltern des Mädchens gab es auch. In der Chat-Gruppe bekräftigen sie, dass die Verletzungen ihres Mädchens dokumentiert seien. Es seien Tests im Krankenhaus durchgeführt worden, um festzustellen, ob das Mädchen die Wahrheit sage. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie „nie gelogen“ habe. Das Kind habe aufgehört zu essen, das Haus zu verlassen, zu schlafen. Sie leide an einer starken PTBS und die Ärzte, die sie untersuchten, hätten erklärt, dass dies „brutalste sexuelle Gewalt unter Gleichaltrigen“ gewesen sei.

Im Elternbrief der Kindergartenleitung wird auf diese Vorwürfe nicht näher eingegangen. Es wird aber durchaus erwähnt, dass es Ermittlungen der Kriminalpolizei gegeben habe. Diese habe den Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Und weiter heißt es:

„In diesem wurden die Vorwürfe ebenfalls nicht bestätigt. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Nach unseren Informationen stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, weil sich der Verdacht eines strafbaren Verhaltens nicht bestätigt hatte und nicht etwa, weil die Kinder strafunmündig sind.“

Der Eindruck. Der dadurch erweckt wird, ist klar: Die Vorwürfe sind demnach nachweislich und staatsanwaltschaftlich bestätigt falsch.

Staatsanwaltschaft: „Keine Ausführungen zum Tatverdacht.“

Dieser Darstellung widerspricht allerdings eine Erklärung der Regensburger Staatsanwaltschaft. Bereits in unserem ersten Bericht hatte ein Sprecher erklärt, dass die ersten Ermittlungen wegen der Strafunmündigkeit der drei Jungen eingestellt wurden – sind schlicht zu jung, um sich strafbar machen zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Mit dem Elternbrief der Kindergartenleitung konfrontiert, bekräftigt ein Sprecher dies auch am heutigen Dienstag:

„Das Verfahren gegen die Kindergartenkinder wurde mit Verfügung vom 13.05.2022 eingestellt, da diese nicht schuldfähig sind. Ausführungen zum Tatverdacht enthält die Einstellungsverfügung nicht.“

Anders ausgedrückt: Dazu, ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht und welche Verletzungen es gab oder nicht, hat die Staatsanwaltschaft bei ihrer Einstellung keinerlei Feststellungen getroffen.

Die Ermittlungen laufen weiter, Anwalt eingeschaltet

Aktuell laufen wegen einer neuerlichen Strafanzeige Ermittlungen „gegen die namentlich noch nicht bekannten Aufsichtspersonen im Kindergarten“. Die Eltern des Mädchens werfen ihnen „Körperverletzung durch Unterlassen“ vor. Diese Ermittlungen stünden noch am Anfang, so die Staatsanwaltschaft.

Während die Leitung des Kindergartens in ihrem Brief abschließend um Vertrauen wirbt – „Wir können Ihnen versichern, dass Ihre Kinder bei uns sehr gut und sicher betreut werden.“ – haben die Eltern des betroffenen Mädchens das Schreiben ihrem Rechtsanwalt gegeben.

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Kommentare (32)

  • R.G.

    |

    Mit Verlaub, diese Schilderung ist für mich unschlüssig, es sei denn man hat ein pädagogisches Konzept, bei dem Doktorspiele in Kindergarten als erwünschte Entwicklung verstanden werden.:

    “Es habe sich um eine Situation gehandelt, „in der sich Kinder die eigene Hose heruntergezogen haben und sich kurz entblößten”. Weiter heißt es:

    „Ein weiteres Kind wurde gefragt, ob es das auch tun möchte, was das Kind verneinte. Daraufhin wurde die Situation von unseren Mitarbeitenden beobachtet und unmittelbar im Anschluss mit den Kindern thematisiert und mit den betroffenen Eltern besprochen.“

    Ich meine, dass eine Pimmelschau nicht zu den zu fördernden Kindergartenspielen gehört und Pädagogen dabei deshalb nicht passiv und interessiert zusehen sollten, sondern unauffällig ablenken und die Kinder zu anderen Spielen “abholen”.
    Denn Scham und gruppenfähiges Verhalten muss auch erlernt werden.

  • Kuddelmuddel

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    Sry, fällt mir grad schwer mich in dem Durcheinander zu orientieren. Onetz schreibt, dass die Vorwürfe erstmals in der Nacht zum 27.5. in einem Elternchat aufgetaucht wären? Und das Kind besucht die Einrichtung mittlerweile nicht mehr?

  • Stefan Aigner

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    @kuddelmuddel

    Ja, das stimmt alles. Passiert ist die Sache am 1. April, öffentlich gemacht 27. Mai. Habe das noch ergänzt. O-Netz schreibt derzeit aus zweiter Hand.

    Wann das Mädchen aus der Kita genommen wurde, weiß ich nicht genau, aber es war kurz darauf.

  • Erzieherin

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    @R.G.

    Natürlich gehören Doktorspiele unter gleichaltrigen in einem modernen Pädagogischen Konzept dazu!
    Kinder sind ­sexuelle Wesen von Geburt an, aber ­diese Sexualität hat nichts mit der Erwachsener zu tun. Wenn sich alle Kinder wohlfühlen, gleich alt und freiwillig dabei sind, können die Erwachsenen sie machen lassen. Sonst suchen sich die Kinder ­eine andere Gelegenheit und vielleicht ein Umfeld, in dem Erwachsene kaum Möglichkeiten haben einzuschreiten, falls das Spiel zu weit geht.
    Sollte man wie von Ihnen vorgeschlagen „ablenken“ könnte bei den Kindern der Eindruck entstehen Sexualität ist Tabu und ihr Bedürfnis danach falsch, was im schlimmsten Fall zu schweren Störungen führen kann.

    Dass derartige Vorfälle wie beschrieben, falls sie zutreffen, niemals passieren dürfen ist selbstverständlich! Sie passieren aber viel eher in einem Umfeld indem Kindern das Gefühl vermittelt wird Sexualität ist tabu oder sie gar tot geschwiegen wird. Die Aufgabe ist eines modernen Pädagogen ist es, sie zu sensibel zu begleiten, intensiv zu beobachten und ggf. zu jeder Zeit intervenieren zu können. Doktorspiele bieten sich gerade dafür an sie pädagogisch aufzuarbeiten und den Kindern Grenzen und Sensibilität nahe zu bringen.

  • Daniela

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    @Erzieherin

    ‘Demnach soll ihr Kind von drei Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren mit blanken Penis umringt und aufgefordert worden sein, sich ebenfalls auszuziehen. Als sie sich geweigert habe, sei sie von den Jungen angegangen und verletzt worden. Sie hätten das Mädchen hart geschlagen und getreten, damit sie ihre Hose losließ, um ihre Hände in ihren Intimbereich zu reiben.’

    Sorry, sollte es sich so zugetragen haben, hätte dies bei über 14 Jährigen aber jeden Staatsanwalt aus der Reserve gelockt und dieser hätte sehr schnell eine Anklageschrift formuliert.

    ‘Eine solche Strafanzeige der Eltern des Mädchens gab es auch. In der Chat-Gruppe bekräftigen sie, dass die Verletzungen ihres Mädchens dokumentiert seien. Es seien Tests im Krankenhaus durchgeführt worden, um festzustellen, ob das Mädchen die Wahrheit sage. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie „nie gelogen“ habe. Das Kind habe aufgehört zu essen, das Haus zu verlassen, zu schlafen. Sie leide an einer starken PTBS und die Ärzte, die sie untersuchten, hätten erklärt, dass dies „brutalste sexuelle Gewalt unter Gleichaltrigen“ gewesen sei.’

    Wissen Sie, was eine PTBS ist? Posttraumatische Belastungsstörung!

    Wie gesagt, sollte sich dies alles so zugetragen haben, dann hat Ihr angepriesenes modernes pädagogisches Konzept aber vollkommen versagt. Und wissen Sie warum? Es fehlte am sensiblen Beobachten, Begleiten und Einschreiten der aufsichtsführenden pädagogischen Fachkräfte!

  • R.G.

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    Dass fünf Buben ein Mädchen einkreisen und zum Ausziehen der Hose auffordern, gehört für mich nicht mehr zu gesunden Doktorspielen. Punkt.
    “Sollte man wie von Ihnen vorgeschlagen „ablenken“ könnte bei den Kindern der Eindruck entstehen Sexualität ist Tabu und ihr Bedürfnis danach falsch, was im schlimmsten Fall zu schweren Störungen führen kann.”
    Selbstverständlich ist es ein Tabu, ein Kind angezogen oder nackt zu fünft einzukreisen und dann zu fordern. Denn gesunde Sexualität ist nicht Angstmache und Erzeugen einer Übermacht. Das darf und muss gelernt werden.

    Ich komme selbst aus zur Hälfte bösartig verklemmtem katholischen Umkreis, die Verteufelung jeglicher Körperlichkeit diente dazu, sich als Pfarrer besser an den kindlichen Opfern vergreifen zu können.
    Gleich schlimm wirkte sich die freie Pädagogik einer Künstlerkommune aus, die ihre Prinzipien bis in die öffentlichen Lehrbücher zweier Staaten brachte, und – ihr Grünen, ich vergesse und verzeihe es euch niemals, dass ihr das dunkle Kapitel weggeschwiegen habt! – sexuelle Spiele von Betreuern mit den anvertrauten Minderjährigen, bis hin zur vollen Geschlechtlichkeit, als gesunde und anzustrebende Entwicklung bezeichneten. Den Spaß hatten dabei nicht die Kinder!

    Sechsjährige können nicht in wenigen Monaten zu fünft in der Grundschule Mädchen einkreisen, dabei ihre Pimmel Freiluft ausführen und fordern, das der Übermacht ausgesetzte Kind solle die Hose runterziehen.
    Ja, Kinder und Kindergartenerzieher dürfen lernen, dass nicht mehr passt, was anderen Kindern Angst macht!

  • R.G.

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    Ich reiche gerne nach, dass es drei Buben waren.
    Genug, um eingekreist werden zu können!

  • Die Mutter

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    Kommentar gelöscht. Lesen Sie den Text. Das beantwortet Ihre Fragen.

  • Günther Herzig

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    Der Untergang des Abendlandes. Natürlich ist das aufzuklären, ohne jedoch panisch zu reagieren. Dass Eltern in Kitas und später in der Schule das größere Problem für Kindergärtnerinnen, Lehrer und Betreuer darstellen, ist nicht gerade selten.
    Am schlimmsten sind Eltern, die selbst Lehrer von Beruf sind, wenn sie an der Schule ihrer Kinder im Elternbeirat zeigen, wie es geht, ihrer Meinung nach!

  • Nora A.

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    Mir fällt auf, dass niemand anspricht, wie kleine Jungs zu einem solch gewaltvollen Verhalten kommen. Auch mit 5 oder 6 Jahren hat man schon Grenzen gelernt! Man sollte das Jugendamt auf die Elternhäuser der Jungs hinweisen. Auch das Kindeswohl der Jungs scheint mir gefährdet, zumal die Eltern der Opfer von den Eltern der Jungs bedroht wurden. Normal ist das nicht!

  • Helena

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    es Bestandteil zeitweise der Verdacht, dass mein Kind Opfer von sexualisierter Gewalt wurde. Ich weiß also wovon ich rede. In dieser Situation stehen alle unter gewaltigem Druck und es ist für Eltern fast unmöglich ruhig und sachlich zu bleiben. Genau das ist aber nötig. „Wer hat was gesehen oder gehört?“, „ Wie war genau war der Wortlaut?“ Das sind Fragen die hier weiterhelfen können.
    Woher kann ein Arzt wissen, dass ein Kind Opfer von „brutalster sexualisierter Gewalt unter Gleichaltrigen“ war, wie hier im Artikel beschrieben? Wenn der Arzt nicht dabei war, kann er allenfalls Vermutungen äußern. Aus meiner Erfahrung hilft es nicht wenn man diese Probleme in Chats darstellt, sie der Presse berichtet, oder Schuldige sucht. In diesen fällen sind alle Opfer, vor allem alle beteiligten Kinder. Es gibt eine Stelle in München die sich auf sexualisierte Gewalt unter Kindern spezialisiert hat. Deren Ratschläge fand ich sehr hilfreich.

  • R.G.

    |

    @Helena
    Brutale sexualisierte Gewalt kann bei Kindern vorkommen.
    Ich verweise extra auf ein anderswo geschehenes Beispiel.

    Ein stark frömmelnder Mann unseres Ortes hatte angeblich das Pech, dass ihm sämtliche Töchter ledige Kinder zur Welt brachten, alle geistig und körperlich behindert.
    Eines der Mädchen war gut in die Gruppe gesunder Kinder zu integrieren, bis es einmal beim Spiel der Vater sein durfte.
    Da trat und schlug es den Spielgefährten, drehte ihn um, zog ihn aus und versuchte etwas wirklich Schmerzhaftes mit ihm, was empfindliche Verletzungen zurückließ.Weiteres möchte ich hier nicht anführen.

    Doktorspiele sind nicht zwangsläufig gesunde, dem konkreten Kind eigene Entwicklung; grobes Verhalten deutet auch nicht unbedingt auf Gewalt im Elternhaus hin.
    Dogmen sind hier nicht hilfreich, Hinschauen, Hinhören ist angebracht.

  • Erzieherin

    |

    @R.G. und Daniela

    „Dass derartige Vorfälle wie beschrieben, falls sie zutreffen, niemals passieren dürfen ist selbstverständlich! „

    Hier mein Zitat aus meinen erstem Beitrag.
    Ich finde es schäbig dass Sie beide mir jetzt hier mit Strohmann Argumenten unterstellen zu wollen ich hätte in irgendeiner Weise die Vorwürfe herunterspielen oder gar als legitime Verhaltensweisen von Kindern darstellen wollen! Das ist äußerst manipulativ!

    Ich habe insbesondere R.G. völlig absurde Forderung dass Erzieher*innen jegliche Art von Doktorspielen und kindlicher Sexualität „ablenken“ soll als absolut falsch und kontraproduktiv entlarvt! Und versucht herauszustellen dass gerade derartige Methoden begünstigen dass sich Kindern an Orte zurückziehen an denen sich keine Erwachsenen aufhalten.
    Falls R.G. gemeint hat die Erzieher*innen hätten in der spezifischen Situation „ablenken“ sollen wäre auch dies katastrophal falsch gewesen! Hätten Erzieher*innen die Situation beobachtet hätten sie massiv intervenieren und den Vorfall auf allen Ebenen intensivst thematisieren und aufarbeiten müssen! „Ablenken“ wäre in meiner Einrichtung höchstwahrscheinlich und absolut richtigerweise ein Kündigungsgrund!
    Ich kann nur hoffen dass R.G. und Daniele nicht im entferntesten im Pädagogischen Bereich beheimatet sind, was ich allerdings für unvorstellbar halte!

  • Daniela

    |

    @Erzieherin

    Man muss nicht im pädagogischen Bereich tätig sein, um zu erziehen!

    Das tun Eltern, Tanten Onkel, Großeltern…

    Und was soll ich sagen, fragen Sie mal unsere Eltern, die uns erzogen haben, was diese von Ihren modernen pädagogischen Erziehungsmethoden halten! Und mit Verlaub, Doktor spielen haben wir auch gemacht, mit Puppen und auch zusammen, aber irgendwie, wurde der Intimbereich nie einbezogen!

    Wir wussten auch irgendwann im (klein) Kindesalter das es Männlein und Weibleib gibt. Und ich darf Ihnen auch verraten, warum, wir haben Geschwister und haben auch zugesehen, wenn die Mama die jüngeren Geschwister gebadet hat.

    Irgendwie sind wir unbeschadet groß geworden, trotz Doktorspiele! Und wir haben schon im Kleinkindalter gelernt, dass NEIN eben auch NEIN bedeutet, sei es bei unseren Spielzeug, oder eben beim Friseur spielen…., Da hab ich auch darauf bestanden, dass meine Haare bleiben, wo sie sind und eben keiner daran rum zu schneiden hat. Fragen könnten Sie meine Mutter, als sie mir aus modischen Bewusstsein heraus wegen eines Kirchbesuchs einen Dutt mit zig Haarklammern machen wollte. Ich bin, als Vierjährige mit Flechtzopf (wie immer) in die Kirche, meine Mutter musste einsehen, dass ein Nein von mir auch Nein bedeutet. Es ging im übertragenen Sinne um meine körperliche Unversehrtheit!

    Verstehen Sie, was Kinder lernen müssen? Nein zu sagen, wenn Ihnen etwas widerstrebt und auch ein Nein anderer zu akzeptieren.

    So einfach und so schwer ist Erziehung.

  • R.G.

    |

    @Erzieherin
    Sie schreiben; “insbesondere R.G. völlig absurde Forderung dass Erzieher*innen jegliche Art von Doktorspielen und kindlicher Sexualität „ablenken“ soll”

    Dann haben Sie nicht sinnerfassend gelesen.
    Ich bin gegen die Förderung von Doktorspielen, ja. Denn die Kinder bestimmen, was ihre Entwicklung ist, nicht ich.
    Wenn mehrere Buben mit Vorgeschichte, nackig, ein Mädchen umringen und erwartbar zu etwas zwingen wollen, löse ich die Situation möglichst, bevor sie eskaliert, auf. Warum führe ich die Aggressoren aus der Situation weg, mit einem kurzen klaren Satz?: Damit ich mich um das Opfer kümmern kann!
    Selbstredend werde ich danach weiter am Thema arbeiten.

    “Ich kann nur hoffen dass R.G. und Daniele nicht im entferntesten im Pädagogischen Bereich beheimatet sind, was ich allerdings für unvorstellbar halte!”
    Weshalb hoffen Sie denn, dass Daniela und ich nicht mit Kindern arbeiten? Weil Sie es besser machen? Wenn ja, dann zeigen Sie es hier vor, indem sie den Focus auf die beschriebene Situation richten!

    Ich werde nicht in das Konkurrenzspiel einsteigen und Sie als Person abwerten, aber wenn man sich in Klischees und Dogmen verirrt, zeige ich deren Sinnlosigkeit auf, damit der Blick auf diese Eltern, das eine Mädchen, die drei Buben, gerichtet wird.

  • Nora A.

    |

    @R.G.: “…. Wenn mehrere Buben mit Vorgeschichte, nackig, ein Mädchen umringen und erwartbar zu etwas zwingen wollen..”

    Ich sehe sowas nicht unter kindliche Sexualität, sondern als kindliche Gewaltanwendung. Und DAS gehört deutlich angesprochen und aufgelöst! Diese kleinen Jungs haben falsche Vorbilder und die Lösung liegt nur in der Zusammenarbeit mit dem Elternhaus.  Verniedlichung ist hier völlig unangebracht. Es sind Kinder, ja, doch die Wirkung auf das Opfer ist nicht viel anders, als bei Erwachsenen. Muss sich ein kleines Mädchen so etwas gefallen lassen, nur weil eine Erwachsenenideologie diesen Übergriff als Kinderkram interpretiert? Merke: Gewalt hat nichts und niemals mit Sexualität zu tun! Beanstandet wird auch nicht der Wunsch der Kinder, sich zu erforschen, sondern ausschließlich WIE das mit Gewalt erzwungen wurde.

  • Nora A.

    |

    Ich sehe das Problem weniger im Kindergarten als in den Familien, in denen kleine Buben offenbar völlig fehlgeleitet werden. Es ist in den Schulen genauso: Nicht die Schule verformt Kinder, sondern diese kommen aus unterschiedlichsten Familiensystemen und dort sind die Wurzeln eines Fehlverhaltens zu finden. Deshalb gehört meiner Meinung nach bei derart krassem Verhalten von Vorschulkindern der Blick in die Familie geworfen, aus der das Kind stammt. Es gilt nicht die Symptome zu behandeln, sonder den Ursachen auf den Grund zu gehen!

  • R.G.

    |

    @Nora A.
    Danke für Ihre wertvollen Beiträge.
    Ich finde, dass Kinder ihr Turd nicht am Tisch am Teller ablegen dürfen. Wiewohl das die anale Phase von irgendwem stören könnte, ist mir das sowas von Wurst, denn durch das Verbot schmeckt allen das Essen besser, oder nicht?
    Es gibt noch vielerlei mehr Regeln.
    Eine maßvoll neutrales Verhalten der Erwachsenen zu kindlicher Entdeckerneugier scheint mir sinnvoll, grenzenloses Gestatten oder gar gezielte Förderung halte ich für unverantwortlich.
    So wie die Situation beschrieben wird, dass gewissermaßen drei FKK Buben ein Mädel höflich fragten, ob das Mädel gleichfalls die Hose runterziehen wolle, es habe dankend abgelehnt, alles sei gut, kann es nicht abgelaufen sein.
    Deshalb sollte man sich sprachlich anders ausdrücken, etwa: “Wie sich die Situation aus dem Blickwinkel der Erzieherin darstellte, sei”… oder: “Nach Berichten der beteiligten Kinder…”. Damit bleibt ein Dialog möglich.
    Die hinter aller sinnvollen Lustentwicklung stehende unverrückbare Regel heißt bei mir, Gewalt ist kein von mir toleriertes Ausdrucksmittel.
    Da unterbreche ich.

  • Daniela

    |

    @ R G.

    Ich stimme Ihnen zu. Und gegebenen Falls sollte man im offenen Dialog, die Feststellung Dritter einfließen lassen.

    Verletzungen und Traumatisierung des betroffenen Mädchens, die sich in Ängsten äußern, wie das Haus nicht mehr verlassen, oder nicht essen wollen.

    Sie haben vollkommen Recht

    ‘Die hinter aller sinnvollen Lustentwicklung stehende unverrückbare Regel heißt bei mir, Gewalt ist kein von mir toleriertes Ausdrucksmittel.
    Da unterbreche ich.’

    ‘Eine maßvoll neutrales Verhalten der Erwachsenen zu kindlicher Entdeckerneugier scheint mir sinnvoll, grenzenloses Gestatten oder gar gezielte Förderung halte ich für unverantwortlich.’

    Kinder erfassen, begreifen, erlernen … um sich herum in den ihnen eigenen Rhythmus und Vermögen. Deswegen,denke ich, spricht man auch von Phasen kindlicher Entwicklung, es wird kein konkretes Datum festgelegt, sondern ein Zeitraum.

    Ich habe sowohl bei meinen Kindern, jetzt auch Enkelkinder, meinen Neffen und Nichten, auch bei Kindern und Kindeskindern von Bekannten sehen dürfen, dass es durchaus auch einmal längere Phasen bei Kindern gab, in denen diese beispielsweise, ihre Knuddeldecke abgaben, oder den Nuckel ablegten, aufs Töpfchen gingen, …, Aber meistens ließen die Kinder es quasi über Nacht von alleine los, völlig ohne Zwang durch Erwachsene. Alle eben nach Ihren eigenen Bedürfnissen. Aber alle doch entwicklungsgerecht.

    Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt.

    Und PS, ich liebe es heute noch meine Pizzastücke zusammen zu klappen und diese mit den Fingern zu essen. Es schmeckt einfach besser! Oder auch ein mal den Pudding Teller abschlecken…

  • Erzieherin

    |

    @R.G.

    Was soll denn eine „Förderung von Doktorspielen“ sein?
    Und wer hat diese gefordert?

    Aber allein dass sie hier von der „analen Phase“ schwadronieren zeigt dass sie ein Bild vom Kind und Pädagogik der, wohlgemeint, 50er Jahre haben.Und selbst da zu den Konservativen gehört hätten. Zum Glück sind die Zeiten vorbei, wenn sie die zurückhaben möchten können Sie meinetwegen die AfD wählen.

  • Stefan Aigner

    |

    Geht es langsam wieder in normalem Umgangston, bitte? Danke!

  • W.A.D.

    |

    @Erzieherin
    “Zum Glück sind die Zeiten vorbei, wenn sie die zurückhaben möchten können Sie meinetwegen die AfD wählen.”
    Wir haben früher auch Doktorspiele gemacht, aber da waren sich alle einig und wer nicht wollte ging einfach nicht mit, da wurde niemand zu etwas gezwungen. Aber wenn ich Sie hier lese bekomme ich den Verdacht dass Doktorspiele als Pflichtprogramm in Ihrem Erziehungskonzept steht und ehrlich, wenn man Ihre Meinung nicht teilt braucht man bestimmt kein AfD Wähler sein. Solche vergleiche sind meist ein Zeichen von Hilflosigkeit ihrerseits.

  • Daniela

    |

    @ Erzieherin

    Anale Phase nach Freud…. Entwicklungsphasen des Kindes ( zwischen 2. und 3. Lebensjahr) indem das Kind entscheidet, was es los lassen möchte oder einbehalten. Die beginnende Abgrenzung zu den Eltern ( Trotzphase umgangssprachlich)
    Wird der individuelle Wille des Kindes dann gebeugt, oder beeinflusst durch positive oder negative Sanktionen durch die Eltern, hat dies Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. …

    Aber bitte selbst lesen, weitere Leseempfehlung Erik Erikson.

  • R.G.

    |

    @Erzieherin
    Ich schlage vor, Sie nennen ein entsprechendes Buch zur Entwicklungspsycholoigie, mit AutorInnen und Verlag, das ihren modernen Maßstäben entspricht und nach dem sich betroffene Eltern und dumme Menschen wie ich, informieren können.
    Sie sind ja hier, um zu helfen, nehme ich an!

  • R.G.

    |

    @Erzieherin
    Ich habe kein Problem damit, wenn Sie statt eines Entwicklungspsychologie Buches eines von Rudolf Steiner als Grundlage zum Verstehen der Entwick-e-lungsphasen der Kinder als passend empfinden, es geht um die Schaffung einer gemeinsamen Sprache aufgrund von umfangreicher Information. Aus Gründen der Fairness.

  • Erzieherin

    |

    @R.G., Daniela

    Die Entwicklungsphasen nach Freud im Jahr 2022 heranzuziehen halte ich und ein Großteil moderner Entwicklungspsycholog*innen für absolut veraltet. Paradox dass ausgerechnet ihr nun Freud heranzieht, der eben eine totale Überfixierung auf Sexualität betrieben hat. Rudolf Steiner ist kein Entwicklungspsychologe sondern Scharlatan und Rassist, mehr muss man über ihn nicht sagen.

    @WAD
    Wie kommen Sie denn zu dieser Annahme? Bitte nennen Sie das Zitat!

    Ich definiere es nun zum letzten Mal. Das Erkunden des eigenen Körpers und das Interesse am Körper anderer ist völlig normal. Einen sicheren Rahmen zu schaffen, indem alles auf absoluter Freiwilligkeit basiert, auf Augenhöhe zwischen Gleichaltrigen geschieht, die beteiligten Kinder zu jeder Zeit die Möglichkeit haben abzubrechen und ihre Grenzen zu äußern ist Aufgabe von Pädagog*innen. Dazu ist es notwendig dass die Pädagog*innen ständig die Situation beobachten, ggf. intervenieren und die frühkindliche Sexualität mit den Kinder pädagogisch, altersgerecht aufarbeiten und reflektieren.

    Der beschriebene Vorfall, sollte er sich so zugetragen haben, darf niemals in einem Kindergarten passieren. Hier hätten Pädagog*innen aber auch die Eltern absolut versagt.

  • Nora A.

    |

    Das ganze Thema entwickelt sich ja ein wenig weg vom ursprünglichen Thema. Seinen Körper kennenzulernen ist das Recht eines jeden jungen Menschen und ihn mit vertrauten Freunden gemeinsam zu erkunden, ist völlig in Ordnung, das steht außer Frage.

    Ich sehe nur darin ein Problem, wenn man Kindern nicht frühest möglich beigebracht hat, auf andere Menschen und deren eigenem Willen Rücksicht zu nehmen. Kinder müssen lernen, dass es falsch ist, Gewalt anzuwenden, um den eigenen Willen durchzusetzen! Kinder müssen lernen, Achtung vor anderen Menschen zu haben, aber auch Achtung gegenüber dem eigenen Körper. Und jeder, jede hat das Recht Nein zu sagen! Das ist ausnahmslos zu akzeptieren!

    Gerade heute ist es wichtig, dass man schon als Kind lernt seinen Körper zu schützen. Wenn in einer Kindergruppe das sich entblößen vertrauensvoll und einvernehmlich geschieht, so muss das Kind, Junge als auch Mädchen, auch unterscheiden lernen, dass das nicht in der Öffentlichkeit zu geschehen hat, weil es nicht nur gute Menschen gibt.

    Ein Kind muss auch die Erfahrung machen, dass sein NEIN akzeptiert wird und nicht, wie im vorliegenden Fall, mit Gewalt zum Entblößen gezwungen werden kann.
    Genau hier fängt es auch an, dass Kinder lernen, sich gegen Übergriffe von Erwachsenen zu wehren, und darauf vertrauen können, dass sie ernstgenommen werden.

  • Daniela

    |

    @ Nora A.

    ‘Ein Kind muss auch die Erfahrung machen, dass sein NEIN akzeptiert wird und nicht, wie im vorliegenden Fall, mit Gewalt zum Entblößen gezwungen werden kann.’

    Ein wahres Wort gelassen ausgesprochen!

    @Erzieherin

    ‘Der beschriebene Vorfall, sollte er sich so zugetragen haben, darf niemals in einem Kindergarten passieren. Hier hätten Pädagog*innen aber auch die Eltern absolut versagt.’

    Da widerspreche ich teilweise. Die Eltern haben in der konkreten Situation nicht versagt, sie waren nicht anwesend. Aufsicht führten die pädagogischen Fachkräfte des Kindergartens.
    Man unterstelle den Eltern der Buben nicht, diese hätten nicht eingegriffen, dies wissen wir nicht.

    “Richtig” verhalten sich die Eltern des Mädchens, sie thematisieren. Sie nehmen ihr Kind ernst. Sie fordern alle direkt und indirekt Beteiligten auf, die Geschehnisse zu analysieren um künftig derartige Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen.

    Welcher Entwicklungsphilosophie man nun ‘ nachhängen’ möchte, ob nun Steiner, Erikson, Freud…., Völlig egal.

    Gelehrt werden nach wie vor alle. In aller Regel sind es Erklärungsversuche, wie Persönlichkeit sich vom Kleinkindalter entwickelt. Beispielsweise Steiner entwickelte daraus den anthroposophischen Erziehungsansatz der Walldorf Schulen. Ob er aus heutiger Sicht nun als Rassist bezeichnet werden kann? Er war seinerzeit Evolutionstheoretiker. Und dies war vor den Geschehnissen der NS-Zeit. Es ließe sich also wieder trefflich streiten.

    Aber diese Diskussion führt zu weit weg vom eigentlichen Thema, da gebe ich Nora A. vollkommen Recht.

    Was also ist moderne Pädagogik? Sicher nicht das, was hier thematisiert wurde. Das Zulassen eines gewaltbehafteten körperlichen Übergriff von Kindern auf ein Kind.

  • Nora A.

    |

    Moderne Pädagogik hin oder her… Kinder mit 5 oder 6 lernen auch durch Nachahmung dessen, was sie sehen und hören. Auch sich durchsetzen mit körperlicher Gewalt. Drei Jungs, die sich zusammentun um mit körperlicher Gewalt ein kleines Mädchen zu nötigen sich zu entblößen, sehe ich keinesfalls als Normalfall! Solches Verhalten entsteht im Elternhaus. Dass die Eltern der gewalttätigen männlichen Kinder es auch noch wagen, anstatt sich zu entschuldigen, die Eltern des Opfers zu bedrohen, verstärkt den aufkeimenden Verdacht, dass gewalttätiges Verhalten in dieser Familie zumindest geduldet ist. Das Jugendamt täte gut daran, in dieser Familie nach dem Rechten zu sehen.

    Die Erzieherinnen tun mir eher leid, denn es ist sicher unglaublich schwierig mit den Kindern aus den verschiedensten Familien- und Erziehungssystemen fertig zu werden. Früher gab es allgemein gültige Regeln, an die Kinder gewöhnt waren. Heute bietet sich die gesamte Palette unerwünschten und erwünschten kindlichen Verhaltens bis hin zur Verhaltensauffälligkeit und wenn etwas schief geht, sind es die Erzieherinnen oder Lehrer, die angegriffen werden.

  • Daniela

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    @Nora A.

    Auch da haben Sie Recht. Natürlich müssen die Ursachen aufgeklärt werden. Sicher muss man in den Familien hinterfragen, dafür gibt es Jugendamt.

    Aber in dem Moment, als es geschah, war der Kindergarten in der Verantwortung.

    Das Eltern drohen, kann auch Ausdruck von Hilflosigkeit und Scham sein. Angst, dass es thematisiert wird und mit den Fingern auf Sie und die Kinder zeigt. Sollte Ihr aufkeimender Verdacht zu Recht bestehen, dann sind auch die Buben Opfer. Dies alles muss eruiert werden und entsprechend Hilfen angeboten werden

  • Nora A.

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    Nun kann man in merkur.de und anderen Medien lesen, dass die 3 Buben schon mehrmals durch recht aggressives Verhalten aufgefallen sind, während der Träger in einem Elternbrief relativiert und die Situation harmlos darstellt.
    Die Familie des kleinen Mädchens hat unterdessen einen Anwalt beauftragt, der sich auch schon beim Mißbrauchsskandal der Kirche einen Namen gemacht hat.

    Dieses Herunterspielen, Relativieren und Decken ist widerlich. Noch sind die Jungs klein und unschuldig – trotz allem, aber in einigen Jahren schaut sowas anders aus! Dann fragt man sich, wo die Typen herkommen, die Frauen als Freiwild betrachten und keinen Respekt vor einem Nein kennen. Wie heißt es so schön: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!

    Es ist gut, wenn der Fall weiterverfolgt und aufgelöst wird, denn was heute wie ein harmloses Kinderspiel ausschaut, könnte sich, wenn nicht klar definiert ist, dass ein solches Verhalten der Buben und deren Familien nicht geduldet wird, für junge Frauen zur Katastrophe entwickeln!

    Wehret den Anfängen!

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