SOZIALES SCHAUFENSTER

"Die Wahrheit" (TM)

Qorona – oder: Wie Xavier Naidoos Auftritt in Regensburg verhindert werden soll

Mit Xavier Naidoo ist bei den diesjährigen Schlossfestspielen ein prominenter Vertreter rechter Verschwörungstheorien geladen. Während Deutschland noch immer besetzt sein soll, stecke hinter dem Corona-Virus angeblich ein geheimer Plan, glaubt der Mannheimer. Odeon Concerte sieht keinen Grund, sich von dem Künstler zu distanzieren.

„Du darfst nicht vergessen, dass die Deutschen und das Land schon seit Jahren unter Massenhypnose stehen.” Xavier Naidoo ist ein nachdenklicher Typ. Foto: Archiv/as

Noch wartet man bei Odeon Concerte ab, hofft ein wenig auf die Tugend der Geduld und dass die bayerische Staatsregierung in einem der kommenden Beschlüsse das Wort Großveranstaltungen genauer definiert. Denn davon hängt am Ende auch ab, ob die Schlossfestspiele diesen Juli vielleicht doch noch stattfinden können. „Ob die Schlossfestspiele als Großveranstaltung eingestuft werden, ist derzeit noch offen. Bis dahin wollen wir noch keine Stellungnahme abgeben, sondern warten auf die weitere Entwicklung“, lässt Reinhard Söll auf Nachfrage wissen.

Der Gründer des privaten Veranstalters Odeon Concerte könnte dabei durchaus auch auf Zeit spielen und hoffen, letztlich nicht selbst absagen zu müssen. Denn dann würden voraussichtlich Ansprüche der Künstler fällig werden. Sollte das Event wider Erwarten doch stattfinden, dann soll auch Xavier Naidoo auftreten. „Als Veranstalter steht es uns nicht zu, Äußerungen eines bei uns gastierenden Künstlers zu kommentieren“, teilt der Unternehmer auf Anfrage mit. Manch einer scherzt bereits, Corona sei bewusst herbeigeführt worden, um Naidoos Auftritt zu verhindern. Und so steckt auch etwas viel Größeres hinter alledem. Denn Xavier Naidoo macht gerade in jüngster Zeit wieder von sich reden, mit Videos, in denen er “die Wahrheit” aufdeckt. Doch von Anfang an.

Naidoo bezeichnet Geflüchtete als “Wölfe”

Da war zunächst Naidoos Rauswurf aus der Jury von Dieter Bohlens Musiksendung DSDS Mitte März. Naidoo hatte zuvor Geflüchtete in einer Videobotschaft als „Wölfe“ bezeichnet und folgende Zeilen geäußert:

“Ich hab’ fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stielt? Dann muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt’s mit mir zu tun. Lass’ uns das beenden, und zwar nun. Ihr seid verloren.”

Sofort gab es von mehreren Seiten Kritik. Der Künstler hätte sich hier wiederholt rassistisch geäußert und gar zu Gewalt gegen Geflüchtete aufgerufen. Deshalb zog der ausführende Sender RTL, anders als Odeon Concerte, sofort die Reißleine und bezog Stellung zu den Ansichten des Künstlers. Man sei „irritiert“ und: „Wir erwarten klare Antworten von Xavier Naidoo.“ Die Antwort kam schließlich in Form von weiteren Videobotschaften, in denen sich der Soulsänger immer wieder mit teils merkwürdigen Mitteilungen an seine Fans wendete.

Darin wird auch deutlich, wie sehr er sich in den vergangenen Jahren nach rechts außen und in die völlige Verwirrung bewegt hat. Zwischenzeitlich distanzieren sich bereits die Oberhäupter von Städten wie Dortmund oder Ladenburg von Naidoo und wollen seine Auftritte verhindern.

Vom Sänger gegen rechts zum Star der Reichsbürgerszene

 

2000 sang Naidoo nach dem Mord an Alberto Adriano in Dessau noch gegen “eure braune Scheiße”. 2014 machte Naidoo dann mit seinem Faible für die Reichsbürgerszene Schlagzeilen, hatte sich damals auf mehreren Kundgebung der Szene eingefunden, 9/11 angezweifelt und selbst davon geredet, “Deutschland ist ein besetztes Land.“ In seinem Song “Raus aus dem Reichstag” bediente er zudem zahlreiche antisemitische Chiffren und Verschwörungscodes. Daraufhin kam nicht nur die Auszeichnung Goldenes Brett vor dem Kopf

Schon damals lud Odeon Concerte den Mannheimer mit der markanten Stimme ungeachtet all dessen 2015 zu den Schlossfestspielen nach Regensburg ein.

Tränen des Verschwörungswahns

Seinen Hang zu Verschwörungstheorien lebt Naidoo mittlerweile noch exzessiver aus. Unter Tränen blickte er Anfang April in die Kamera und verkündete mit stotternder Stimme, dass derzeit Kinder aus den Händen verbrecherischer Netzwerke befreit würden. Der Soulsänger verweist hier auf die derzeit sehr populäre Verschwörungsideologie QAnon (genauere Infos hier).

Dieser zufolge soll es ein weltweites Netzwerk geben, dem unter anderem die US-Demokraten, aber auch der jüdische Milliardär George Soros, Bill Gates und viele weitere wichtige Persönlichkeiten angehören. Deren Plan sei es, aus Kinderkörpern ein Verjüngungselixir zu gewinnen. Dazu würden Kinder in geheimen unterirdischen Militärbasen gefangen gehalten und dort auch sexuell missbraucht.

Corona, Trump und der Pornoring

“Was tut ihr uns an?” fragt Xavier Naidoo die “böse Frau Merkel”.

Diese Verschwörungsideologie, die in den USA ihren Ausgangspunkt hat und weltweit immer mehr Anhänger gewinnt, behauptet zudem, Donald Trump befinde sich auf einem Kriegszug gegen diesen als “Deep State” bezeichneten Geheimbund. Auch das neuartige Corona-Virus wird in dieser Erzählung kurzerhand umgedeutet. Denn dabei handele es sich lediglich um ein Ablenkungsmanöver, damit Trump ungestört gegen die Demokraten und ihre Mittäter vorgehen könne.

Dieser Ansicht ist auch Naidoo, der bereits im Januar erkannt haben will, was hinter dem Virus steckt und sich darauf vorbereitete:

„Wenn das hier auch passiert, dann ist das wohl die Zeit. Klar habe ich ‚Q‘ verfolgt, aber mit großer Skepsis, weil ich sehe natürlich hinter Trump auch die Jesuiten – aber mir ist er trotzdem sympathisch.“

In einer Videobotschaft vom 22. April behauptet er zudem, das Virus sei überhaupt nicht echt und die Maskenpflicht eine Farce. “Wir sollen so tun als gäbe es eine tödliche Pandemie”, gleichzeitig habe die Polizei “nicht genug Liebe zum Volk, um dagegen vorzugehen” und die Bürger zu schützen.

Ein genauer Blick auf die Behauptungen von QAnon zeigt ein widersprüchliches und krudes Weltbild, das jeglicher Realität entbehrt, jedoch nicht ungefährlich ist. Bereits 2016 kam es unter dem Begriff Pizzagate in den USA zu einem Angriff auf eine Pizzeria in Washington. Der Angreifer war davon überzeugt, dass dort in einem Keller ebenfalls Kinder festgehalten und misshandelt würden. Hinter dem angeblichen Kinderpornoring stünde zudem Hillary Clinton.

Attentäter von Hanau beschäftigte sich mit QAnon

Nachdem der Angreifer nichts gefunden und festgestellt hatte, dass es keinen Keller gibt, ließ er sich widerstandslos festnehmen. Später gab er an, er habe sich im direkten Auftrag von Donald Trump gesehen. Tatsächlich spielt der US-Präsident sehr gekonnt mit den Anhängern von QAnon, greift oft unterschwellig deren Symboliken und Codes auf und befeuert damit zahlreiche Spekulationen rund um die Verschwörungsideologie.

Auch der Attentäter von Hanau, der am 19. Februar dieses Jahres zehn Menschen ermordete, soll ein Anhänger ähnlicher Verschwörungsgedanken sein. So fanden sich auf dessen Homepage Verbindungen zu QAnon und Pizzagate. In seinem Pamphlet sprach er zudem von einem Geheimbund, der ihn seit seiner Geburt verfolgt habe.

Naidoo plant Projekt mit “Identitären”-Rapper

Für Naidoo, der in seinem Song „Marionetten“ 2017 bereits von unbekannten Strippenziehern sang, sei Pizzagate ein Augenöffner gewesen, wie er am vergangenen Sonntag in einem Interview mit dem rechten Medium „Digitaler Chronist“ erklärte. Rund 14.000 Menschen folgten der Live-Sendung. Naidoo erfährt also durchaus Aufmerksamkeit mit Äußerungen wie:

„Du darfst nicht vergessen, dass die Deutschen und das Land schon seit Jahren unter Massenhypnose stehen. Es ist schwer zu brechen. Wer Bernays kennt, der weiß, wie alt diese Mechanismen sind, die da angewendet werden. Es wurde wie viele Jahrzehnte an unseren Hirnen geforscht.“

Vor wenigen Tagen ließ Naidoo dann die nächste Bombe platzen. Über seinen Telegram-Channel verkündete der 48jährige, er plane gerade eine musikalische Zusammenarbeit mit Chris Ares. Der Allgäuer ist der erste offen rechte Rapper, der es in die deutschen Amazon-Charts geschafft hat. Zudem ist Ares Mitglied der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung sowie guter Bekannter des AfD-Abgeordneten Petr Bystron.

AfD ist Fan

Auch die AfD insgesamt scheint für Naidoo Sympathien zu haben. Während sich Reinhard Söll als Veranstalter der Schlossfestspiele zu den politischen Ansichten des früheren Musikstars nicht äußern möchte, beziehen Mitglieder der Regensburger AfD klar Stellung. Peter Heinz, Marco Matt und Gerd Heitzer etwa, Listenkandidaten der Partei zur letzten Kommunalwahl, posteten nach dem Rauswurf von Naidoo bei DSDS über Facebook ihre Anteilnahme mit dem Sänger. Matt teilte dabei auch einen Post von Chris Ares, in dem dieser in der „Causa Naidoo“ gar „das Ende der Demokratie“ sehen möchte.

“Die Wahrheit wird ans Licht kommen.” Auch Bittner glaubt Q. Screenshot Facebook

Heinz ist, ebenso wie seine Parteikollegen Nikolai Sitschow, Rudi Bittner und Stefan Berzl in der Facebook-Gruppe QAnon deutsch Blumenberger aktiv. Darin werden zahlreiche Verschwörungsvideos und Artikel geteilt, meist in Zusammenhang mit QAnon.

All das hat mittlerweile auch Politiker in verschieden Städten auf den Plan gerufen. “Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen”, so der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) in einer aktuellen Mitteilung angesichts eines geplanten Konzerts. In Ladenburg (bei Mannheim) fordern zahlreiche Gemeinderäte die Absage seines Auftritts bei einem Musikfestival. Die dortige FDP bezeichnet Naidoo als “absoluten Spinner”.

Qorona – ein Virus verhindert Naidoo?

So schrieb Bittner am 7. April: „Unsere Krankenhäuser laufen derzeit auf Standby, Messegebäude werden zu Krankenhäuser umfunktioniert, Kinderheime halten Betten frei. Das alles geschieht nicht wegen Corona.“ Vielleicht hat Bittner recht. Vielleicht ist Corona ein super geheimer Geheimplan. Aber dann vermutlich, um den Auftritt von Xavier Naidoo bei den Schlossfestspielen zu verhindern – wenn es Söll schon nicht tut.

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Kommentare (43)

  • Mr. T.

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    „Als Veranstalter steht es uns nicht zu, Äußerungen eines bei uns gastierenden Künstlers zu kommentieren“
    Unglaublich! Mit dem Argument könnte er auch Oidoxie spielen lassen. Vielleicht hätte man Söll mal fragen sollen, was XN denn sagen müsste, damit er ihn vom Programm streicht. Wäre interessant, was er da antwortet. Vielleicht ist es aber auch eine Auflage von Gloria, dass er ihn auftreten lassen muss ;-)

  • Giesinger

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    Ich weiß, daß er ein guter Sänger ist, kenne aber keinen einzigen Song von ihm. Gibt es auch Songs von ihm mit eher seltsamen Texten?

  • Dieser Weg wird kein leichter sein

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  • Sepp

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    Xavier Naidoo denkt inzwischen öffentlich darüber nach mit einem vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremistischen Rapper “Chtis Ares” zusammenzuarbeiten.
    Hätten die Veranstalter auch die Aquarelle von Adolf Hitler ausgestellt weil es ihnen als Veranstalter nicht zu steht, Äußerungen eines bei uns gastierenden Künstlers zu kommentieren ?
    Ich hoffe der Verfassungsschutz führt in seinem Bericht für das Jahr 2020 die “Schlossfestspiele” auf! Unfassbar was sich dieser Veranstalter erlaubt!

  • Jonas Wihr

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    XNs Auftritt dürfte ganz im Sinne der Schirmherrin und Gastgeberin sein. XN macht ihr gewiss keine Vorwürfe wie 2019 die Revolverhelden. Mit XN geht man also quasi auf “Nummer Sicher”. Aber die Schlossfestspiele 2020 werden nicht stattfinden, genauso wenig wie der Romantische Weihnachtsmarkt 2020.

  • Alfons Kaiser

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    Kommentar gelöscht. Ihre Behauptung ist falsch.

  • R.G.

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    Achwas, den weltgrößten Genies der Musik sind ganz eigene Gedanken gestattet. Denkt als Beispiel an Mozart oder den Jodelbuam vom Großbauern.

    Könnte ich als Problemlöser agieren, hätte ich eine Fürstprinzessin mit irgendeinem zornigen aktiven oder inaktiven Politiker vom Ort bekannt gemacht und wenn es geklappt hätte mit den beiden, ihnen Naidoo als Hofmusiker eingeredet.

  • Grundrechtegeil

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    Redefreiheit und künstlerische Freiheit sollten nie eingeschränkt werden. Falls man ihn, seine Musik, Meinungen etc. nicht mag, muss man nicht hingehen. Wenn man den Versuch unternimmt Leute zu “deplatformen”, dann werden diese künstlich populär (siehe AfD).

  • Mr. T.

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    Grundrechtegeil, XN wird weder die Redefreiheit noch die künstlerische Freiheit beschnitten. Er wird nur enttarnt und kritisiert. Genauso werden Veranstalter kritisiert, die ihm eine Bühne geben. Das ist vollkommen in Ordnung. Vielleicht wird ja Söll so erst auf die politischen Dimensionen von XN aufmerksam und macht sich so seine Gedanken. Bei RTL war’s ähnlich. Die haben sich nach immer lauter werdender Kritik näher mit ihm auseinandergesetzt und gemerkt, dass sie seine Positionen unmöglich unterstützen können, ohne irgendwann im Querfrontlerlager zu landen.

  • Eingeborener

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    Die Mordfantasien gegen Naidoo im oben gezeigten Video ,Dieser Weg wird kein leichter sein’ finde ich nur auf den ersten Blick lustig. Was haben die hier zu suchen ?
    Ich habe eben in Wikipedia über Naidoo weiter nachgelesen, Kapitel , politische Einflüsse’ . Für mich eher eine tragische Gestalt, was hat ihn so wirr-verrückt werden lassen ?
    Ich sehe den Sinn nicht, Naidoo zu verbieten, während eine Gloria von TuT ,dauergepampert von der MZ , die Hausherrin und graue Eminenz hinter den Schlossfestspielen ist .Das sind doch Scheinerfolge, wenn von wirren Fantasien getriebene Gestalten wie Naidoo eins auf s Dach bekommen, während die tatsächlichen Nutzniesser der Verhältnisse unbeschadet bleiben.

  • Günther Herzig

    |

    Sperrt ihn aus! Ich glaube, dass er im Kopf krank ist. Dann schon lieber Dieter Bohlen!

  • Piedro

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    @Grundrechtegeil
    Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit, das ist schon richtig. Trotzdem sind die bei uns geltenden Einschränkungen, etwa für faschistisch-rassistische Nazibands, durchaus richtig. Irgendwo hört’s auf. Herr N. gehört nicht in diese Schublade, trotzdem ist der Mann handfest deppert und es obliegt einem Veranstalter zu entscheiden wem er eine Bühne gibt – und wem nicht. Vielleicht will er ein Reichsbürgerpublikum, vielleicht spekuliert er auf eine medienwirksame Corona-Fake-Durchblick-Ansprache oder so.

    Für mich ist das ein langweiliger Jammerlappen auf Schlagerniveau, weit von seinen nicht uninteressanten Anfängen entfernt, und ein Spinner, der leider nur noch Blödsinn absondert. Geschmacksache halt, was das musikalische angeht, und ein Knalltüte, die nur noch Unsinn absondert. Fast schon tragisch. Als Veranstalter würde ich ein anderes Angebot machen. Es gibt ja noch mehr seichte Pseudohiphopjodelbuam, wenn’s schon sowas sein soll.

  • highwayfloh

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    @Günther Herzig:

    Bitte nicht den Dieter. Dann lieber folgende Reinkarnationen:

    Robert Lembke: “Welches Schweinderl hättens denn gern?”
    Wum & Wendelin + der blaue Klaus: “Tööööölllllkeeee!” (R.I.P. Wim Thoelke)
    Die Schlümpfe mit Vater Abraham (Laurentius Karnter)
    Henry Valentino (Im Wagen vor mir)
    ….

    Die Liste liese sich noch weiter fortsetzen … ;-)

  • D.D. Engler

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “Grundrechtegeil:” ‘Also das, was Sie da absondern, kann nicht widerspruchslos
    hingenommen werden. Natürlich kann und darf ein Künstler auch mal scheinbar
    Unsinniges sagen, er darf meinetwegen ironisch sein, aber – und da ist die Grenze:
    Rechtsextreme Parolen sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

  • blondieGIRL

    |

    bei allem verständnis für die freiheit der kunst, bei solchen texten hörts für mich auf:
    „Ihr seid verloren. Ihr macht nicht mal den Mund für euch auf. So nehmen Tragödien ihren Lauf“ …. „Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden. Sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und ihr steht seelenruhig nebendran. Schaut euch das Schauspiel an, das euch alle beenden kann“ …. „kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache, es ist politisch korrekt – auch wenn ihr daran verreckt. Und noch mal: Ich hab fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt. Da muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt es mit mir zu tun! Lass uns das beenden – und zwar nun.“
    so etwas geht über die üblichen “verschwörungstheorien” hinaus, die ja mitunter auch durchaus reale hintergründe haben können (beispiel: massenvernichtungswaffen im irak, da haben wir damals den amis nicht geglaubt und tricksereien vermutet, tja – war eine verschwörungsrealität).
    der mann verdrängt, dass an rechter gewalt in den letzten jahren in deutschland ca. 170 mitbürger starben; die zahlen für die opfer islamistischer gewalt in deutschland konnte ich auf die schnelle nicht finden – cirka 10?

  • Günther Herzig

    |

    @blondieGIRL
    der arme Mann, auch die Söhne Mannheims mögen ihn nicht mehr. Und jetzt soll er für eine verarmte Adelige singen, für die der treue Mann mit dem Kittel die sozialen Pläne umsetzt.

  • Mr. T.

    |

    Der Text, den blondieGIRL hier zitiert hat, ist astreine Hetze gegen Geflüchtete. Dazu gibt’s noch genug andere Texte weit über dem Tolerierbaren, hauptsächlich antisemitische Hetze. Dazu seine veilenen Statements mit Verschwörtungsidiotien. Braucht’s noch mehr? Muss er erst ein Heim für Geflüchtete anzünden oder in einer Synagoge rumballern bis langsam manchen die Augen geöffnet werden?

  • Mathilde Vietze

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    Wo doch unsere geliebte Frau Fürstin sooooo fromm ist!

  • Sebastian Schnellbögl

    |

    Unabhängig davon ob der Auftritt stattfindet oder nicht habe ich eine Petition erstellt, die sich an ODEON Concerte und die Unterstützerinnen und Unterstützer der Schlossfestspiele Regensburg richtet, würde mich freuen, wenn wir gemeinsam ein Zeichen setzen können:
    http://chng.it/MSCGKWWB

    Wir fordern: Positionieren Sie sich klar gegen Ausgrenzung, Rassismus und jene, die wie Xavier Naidoo zur Spaltung unserer demokratischen Gesellschaft beitragen. Distanzieren Sie sich von diesem Auftritt, melden Sie sich als Sponsor bei den Veranstalter*innen, entziehen Sie Ihnen gegebenenfalls Ihre Unterstützung und beziehen Sie durch Ihr Handeln klar Stellung. Berichten Sie als Medienpartner distanziert und kritisch, statt diesem Musiker unreflektiert eine Bühne zu bieten.

    Lassen Sie nicht zu, dass die Schlossfestspiele und ihre Künstler durch diesen Auftritt in ein schlechtes Licht gerückt werden. Positionieren Sie sich trotz der Unsicherheit, ob der Auftritt überhaupt stattfinden wird. Zeigen Sie, dass auch in Zeiten der Krise in unserer Gesellschaft kein Platz für Rassissmus ist.

  • Ida

    |

    Endlich lerne ich den Typen auch mal kennen. Gut gemachte Public Relations? Aber letztlich doch für umsonst.

  • KW

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    @Herrn Schnellbögl
    Wenn sich Odeon-Concerte klar gegen Rassismus und Ausgrenzung positionieren soll, dann kann man Ihre Petition auch in einen einfachen Einzeiler packen:
    “Organisieren Sie keine Veranstaltungen mit direkter oder indirekter Beauftragung durch die Fürstin.”
    Und was das “ins schlechte Licht rücken” von auftretenden Künstlern angeht:
    Die treten da auf wegen der Gage. Und wenn dann eine Band wie Revolverheld (weil diese z.B. oben erwähnt wurde) das Geld dankend annimmt aber meint “Kritik” am Auftraggeber aüßern zu müssen, dann ist das gelinde gesagt, schon ziemlich lächerlich.

  • R.G.

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    Es verwundert mich nicht, Menschen nachdem sie die arme verfolgte Kirche vor bösen Missbrauchsopfern verteidigten, dankbar und aufnahmebereit für Ideen zu sehen, eine große politische Verschwörung sei in Wirklichkeit des Kindesmissbrauchs anzuklagen, von ihr allein gehe Gefahr aus.
    Eine Schnittmenge von in Afrika Besitzenden rechtfertigt sich die starken Unterschiede in der Verteilung der Geldmittel seit Jahrhundeten durch Verachtung der Ärmeren. Sie kann sich in Worten in Talkshows damit selbst angreifbar machen oder durch gut ausgesuchte Künstler mit deren Texten und Worten das Recht auf die Höherstellung ihrer weißen Kaste unterstreichen lassen.

    Verstärkte eine Prinzessin, gebürtig aus Grafengeschlecht, nachdem sie von europäischen Hochadel nicht gerade hofiert und mit Kardinälen aus der Anhängerschaft der vorigen zwei Päpste als Gesprächspartner abgebildet wurde, Ideen von der Gottkönigstum-ähnlichen Legenden rund um Trump, verschaffte sie sich damit möglicherweise statt beim Hochadel oder in Rom nun in New York vorteilhafte Möglichkeiten; diesfalls geschäftlich mit wichtigen Leuten rund um den jetzigen Präsidenten der USA in Kontakt zu kommen.

    Um auf die hiesige Prinzessin zu sprechen zu kommen, ich halte sie für eine Geschäftsfrau durch und durch. Man muss ihre Äußerungen nicht immer nachvollziehen können oder wollen, ich meine sie kann gut rechnen und tut was sich rechnet.
    Gloria von Thurn und Taxis und Baumeister Lugner in Wien verstehen es wie kaum jemand sonst, jedes Jahr durch Wahl ihrer Gäste oder Interview- Wortspenden enorme mediale Aufmerksamkeit zu erhalten – das ist Gratiswerbung für ihre Unternehmen im Wert von hunderttausenden Euro.

  • Rainer

    |

    Dass der XN mittlerweile IMHO äußerst fragwürdige Auffassungen vertritt, habe ich auch erst vor Kurzem wahrgenommen. ‘Gerade nachgesehen, ‘habe eine CD aus dem Jahre 1998 von XN, seitdem … nicht weiter verfolgt.
    Zur vom GG garantierten Meinungsfreiheit gehört es auch, jeden … zu äußern, der einem gerade einfällt, so lange es keine Schmähkritik ist. Aber was erwarten hier so manche von einem Veranstalter, der Rgbg. schon so manches gute Konzert / guten Gig beschert hat und dessen Existenz wegen der aktuellen Corona-Situation ggfs. bei einem Ausfall einer ganzen Saison auf dem Spiel steht? Sich von XN zu distanzieren und auf – ‘glaube ja nicht, dass das Konzert stattfindet – gut 3000 zahlende Konzertbesucher, die den XN (trotzdem) sehen wollen, zu verzichten? Weltfremd, IMHO.

  • Mr. T.

    |

    RG, die Fürstin hat mit den Schlossfestspielen nur insofern zu tun, als dass ihr Sohn die Anlage vermietet und sie als gesellschaftliche Attraktion auftritt. Ähnlich wie beim Weinachtsmarkt des dubiosen Veranstalters.
    Die Auswahl der Interpreten liegt bei Odeon. Und Söll scheint die politische Position der Interpreten komplett egal zu sein. Dem geht’s wohl nur um maximalen Gewinn. Deswegen hat er auch Revolverheld gebucht und jetzt schon zum zweiten Mal Naidoo. Wären ihm die politischen Dimensionen nicht völlig wurscht, hätte er sicher nicht beide gebucht. So etwas ist für mich zwar auch schwer nachzuvollziehen, aber ich kenne selbst genug Menschen mit eigentlich tadelloser Haltung, denen es aber zum Beispiel trotzdem nichts ausmachen würde, die Grenzzaunhalbe vom Röhrl zu trinken (so es diese denn noch gäbe). Söll scheint mir auch einer zu sein, der würde Gabalier spielen lassen oder Feine Sahne Fischfilet, hauptsache die Kasse stimmt.

  • Stefan Aigner

    |

    @Alfons Kaiser & andere

    Bevor sich hier die nächste Theorie darüber entspinnt, warum Ihr Post gelöscht wurde: Ihre Behauptung, dass in unserem Text bewusst Formulierungen verwendet worden seien, die bereits durch Gerichtsentscheidungen untersagt wurden – untersagt wurde ausschließlich eine Bezeichnung und die haben wir nicht verwendet.

    https://www.regensburg-digital.de/landgericht-regensburg-xavier-naidoo-darf-nicht-als-antisemit-bezeichnet-werden/17072018/

  • peter

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    @KW
    zitat:
    Und wenn dann eine Band wie Revolverheld (weil diese z.B. oben erwähnt wurde) das Geld dankend annimmt aber meint „Kritik“ am Auftraggeber aüßern zu müssen, dann ist das gelinde gesagt, schon ziemlich lächerlich.

    ich finde eher ihren kommentar ziemlich lächerlich
    -Auf Nachfrage der Mittelbayerischen sagte die Seenotrettungs-Organisation (Sea Eye) dass die Band einen fünfstelligen Betrag spenden würde.

  • Giesinger

    |

    Was bitte ist denn an dem zitierten Facebook-Text auszusetzen?

  • Günther Herzig

    |

    Ich habe vor kurzem in einem Post, der dann nicht veröffentlicht wurde, gefragt, ob hier Reichsbürger mitschreiben.
    Das war nicht provokant gemeint, weil es nämlich auf mich alarmierenden Beobachtungen beruhte.
    Und die Frage bezog sich auch auf Personen, die nicht als Reichsbürger bezeichnet werden wollen, die sich aber begreifen als Personen, die Positionen der erklärten Reichsbürger nahestehen.
    Ich würde es begrüßen, dass mit Teilnehmern in diesem Forum, die vorsichtig kalkuliert Äußerungen abgeben, die ihre Nähe zu diesen Kriminellen vermuten lassen, auch so umgegangen wird, als seien sie Reichsbürger.

    Und besonders verdächtig sind mir die, die sich immer den Rückzug mit der Erklärung offen halten, sie hätten sich geäußert als „advocatus diaboli“, was nur nicht erkannt worden sei.

    Mit Unrat befasse ich mich nicht einmal zum Schein.

    Mir ist das so widerlich, ich kann es gar nicht sagen.

  • Mr. T.

    |

    Herr Herzig, es gibt sicher die/den eine(n) oder andere(n) hier, die/der kruden Ansichten anhängt, egal ob Ganzrechts, Querfront, Pseudomedizin oder sonst was weit weg von deren “Mainstream”, also der Rationalität. Aber die Moderatoren hier können hier wohl nur auf die Äußerungen direkt reagieren und diese nicht freischalten, als auf die Einstellung, die sie hinter den Äußerungen vermuten. Man sieht das oft an Links zu dubiosen Seiten, auf denen diese Leute wohl nicht durch Zufall geladnet sind, die diese dann auch hier verbreiten wollen. Da sind die Moderatoren aber eh sensibel weil die Rechtslage bei der Haftung mit weiterführenden Links eh problematisch ist. Wenn also Person xy ein(e) Reichsbürger(in) zu sein scheint, sollte Person xy auch was schreiben dürfen, solange dies natürlich keine reichsbürgerischen Verschwörungsidiotien oder Diskriminierungen/Beleidigungen anderer sind. Wie gesagt habe ich da aber vollstes Vertrauen in die Urteilskraft der Moderatoren.

  • Piedro

    |

    @Günther Herzig
    Reichsbürger sind nicht per se kriminell, nur handfest deppert. Und da gibt es noch andere Fraktionen, von den “Info-Kriegern” bis zu den Fake-News-Propandahelden der “neuen Rechten”. Ich habe Verständnis für ihre Deppenallergie, aber Leute, die diesen Leuten auf den Leim gehen bedürfen um so dringender des sachlichen Disputes und nachprüfbarer Informationen. Und manchmal brauchen sie ein gerüttelt Maß an Spott.

  • R.G.

    |

    Herr Herzig, den Eindruck hatte ich auch, habe deshalb den Foreneigner angeschrieben mit meinen Überlegungen, wie man die Überlast bestimmter Gesinnungen wieder reduzieren könnte.
    Eine Lösung habe nicht.

    Einige Reichsbürger sind mir als ehemals liebe, von ihren Eltern im Geiste Ludendorffs mit viel Distanz zur Welt geprägte Kinder bekannt. In den neuen Bewegungen finden sie heute ihre Vorstellung, wie defekt alle Menschen und der ganze Staat im Vergleich zu ihnen seien, bestätigt.
    Viele unter ihnen hängen Geerd Hamer an, demnach sind für sie beinahe alle Krankheiten nicht auf der körperlichen Ebene zu lösen. Ist jemand zu schwach, Infekte oder Diabetes zu bewältigen, was soll’s? Es zählt bei ihnen die Gesundheit des Volksganzen, der Einzelne ist verzichtbar. Am Ende ihrer massigen Links zum Virus muss ihre eigene Weltanschauung bestätigt sein.
    Corona macht die Leute nicht zu anderen Menschen, die Einschottung daheim mauert sie vielmehr in ihren Ansichten noch mehr ein.

  • Hthik

    |

    @Piedro 27. April 2020 um 11:25
    Ich halte sie auch für nach rechts gedriftete Leute mit etwas Problemen bei der Realitätswahrnehmung. Am Anfang steht ja die merkwürdige Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, das auf dem Fortbestehen des Deutschen Reichs besteht, so dass die BRD und die DDR (wahlweise “DDR”) keine Rechtsnachfolgerstaaten sind. Diese Ansicht aus der Adenauerzeit und ihren Fortwirkungen sind ebenso wie etwa die Schwulenparagraphentscheidung nicht unbedingt Glanzlichter aus Karlsruhe. Wir baden die Folgen dieses politisch gesteuerten Rechtsprechungsblödsinns jetzt aus.

  • joey

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    Wer Künstler (oder Fußballer) als vollkommene Wesen sieht, welche eine überragende politische Einsicht besitzen, liegt weithin falsch. Nur weil einer schön zu Playback hüpfen kann oder in Fernsehfilmen schönes Gesicht zeigt, hat er keine Ahnung von sonst Allem. Das gilt auch für politische Stellungnahmen von Starpianisten und Tenören, Schriftstellern und Malern. Alle haben aus gutem Grund (nur) eine Wahlstimme.

    Wenn wir anfangen, politische Meinungen als Grundlage für künstlerische Auswahl zu nehmen, kriegen wir willfährigen Mainstream und Lob des Führers (-Innen). Die Kulturgeschichte zeigt klar, daß das nicht der fruchtbarste Zweig ist. Sonst wäre Rockn Roll immer noch verboten.

    Verbote oder auch nur öffentliche Beschimpfung sind faktisch unwirksam. Die Brandstifter kriegen das auch anders hin, ein Meister darin ist Höcke. Daß er keinen massenweisen Erfolg hat, beweisen die freien und geheimen Wahlen. Ohne Opferrolle hätte er noch weniger.
    Argumente helfen. Glaubwürdigkeit braucht Freiheit.
    Seien wir klar über die Grundzüge der Geschichte, aber offen in politischen Fragen heute. “Fragen” bedeutet Offenheit, sonst hieße es “Antworten”. Beleidigungen sind keine “Fragen”.

    Die Souveränität Deutschlands wurde vor kurzem klargemacht: Die Sicherheit Snowdens (gegenüber USA) kann in Deutschland nicht gewährleistet werden.
    Das berechtigt nicht zur Verschwörungstheorie. Da gibt es dann kein Halten, dann sind die Nazis auf der Rückseite vom Mond auch gleich denkbar.

    Wer Kunst mit Politik vermischt, hat es offenbar nötig. Das gilt umgekehrt auch für den neuen Puritanismus, der die Entscheidung des öffentlichen Lebens auf Intendanten übertragen möchte. Dann gäbe es auch kein Regensburg Digital, die Mittelbayerische reicht ja völlig als Bekanntgabe des “Richtigen”.

  • Piedro

    |

    @Hthik
    Moin.
    “Am Anfang steht ja die merkwürdige Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, das auf dem Fortbestehen des Deutschen Reichs besteht…”
    Das ist völkerrechtlich vollkommen korrekt, auch lange nach der Adenauerzeit. Dieser Teil der Reichsdeppenarie ist zutreffend. Die Rückschlüsse sind es nicht, weil sie sich nur das herauspicken was ihnen ins krude Weltbild passt. Falsch ist: die Bundesrepublik existiert völkerrechtlich gar nicht, wir hätten keine Verfassung, alle Gesetze wären ungültig. Im postfaktischen Zeitalter feiert die selektive Argumentation halt Hochzeit. Schön erklärt ist das hier: https://www.welt.de/geschichte/article158909304/Doch-das-Deutsche-Reich-ist-wirklich-untergegangen.html

  • Piedro

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    @joey
    Moin,
    “Wenn wir anfangen, politische Meinungen als Grundlage für künstlerische Auswahl zu nehmen, kriegen wir willfährigen Mainstream und Lob des Führers (-Innen). ”
    Achwas. Natürlich kann ein Veranstalter entscheiden wem er eine Bühne gibt und wem nicht. Natürlich kann ein Gastronom entscheiden, wer bei ihm Veranstaltungen machen darf und wer nicht. Es wird immer auch Veranstalter geben, die eine Bühne für solche Pappnasen haben. Es soll ja kein Auftritts-/Berufsverbot geben. Aber jedem sollte es klar sein, mit wem oder was man sich gemein macht. Wenn das passt, bitte. Wenn es nur um Kohle geht, und die Leute zahlen für so jemanden, bitte. Es ist eine Entscheidung. Dieser Veranstalter macht es sich zu einfach wenn er meint, so ein Auftritt hätte nichts mit dem Schwachfug zu tun, den der Sängerknabe verbreitet. Das gehört schon zusammen, zumal sich das auch in den Texten niederschlägt. Aber wenn er den Jammerlappen unbedingt im Programm haben will: soll er. Kommen hat ein paar Leute weniger, die sonst dort wären, vielleicht auch ein paar mehr, die ihm huldigen wollen.
    Wenn er auftritt, und wenn er die Gelegenheit nutzt auf die kinderquälenden und -mordenden Eliten aufmerksam zu machen, die bald vom rettenden Trump heimgesucht werden, oder die Existenz des Staates bestreitet, oder über Chemtrails referiert, weil er am Himmel Kondensstreifen sieht, ist das dem Veranstalter vielleicht auch ganz recht, weil dann berichtet wird, und schlechte Publicity gibt es ja nicht, wenn nur die Kohle zählt.

  • Stimmvieh Giesinger

    |

    Die Stadt Dortmund prüft nun, ein Konzert von Xavier Naidoo absagen zu lassen. Link bitte selber suchen.

    Ich finde sowas extrem schlimm, wieweit wir schon geraten sind.

  • KW

    |

    @Giesinger
    Dazu hätte es nicht Ihre Recherche gebraucht, da dies bereits im Artikel oben steht.
    Abgesehen davon, was bitte ist schlimm daran, verwirrten Verschwörungstheoretikern keine Plattform zu geben, damit solche sog. “Multiplikatoren” nicht noch mehr, u.U. mental labile, Menschen schlecht beeinflussen?

  • Hthik

    |

    @Piedro 27. April 2020 um 16:44

    “Das ist völkerrechtlich vollkommen korrekt, …”

    Das Recht ist das Recht, weil hinter dem Recht das Schwert steht. Das Völkerrecht ist eine eine Beschwichtigung.

  • Piedro

    |

    @KW
    “…was bitte ist schlimm daran…”
    Die Stadt kann für ihre eigenen Veranstaltungen entscheiden wer auftritt und wer nicht. Kein Problem. Aber einem Ob steht es nicht zu entscheiden wen er in der Stadt will und wen nicht. “Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen” ist eine Aussage, bei der er für wen spricht? Die Bürger? Für Parteien? Den Stadtrat?

    Der Pressesprecher ist da schon geschickter: “„Für die Stadt Dortmund ist ein Konzert des Musikers Xavier Naidoo im Westfalenpark nicht vereinbar mit ihrem Charakter einer weltoffenen, vielfältigen und toleranten Stadt.“

    Verbieten können sie den Auftritt nicht. Sie verhandeln mit dem Veranstalter. So wie Burschi gerade am Rad dreht liefert er bis zum Sommer vielleicht strafrechtliche Argumente.

  • Piedro

    |

    @Hthik
    “Das Recht ist das Recht, weil hinter dem Recht das Schwert steht. Das Völkerrecht ist eine eine Beschwichtigung.”
    Wie Sie persönlich Recht bewerten bleibt Ihnen überlassen, aber Richter haben nichts anderes um zu Urteilen. Und das mit dem Schwert… poetischer Dummfug. Das Völkerrecht wird permanent gebrochen, folgenlos, ob von den USA, Israel, Russland, Türkei… Und trotzdem gilt es, und ein Gericht kann nicht dagegen urteilen.

    Wenn irgendwelche Matschbirnen sich ihre Argumente nach Belieben aussuchen oder bei Bedarf erfinden, oder einfach zu doof sind die Zusammenhänge zu begreifen, ist das nicht Angelegenheit eines Gerichts.

  • R.G.

    |

    @Giesinger
    Erfolgreiche Künstler erfinden sich gerne immer wieder zum Teil neu, was heißt, sie präsentieren eine vermeintlich aktuelle verkaufsfähige Variante einer Illusionen von sich, zum Zweck der medialen Aufmerksamkeit sollte irgendeine Provokation dabeisein.

    Nicht jedes dabei geschaffene aktuelle “Produktbild” wird angenommen, es mussten bereits Tourneen wegen sexistischer, rassistischer, zweifelhaft religiöser Inhalte abgesagt werden oder schlicht wegen Einschlafgefahr beim Konzert.
    Das ist nichts Neues.

    Die Geschmäcker ändern sich und die Fans reifen, wird der Jaul- Xavi selbst als Blues-Johnny unmodern, kann er versuchen als Jodel-Toni mit der Ausstrahlung eines Almopas oder als Rapper Longestnose mit heruntergerutschter Hose und Rechten Texten Erfolg zu haben, entscheiden wird der Publikumszuspruch, wen die Veranstalter auftreten lassen.
    What shells?

    Früher war alles besser?
    An dem Satz merkt man, dass man langsam ; ) äääh…älter wird.

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