SOZIALES SCHAUFENSTER

Bauerwartungs-Biotop

„Quartier West“: Protest gegen Bebauungspläne reißt nicht ab

Kritik von Naturschützern flankiert weiter das Bebauungsplanverfahren für ein kleines Wäldchen an der Ecke Lilienthalstraße/Hermann-Köhl-Straße.

Rund 50 Personen demonstrierten am Freitag erneut gegen die Pläne des Immobilien Zentrum Regensburg. Foto: pm

Die Naturschutzverbände lassen nicht locker. Auch zu einem Ortstermin, den die Stadt Regensburg am Freitag an der Ecke Lilienthalstraße/Hermann-Köhl-Straße am Freitag abgehalten hat, fanden sich gut 50 Menschen mit Transparenten ein, um für den Erhalt der Grünfläche zu demonstrieren. Wie mehrfach berichtet, plant das „Immobilien Zentrum Regensburg“ (IZ) dort ein Wohnviertel, „Quartier West“ genannt. Die Proteste dagegen laufen seit mittlerweile fast einem Jahr. Etwas mehr als 3.000 Menschen haben eine Petition für den Erhalt der Fläche unterschrieben.

Stadt: Neue Pläne sind besser als vorher

Doch die Argumente sind weitgehend ausgetauscht. Die Koalitionsmehrheit hat zusammen mit der Brücke-Fraktion eine Neufassung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht, der ein „Urbanes Gebiet“ auf dem Areal ermöglichen soll, das teilweise als Biotop kartiert ist. Es soll in die Höhe gebaut werden – bis zu sieben Stockwerke – um einerseits genügend Wohnraum und eine entsprechende Marge für das IZ zu sichern, andererseits eine zusammenhängende Grünfläche von 5.000 Quadratmetern. Inwieweit dabei schützenswerte Bäume erhalten werden können, ist bislang unklar. Auf dem Areal stand früher eine Lackiererei der Kriegsproduktion von Messerschmitt. Es werden entsprechende Altlasten vermutet, die ein Antragen des Bodens notwendig maxchen würden.

Im Gegensatz zum bislang gültigen Bebauungsplan aus den 80ern, der eine großflächige Überbauung mit Gewerbe vorsieht, seien die aktuellen Pläne eine deutliche Verbesserung, lautet die wesentliche Argumentation. Einerseits entstünden Wohnungen, andererseits könne ein Teil des Areals als Grünfläche gesichert werden.

Naturschützer: „Schlimmer geht es nicht.“

„Schlimmer geht es nicht“, sagt dagegen Raimund Schoberer, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Regensburg. Die kleine Grünfläche von 5.000 Quadratmetern würde bei der dichten Bebauung „wohl völlig überlastet und könnte die Funktion als Klima-, Biotop- und Erholungsfläche wohl nicht annähernd leisten“. Die Befürchtung: Mehr Hitze im Stadtteil, Verlust von Biodiversität im Stadtgebiet und Lebensqualität. „Wertvolle Klima- und Grünflächen in voller Kenntnis der Folgen zu zerstören müsste strafbar sein“, ärgert sich Schoberer. „Von einer Stadt, die selbst Klimabroschüren publiziert, muss man ein anderes Handeln erwarten.“

Die Argumentation, dass derzeit großflächiges Baurecht für Gewerbe bestehe und das aktuelle Vorhaben deshalb eine Verbesserung sei, vermag die Kritiker nicht zu überzeugen. Der fast 40 Jahre als Bebauungsplan für Gewerbe sei völlig aus der Zeit gefallen, kritisieren auch Josef Paukner (DoNAReA) und Hajo Drießle (Landesbund für Vogelschutz). „So einfach gäbe es da heute wohl keine Baugenehmigung.“ Es müssten die aktuellen Umweltgesetze beachtet werden und die Entwicklung, die auf der Fläche seitdem vonstatten gegangen ist, ist Schoberer überzeugt. Die Forderung der Naturschützer: Die Stadt solle die Fläche kaufen.

„Briefmarken-Planung ohne Konzept und Gesamtkontext“

Einige Anwohnerinnen sind am Freitag vor Ort, um das Anliegen zu unterstützen. „Das ist die einzige Grünfläche, die ich zu Fuß erreichen kann“, sagt die Bewohnerin eines nahegelegen Seniorenheims. Andere befürchten eine weitere Zunahme des Verkehrs an der ohnehin vielbefahrenen Ecke. Klar wird am Freitag auch: Die Diskussion um die Fläche an der Lilienthalstraße steht als pars pro toto für mehrere Kritikpunkte an der Planungspolitik der Stadt Regensburg.

Weitere Nachverdichtung dürfe nur in Verbindung mit einem nachhaltigen Mobilitätskonzept stattfinden, lautet eine Forderung. Der Flächennutzungsplan der Stadt Regensburg sei bald 40 Jahre alt und somit total veraltet, heißt es am Montag in einer Pressemitteilung des Bund Naturschutz. Von einer „Briefmarken-Planung ohne Konzept und Gesamtkontext“ ist die Rede. „Wir fordern, dass keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden, bis ein neuer Flächenentwicklungsplan mit integriertem Landschaftsplan vorhanden ist.“

Vorgehen des IZ sorgte für Kritik

Die entsprechende Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans wurde 2016 auf den Weg gebracht. Bereits vor Abschluss der Prüfung durch die städtischen Planer war das IZ mit seinen Plänen für das „Quartier West“ an die Öffentlichkeit gegangen und hatte damit sowohl die Naturschützer als auch Stadträte überrascht. Die Stadt dürfe sich ein solches Vorgehen nicht gefallen lassen, hatte beispielsweise Benedikt Suttner (ÖDP) kritisiert. Das IZ versuchte zunächst zu beschwichtigen und verhängte kurz nach Beginn der Proteste ein Betretungsverbot für das Gelände.

Mittlerweile befindet sich der neue Bebauungsplan in der Phase der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. Welche Auflagen es für das Vorhaben geben wird, ist noch nicht im Detail bekannt.

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Kommentare (29)

  • Vergesellschafterin

    |

    Das IZ sollte aufjedenfall ganz oben als Enteignungsobjekt der näheren Zukunft stehen.

  • Mr. B.

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    Zu Vergesellschafterin
    4. Oktober 2021 um 15:05 | #

    Sie möchten wohl gerne, dass Politiker und Bürger in dieser Stadt wieder wirklich was zu sagen und was mitzusprechen haben. Wäre vielleicht nicht der schlechteste Vorschlag!!!
    Vermutlich die letzten 20 Jahre entschied vermutlich alleine ja nur das große Geld von wenigen Immo-Haien und wer wieviel vom Kuchen! bekommt!!!!

  • joey

    |

    Es geht nicht darum, wieviele Menschen demonstrieren, sondern das ist eine rechtliche Frage: Liegen die Voraussetzungen vor, das kartierte Biotop doch zu bebauen? Der BN kann sich als Träger öffentlicher Belange im Verfahren bevorzugt einbringen und hat alle rechtlichen Handhaben, falls seine Argumente nicht gewichtet werden.
    Allerdings ist der BN eben nicht Papst.
    Wenn da ein urbanes Gebiet entsteht, sehe ich wirklich eine Verbesserung. Das IZ könnte auch locker ein Gewerbeobjekt hinsetzen – verschenken werden sie das Grundstück nicht.

    Kleiner Korrekturhinweis: das belastete Erdreich wird nicht “auf”getragen, sondern “ab”

  • Michael

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    Die Protestierenden sind eindeutig entweder Egozentriker und/oder nicht in der Lage den Sachverhalt annähernd korrekt zu erfassen. Ein derartiges Protestniveau muss man intellektuell sogar dann entschieden ablehen, wenn man, wie der Autor, überhaupt kein Fan des IZ Regensburg ist.

    1. Wenn ich bereits über Wohnraum in Regensburg (West) verfüge ist es moralisch hochgradig verwerflich und egozentrisch anderen Menschen zusätzlichen Wohnraum dort aus minderen Gründen zu verwehren. Gerne können diese Leute ihren Wohnraum freiwillig aufgeben um diese “wunderbaren” Bäume zu retten.

    2. Bekanntermaßen ist die Stadt voll. Menschen die nicht in der Stadt unterkommen sind demnach überwiegend gezwungen aus dem engeren oder weiteren Umland mit ihren SUVs zu pendeln. Dadurch wird zigfach so viel CO2 freigesetzt wie diese paar minderwertigen Bäume aufnehmen können. Niemand sollte es wagen sich mit derartigen Argumentation als “Umweltschützer” zu bezeichnen.

    3. Muss man schon etwas an visueller Verzerrung leiden um dieses Gestrüpp dort als hochgradig erhaltenswertes Biotop einzustufen, vor allem vor dem Hinblick von fußläufig erreichbaren großen Naherholungsgebieten. Da meint man fast, dass solche Leute es mit ihrem Hollandrad noch nie außerhalb der Stadtgrenzen in einem echten Wald waren, an dem es in Bayern nicht mangelt.

    4. Wer mit den Wörtern “kartiertes Biotop” argumentiert sollte vorab mal überprüfen was das überhaupt konkret bedeutet und im Kontext von Bauprojekten heißt. Dann würde man schnell feststellen dass man sich damit blamiert.

    Zusammengefasst in einfache Gleichungen
    Stadt = Gebiet mit dem Primärzweck Wohnen zur Optimierung von Nicht-Zersiedelung, kollektiver Lebensqualität und Umweltschutz
    Land = Gebiet mit flächemäßigem Primärzweck Land- und Forstwirtschaft sowie Biodiversität

  • Piedro

    |

    @joey
    Vollkommen richtig! Wackersdorf wurde schließlich auch gebaut. Oder… Moment… doch nicht! Nach jahrelangen Protesten wurde der Bebauungspan gekippt, weil schon die Teilgenehmigungen rechtswidrig waren. Kann vorkommen.

  • Christoph Ecklinger

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    Das soll ein “Biotop” sein? Laut eines Kartendienstes ist die Fläche nur 130 x 110 m groß. Viel zu klein also für einen richtigen Park. Die Bäume sind nichts besonderes, zumeist Pappeln und Birken. Es wurde wahrscheinlich früher mal künstlich angelegt, um eine Lücke zu schließen, für die es damals keine bauliche oder sonstige Verwendung gegeben hat.

    Der Durchweg dient nur als Abkürzung zum ROSSMANN, Kindergarten oder der BTT-Wohnanlage und ist vermüllt. Die Pfützen nach Regenfällen sind so groß, dass man lieber den Umweg über die Straße nimmt. Und generell hat man ein etwas komisches Gefühl hier Durchzugehen, vor allem in der Dämmerung. Auch der Westen wird ja immer unsicherer, siehe der Vergewaltiger vom Donaupark (ich glaube noch immer nicht gefasst).

    Also holzt dieses völlig unnütze Wäldchen endlich ab und baut Wohnungen! Wir haben Platz! Insbesondere für eine bestimmte Gruppe von Menschen, die in nächster Zeit dank der neuen Regierung wieder massenweise hier aufschlagen werden. Noch besser und sinnvoller wäre es, eine weitere solche Unterkunft zu bauen, wie sie drunten am Weinweg steht und mittlerweile viel zu klein ist. Auf über 14.000 qm sollte man doch locker 500 “Ortskräfte” unterbringen können!

  • semmeldieb

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    es werden in dieser stadt dringend wohnungen benötigt – also baut sie!

  • joey

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    @Piedro
    Wiederaufbereitung ist in Frankreich, woher wir unseren Strom im Januar beziehen.

  • Jakob Friedl

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    @Christoph Ecklinger: Vorgeschützte Angstzustände, null Engagement beim Müll aufheben, grobe Natur- und Menschenverachtung, Stadtentwicklung nach dem Scheißegal-Prinzip, soziale Kälte… (und ein großes Lob an die ausschließlich fossile Energieerzeugung – siehe Ihr Kommentar zu Tretzels Versorgungskonzept auf der ehem. Nibelungenkaserne, das entgegen dem differenzierten städtischem Energiekonzept für das Areal realisiert werden durfte). Das ist alles schon ordentlich rückschrittlich aber da geht sicherlich noch was in Richtung Segregation: Darum nur ein MEGA IN !

  • Gscheidhaferl

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    @semmeldieb
    Mit diesen pauschalen Aussagen wird schlimmstenfalls dem sinnlosen Flächenverbrauch Vorschub geleistet. Es ist doch immer auch die Frage, welche Art Wohnungen gebraucht werden. Für Familien? Für Singles? … Wenn dort nur “Investitionsobjekte” entstehen, die den Eigentümer*innen möglicht hohe Renditen bescheren sollen, ist – gemessen am Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum – letztlich niemandem geholfen. Ich bin auch kein großer Freund von befristeten Mietpreisbindungen: Die schieben die Probleme letztlich nur eine Zeit lang auf, lösen sie aber nicht.

    Und muss wirklich alles in der Stadt verdichtet werden? Bedarf es hier nicht langsam mal umfassenderer Planungen, die auch systematisch die Nachbarlandkreise / die Region stärker miteinbeziehen? Muss da nicht auch ein passendes Verkehrskonzept her? Die Hauptverkehrswege der Stadt sind jetzt schon überlastet. Wirkliche Abhilfe ist – vor allem zeitnah – nicht in Sicht. Trotzdem soll immer noch mehr verdichtet werden? Bis uns endgültig die Luft ausgeht? Wie weit ist es wohl noch bis zum ‘Infarkt’? Und ich hab jetzt noch nicht mal von irgendwelchen ökologischen Aspekten gesprochen…

  • Mr. B.

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    @Joey:
    Der ist gut!!!!
    Vielen ist es noch nicht bewußt!!
    Spätestens dann beim Preis werden es noch viele merken, besonders jene, welche den Strom aus eigener Tasche bezahlen müssen, wo der “Wind herweht”!

  • Gscheidhaferl

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    @Michael
    Schwarz-Weiß-Malerei hilft nicht weiter. Argumentative Schwächen bei den Kritikern sind dafür auch keine hinreichende Begründung.

    Zu 1: Das verkürzt die Sachverhalte zu sehr und ist eine ziemlich ‘mutige’ Unterstellung. Es ist legitim, dem Bauvorhaben kritisch gegenüberzustehen, auch wenn man/frau selbst im Westen wohnt. Sie liefern u.a. mit 2) ja selbst (unfreiwillig) ein interessantes Argument.

    Zu 2: Ja, die Stadt ist offenkundig dicht. Das betrifft aber nicht nur den Wohnraum. Auch die Infrastruktur (Straßen, ÖPNV, diverse öffentliche Einrichtungen…) ist bestens ausgelastet und muss ja zudem auch noch für überregionale Versorgungsaufgaben zur Verfügung stehen. Ein guter Grund, sich zu überlegen, wieviel mehr Bevölkerungszuwachs die Stadt im Augenblick noch verkraftet.

    Zu 3 und 4 (aktueller ökologischer Wert der umstrittenen Fläche) erlaube ich mir mangels eigener Expertise kein Urteil. Mich würde aber durchaus interessieren, auf welcher Sach-/Fachkunde Ihre Einschätzung beruht.

    Ihre Gleichung vergisst zudem einen – speziell für Regensburg – sehr entscheidenden Aspekt: Wo wird bei Ihnen denn gearbeitet? An anderer Stelle beklagen Sie ja selbst den überbordenden Pendlerverkehr. Es wäre jedenfalls naiv zu glauben, dass sie an diesem Problem mit ein paar zusätzlichen (zudem wahrscheinlich relativ hochpreisigen) Wohnungen im Westen viel ändern. Und dann sind wir wieder bei der überlasteten Infrastruktur sowie beim fehlenden Verkehrskonzept.

    Und jetzt geht es eben darum, sich miteinander zu überlegen, was mit diesem Flecken im Westen passieren soll. Und da finde ich es schon interessant, worüber diskutiert wird und worüber nicht. Ob das Areal jetzt ökologisch wertvoll ist oder nicht und wie stichhaltig die verschiedenen Akteure in diesem Zusammenhang argumentieren. Dabei gäbe es durchaus Punkte, denen wir in der Sache alle miteinander vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollten:

    Da ist nämlich immer noch dieses ziemlich heiße Detail, dass die städtische (!) Verwaltung dem privaten Investor (dem die Überlastung städtischer Infrastruktur angesichts seiner Gewinnerwartungen wahrscheinlich ziemlich wurscht ist) wohl deutlich früher und umfassender zugearbeitet hat, als dem eigenen Stadtrat. Dieses (mal wieder in einem Immobiliendeal offenbar übertölpelte) Gremium hat natürlich trotzdem nichts besseres zu tun, als den Vorlagen der Verwaltung mehrheitlich zuzustimmen. Auch Herr Wolbergs, der in Immobilienangelegenheiten besonders unbescholtene, konnte sich an dieser Stelle nicht der Zustimmung enthalten.

    Weswegen ist nochmal ein IZ-Geschäftsführer vor noch nicht allzu langer Zeit gerichtlich belangt worden?

    Und statt jetzt sorgfältig und umsichtig abzuklären, was auf dem Grundstück zum jetzigen Zeitpunkt (an dem die Stadt an verschiednenen Ecken ohnehin ziemlich am Limit ist) sinnvoller Weise stattfinden soll, wird versucht, die teilweise wirklich nicht sehr glücklich agierenden (z.T. bestimmt auch Pseudo-) Umweltschützer zu diskreditieren. Wäre es nicht interessanter, nachzufragen warum 40 Jahre lang keine Aktualisierung der Planungen stattgefunden hat und der Investor ausgerechnet jetzt genau die Planung bekommt, die seinen Interessen entspricht? Das die Stadt in diesen 40 Jahren kein Interesse daran hatte, eine möglicherweise sanierungsbedürftige Industriebrache zu erwerben, ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Aber der Ladenhüter hat sich ja gerade in ein sehr vielversprechendes Objekt verwandelt. Wie kommt’s?

    Ich finde, diesen Fragen noch etwas intensiver nachzugehen wäre für uns alle gewinnbrigender, statt sich im Grant gegen vermeintlich realitätsverweigernde Grashalmzähler*innen die Forderungen des IZ möglicherweise vorschnell zu eigen zu machen. Meinen Sie nicht auch?

  • semmeldieb

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    @Gscheidhaferl:

    mag alles sein. ich bin zur zeit nur diese endlosen debatten um jeden und alles leid.

    meine meinung, mein beitrag: bauen, bauen, bauen und nochmals bauen!

  • Gscheidhaferl

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    “…ich hab zwar keine Ahnung wo ich hinfahr, dafür aber bin ich schneller dort?”

    Lieber Semmeldieb, das macht keinen Sinn. Egal wie überdrüssig sie der Debatten sind. Damit spielen Sie sehr wahrscheinlich nur den Böcken in die Hände, die hier gerne Gärtner werden würden.

  • Mr. T.

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    Die eine oder der andere bringen hier in ihrer Ignoranz einiges durcheinander wenn es um die Beurteilung dieses Biotops geht. Ein Biotop ist alles andere als ein Park und wird nicht an seiner Schönheit oder Aufenthaltsqualität bemessen. Die vorhandene Biomasse ist wichtig und beeinflusst das lokale Mikroklima massiv. Und da hilft es auch nicht, wenn diese Biomasse einen Kilometer weiter oder sonstwo ist. Genauso wenig wie es hilft, wenn hier nach einer Baumaßnahme die halbe Fläche weiter nicht versiegelt wäre. Die verbliebene Biomasse auf dieser Grünfläche wäre nur ein Bruchteil dessen, was jetzt auf der halben Fläche vorhanden ist. Deswegen sollte diese letzte Naturfläche in dieser direkten Umgebung um jeden Preis erhalten werden. Jeder Eingriff wäre irreversibel.

  • joey

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    @Mr.T.
    nicht jede Baumgruppe ist ein Biotop.
    Zwar gab es schon einen “Dummen”, der auf einem Wohnbaugrundstück wohlmeinend ein Biotop (Gartenteich) angelegt hat und dadurch (nach 7 Jahren) das Baurecht verloren … aber das IZ hat sicher bessere Anwälte als ein Opa aus Oberbayern, der seiner Tochter ein EFH bauen wollte.

    Merke: zum Werterhalt immer einen Parkplatz mit Schotterwüste. Wer Natur immer sofort vernichtet, kriegt später keinen Ärger mit Umweltgruppen. Das ist dann die Lehre aus dieser Sache für alle Grundstückseigentümer in Regensburg.

  • semmeldieb

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    @ Gscheidhaferl

    ein bisschen sinn macht es schon. vom umweltschutz über die migrationspolitik, die wohnungswirtschaft zum gesundheitswesen und vieles, vieles mehr: es wird zuviel geredet und zuwenig gehandelt.

    ich sage nicht, ich hätte die lösung für alles. ich tue nur kund, dass ich genervt bin.
    kann ich einfach so tun. muss keiner rücksicht darauf nehmen.

  • JJ

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    Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand protestiert, der sich sorgen macht ob und wie er seine Miete in Regensburg in Zukunft bezahlen soll. Leider hilft gegen die absurde Wohnraumspekulation nur eins: Mehr Wohnraum zur Verfügung stellen.

    @Gscheidhaferl: “Wenn dort nur “Investitionsobjekte” entstehen, die den Eigentümer*innen möglicht hohe Renditen bescheren sollen, ist – gemessen am Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum – letztlich niemandem geholfen. ”

    Hohe Renditen entstehen entweder bei Verkauf der Immobilie (frühestens nach 10 Jahren wegen Spekulationssteuer) oder durch hohen Mietzins. Ein ROI auf Wohnimmobilien durch Mietzins ist in Regensburg aufgrund des Verhältnisses von Kaufpreis zu Mietzinseinnahmen auch ein langfristiges Unterfangen. Schnelles Geld wird hier jedenfalls nicht gemacht.

  • Mr. T.

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    JJ, dort sollen auch keine Wohnungen entstehen, sondern Anlageobjekte. Der Investor kann diese auch während seiner Haltezeit vermieten, aber in erster Linie bleiben es Anlageobjekte. Aber manche tun sich das Geschiss mit dem Vermieten gar nicht an und lassen die Wohnungen auch leer stehen. Oder sie nutzen sie als Ferienwohnung.

  • JJ

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    @Mr. T: sicher gibt’s schwarze Schafe die auf unser Grundgesetz (Artikel 14) pfeiffen. Sehr spekulative Geldanlagen sind das. Ich bin tatsächlich froh um jeden Investor der das Risiko eingeht. Ist mir jedenfalls deutlich lieber als wenn der Staat über Steuergelder Wohnraum finanzieren muss…

  • Burgweintinger

    |

    @JJ Sie denken doch nicht allen Ernstes, dass es bei diesem Immobilienobjekt um “schnelles Geld” geht? Haha, sehr naiv. Bereits vor 11 Jahren hat mir ein Banker erzählt, dass “…gerade eben…”, zwei ältere Damen aus München hier waren und “blind” (=ungesehen) zwei Eigentumswohngen gekauft hätten, weil es in München nur noch was für “die Russen und Araber” gäbe. Auf die Frage warum, Sie denn an Immobilien interessiert seien, war die Antwort: ” Das sei noch einigermaßen sicher, hinsichtlich Werterhalt!”
    Es geht nicht um Geldvermehrung, sondern wenn der Wert erhalten bleibt (sprich Inflationsausgleich), dann sind die schon zufrieden…

    All diese Objekt helfen nicht um das Wohnungsproblem zu lösen, deshalb bauen, bauen,bauen, wie Semmeldieb sagt, aber mit dem Zusatz, entweder die Stadbau GmbH baut, oder Genossenschaften, oder eben die IZ dieser Welt, aber dann immer mindesten 50% sozialverträgliche Wohnungen…

  • JJ

    |

    @ Burgweintiger und @semmeldieb: Dann sind wir ja einer Meinung was zumindest die Bebauung des Grundstückes hier angeht.

    Zum Werterhalt beim “Parken” von Kapital in Immobilien:
    1.
    Vergessen Sie nicht, dass das Geld nicht einfach zur Verfügung steht und dass Sie am Tag X einen Käufer für die Immobilie benötigen.
    2. Kaufnebenkosten und Inflationsausgleich muss Ihnen am Tag X dieser gefundene Käufer bezahlen.

    Deshalb nochmal: Ich bin um jeden Investor froh, der dieses Risiko eingeht und dafür sorgt, dass mehr Wohnraum gebaut wird.

  • Dugout

    |

    @JJ:
    “1.
    Vergessen Sie nicht, dass das Geld nicht einfach zur Verfügung steht und dass Sie am Tag X einen Käufer für die Immobilie benötigen.
    2. Kaufnebenkosten und Inflationsausgleich muss Ihnen am Tag X dieser gefundene Käufer bezahlen.”

    Sie glauben aber nicht ernsthaft dies sei ein Problem, oder?

  • JJ

    |

    @Dugout:
    Ich halte es persönlich für höchst spekulativ und ich würde selber nicht investieren da ich die Preise für überzogen halte. Das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

    Hier im Forum wird behauptet, dass am “Wohnungsmarkt” vorbei gebaut wird. Wenn das wirklich so sein sollte würden bei mir die Alarmglocken Leuten. Stichwort Blasenbildung.

  • Burgweintinger

    |

    “Hier im Forum wird behauptet, dass am “Wohnungsmarkt” vorbei gebaut wird.”

    Ja natürlich wird am Wohnungsmarkt vorbei gebaut, da zu einem großen Teil der Neubauwohnungen für Kapitalanleger gebaut wird, also für den “Kapitalmarkt”, aber eben nicht für den “Wohnungsmarkt”.
    Können Sie sich vorstellen, dass ein Polizist und eine Krankenschwester (Paar) mit Kinderwunsch (max 1 Kind), sich keine 80 m² Wohnung in München leisten können, obwohl beide mit angespartem Geld und Unterstützung von Eltern ein Eigenkapital von 200K haben?

  • Mr. T.

    |

    JJ, am Wohnungsmarkt wird vorbei gebaut, nicht aber am Anlagemarkt.

  • JJ

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    Das geht hier langsam bissl am Thema vorbei. Ich versteh aber nicht warum es immer die Eigentumswohnung als Kapitalanlage sein muss. In ihrem Fall der Polizist und die Krankenschwester. Wichtig ist doch dass dieses Paar sich das wohnen dort leisten müssen kann. Da sind wir wieder beim Bauen bauen und nochmal bauen um Mieten niedrig zu halten…

  • JJ

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    Wenn das für so ein paar nicht leistbar ist würd ich schlussfolgern dass der Preis überzogen ist. Oder übersehe ich hier was?

  • Burgweintinger

    |

    JJ, ich glaube,Sie wollen es nicht kapieren…, klar ist der Preis für dieses Paar zu hoch, deshalb bleiben Sie in Miete bei einem Kapitalanleger…
    Ich versuche eine einfache Rechnung aufzumachen:
    80 m² Wohnung München: 600.000 Euro (es geht noch teurer)
    Eigenkapital: 200.000 Euro
    Fremdkapital 400.000 Euro, finanziert auf 25 Jahre, sagen wir mal 0,8% Zins im Durchschnitt, dann bedeutet das eine monatliche Belastung von ca. 1.600 EUR.
    Für dieses Paar, sagen wir mal bei einem gemeinsamen Einkommen von 5.000 EUR, sind das 32% Ihres Einkommens für Zins und Tilgung, Heizen und Wasser und Strom sind noch gar nicht dabei…, jeder weiß, dass alles über 25% für Wohnen, also inkl. Nebenkosten, nicht ratsam ist…
    Dieses Paar wird gezwungen in Miete zu gehen, da hier die Belastung inklusive Nebenkosten bei 1.400 EUR liegt. Dem Kapitalanleger, der diese Wohnung für 600.000 Euro kauft, der ist mit einer Rendite von 1,5 bis 2% zufrieden, “Haupsach es wird ned weniger! Steuerlich kann man das ein oder andere ja auch noch geltend machen…
    Deshalb nochmals ja, bauen, bauen, bauen, aber nur über Genossenschaften, oder über die Stadtbau GmbH, bzw. mind. mit einer Sozialquote von 50%…

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