Müllers Claqueure

Die Kritik an Bischof Gerhard Ludwig Müller wächst – spätestens seit seinem Nazi-Vergleich ist auch ein Gutteil der Gläubigen sauer auf den Regensburger Bischof. Langsam aber sicher werden auch die Bataillone pro Müller zusammengezogen. In einer gestern verbreiteten Stellungnahme hat sich die aktuelle Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes in der Diözese Regensburg, Elisabeth Popp, von den Aussagen ihrer Vorgängerin Johanette Bohn distanziert. Bohn hatte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt, Bischof Müller habe den Frauenbund missbraucht, um seinen Kampf gegen die Presse zu führen. „Wir haben sehr wohl aus der Predigt des Bischofs herausgehört, dass er die Arbeit des Frauenbundes schätzt”, erwidert nun der aktuelle Diözesanvorstand des Frauenbundes. „Außerdem sagten uns viele Frauen, was für ein gut gestalteter Gottesdienst dies gewesen sei.” Auf Müllers Vergleich wird in der Stellungnahme nicht eingegangen.

Ebenfalls mit Müller solidarisiert hat sich das „Forum Deutscher Katholiken”. Unter der Überschrift „Bischof Müller hat recht” erklärt der Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Gindert unter anderem: „Bischof Müller hat in seiner Predigt keinen Vergleich mit der NS-Zeit gezogen. Er hat aber zurecht darauf hingewiesen, dass die Nazis damals die Katholische Kirche wegen angeblicher sexueller Vergehen von Ordensleuten kompromittieren und kriminalisieren wollten.” Im Kuratorium des Forums deutscher Katholiken sitzt neben den CSU-Rechtsaußen Bernhard Posselt und Peter Gauweiler oder der homophoben Verschwörungstheoretikerin Gabriele Kuby (bereits mehrfach zu Gast im Bistum Regensburg) auch Bischof Müller selbst. Ein weiteres Mitglied, der Politologe Konrad Löw, ist insbesondere wegen seiner geschichtsrevisionistischen Schriften in die Kritik geraten.

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Kommentare (10)

  • Bernd Henneberg

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    Gebt ihm doch noch ne Frist, daß er nach Rom abhauen kann und nicht mehr gesehen und gehört wird. Papst wird er eh nicht

  • Veronika

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    War wohl zu erwarten, oder? Sonst fällt zu sehr auf, dass es eine innerkirchliche „Aggression“ gegen den Bischof ist, die hier zusammen gesponnen wurde. Auch in der Kath. Kirche gibt es bekanntermassen unterschiedliche Strömungen. Wollte man hier den Bischof unlängst durch die Einladung einer Frau K. nicht in ein bestimmtes Lager drängen? Sicher, Bischof Müller ist gem. seinen Aussagen „stockkonservativ“. Viel liberaler ist aber das, was er in seinen Büchern von sich gibt.
    Nur wichtig scheint es immer wieder zu sein, niemanden zum Bischof persönlich vorzulassen, bzw. im Rahmen einer Diskussion von Bischof und interessierten Bürgerinnen und Bürgern Klarheit zu schaffen. Immer sind irgendwelche „Schießhunde“ und „Strippenzieher“ dabei, damit der Bischof nur ja kein Wort persönlichst sprechen kann. Dies scheint mir das grösste Problem, wenn um den Oberhirten immer noch ein paar „Probe“-Oberhirten rumwinseln.

    @Bernd Henneberg:
    Ein Deutscher wird so schnell nicht wieder Papst, das ist sicher! Da glaubte man mit einem Karol Wojtyla würde man sich im Vatikan unnötig Ärger einhandeln. Dabei ist ein Deutscher (nicht weil er jetzt eben mal Joseph Ratzinger heisst) noch viel schlimmer. Die „tedesci“ sind echten Römern immer noch ein Greuel.

  • Veronika

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    Nochmal kurz: Hat eine Frau G. mit tatkräftiger Unterstützung „gut informierter Greise aus dem O.“ schon vor Jahren versucht den Bischof wegen einer Satzungsreform, welche letztlich nur die Pfarrpriester stärker in die Pflicht nimmt, abzuwatschn, so musste diese aufgrund eines – Zitat aus Rom: anonymen Briefes an den Vatikan – sehr schnell feststellen, dass es einige Leute gibt, welche vielleicht besser wissen, wer im O. welche Rolle spielt. Mitten auf der „wilden Jagd“ (Kenner wissen, was und wen ich meine) wurde diese abgeblasen und ein altersbedingter Rücktritt war die Folge.
    Jetzt wäre Frau Bohn wohl die Einzige gewesen, die ganz offen hätte kritisieren können. Gerne, jederzeit, wenns der aktuellen Sache, der Aufklärung weiterer Missbrauchsfälle und Hilfen für die Opfer (die Diözese R. hat genügend Geld) geht.
    So ein Nazi-Vergleich, zumal gegen Presseorgane, ist schlimm, aber bei Personen die als Opfer psychisch erkrankt sind, ein „Nebenkriegsschauplatz“.
    Was jetzt noch fehlt – Gott bewahre uns davor – ist nur, dass sich die Piusbrüder mit S.E. GLM solidarisieren. Dann nämlich würde für ihn wirklich jede Hilfe zu spät kommen.

  • Frauenbundmitglied

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    Ich stehe voll und ganz hinter dem Leserbrief von Frau Bohn und habe mich auch bereits
    bei ihr bedankt für ihren Mut.
    Leider darf angenommen werden, daß der jetzige Frauenbund-Vorstand von gewissen
    reaktionären Kreisen derart unter Druck gesetzt (und mit finanziellem Boykott gedroht)
    wurde, daß denen um des Erhalts der wirklich guten Organisation klein beigegeben
    haben. Aber Papier ist ja geduldig und die Hauptsache: Der Bischof ist zufrieden und
    hält – hoffentlich – für eine Zeitlang den Mund.

  • Helmut Matias

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    Der Papst und B. Müller sollten auf eine atomverstrahlte Insel exportiert werden. Besseres haben beide nicht verdient. MfG

  • Frauenbundmitglied

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    Liebe Veronika, Sie dürfen gerne weiterhin Müller die Stange halten;
    es frägt sich nur, ob er damit zufrieden ist!

  • Katholik

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    Das wichtigste Mitglied des Forums Deutscher Katholiken in Regensburg wurde mal wieder vergessen…Ein gewisser Dr. Thomas F. war hier doch groß aktiv, als er nochg als politischer Star gehandelt wurde.

  • Veits M.

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    Prantls heutiger SZ-Kommentar spricht den Riekofen-Fall nicht wörtlich an – wer aber seine Kritik (Garantenpflicht der Kirche) aufmerksam liest (am Ende insbesondere), kann sich seinen eigenen Reim d´rauf machen.

    Mehr auf http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/politik/350/508494/text/

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