SOZIALES SCHAUFENSTER

Ratsentscheid gefordert

Stadtbahn: Die CSU schießt quer

Einen Ratsentscheid zur Stadtbahn fordert die CSU in einer aktuellen Pressemitteilung, stellt damit das zentrale Verkehrsprojekt der Regierungskoalition in Frage und setzt ihre Serie an Alleingängen fort. Abgesprochen war der Vorstoß mit niemandem – und bis jetzt hat man sich trotz gemeinsamer Ausschusssitzung nicht darüber unterhalten.

Eine Stadtbahn soll auch in Regensburg kommen. Das war bislang breiter Konsens im Stadtrat. Den stellt die CSU jetzt in Frage. Foto: Wikimedia Commons

Vertreter der Rathaus-Koalition zeigen sich am Montagvormittag überrascht von dem Vorstoß, den die Regensburger CSU am Wochenende gewagt hat. Im Vorfeld geahnt hatte es nämlich niemand, dass die größte Regierungsfraktion ein zentrales Projekt des Koalitionsvertrages in Frage stellen würde (Grundlegende Infos zur Stadtbahn). Der geplante Bau einer Stadtbahn, im Sommer 2018 mit breiter Mehrheit vom Stadtrat beschlossen (lediglich die CSB war dagegen), soll zur Abstimmung gestellt werden – entweder über eine Bürgerbefragung oder gleich einen bindenden Ratsentscheid. Das fordern der CSU-Kreisvorsitzende Michael Lehner und Fraktionschef Jürgen Eberwein unisono.

Geschehen soll das Ganze möglichst bald, denn – so heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung vom Wochenende – eine Bürgerbefragung gehöre an den Anfang eines Projekts, nicht an dessen Ende. Nur wenn eine Mehrheit das Projekt befürworte, werde man es weiter mittragen, wird Jürgen Eberwein zitiert. Andernfalls müsse man „frühzeitig nach alternativen Lösungen für eine klimafreundliche Verkehrsabwicklung suchen“.

SPD-Fraktionschef: „CSU agiert destruktiv.“

SPD-Fraktionschef Thomas Burger reagiert mit einer gewissen Resignation. Es ist nicht das erste Mal, das die CSU ohne Absprache Koalitionspositionen in Frage stellt. „Ich würde mir wünschen, dass die CSU-Fraktion sich endlich etwas mehr als ein Teil des Ganzen begreift und ich solche Dinge nicht immer wieder aus der Presse erfahren muss.“ Es sei wenig zielführend, auf diese Weise „Sand ins Getriebe zu streuen“. Burger plädiert dafür, das Positive in den Vordergrund stellen: Die Planungen für eine Stadtbahn würden die Optimierung des ÖPNV oder andere Verkehrsprojekte nicht behindern, es werde eine transparente Projektsteuerung geben, bei der man regelmäßig den aktuellen Stand erfahren werde, sowohl was Kosten als auch Meilen- und Stolpersteine betreffe. „Es würde auch der CSU gut zu Gesicht stehen, sich produktiv und nicht destruktiv an diesem Prozess zu beteiligen.“

Thomas Burger: „Ich würde mir wünschen, dass die CSU-Fraktion sich endlich etwas mehr als ein Teil des Ganzen begreift.“ Foto: Staudinger

Verschnupft reagieren auch die anderen Koalitionspartner, wenngleich sie eine Bürgerbefragung nicht grundsätzlich ablehnen. Allerdings, das sagt Horst Meierhofer (FDP), komme der jetzige CSU-Vorstoß zur „absoluten Unzeit“. Es gebe noch keine genauen Zahlen, das Liniennetz stehe noch nicht in Gänze fest und auch nicht, ob es tatsächlich Fördergelder geben wird. „Auf dieser Basis macht eine Bürgerbefragung doch keinen Sinn.“

Ludwig Artinger: Zum jetzigen Zeitpunkt „völlig sinnfrei“

Bürgermeister Ludwig Artinger (Freie Wähler) sieht das genauso: „Erst wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, kann man die Bürgerinnen und Bürger befragen.“ Einfach jetzt zu fragen „Wollt ihr eine Stadtbahn?“ und damit einen einstimmigen Stadtratsbeschluss und grundsätzlich einen jahrelangen breiten Konsens in Frage zu stellen sei „völlig sinnfrei“.

Gerechnet hatte in der Koalition offenbar niemand mit der CSU-Initiative. Christian Janele (CSB), der in der Vergangenheit eher Verfechter einer nicht schienengebundenen Lösung war, zeigt sich „höchst verwundert“ über das Vorgehen der CSU. „Vielleicht ist es vernünftig, die Bürgerinnen und Bürger zum gegebenen Zeitpunkt zu befragen.“ Aber nachdem die Stadtbahn ein zentrales Projekt im Koalitionsvertrag sei, hätte er erwartet, dass man zumindest vorher über so einen Vorstoß spricht.

Maria Simon (Grüne): „Die CSU hat überall zugestimmt.“

Maria Simon: „Es ist mir ein großes Rätsel, wie man von heute auf morgen die Position bei einem so grundlegenden Projekt wechseln kann“. Foto: pm

Schockiert und verärgert klingt Grünen-Fraktionschefin Maria Simon. Man habe die Stadtbahn 2018 einstimmig beschlossen, dafür Stellen geschaffen und erst im Oktober die Masterplanung als Vorbereitung für das Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht. „Die CSU hat überall zugestimmt. Warum wollte sie nicht damals schon die Bürger befragen?“ Es sei ihr „ein großes Rätsel, wie man von heute auf morgen die Position bei einem so grundlegenden Projekt wechseln kann“, so Simon. Die derzeit zur Umsetzung geplanten Strecken seien auf jeden Fall förderfähig. Genaueres würden nun die konkreten Planungen ergeben. „Aber wenn die CSU etwas an der Verkehrssituation verbessern will, dann sollte sie vielleicht endlich einmal Vorschläge machen anstatt immer nur dagegen zu sein.“

Miteinander gesprochen hat die Koalition übrigens bis jetzt noch nicht über den Alleingang der CSU. Bei der Sitzung des Koalitionsausschusses, an der Vertreter aller Koalitionsfraktionen am Montagmorgen teilgenommen haben, wurde nach Teilnehmerangaben kein Wort über die aktuellen Querschüsse verloren. Horst Meierhofer versucht es mit Humor: „Man muss ja nicht über jedes Stöckchen springen, das die einem hinhalten.“

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Kommentare (37)

  • Tröster

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    “SPD-Fraktionschef Burger reagiert mit einer gewissen Resignation.”
    Wenn man seitens der SPD resigniert, dann wäre es höchste Zeit, diese graue Koalition mit der CSU zu verlassen und sich andere Mehrheiten zu suchen, die gäbe es nämlich…

  • Mr. T.

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    Ich habe mir etwas ähnliches gedacht, wie Tröster, als ich den Artikel gelesen habe. Einer vielversprechenderen Koalition steht nur eine Person entgegen.

  • Joachim Datko

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    Prima!
    Mir imponiert es, wenn sich die CSU nicht von anderen Parteien für deren teures Steckenpferd vereinnahmen lässt.

    Für mich ist insbesondere der Streckenteil durch Burgweinting ärgerlich. Burgweinting ist weitgehend mit Einfamilienhäusern bebaut und hat nur relativ wenige Mehrfamilienhäuser, noch dazu mit wenigen Stockwerken. Da ist das Massenverkehrsmittel Stadtbahn ungeeignet. Ein Teil der geplanten Strecke läuft durch einen großen Park. Zum einen zerstört man einen Teil des Parks, zum anderen ist dort das Fahrgastaufkommen viel zu gering für ein Massenverkehrsmittel, noch dazu im engen Takt.

    Die geplante Streckenführung:
    https://stadtbahnregensburg.de/wp-content/uploads/2020/09/SR-Website-Karte-Bahnverlauf-gro%C3%9F.jpg

    Diejenigen, die zur Universität oder zur OTH mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren, müssten mit der Stadtbahn erst in die Innenstadt und dann wieder aus der Innenstadt raus. Die Stadtbuslinie 11 fährt jetzt direkt zur Universität und OTH. Ein Bussystem ist schon sehr flexibel.

  • joey

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    wer hat Angst vor den Bürgern?
    Die Grünen, die… und am Ende auch die CSU. Da liegt nämlich das BTW Ergebnis noch schwer im Magen und die Bayernwahl schaut auch desaströs aus.
    Die CSU ist auf der suche nach Unterschieden zu den Grünen. Egal warum oder so, Hauptsache dagegen. Ja, das ist eigentlich wichtig in einer Demokratie, daß die Bürger eine Wahl haben.
    Daß die Grünen Angst vor den Bürgern haben, ist dann “seltsam”. Sind nicht alle für das Klima?

  • Mr. B.

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    …was macht man jetzt mit den extra dafür geschaffenen Stellen?
    Wurde und wird jetzt wieder extra Steuergeld unnötig verschwendet?

  • Hindemit

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    Nicht Koalitionsfähig die CSU..nun also auch auf kommunaler Ebene..was stört mich mein Gewäsch von gestern..bitte Neuwahlen bzw. neue Bündnisse in Regensburg..
    Mitleid mit der OB braucht man keines, hätte wissen können mit wem sie da in die Kiste steigt.

  • S D

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    Eigentlich war ich immer Fan von der Idee einer Stadtbahn, aber irgendwie glaube ich nicht, dass sie den öffentlichen Nahverkehr attraktiver macht.
    Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht die lange Fahrzeit von a nach b, weil alles über die Albertstraße und womöglich auch über den Fischmarkt fahren muss.
    Wirklich innovativ wäre zum Beispiel eine dezentralisierung des Nahverkehrs, wie mit autonom fahrenden Minibussen, wie sie im Gewerbepark getestet werden.
    Aber ich glaube am Ende werden wieder Straßen gebaut…

  • Irmgard

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    Werden in unserer Stadt etwa regelmäßig Gelder verschwendet?
    Aktuelles Beispiel Interims-ZOB über 5 000 000 Euro.
    Künftige Stadtbahn 246 000 000 Euro, geschätzt 2017.

  • Arno Nym

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    @ Mr T
    Vlt geht die Person ja, wenn ihm im November der BGH eins vorn Latz geknallt hat.
    Den Warnschuss hat er zwar überhört, aber Vlt kommt die Einsicht ja noch (hüstel)

  • Joachim Datko

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    Je näher der Busbahnhof an der Innenstadt ist, desto besser.

    Zu Irmgard 19:35 “Werden in unserer Stadt etwa regelmäßig Gelder verschwendet?
    Aktuelles Beispiel Interims-ZOB über 5 000 000 Euro.”

    Ich wünsche mir den Interims-ZOB als Dauerprovisorium. Die Lage ist für den Busbahnhof ideal, zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt. Beides nur wenige Meter entfernt. Insofern wäre es keine Geldverschwendung.

  • Zuazogna

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    Für die potentiellen Nutzer aus dem Umland ist jetzt schon das “Sternnetz” das größte Hindernis. Warum keine konzentrischen Ringe als Netzgrundlage? Hier dann Bus, Stadtbahn und DB clever kombinieren, konsequent den Individualverkehr zugunsten von ÖPNV , Rad -und Fußwegen benachteiligen (Busspuren und echte Radwege inkl. bedarfsgerechten Ampelschaltungen an allen Regensburger Magistralen, auch bei Donaubrücken). Erst wenn der ÖPNV schneller als der PKW ist, wird sich am Nutzungsprofil was ändern.

  • Erika Thuner

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    ‚Die Person‘ ist vermutlich das kleiner Problem. Mir stellt sich die Frage, haben sich die Mitläufern nicht auch disqualifiziert?

  • nordlicht

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    Man muss der CSU zu Gute halten, dass sie als einzige Partei vielleicht etwas genauer über die Planungen, die schon ausgegebenen und noch auszugebenden Kosten, die Schwierigkeiten und die keineswegs sicheren Zuschüsse nachgedacht hat. Auch wenn sie 2018 dem Projekt zustimmte, könnte man in Abwandlung eines Adenauerzitats sagen, dass “niemand sie daran hindern könne, von Tag zu Tag klüger zu werden”.
    Voraussetzung für einen Bürgerentscheid wäre allerdings erst eine ehrliche Information der Bevölkerung, die bisher nie stattgefunden hat. Die Stadtbahn wird immer nur werbewirksam mit schönen Bildern als das Allheilmittel für alle Verkehrsprobleme dargestellt – was sie sicher nicht sein wird.
    Nicht klar gesagt wird, dass die genannten Kosten von 246 Mio nur die Grundinvestition sind, darüber hinaus aber noch weitere Kosten für die Infrastruktur entstehen, so dass Experten mit mind. 400 Mio rechnen. Bezuschusst werden aber nur die Grundkosten.
    Die Förderfähigkeit hängt vor allem von der prognostizierten Zunahme der Fahrgastzahlen ab. So sollen die Fahrgastzahlen von heute ausgehend um ca. 22 000 –
    35 000 Fahrgäste pro Tag steigen – und das nur durch den Bau dieser einen Linie, die noch dazu parallel zu künftigen S-Bahngleisen verläuft. Warum sollte in Wutzlhofen oder Burgweinting jemand auf die Stadtbahn umsteigen, wenn er mit einer S-Bahn schneller am Bahnhof ist? (Genaueres ist in der “Studie zu Einführung eines höherwertigen ÖPNV in Regensburg – Endbericht” nachzulesen.)
    Die Tram ist nicht wirklich schneller,sie gewinnt nur durch die Ampelpriorität, das eigene Gleisbett und ein paar eingesparte Haltestellen kleine Vorteile. Ob ein Ausbau dieses schienengebundenen unflexiblen Systems in den engen Straßen Regensburgs sinnvoll ist oder überhaupt kommen wird, sei dahingestellt. E-Busse wären flexibler und ebenso umweltfreundlich.
    Diese eineinhalb Linien bringen für die meisten Regensburger und auch für die Einpendler wenig, da diese aus divergenten Richtungen kommen und sehr unterschiedliche Ziele anstreben. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass Autofahrer auf die Tram umsteigen, wenn diese gar nicht zu ihrem gewünschten Ziel fährt.
    Den meisten Regensburgern ist außerdem nicht bekannt, welche Nachteile die Stadtbahn besonders für die Bewohner des gesamten Nordens bringt. Es wird nämlich keine Busse mehr über die Donau geben. Alle Buslinien aus dem Norden, Nordwesten und -osten (1,3,4,5,9,12-15) und auch die aus dem Landkreis werden irgendwo an der Stadtbahn enden, so dass man nur mit einem Umstieg in die Stadtbahn über die Donau kommt. Diese Planung wurde bisher übrigens nirgends erwähnt.
    Last not least: Die Planung dieser Stadtbahn verschlingt jetzt schon Unsummen, die für alternative Planungen zur Verbesserung des ÖPNV und andere wichtige Verkehrsvorhaben gebraucht würden.

  • Joachim Datko

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    Wir sollten frühzeitig die negativen Aspekte aufzeigen!

    SPD-Fraktionschef: “Burger plädiert dafür, das Positive in den Vordergrund stellen:”

    Wer zu spät Einwände bringt, riskiert, dass sie am Schluss nicht berücksichtigt werden.

  • Maksim

    |

    @Joachim Datko Nein, dieser Teil Burgweintings ist recht dicht bebaut. Zum einen findet man hier den Wohnkomplex an der Käthe-Kolwitz Straße und ein recht dichtes Gebiet nahe der Friedrich-Viehbacher Allee.
    Was aber viel wichtiger ist, ist dass hier Anschluss an den Bahnhof Burgweinting ist. Die Route ist auch die beste Variante, da so der Verkehr an der Kirche umfahren werden kann. Und man sollte nicht das sehr dicht bebaute Gebiet im Kasernenviertel vergessen, was noch mehr wachsen soll in den nächsten Jahren. Eine Stadtbahn hier zum Burgweintinger Bahnhof zu verlängern bietet sich sehr gut an.

  • Joachim Datko

    |

    Ein Massenverkehrsmittel ist in Burgweinting völlig unterfordert!

    Zu Maksim 00:58 “Nein, dieser Teil Burgweintings ist recht dicht bebaut. Zum einen findet man hier den Wohnkomplex an der Käthe-Kolwitz Straße und ein recht dichtes Gebiet nahe der Friedrich-Viehbacher Allee.”

    Burgweinting ist locker bebaut. Ein Massenverkehrsmittel ist mit dem Fahrgastaufkommen in dem genannten Bereich völlig unterfordert. Es handelt sich in der Regel um wenige Fahrgäste, die man oft an einer Hand abzählen kann, wie es das geflügelte Wort sagt. Selbst die paar Geschossbauten haben nur wenige Stockwerke.

    Noch dazu haben insbesondere die Fahrgäste im Bereich Friedrich-Viehbacherstrasse jetzt schon die Möglichkeit mit Nahverkehrszügen in ein paar Minuten zum Hauptbahnhof zu kommen. Der Bahnhof ist in unmittelbarer Nähe. Es ist die kürzest mögliche Strecke. Die Stadtbahn wäre ein weiter Umweg für diese Fahrgäste und eine Bummelfahrt bis zum Hauptbahnhof.

    Ich mache mir seit längerer Zeit den Spaß, die geringe Auslastung der teuren Innenstadtbusse nach dem Zufallsprinzip zu dokumentieren. Ich werde ab nächstem Monat das Fahrgastaufkommen in Burgweinting dokumentieren.

    Hier als Beispiel der Innenstadtbus gegen 18 Uhr am 20.10.21 vor dem Pustet, gähnende Leere:
    https://www.regensburg-foren.de/index.php/topic,13.msg17

  • Heiter-weiter

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    @Joachim Datko
    Natürlich wird der zukünftige Nahverkehr in Regensburg in einer Kombination von Stadtbahn und Busverkehr bestehen, die Stadtbahn für die aufkommensstarken Hauptachsen, auf denen der Busverkehr heute schon an seine Kapazitätsgrenzen stößt und die Busse für schwächer frrequentierte Querverbindungen, als Zubringer zur Stadtbahn und zur Erschließung dünner besiedelter Stadtgebiete.
    Busse mögen flexibler sein in ihrer Planung und ihrem Fahrverhalten, das große Plus einer Stadtbahn ist zum einen die Möglichkeit, große Fahrgastkapazitäten anbieten zu können und besonders der in allen Untersuchungen feststellbare Schienenbonus, d.h. die aufgrund des angenehmeren Fahrverhaltens viel höhere Attraktivität eines schienengebundenen Verkehrsmittels, das Rad-Schiene-System ist in diese Punkten bisher konkurrenzlos.

  • Hindemit

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    Der Forumsphilosoph beschreibt Burgweinting als Dorf, was es schon lange nicht mehr ist. Dort leben über 10.000 Menschen. Laut Ihrer Logik müsste am besten morgen das Auto abgeschafft werden, soviel wie die unausgelastet (nur 1 Person drin) rumfahren. Eine Stadtbahn macht für mittlere Städte total Sinn und hat das ZIEL, die Leute vom Auto weg und in den ÖPNV zu kriegen. Das erreicht man mit einer attraktiven, priorisiert geleiteten Stadtbahn. Über Streckenführung und Ergänzungen kann man diskutieren (“Wie”), aber doch nicht ernsthaft über das “Ob”. Wer von den Autobefürwortern gibt denn sein Grundstück ab, um Straßen auszubauen, wenn Autos und Busse nur noch im Stau stehen?

  • Robert Fischer ÖDP

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    Klassiker. Beim ÖPNV blockieren, aber jedes Autoprojekt durchwinken. Dann machen wir mal zu jedem Parkhaus und zu jeder Straße einen Ratsentscheid und schauen mal, wie viel Autoinfrastruktur wir noch gebaut bekommen.

    Da bis zu 90 % der Stadtbahn vom Bund gefördert wird, kommt die uns nicht teurer als die Freudenstein-Halle im Sportpark Ost. Die nutzen aber nur ein paar 100, während tausende Menschen am Tag durch die Stadtbahn entlastet werden können.

    Oder wir machen eben einen Baustopp in der Stadt und im Umland, da der Individualverkehr an seine Grenzen gelangt ist. Da hilft auch kein weiteres Parkhaus und keine 100 Spurige Autobahn mehr. Verkehr muss effizienter werden und das geht am Besten mit schienengebundenen Systemen. Oder exklusiven Busspuren, was auch eine autofreie Innenstadt zur Konsequenz hat.

    Als ÖPNV Nutzer sehe ich es auch nicht ein, dass ich ständig unter dem Individualverkehr leiden muss, obwohl ich das Verkehrsmittel wähle, das den höchsten gesellschaftlichen Mehrwert bietet (nach dem Rad). Die Überlandbusse kommen regelmäßig 20-30 Minuten zu spät, weil sie in dem Autostau der großen Zubringerstraßen (Frankenstraße, Landshuter Str. usw.) feststecken. Und wenn ich zum Bahnhof will, bin ich regelmäßig 10-30 Minuten zu spät, weil die Busse im Autostau beim Bismarckplatz feststecken, weil die Auto die Straße verstopfen, da das Parkhaus voll ist und man sich ja zu fein ist die P+R Angebote zu nutzen.

    Dieses CSU Verhalten macht mich richtig wütend. Man kann übrigens als regierende Partei auch ohne die Stadtbahn den Busverkehr optimieren. Jetzt schon! Ringlinien zum Beispiel sind längst überflüssig und werden auch bei einer zukünftigen Stadtbahn benötigt.

    @Joachim Datko: Die Idee ist ja auch den Bahnhof Burgweinting besser an den ÖPNV anzubinden. Dann kann man da aussteigen und mit der Tram direkt weiterfahren. Ob man da durch das Wohngebiet fahren muss ist eine berechtigte Frage. Kann sich ja durch das jetzt beauftragte Gutachten ja auch noch einmal ändern. Da werden ja die Haltestellen analysiert.

    Und zu Ihrem skurrilem Hobby: Ja, voll der super Beweis. Klar ist die Auslastung eines bescheidenen ÖPNVs gering. Henne Ei Problem. Ich fahr auch lieber bei -20°C und Schnee mit dem Rad, als dass ich mich auf den RVV verlasse. Obwohl ich ein klassischer ÖPNV Nutzer wäre. Aber der taugt in unserer Stadt nicht zur Spontannutzung. Und das will ich ändern. Dann sind sie auch ausgelastet.

  • Robert Fischer ÖDP

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    Nicht Bismarckplatz, ich meine natürlich Dachauplatz :)

  • Joachim Datko

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    Eine andere Meinung kann durchaus die Verhältnisse richtig darstellen!

    Zu Robert Fischer ÖDP 15:55
    Zitat: “Und zu Ihrem skurrilem Hobby: Ja, voll der super Beweis. Klar ist die Auslastung eines bescheidenen ÖPNVs gering. Henne Ei Problem.”

    Das Henne-Ei Problem ist gelöst, das Ei war zuerst da.

    In Burgweinting ist die Siedlungsdichte zu gering, es wohnen zu wenige Menschen an der geplanten Trasse. Das liegt an der großflächigen Bebauung mit Einfamilienhäusern und relativ wenigen und noch dazu relativ niedrigen Geschossbauten. Eine Stadtbahn hätte in Burgweinting ein viel zu geringes Kundenpotenzial. Die Stadtbahn ist ein Massenverkehrsmittel.

    Wir haben schon einen Luxus-ÖPNV in Regensburg. So ist z. B. der Innenstadtbus für den Fahrgast kostenlos und modernste (teuerste) Technik. Er fährt trotzdem oft leer oder mit nur wenigen Fahrgästen.

    Es gibt hier auch den eindrucksvollen Kommentar von “nordlicht” gegen die Stadtbahn.

    Ich wünsche mir, dass sich viele Menschen zu Wort melden, die Nachteile durch eine Stadtbahn hätten.

  • Ulrich Mors

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    Den Wunsch nach einer Stadtbahn habe ich vom Namen ausgehend nie verstanden. Schon die Straßenbahn war ab 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts nur mehr nostalgisch. Gleichwohl sehe ich die Notwendigkeit einer guten Verbindung von Stadt und Umland. Dafür ist aber die Geografie von Regensburg bestimmend. Es ist sehr nachteilig eingeschnürt zwischen Donau, Regen, Naab mit den anschließenden Höhen und Tälern sowie den Bahnlinien. Hinzu kommt eine vollzogene Stadtentwicklung, die Verkehrdverbindungen schwierig macht. Eigentlich würde nur eine U-Bahn helfen. Daran ist aber wegen der Kosten nicht zu denken. Ich glaube, dass Regensburg vorerst mit optimierten kleinen Lösungen und Provisorien leben muss. Offengehalten werden sollte aber vorsorglich der städtebauliche weiträumige Verkehrsanschluss nach Westen, Süden und Südosten.

  • Joachim Datko

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    Parallele Strecken zwischen dem Burgweintinger Bahnhof und dem Hauptbahnhof in Regensburg unnötig!

    Zu Robert Fischer ÖDP 15:55
    Zitat: “@Joachim Datko: Die Idee ist ja auch den Bahnhof Burgweinting besser an den ÖPNV anzubinden. Dann kann man da aussteigen und mit der Tram direkt weiterfahren.”

    Man kann jetzt schon mit Nahverkehrszügen zwischen dem Regensburger Hauptbahnhof und dem Burgweintinger Bahnhof in unschlagbaren 5 Minuten fahren. Die Nahverkehrszüge würden der Stadtbahn Fahrgäste wegnehmen, da die fünfminütige Fahrtzeit unschlagbar ist. Die Stadtbahn braucht ein Vielfaches der Zeit.

    Der Burgweintiger Bahnhof ist jetzt mit mehreren Buslinien gut erreichbar. Mit der Stadtbahn statt Bussen würde sich die Situation für die Fahrgäste verschlechtern. Die Stadtbahn bedient nur eine und noch dazu ungünstige Strecke, die durch einen Park mit besonders geringem Fahrgastaufkommen führt.

  • Michi

    |

    “Ich fahr auch lieber bei -20°C und Schnee mit dem Rad, als dass ich mich auf den RVV verlasse […] Aber der taugt in unserer Stadt nicht zur Spontannutzung.”

    @Robert Fischer ÖDP: Das kann ich nicht bestätigen. Ich fahre im Schnitt 3 x pro Woche mit dem Regionalbus und, nach Umstieg am HBF, weiter mit einer Stadtbus über die Donau. Klar ist nicht immer alles top und die Busse jeden Tag superpünktlich, aber meistens geht das echt ganz gut.

  • Henry

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    Stadtbahn ein ‚Massenverkehrsmittel‘?
    Und COVID hat es wohl nie gegeben? Mindestabstand 1,5 m wird dann schwierig.

  • AnFo

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    Ausnahmsweise mal ein Bravo an die CSU! Es macht keinen Sinn ein absolut unzureichendes Konzept umzusetzen nur weil der Bund das meiste zahlt.

  • Wintermute

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    AnFo, meinen Sie damit die Sallerner Regenbrücke? Oder die 3. Tunnelröhre? Oder, ganz neu, den Kreuzungsfreien Ausbau der DEZ-Kreuzung? Ihre Einschätzung würde zumindest die ersten beiden betreffen, beim letzten wäre ich noch gespannt. Und alle sollen singuläre Probleme lösen, ohne dass der Gesamtzusammenhang beachtet wird. Das ist doktorn am Symptom, nicht an der zugrundeliegenden Krankheit. Diese ist der Vorrang des Autos, den die CSU mit diesen drei Symptombehandlungen zementieren will. Die Stadtbahn stört und bindet Geld, vermutlich will sich die CSU deshalb derer entledigen. Oh, nein, halt, nicht die CSU, die Bürger sollen das für die CSU machen, damit diese sich am Ende sauber raushalten kann.

  • Joachim Datko

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    Förderungen können zu falschen Entscheidungen führen!

    Zu AnFo 15:05 “Ausnahmsweise mal ein Bravo an die CSU! Es macht keinen Sinn ein absolut unzureichendes Konzept umzusetzen nur weil der Bund das meiste zahlt.”

    Es ist eine Stärke der Marktwirtschaft, dass der Bürger über die Bezahlung der Leistung darauf Einfluss hat, was angeboten wird. Durch zu hohe Förderungen verliert der Bürger an Einflussmöglichkeiten. Interessierte Kreise können dann ihre politischen Steckenpferde unabhängig vom Bedarf reiten. Solche Projekte kosten uns viel Geld.

  • Hindemit

    |

    Stimmt JD, sie bringen nur die falschen Beispiele. Projekte die uns viel Geld Kosten: Atomenergie (inkl. Endlagerkosten) Straßenbau inkl. Unterhalt und Querfinanzierung durch Nicht-Nutzer; steuerfreies Flugbenzin, Kohlesubventionen, etc.etc.. Die Linie der künftigen Stadtbahn nach Burgweinting hat übrigens nicht nur die Burgweintinger als Zielgruppe, sondern auch alle, die auf der gesamten Linie bis dahin bedient werden. Das Potential ist hoch. Alleine im neuen Quartier um die PLP werden bis zu 5k Menschen zusätzlich wohnen, bald (PLP+Lerag Gelände). Eine stärke der Demokratie ist, dass das Gemeinwohl vor durchschaubaren Partikularinteressen berücksichtigt werden kann.

  • nordlicht

    |

    @Ulrich Mors. Ulrich Mors hat ganz richtig gesagt, dass die geografische Lage Regensburg für das System der Stadtbahn ungeeignet ist. Die jetzt geplante Stadtbahn wird kaum Autofahrer ,die aus den verschiedensten Richtungen kommen, veranlassen, auf die Bahn umzusteigen oder gar erst auf einen der geplanten Großparkplätze zu fahren. Kleinere P&Rplätze an allen Einfallstraßen mit guter ÖPNV-Anbindung wären eher eine Lösung, vor allem wenn die Einfallstraßen weitgehend mit Busspuren ausgestattet würden. DAs wäre von den Kosten her wesentlich billiger und sinnvoller als die eine Linie der Stadtbahn.
    @Hindemit: Entlang der Landshuter Straße gibt es genügend Busse in die Stadt, es fehlt, ist jedoch eine Busspur. Für die Tram wäre dort eine eigene aufwendige Trasse vorgesehen, warum also nicht schon jetzt eine wenig aufwendige eigene Busspur? Außerdem bekommen die Bewohner des neuen Baugebiets nicht einmal einen Busanschluss: die Straßen sind dort so eng geplant, dass ein Bus dort nicht verkehren kann!!!!

  • Charlotte

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    Kann @AnFo nur zustimmen.

    Mir scheint das Projekt Stadtbahn für die kleinteilige Stadt Regensburg wirklich nicht passend zu sein. Mehr noch: es kostet auf Dauer der Stadt viel zu viel Geld. Regensburg ist einfach zu klein, zu eng, zu verwinkelt, zu verbaut. Das ist das Problem Regensburgs und vieler anderer kleineren (Groß-)-Städte seit über 20 Jahren. Man wollte und will Wachstum um jeden Preis, will mit den wirklichen Metropolen mithalten, zieht Unternehmen und damit Menschen und Touristen an auf Teufel komm raus und vergaß und vergißt bis heute, dass Fläche und Möglichkeiten begrenzt sind. Parallel haben sich die Mieten und Kaufpreise ins unendliche erhöht, unglaublich viele Wohnungen und Häuser in attraktiven Lagen stehen immer noch leer und werden nicht vermietet an Bürger, die dauerhaft in Regensburg leben. Die Stadt muss runtergerechnet und nicht noch mehr vermarktet werden.

  • Joachim Datko

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    Vorschlag: Stadtbahn vor Burgweinting enden lassen!

    Zu Hindemit 21:50
    Zitat: “Stimmt JD, sie bringen nur die falschen Beispiele. […] Die Linie der künftigen Stadtbahn nach Burgweinting hat übrigens nicht nur die Burgweintinger als Zielgruppe, sondern auch alle, die auf der gesamten Linie bis dahin bedient werden.”

    Die geplante Streckenführung:
    https://stadtbahnregensburg.de/wp-content/uploads/2020/09/SR-Website-Karte-Bahnverlauf-gro%C3%9F.jpg

    Ich schlage vor, die Stadtbahn nicht durch Burgweinting zu führen, sondern bei der jetzigen geplanten Streckenführung die Bahn vor der Autobahnbrücke enden zu lassen. Das könnte in der Nähe der Einmündung der Benzstraße in die Landshuterstraße sein. Argumente gegen eine Linienführung durch Burgweinting habe ich in den vorhergehenden Kommentaren genannt.

    Zusammenfassung der Gründe:

    Burgweinting ist weitgehend mit Einfamilienhäusern bebaut und hat nur relativ wenige Geschossbauten, noch dazu mit wenigen Stockwerken. Das Fahrgastpotential ist für ein Massenverkehrsmittel, wie die Stadtbahn, zu gering. Eine enge Zugfolge führt zu einer weiteren Reduzierung der Auslastung der einzelnen Züge.

    Die geplante Streckenführung mit einem langen Anteil durch einen Park hat ein sehr geringes Fahrgastaufkommen und ist ein langer Umweg.

    Ein großer Teil des Parks wird durch die Stadtbahn in seiner Funktion entwertet.

    Die Endhaltestelle der Stadtbahn am Burgweintinger Bahnhof konkurriert mit dort haltenden Nahverkehrszügen, die in 5 Minuten am Hauptbahnhof sind.

    Falls ein Teil der jetzigen Buslinien wegen der Stadtbahn eingestellt werden, ergeben sich für viele Fahrgäste Nachteile. So ist z. B. die jetzige Linie 9 eine schnelle Verbindung zum Regensburger Hauptbahnhof, ohne den Umweg durch den Park. Die jetzigen Bahnbusse aus dem Landkreis sind zurzeit ebenfalls schnelle Verbindungen in die Innenstadt.

    Zusätzliche Argumente zu den Buslinien aus dem Landkreis wie z.B. der Linie 30:
    Sollte man die Buslinien am Burgweintiger Bahnhof enden lassen, haben die Fahrgäste einen doppelten Nachteil. Sie verlieren beim Umsteigen Zeit und haben mit der Stadtbahn wegen der längeren Fahrtzeit zwischen dem Regensburger Bahnhof und dem Burgweintinger Bahnhof einen weiteren Zeitverlust. Die Busse sind durch die Obertraublinger Straße (Hauptstraße) schneller als die Stadtbahn über den langen Umweg durch den Park. Der Zeitverlust ist doppelt, wegen der Hin- und Rückfahrt.

  • Hindemit

    |

    Ich glaube es bringt nichts, JD wird immer dabei bleiben, dass Burgweinting ein Kuhdorf ist. Alleine vom HBF bis nach BW wohnen Zehntausende Menschen, das zeigt ein Blick auf die Karte. Die angeführte Regionalbahn ist nett, fährt aber soviel ich weiß nicht im 5 Minuten Takt. Wird auch nicht hinzubekommen sein, den Takt hier merklich zu erhöhen, es fehlen Schienen der DB. Regensburg ist nicht die erste Stadt mit einer Stadtbahn, wir sind nicht klüger als andere Städte. Kann Ja sein, dass JD persönlich betroffen ist und keine (leisere) Bahn vor dem Haus haben will, warum aber im Vergleich dazu das Auto und der häufige Dieselbus besser sein sollen erschließt sich nicht.
    Ich bleibe dabei, dass die geplante Stadtbahn weit mehr als genug Fahrgastpotential hat. Wäre dem nicht so würde es keinen Euro Fördermittel geben.
    Wir können nicht einfach beliebig viele Busse rumfahren lassen, der knappe Raum muss neu verteilt werden. In der Summe ist die Stadtbahn dem Auto und dem Bus klar überlegen, mit weitreichenden Vorteilen (deutlich geringere Lärm und Schadstoffemissionen, Beförderungskapazität). Wäre interessant was die über 10.000 Burgweintinger dazu sagen, wenn die Stadtbahn an der Autobahn stoppen würde. Glaube nicht, dass da eine Mehrheit dafür wäre. Für die Diskussion wären weniger Konjunktive (falls Buslinien wegfallen sollten etc.) hilfreich.

  • Gregor

    |

    Na ja Kuhdorf ist vielleicht zu viel der Ehre, aber euer Promi Norbert hat ja auch das Dorf verlassen.

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