SOZIALES SCHAUFENSTER

Beiträge mit Tag ‘Antisemitismus’

Mit Xavier Naidoo ist bei den diesjährigen Schlossfestspielen ein prominenter Vertreter rechter Verschwörungstheorien geladen. Während Deutschland noch immer besetzt sein soll, stecke hinter dem Corona-Virus angeblich ein geheimer Plan, glaubt der Mannheimer. Odeon Concerte sieht keinen Grund, sich von dem Künstler zu distanzieren.

„Du darfst nicht vergessen, dass die Deutschen und das Land schon seit Jahren unter Massenhypnose stehen.” Xavier Naidoo ist ein nachdenklicher Typ. Foto: Archiv/as

Noch wartet man bei Odeon Concerte ab, hofft ein wenig auf die Tugend der Geduld und dass die bayerische Staatsregierung in einem der kommenden Beschlüsse das Wort Großveranstaltungen genauer definiert. Denn davon hängt am Ende auch ab, ob die Schlossfestspiele diesen Juli vielleicht doch noch stattfinden können. „Ob die Schlossfestspiele als Großveranstaltung eingestuft werden, ist derzeit noch offen. Bis dahin wollen wir noch keine Stellungnahme abgeben, sondern warten auf die weitere Entwicklung“, lässt Reinhard Söll auf Nachfrage wissen.

Der Gründer des privaten Veranstalters Odeon Concerte könnte dabei durchaus auch auf Zeit spielen und hoffen, letztlich nicht selbst absagen zu müssen. Denn dann würden voraussichtlich Ansprüche der Künstler fällig werden. Sollte das Event wider Erwarten doch stattfinden, dann soll auch Xavier Naidoo auftreten. „Als Veranstalter steht es uns nicht zu, Äußerungen eines bei uns gastierenden Künstlers zu kommentieren“, teilt der Unternehmer auf Anfrage mit. Manch einer scherzt bereits, Corona sei bewusst herbeigeführt worden, um Naidoos Auftritt zu verhindern. Und so steckt auch etwas viel Größeres hinter alledem. Denn Xavier Naidoo macht gerade in jüngster Zeit wieder von sich reden, mit Videos, in denen er “die Wahrheit” aufdeckt. Doch von Anfang an.

Interview mit der Leiterin von RIAS Bayern

“Antisemitismus ist für die Betroffenen alltagsprägend”

Der bayerische Ministerrat hat Anfang diesen Jahres beschlossen, im Rahmen eines neuen und umfassenderen Gesamtkonzepts zur Erinnerungsarbeit an die Opfer der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus und zum Kampf gegen Antisemitismus an der Universität Regensburg ein Zentrum für Erinnerungskultur einzurichten. In diesem Zusammenhang hat regensburg-digital Fragen an Dr. Annette Seidel-Arpacı gestellt, die Leiterin von RIAS BAYERN (Recherche- und Informations­stelle Antisemitismus Bayern). Das Interview wurde schritlich geführt. Wir veröffentlichen den kompletten Wortlaut.

Erinnern an Auschwitz

Im Gedenken an das Unaussprechliche

Neun Buchstaben, die Menschen weltweit an unvorstellbares Leid und grausamste Taten erinnern lassen. Ein Wort, das, wie kaum ein anderes, für die Vernichtungsindustrie Nazi-Deutschlands steht. Am 27. Januar 1945 betraten Soldaten der Roten Armee zum ersten Mal das Konzentrationslager Auschwitz. Diese Woche jährt sich dieser Tag zum 75. Mal. Auch in Regensburg beging die Stadt mit Vertretern der jüdischen und mehrerer christlichen Gemeinden sowie vielen weiteren Gästen den internationalen Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz und für die Überlebenden des Holocaust.

RIAS Bayern vorgestellt

Meldestelle für Antisemitismus startet mit Zustimmung und Kritik

Am Mittwoch wurde in München die neue Meldestelle für antisemitische Vorfälle in Bayern vorgestellt. Kritik daran kommt von dem Antisemitismus-Forscher Prof. Wolfgang Benz. Er sieht die alleinige Zuständigkeit bei der Polizei. Bei einem Vortrag in Regensburg bezeichnet Benz die Rede vom “christlich-jüdischen Abendland” als Kampfbegriff für eine antimuslimische Politik.

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