Mit Schreckschusspistole gegen Flüchtling: Anklage erhoben

Der 20jährige ging nach Zeugenaussagen mit einer Schreckschusswaffe auf den Flüchtling los. Symbolfoto: Wikimedia Commons

Der 20jährige ging nach Zeugenaussagen mit einer Schreckschusswaffe auf den Flüchtling los. Symbolfoto: Wikimedia Commons

Er beschimpfte einen 18jährigen Afghanen als „Scheiß Ausländer“ und brach ihm mit einer Schreckschusspistole das Jochbein. Nun wurde gegen den 20jähriger Schierlinger wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung Anklage erhoben.

„Scheiß Asylanten.“ „Scheiß Ausländer.“ „Bastarde.“ Mit diesen Worten beschimpfte ein 20jähriger nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft im vergangenen März eine Gruppe junger Flüchtlinge. Anschließend holte er eine Schreckschusspistole aus der Handtasche seiner Begleiterin und schlug sie einem von ihnen ins Gesicht. Der 18jährige Afghane erlitt einen Jochbeinbruch und eine Platzwunde im Gesicht. Der Täter flüchtete, ließ aber seine Begleiterin zurück und konnte so identifiziert werden.

Fremdenfeindliche Motive zunächst bezweifelt

regensburg-digital hatte am 8. April exklusiv über die Attacke berichtet, der am Abend des 19. März in der Maxstraße stattgefunden hatte. Im damaligen Polizeibericht war lediglich von einer „Auseinandersetzung unter Heranwachsenden“ die Rede. Dass es sich bei dem Opfer um einen Asylsuchenden handelte, dass rassistische Beschimpfungen gefallen waren, wurde nicht erwähnt und uns erst auf Nachfrage bestätigt.

Ebenso hatte die Polizei zunächst einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat bezweifelt. Begründung: „Der Beschuldigte (habe) erst im Verlaufe des Gerangels eine ausländerfeindliche Parole gerufen“, so dass der Angriff „nicht unmittelbar fremdenfeindlich motiviert“ gewesen sei.

Beschuldigter arbeitete in Flüchtlingsunterkunft

Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Regensburg nun Anklage gegen den 20jährigen Schierlinger erhoben. Der Vorwurf lautet auf Beleidigung und gefährliche Körperverletzung. Nach Informationen unserer Redaktion haben die weiteren Ermittlungen ergeben, dass der Beschuldigte die jungen Männer zunächst beschimpfte, anschließend mit der Schreckschusspistole auf einen von ihnen losging und sie ihm dann mit dem Lauf voran ins Gesicht schlug. Entsprechend geht die Staatsanwaltschaft nun davon aus, dass der Angriff fremdenfeindlich motiviert war.

Wie Recherchen unserer Redaktion ergaben, hatte der 20jährige bis kurz vor der Tat als Wachmann in einer Flüchtlingsunterkunft gearbeitet. Unklar ist bislang, weshalb er diesen Job verloren hat. 

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