SOZIALES SCHAUFENSTER

Doku über Benedikt XVI.

„Verteidiger des Glaubens“?

Der gescheiterte Papst: Benedikt XVI. Foto: Archiv/ Staudinger

Ein Dokumentarfilm zeichnet den Werdegang von Joseph Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. nach und beleuchtet seine Rolle bei der systematischen Vertuschung von sexuellem Missbrauch. Zum Preview in Regensburg trauten sich Verantwortliche des Bistums trotz Einladung nicht.

Sie sind nicht gekommen. Kein Bischof, kein Pressesprecher und auch sonst kein Vertreter des Bistums Regensburg sind der Einladung in den Andreasstadel gefolgt, um sich dort „Verteidiger des Glaubens“ anzuschauen und anschließend mit Regisseur Christoph Röhl und dem Publikum zu diskutieren. Die Zeiten, in denen sich Bischof Gerhard Ludwig Müller und Immer-noch-Bischofssprecher Clemens Neck öffentlich in Positur warfen, um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche kleinzureden, Betroffene zu demütigen, die offenkundige systematische Vertuschung zu leugnen und Kritiker zu diffamieren und mit Klagen zum Schweigen zu bringen, sind vorbei.

Kritik nur aus der Ferne

Lediglich aus der Ferne kann man in Regensburg das Wehklagen von Kirchenvertretern hören, etwa wenn Dr. Christian Schaller, stellvertretender Direktor des Regensburger Instituts Papst Benedikt, den Dokumentarfilm über Joseph Ratzinger in einer Pressemitteilung als „tendenziös und manipulativ“ bezeichnet, und wenn – noch weiter weg – der ehemalige Papstsekretär Georg Gänswein, er kommt in dem Film selbst ausführlich zu Wort – aktuell von einer „Sauerei“ und einem „Debakel“ spricht. Beide vermutlich, ohne die Dokumentation überhaupt gesehen zu haben – offizieller Kinostart ist der heutige Donnerstag.

Joseph Ratzinger bei seinem Besuch in Regensburg im Papamobil mit dem damaligen Bischof Müller. Foto: Archiv/ Starzinger

Fünf Jahre lang haben der Deutsch-Brite Röhl und sein Team daran gearbeitet. Ganze Bücherwände habe er gelesen und hunderte von Gesprächen geführt, erzählt der 52jährige am Dienstag. Seltenes Archivmaterial haben sie darin verarbeitet, etwa von der Priesterweihe Joseph Ratzingers aus den 50ern oder aus einem älteren Werbefilm für die Regensburger Domspatzen. Entstanden ist dabei ein durchaus differenziertes Porträt von Benedikt XVI.. Ihm werde Ratzinger immer noch zu positiv dargestellt, sagt am Dienstag ein Zuschauer bei der anschließenden Diskussion – ein deutlicher Kontrast zu anderen Preview-Veranstaltungen, bei denen Röhl teils massiv beschimpft worden war.

Vertrauter gibt Einblick in Ratzingers Denke(n)

Insbesondere der frühere Theologie-Professor und langjährige Ratzinger-Vertraute Wolfgang Beinert gibt immer wieder Einblick in Ratzingers Denke(n). In langen Interview-Passagen zeichnet Beinert den Weg des ehemals progressiven Theologen Ratzingers nach, über dessen Rolle als reaktionärer Unterdrücker unliebsamer Glaubensströmungen wie der Befreiungstheologie als Chef der Glaubenskongregation, bis hin zu Papst Benedikt XVI., dem Monarchen, der mit der Komplexität von Realität und Wahrheit schlicht überfordert war.

Dem die Verteidigung der Ordnung innerhalb der katholischen Kirche gegen das Chaos einer modernen Gesellschaft über alles ging und der progressive Bischöfe und Kardinäle mundtot machte und durch Ultraorthodoxe ersetzte, ähnlich wie Bischof Müller es mit solchen Priestern und Professoren praktizierte. Der antisemitischen Gruppierungen wie „Das Werk“ oder die von kriminellen Strukturen durchsetzten „Legionäre Christi“ um sich scharte und für deren Loyalität und Papsttreue auch Missbrauchsopfer über die Klinge springen ließ, die sich persönlich mit Vorwürfen gegen Legionäre-Gründer Marcial Maciel Degollado an ihn gewandt hatten.

Es ist das Porträt eines Überforderten und Gescheiterten, einer tragischen Figur, das Röhl zeichnet. Eines Mannes, der den „Engel der Finsternis“ mit dem des Lichts verwechselt hat, wie es Beinert ausdrückt. Dabei spart Röhl sich jede Häme oder Überheblichkeit. Er lässt Aufnahmen, Fakten und Interviewpartner für sich sprechen. Viele hätten sich nicht vor der Kamera äußern wollen, sagt der Autor. Ein in Aussicht gestelltes Interview mit Ratzinger selbst scheiterte aus Krankheitsgründen, wie es heißt.

Mehr als eine Randnotiz: Regensburger Domspatzen

Am Ende bleibt die Frage weitgehend offen, wie viel Ratzinger tatsächlich wusste. Wie viel Verantwortung er wirklich dafür trägt, dass die Vertuschung sexuellen Missbrauchs im Vatikan nicht nur seit Jahrzehnten bekannt, sondern auch von dort veranlasst worden war – etwa durch das Verbot für Bischöfe, mit weltlichen Organisationen – Ermittlungsbehörden – zusammenzuarbeiten, geschweige denn, sich initiativ an diese zu wenden – und wie viel der schieren Überforderung zuzuschreiben ist, dem Ausblenden der Realität. Röhl spricht am Dienstag davon, dass Ratzinger Vertreter einer „platonischen Wahrheit“ gewesen sei.

Zwar nimmt Irland, was den sexuellen Missbrauch und dessen Vertuschung anbelangt, einen Hauptpart in Röhl Dokumentarfilm ein, doch auch die sexuelle und körperliche Gewalt bei den Domspatzen in Regensburg, Ratzingers früherer Wirkungsstätte, ist weit mehr als nur eine Randnotiz. Regensburg ist pars pro toto im unmenschlichen System des Missbrauchs und der anschließenden Versuche, dessen Aufdeckung zu verhindern, um das Ansehen der Kirche rein zu halten. Ein System, für das auch Ratzinger stand und steht, wie seine letzten Äußerungen, demnach die 68er an allem schuld seien, zeigen.

Es sei weniger der Missbrauch selbst, der das Vertrauen der Gläubigen in ihre Kirche erschüttert habe, sondern der Umgang damit, glaubt Röhl. Dessen Vertuschung, die Vertuschung der Vertuschung, die fehlende Barmherzigkeit mit den Opfern, die auch bei einigen Interviews mit Kirchenvertretern immer wieder zutage tritt – bis zum Umschwenken durch Bischof Rudolf Voderholzer ist dies eine Blaupause, die man ohne weiteres auf Regensburg umlegen könnte, wo die einst so wortgewaltigen Verharmloser und Vertuscher heute die Konfrontation scheuen.

„Verteidiger des Glaubens“ läuft ab dem heutigen Donnerstag im Kino im Andreasstadel.

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Kommentare (57)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich werde mir den Film am Sonntagnachmittag ansehen. Mir ist aber schon jetzt klar,
    daß die Ewiggestrigen diesen bereits im Vorfeld als „‚kirchenfeindlich“ einstufen.
    Aus sicherer Quelle weiß ich, daß Ratzinger, als er noch Chef der Inquisition war,
    seinen Bischöfen bei Androhung von Kirchenstrafe verboten hat, Mißbrauchsfälle
    öffentlich zu machen. Und hinterher hat er dann „Ahungslosen“ und den „Betroffenen“
    gespielt.

  • Schröck Hans

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    Ich denke, dieser „Überforderte“ hätte ja auch seine Höhle verlassen können, aber sie bot ihm ja eine Menge Vorteile, vor allem Macht über diejenigen, die sich die Freiheit nahmen, ohne Theologiestudium den direkten Weg zu ihrer Gottheit einzuschlagen. Er hätte ja am 18. Mai 2001 als Vorsitzender der Glaubenskongregation ein Mittagsschläfchen halten können, anstatt einen „Brief an die Bischöfe der ganzen katholischen Kirche und an andere Bischöfe und Hierarchen, die es angeht, über die der Glaubenskongregation vorbehaltenen schweren Straftaten“ zu verfassen, in dem ganz eindeutig der Tatbestand der Strafvereitelung erfüllt war. Die entsprechende Anklage 2005 vor einem amerikanischen Gericht in einem Mißbrauchsprozeß mußte leider ohne Ratzinger stattfinden, weil der Vatikan darauf verzichtete, seinem obersten Chef die Immunität zu entziehen. Als „schweren Straftaten“ , die nicht etwa den weltlichen Gerichten zu melden sind, sondern der „pontifikalen Geheimhaltung“ unterliegen, also gewissermaßen einem katholischen Scharia – Gericht, werden in einem Atemzug „die von einem Kleriker begangene Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs mit einem noch nicht 18jährigen minderjährigen Menschen“ und die ebenso schwere Straftat der „verbotenen Konzelebration der Eucharistie“genannt! Unterschrieben von Joseph Kardinal Ratzinger und seinem damaligen Sekretär Tarcisio Bertone, 2010 dadurch aufgefallen, daß in seinem Gehirn Homosexualität und Pädophilie nicht zu trennen sind. . .

  • Gläubiger

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    Josef Ratzinger nahm 1969 den Ruf an die Universität Regensburg an. Dort lehrte er Dogmatik und Dogmengeschichte…..
    Ging auch bei den Regensburger Domspatzen, sein Bruder Georg Ratzinger war dort Domkapellmeister, ein und aus….
    2010 wurde dort in Regensburg bekannt, dass im Chor und in den zu ihm gehörenden Erziehungseinrichtungen, auch in der Grundschule Etterzhausen, systematisch psychische und physische Gewalt gegen die Kinder und Jugendlichen ausgeübt wurde, unter anderem auch unter Domkapellmeister Georg Ratzinger.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Georg_Ratzinger_
    (Kirchenmusiker)

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI.

    https://www.ratzinger-papst-benedikt-stiftung.de

  • daraufundschluss

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    Das Leben eines Regensburger ist voller Enttäuschungen: die Fürstin schwingt rassistische Sprüche, der grüne Bürgermeister ist gar nicht grün, der sozialdemokratische OB-Hoffnungsträger wird wegen Korruption verurteilt und der „Regensburger Papst“ und sein Bruder entpuppen sich als Hüter des Geheimnis des Missbrauchs an den Domspatzen.

  • Piedro

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    @Gläubiger
    Danke für das Link.
    „Der stellvertretende Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. in Regensburg, Christian Schaller, nennt die Dokumentation „tendenziös und manipulativ“. Ratzinger werde in dem Film „zu einer Symbolfigur hochstilisiert, die für alles verantwortlich sei, was in der Kirche schiefgelaufen ist“, sagt Schaller in einem vom Bistum Regensburg verbreiteten Interview.“
    Für das, was er gesagt und getan und unterschrieben hat, darf man ihn ruhig als verantwortlich betrachten. Wäre ja noch schöner, er wurde ja wohl kaum von Gottes Hand geführt. Der Papst ist der Stellvertreter Gottes, für viele nur symbolisch, es braucht keine nähere Betrachtung der Person, um sie zu einer Symbolfigur zu stilisieren. Schon gar nicht für einen Katholiken. Herr Schaller meint, der Film “ blende wichtige historische Tatsachen aus. Die Darstellung Ratzingers stimme „mit der Realität, seinem Werk und seinem Pontifikat“ nicht überein.““ Nun, mir reichen die historischen Tatsachen, die er einblendet. Wer dazu etwas zu sagen hat möge das tun, wer andere Tatsachen kund tun möchte: gerne. Nur zu. Davon zu reden ohne sie auszusprechen ist manipulativ, es könnte sogar tendenziös sein sie zu verschweigen.

  • Gläubiger

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    Guter Trailer zum Kinofilm
    Verteidiger des Glaubens
    https://amp.welt.de/kultur/video202536400/Kinotrailer-Verteidiger-des-Glaubens-Video.html

    Kinofilm über Ratzinger:
    „Verteidiger des Glaubens“ | NDR …
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Verteidiger-des-Glaubens-Das
    Joseph Ratzinger wusste von sexuellen Missbräuchen noch bevor er Papst wurde. Nun zeigt die Doku „Verteidiger des Glaubens“ das perfide

    Erzbischof Gänswein warnt vor Kinofilm
    https://m.youtube.com/watch?v=T9pfjJA_RLA

  • Haimo Herrmann

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    Zu: daraufundschluss
    Diese Liste könnte man weiterführen. Da gibt es zum Beispiel in Regensburg eine Bürgermeisterin, die sich nicht zu gut ist, einen Hitlerfreund und Nazischleimer zu verteidigen, wenn es um dessen Ehrenbürgerwürde und die Existenzberechtigung der Dr. Theobald Schrems Strasse geht. Sie lehnte meinen Antrag schlichtweg ab und schob einfach den Ältestenrat des Stadtrates als Deckung für ihren Entschluß vor. Was ich persönlich beklagen muß, ist die Gefühllosigkeit im Bistum. Das MIM bekommt angeblich keine Mittel mehr, in Nürnberg gibt es ebenfalls keine Möglichkeit für die Opfer sich zu treffen, und um die echt Geschädigten kümmert sich kein Mensch. Heute kann ich vieles belegen.von dem früher immer nur gemunkelt wurde, da ich so einiges im Nachlaß meines Vaters fand. Unter anderem, dass seinerzeit J. Meier, der berüchtigte Direktor in Etterzhausen, den von G. Ratzinger spendierten 3 tägigen Antrittsbesuch mit den Eltern über sein Privatkonto abrechnete (60 DM), obwohl es immer hieß der Domkapellmeister hätte uns seinerzeit dazu eingeladen.
    GOTTES MÜHLEN MAHLEN LANGSAM, MAHLEN ABER TREFFLICH FEIN !
    Haimo Herrmann
    Anerkanntes Missbrauchsopfer des Bistums Regensburg, Etterzhausen 1962 – 1964

  • Rezo

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    Viele dieser Themen, das mit dem Ratzinger Papst 1969 und Etterzhausen, das mit dem Ring in Regensburg und auch das Thema mit dem Fürst von Thurn & Taxis, alle diese Themen wurden vor Jahren schon den Verantwortlichen vom Bistum Regensburg gemeldet. Diese sehr wichtigen Themen werden bis heute nicht aufgearbeitet. Von diesen Themen stand auch nichts im damaligen Abschlußbericht der Regensburger Domspatzen, der damals im Sommer 2017 von RA Weber aus Regensburg vorgestellt wurde.

  • Gläubiger

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    @Haimo Herrmann
    Zum Thema Regensburger Domspatzen und deren Aufarbeitung…..
    Anscheinend ist dieser Institution Regensburger Domspatzen einiges so schnurz egal….
    Anstatt sie eben respektvoll mit dem Aufarbeitungsthema umgehen würden, vor einiger Zeit wurde auch diese neue Studie vorgestellt, halten Sie jetzt schon wieder im November 2019 Ihr Jahrestreffen der ehemaligen Domspatzen ab.
    https://www.domspatzen.de/chor/aktuelles/ehemaligentreffen.html
    https://www.domspatzen.de/chor/aktuelles/index.phpeID=tx_securedownloads&p=365&u=0&g=0&t=1572730645&hash=1a7128f90d20046ee430104c89ee40ed09304fde&file=/fileadmin/user_upload/191007_Domspatzen_Ehemalige_Anschreiben_Programm_1.pdf
    Gelobt sei Gott – denn alles ist schon verjährt.
    https://www.gelobt-sei-gott.de

  • K. Svoboda

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    P. Murphy in den USA hat bis in die 90er Jahre 400 (!) taubstumme (!) Buben missbraucht. Er sollte suspendiert werden. Verhindert hat das nachweislich der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger. P. Murphy sei schon so alt und schwer krank, da müsse man von der Strafe absehen.
    Und in Regensburg? Gab es da etwa nur die Domspatzen? Was ist mit den anderen Internaten? Hat es da NIE Übergriffe gegeben? Seltsam.
    Und der Personalreferent Franz Frühmorgen hat dafür, dass er nie etwas mitbekommen hat, auch nicht von Riekofen, die fette Stelle als Dompropst erhalten.

  • Mathilde Vietze

    |

    Professor Beinert, ein aufrechter Kirchenmann hat das Vorwort zu dem Buch
    “ Nicht mehr ich“ von Doris Wagner, geschrieben. Es war ein sehr ehrlicher
    Text und daraufhin hat ihm Ratzinger die Freundschaft aufgekündigt. Doch
    damit kann Dr. Beinert leben.

  • Rezo

    |

    @K. Svoboda
    Ja genau so hat das Bistum Regensburg und diese Institution Regensburger Domspatzen Ihre eigene Vergangenheit aufgearbeitet. Der Neue Bischof dort ist auch nicht besser als der Alte. Alles in die Länge ziehen, und so weiter. Es hieß sogar, eben wegen Etterzhausen, dort sind auch unzählige Grundschulkinder misbraucht worden, diese Buben von Etterzhausen gehören nicht zu uns. Siehe Abschlußbericht, min. 200 Seiten handeln über Etterzhausen….etc.
    Diese Institution Regensburger Domspatzen und das Bistum Regensburg haben ein Fass ohne Boden aufgemacht.
    Bin gespannt, was jetzt alles die Mittelbayerische Zeitung schreiben wird. ( MZ aus Regensburg )

  • Simplus

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    Dass Röhls Filmdokumentation über Benedikt XVI. in den Feuilletons und der öffentlichen Meinung so nachhaltig einschlägt, sollte niemand wundern. Der Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen ist entgegen den amtlichen Schutzbehauptungen noch lange nicht aufgearbeitet, er wühlt im Unterbewusstsein vieler Menschen. Röhls Gedankengänge um die kirchlichen Machtstrukturen und die Verstrickungen des Altpapstes sind grundlegend und weitsichtig, sie bieten viele Erklärungsansätze für das, was Jahrzehnte vertuscht wurde, an. Dass jetzt viele Figuren aus dem Täterkreis und der DBK den Film als >tendenziösTabubruch< hinstellen, liegt daran, dass sie zur Stilllegung ihres schlechten Gewissens ein Feindbild brauchen. Beeindruckend, wie Röhl und Prof. Wolfgang Beinert den Konflikt der Kirche zwischen dem Nicht-Sagen-Dürfen und dem, was schon seit Jahrzehnten hätte gesagt und getan werden müssen, herausarbeiten. So wird immer klarer, dass uns Missbrauchsopfern neben der Vergewaltigung durch die Täter zusätzlich strukturelle Gewalt in Form der Vertuschung in den Ordinariaten und Abteien angetan wurde; wenn der Ruf der Kirche in Gefahr war, begingen die Vertuscher immer Fahrerflucht und ließen die Opfer hilflos im Straßengraben liegen.
    Zwei Anschlussfragen konnte Röhl m. E. im Film aber nicht ausreichend beantworten: Ist die kath. Amtskirche auf Bischofsebene überhaupt willens, die systemische Vertuschung in der Vergangenheit aufzuarbeiten oder müsste sie dazu nicht vorweg ihre Strukturen ändern? Und: Wie müssten eine kritische Theologie und Ekklesiologie aussehen, um eine Wiederholung der historischen Schuld zu verhindern? Benedikt XVI. war nicht der einzige Verantwortliche für die schwarze Magie. Von Kardinal G.L. Müller oder seinem Generalvikar Fuchs z. B. hat man kein einziges Wort der Entschuldigung für ihre rüde Fahnenflucht im Missbrauchsfall Riekofen und bei den Domspatzen gehört. Auch Bischof Voderholzer ist eine tragische Figur und hat die Skandale seines Vorgängers (viel zu) lange kleingeredet. Die substantielle Selbstmarginalisierung der kath. Kirche wird sich fortsetzen, wenn Benedikts Schudennachlass nicht alsbald saniert wird. Nur der Altpapst selbst könnte durch ein mutiges Eingeständnis seiner Gesamtverantwortung der Kirche ein anständiges Profil wieder zurückgeben. Warum nur bringt er diese Größe nicht auf?

  • Rezo

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    Diese katholische Kirche soll endlich dieses Pflichtzölibat abschaffen, dann gäbe es auch nicht mehr so viele Missbrauchsfälle mit Priestern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%B6libat
    Priester leben und lieben aber auch die Frauen, siehe Link von Focus

    Es dürfte 10.000 geben
    Priester-Kinder sind Tabu in katholischer Kirche
    https://www.focus.de/wissen/mensch/religion/es-duerfte-10-000-geben-priester-kinder-sind-tabu-in-katholischer-kirche_id_10821468.html

    Sauber sog i

  • Nocheinüberlebender

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    Kein Raum für Missbrauch.
    @ Haimo „in Nürnberg gibt es ebenfalls keine Möglichkeit für die Opfer sich zu treffen“ – dafür kämpfe ich jetzt ein volles Jahr mit null Erfolg, obwohl es keinen einzigen Cent kostet und sogar Fortbildungen etc. finanziert sind (Finanzierung ist in trockenen Tüchern, Verein, Verband, Wohlfahrtsträger gesucht)!
    Das ist ein Skandal. Ein guter Freund sagte mir, er könne mich da nicht unterstützen, weil er es sich mit der Kirche nicht verscherzen will; ist denn die Angst vor der Kirche so groß? Dabei wollen wir doch nur helfen, denn die Aufarbeitung trägt zur Aufklärung und zur Verbesserung bei und nicht umgekehrt: Wir sind k e i n e Nestbeschmutzer und eine Reaktion, wir sind jetzt mit euch beleidigt, die hilft keinem weiter, gerade eben wieder: Ein stadtbekannter Priester dreht sich zur Seite, weil er mich sieht und erkennt – bin ich der „Böse“ oder andre (Kinderschänder), die es übrigens überall gibt, in Kinderschutzbund genauso wie in Grünen-Partei, in Sportvereinen und in Familien, sie sind ebenso aktiv beim Vertuschen, Vergessen, Verleugnen und Verschweigen.
    Kein Raum für Missbrauch.

  • Mr. B.

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    @Nocheinüberlebender:
    Die Kirche die sie ansprechen hat eben von je her ihre Schäffchen durch Unterdrückung erzogen (in Angst, Sünde, usw.)
    Spricht man ältere Leute auf strafrechtliches Geschehen in der der Kirche an, kriegt man, öfter als man meint, gleich zu hören: „Pscht, Pscht, Pscht, dass dies niemand hört!“ Keiner will der erste sein, der es an die Öffentlichkeit bringt. Bei der Kirche selbst würde es ums finanzielle Überleben (Prunk und Besitztum) gehen. Also, wer soll sich trauen……?

  • Mr. B.

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    Meinte in meinem Beitrag natürlich „Schäfchen“.

  • Gläubiger

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    Ex-Papst kritisiert Gottlosigkeit in Kirche und Gesellschaft
    https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/05/22/ex-papst-kritisiert-gottlosigkeit-in-kirche-und-gesellschaft/
    Laut Röhl handelt es sich bei der Katholischen Kirche um ein „System, das für sich eine absolute Wahrheit in Anspruch nimmt. Und wenn das dann
    dazu führt, dass alle anderen Wahrheiten geleugnet werden, führt das zu Missbrauch“. Er meint nicht nur den sexuellen Missbrauch, der so oft beschrieben, angeklagt und diskutiert, und dennoch von den Kirchen-Oberen so oft und so dreist verschwiegen und verleugnet wurde. „
    https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/10/27/das-system-ratzinger-machterhalt-durch-schweigen-und-leugnen/

  • R.G.

    |

    Als ich ein Vorschulkind war, sah man die Jugendlichen eines Ortsteils nur in Rudeln. Sie müssten einander beschützen, meinten sie.
    Ich war noch nicht in der Schule, als binnen wenigen Wochen beinahe alle „großen Jungen mit Motorrad“ verschwunden waren. Verzweiflung in den betroffenen Häusern. Ein Verbrechen wurde befürchtet.
    Später kamen Briefe aus Übersee an die Mütter vom Sohn, er wolle nie mehr wiederkommen. Es blieb unerklärlich, weshalb.

    In der Fremde ging es aber einigen so dreckig, dass sie nach Jahren doch zurückmussten. Keiner von ihnen schaffte den Anschlus im erlernten Beruf wieder. Sie verdienten sich als Hilfsarbeiter ihr Geld im Schichtdienst in der Fabrik nebenan. Bei einem harmlosen Ausflug an die Seen, wo sie als Knaben mit dem Pfarrer Zelturlaub gemacht hatten, brach endlich der Schweigsamste und Härteste unter ihnen – er war seinem Sohn bis dahin ein böser und unnahbarer Vater gewesen – weinend zusammen. Der Pfarrer „…“ habe ihn an dem Ort körperlich bei der Vergewaltigung ziemlich verletzt. Nicht nur er wäre dann bis zur Volljährigkeit immer wieder Opfer geworden. Da hätten sie vereinbart, mit dem Tag der Volljährigkeit zu flüchten, in ein Land, wo es keine katholische Kirche gäbe…
    Bei privaten Nachforschungen in der Pfarrchronik stellte sich jedoch heraus, es hatte bei uns nie einen Priester dieses Namens „…“ gegeben. Zur fraglichen Zeit war laut Unterlagen ein angeblich untadeliger akademischer Geistlicher, der vom gleichen Orden geprägt worden sei „wie der Ratzinger“, bei uns Pfarrer gewesen.

    Die Lösung: Man hatte von einem Tag auf den andern beschlossen, die Padres seien nicht mehr mit ihrem Brüder-Namen, sondern wieder mit dem weltlichen samt Titel anzusprechen, so war Betreffende „aus den Papieren“.
    Begraben wurde er übrigens als Frater X. Einige Wirkungsorte seines Berufslebens waren nicht angeführt.
    Hoffentlich deutet das nicht auf weiteres Leid.
    Sein Nachruf spricht von Verleumdungen gegen ihn.

    Ich verbrachte einige Jahre in einer europäischen Großstadt. Dort gab es eine richtig moderne Pfarre mit Jazzmessen, herzlichem Friedensgruß und herzlichem Kontakt mit den Kindern. Ein Pater hatte als „Charismatisch Erneuerter“ den frischen Wind in die Pfarre gebracht. An einem Sonntag war es sehr plötzlich mit der Fröhlichkeit vorbei. Der Satan stelle seinem Werk nach, verleumde die Heilige Kirche, hieß es in der Predigt. Der „Erneuerte“ war einfach weg.

    Verurteilt wegen Kindesmisbrauchs, informierte die Zeitung. Einer anderen Pfarre zugewiesen, hieß es in der Kirche. Dort nicht mit weltlichem Namen, sondern mit Ordensnamen geführt, bekamen wir über einen kuriosen Umweg heraus.
    Und damit schloss sich der Kreis in meine Kindheit.

    Für die seelisch Verletzten ( die Generation der aus der Heimat Geflohenen), wurde, nachdem sich mehrere an sexuellen Missbrauch erinnert haben wollten, ein Heilungswochenende angeboten, geführt von ausgewiesenen Fachleuten. In einem schönen Bildungshaus in den Alpen. Das Programm ließ uns verärgert zurück. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, alles Gott auf den Altar zu legen und nicht mehr darüber zu reden, das nämlich wäre ein Festhalten am Leid. Nur wenn man sich ausschließlich ihm anvertraue, könne Gott heilen…

    Wie der Priester geheißen habe, der solchen Unsinn verzapfe, wollte ich wissen. Ich erfuhr, es wären wohl mehrere aus … gewesen, aus der Pfarre …

    Direkte Kollegen also vom verurteilten Priester aus der Großstadt!
    Eine Hand wäscht die andre, ein an einem Ort „vom Satan beschmutzter“ Schulorden, wusch am anderen Ort den andern „vom Teufel (,dem „Verführer“,) beschmutzten“ Internatsorden rein.

    An der Al(z)tarwaschmaschine.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Rezo“ – Der Pflichtzölibat ist n i c h t die alleinige Ursache; es ist vielmehr die
    hinterwäldlerische Sexualmoral der katholischen Kirche, die sexuall verklemmte
    Männer anzieht, wie die Motten das Licht. Aber wenn man das laut sagt, wird
    man von den Reaktionären sofort mit dem Totschlagargument, man wolle „der
    Zügellosigkeit das Wort reden,“ abgebürstet. Das Gegenteil von Verklemmtheit
    ist nicht Zügellosigkeit, sondern Natürlichkeit.

  • Flora

    |

    Was Chistoph Röhls noch viel zu rücksichtsvoller Film über J. Ratzinger ausblendet, sind seine Aktivitäten im Exorzismus. Seit den 60er Jahren war Ratzinger ein glühender Verfechter dieser zweifelhaften Praxis. Der Autor des Buches „Teufelsglauben“, Herbert Haasg, der sich wissenschaftlich fundiert mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wurde von der Kirche kaltgestellt und diffamiert. Das besondere an dem Buch: es erschien 2 Jahre bevor man in Würzburg die Studientin zu Tode exorziert hat. Der Exorzist, der das Gutachten für Annelise Michels Bessenheit verfaßt hatte, wurde in dem Buch „Teufelsglaube“ schon der Scharlatanerie überführt. Auch im Würzburger Fall hatte Ratzinger als besonders enger Freund des dortigen Bischofs seine Finger im Spiel. siehe Doku: Teufels Werk und Gottes Beitrag von Helge Cramer. Und im Jahr 2016 stellte der MB-Beauftragte und Kriminologe Professor Laubenthal öffentlich klar, dass man im Fall Michel auch von sexuellem Mißbrauch ausgehen müsse, da gegen einen ihrer Exorzistenpfarrer Meldungen anderer Betroffener diesbezüglich eingegangen wären.
    Daher stellt sich die Frage, wie oft die „Teufelsaustreibung“ als Deckmäntelchen für sexuell-sadistische Machthandlungen stand und auch heute noch dementsprechend angewandt wird. Als Papst hat Ratzinger 3000 neue Exorzisten berufen und wollte, dass in jeder Diözese einer tätig wird…Das ist ein weites Forschungsfeld mit viel Stoff für eine Fortsetzung des Röhl-Films.

  • Rezo

    |

    @ Die MZ schrieb
    https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/ein-papst-film-der-debatten-entzuendet-21771-art1843003.html

    Wer den Kinofilm vom Ratzinger Papst schon gesehen hat, der muß auch zum Film kein Fragezeichen setzen, oder auch keine Debatten entzünden.. Jahrzehnte lang wurden Kinder mißbraucht. Ob in Etterzhausen, in der Grundschule der Domspatzen, in Regensburg bei den Domspatzen, im KLoster Scheyern oder Im Kloster Rohr/ Niederbayern, überall wurden schutzbefohlene Knder oder heranwachende Jugendliche Missbraucht. Die Täter wurden gedeckt oder nur versetzt. Im Kloster Rohr wurde sogar vor Jahren ein Pater verurteilt. Diese katholische Kirche will sich anscheinend bis heute von den großen Wahrheiten derart drücken. Der Erzbischof Gänswein fuchtelt beim Reden so sehr mit seinen Händen herum, der Wahnsinn.

    https://www.mittelbayerische.de/suche/?searchterm=Verteidiger+des+Glaubens&searchmode=on&scope%5B%5D=all&type=articles&type=galleries&type=videos&interval=month&day_from=&month_from=&year_from=&day_to=&month_to=&year_to=

  • Gläubiger

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    Obwohl sie von den Übergriffen gewusst hätten, seien weder der von 2005 bis 2013 amtierende Papst noch dessen Privatsekretär Georg Gänswein gegen ihn vorgegangen, schreibt die „Bild“-Zeitung. Sie zitiert den Anwalt mit den Worten, es gehe um „systematische Strafvereitelung durch die oberste Führungsriege der Katholischen Kirche.“

    https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Neue-Vorwuerfe-gegen-Priester-aus-Eichstaett;art155371,4369442

    https://www.merkur.de/politik/kirche-missbrauchsskandal-massive-vorwuerfe-gegen-ex-papst-benedikt-zr-13186405.html

    https://www.epochtimes.de/politik/welt/deutscher-praelat-im-vatikan-sexueller-uebergriffe-beschuldigt-papst-benedikt-hat-geschwiegen-a3050781.html/amp

  • Giesinger

    |

    Am 26. 10. erschien im Donaukurier ein Interview mit Christoph Röhl über den Film.
    https://www.donaukurier.de/nachrichten/kultur/Film-Kirche-Kriminalitaet-Kino-Christoph-Roehl-Papst-Benedikt-XVI-Joseph-Ratzinger-Deutschland-Bayern-Roehl-ueber-Ratzinger-Film-Wie-unter-einem-Brennglas;art598,4365360

    Vergangenen Samstag berichtete der Donaukurier über „Neue Vorwürfe gegen Priester aus Eichstätt“.
    https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Neue-Vorwuerfe-gegen-Priester-aus-Eichstaett;art155371,4369442

    Interessant hier insbesondere diese Textpassage:

    „Obwohl sie von den Übergriffen gewusst hätten, seien weder der von 2005 bis 2013 amtierende Papst noch dessen Privatsekretär Georg Gänswein gegen ihn vorgegangen, schreibt die „Bild“-Zeitung. Sie zitiert den Anwalt mit den Worten, es gehe um „systematische Strafvereitelung durch die oberste Führungsriege der Kirche“.

  • Rezo

    |

    @Berichterstattung vom DK = Donaukurier aus Ingolstadt
    Bemerkenswert ist immer wieder diese Formulierung zu bestimmten Themen.
    Der DK schrieb: Missrauch ist Thema im Kino
    Also , wenn es nur im Kino den Missbrauch zu bereden oder zu behandeln gibt, dann stimmt etwas nicht. Benutzt die Presse eben bestimmte Themen nur um uns Leser in die Irre zu führen?
    Missbrauch ist Thema im Kino Eichstätt
    Eichstätt (EK) Zum Start des Films „Gelobt sei Gott“ im Eichstätter Filmstudio am 10. Oktober bietet die Katholische Erwachsenbildung (KEB) Landkreis Eichstätt eine Sondervorführung mit anschließender Gesprächsmöglichkeit.
    https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Missbrauch-ist-Thema-im-Kino;art575,4342927
    Auch schrieb der DK zum Thema Domkapellmeister Christian Heiß und dem Thema Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen, siehe Interview
    Anscheinend weiß der neue Domkapellmeister nicht, dass es auch in Regensburg auch zahlreiche , ja viele Fälle von Missbrauch gab…
    #
    Sie waren selbst als Schüler bei den Regensburger Domspatzen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
    Heiß: Ich persönlich wollte meine eigene Domspatzenzeit nie missen. Das war eine fantastische Zeit. Wobei ich nie in dieser Vorschule der Domspatzen war.
    Die ist Ihnen erspart geblieben, denn die war, wie sich später zeigte, der Kern des Missbrauchs- und Gewaltproblems.
    Heiß: Die meisten Fälle sind ganz offensichtlich da zu verzeichnen gewesen.
    Waren Sie entsetzt, als Sie davon erfahren haben?
    Heiß: In der Umfänglichkeit hat mich das schon sehr entsetzt, ja. Als das bekannt wurde, habe ich mit großer Empathie Richtung Regensburg geschaut. Für das aktuelle Haus war die ganze Geschichte natürlich eine Katastrophe.

    https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Fuer-mich-schliesst-sich-ein-Kreis;art155371,4276983
    https://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/Forschung-Geschichte-Kirche-Kriminalitaet-Regensburger-Domspatzen-Gewalt-Studien-Deutschland-Bayern-Abgeschottetes-Gewaltsystem-bei-Regensburger-Domspatzen;art154670,4260759

  • AZ

    |

    Ergänzung zu K. Svoboda’s Hinweis auf Murphey u.a.
    Ein absolut grausiger, wenngleich sehr aufschlussreicher Film:

    https://www.youtube.com/watch?v=r5y-c2mS5qo

    In der Szene mit den Journalisten (nach ca. 60 min.) „outet“ sich Benedikt unmissverständlich.

  • R.G.

    |

    @Thik
    Es wäre mir sehr wichtig zu erfahren, wo in Feldkirch Herbert Haag zur Schule bzw. im Internat war.

  • R.G.

    |

    Zu:
    „Am Ende bleibt die Frage weitgehend offen, wie viel Ratzinger tatsächlich wusste. Wie viel Verantwortung er wirklich dafür trägt, dass die Vertuschung sexuellen Missbrauchs im Vatikan nicht nur seit Jahrzehnten bekannt, sondern auch von dort veranlasst worden war – etwa durch das Verbot für Bischöfe, mit weltlichen Organisationen – Ermittlungsbehörden – zusammenzuarbeiten“

    Mein Gott, der Chef der Inquisitionsbehörde und späterer Vertreter Christi auf Erden hat Wichtigeres zu tun, entscheiden ob Frauen von HIV Infizierten Verhüterli verwenden dürfen – Antwort: Nein!- , Onanie verabscheuen, die Liebe zwischen Mann und Frau theologisch einstufen, vorehelichen Sex megagaga finden…

    Erst die Erbschuld, die man sich beim Rutschen durch den Geburtskanal zuzieht! Das ist wie Grasflecken, kein Waschmitel hilft wirklich dagegen. Die kriegt nur der Pfarrer bei der Beichte weg.

    Und nachher ist sie wieder da, damit er nicht arbeitslos wird.

  • Gläubiger

    |

    @Zeitungsinterview mit Christian Heiß
    Warum sich der neue Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen wirklich so geäußert hat, bleibt schon derart ominös!
    https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Fuer-mich-schliesst-sich-ein-Kreis;art155371,4276983
    Anstatt er liebe Worte für die vielen Domspatzenopfer ausspricht, macht er sich anscheinend nur sehr große Sorgen um die Institution Regensburger Domspatzen, bzw. um das große Ansehen der Domspatzen. Chr. Heiß war fast 10 Jahre dort in diesem Domspatzenheim live vor Ort, und weiß von nichts und garnicht,s. Das kann mir keiner erzählen, das alles schlechte oder die Missbräuche im Haus, auch die vielen Unzuchterein unter den vielen Mitschülern, alles ist einfach so über Chr. Heiß hinweg geflogen.
    Wer es glaubt?

  • Rezo

    |

    Der neue Film über Papst Benedikt XVI. von Regisseur Christoph Röhl ist „tendenziös und manipulativ“. Das sagte der stellvertretende Direktor des Regensburger Instituts Papst Benedikt XVI. Dr. Christian Schaller im Gespräch mit Julia Wächter. Wesentliche historische Fakten seien bewusst ausgespart worden. Joseph Ratzinger werde diffamiert. Lesen Sie das Interview in voller Länge:
    https://www.bistum-regensburg.de/news/tendenzioes-und-manipulativ-dr-christian-schaller-ueber-den-neuen-benedikt-film-7065/

    Anscheinend weiß herr Schaller nicht,s über die Missbräuche, die in Regensburg und Umgebung stattgefunden haben.

  • Mitdenker

    |

    @Flora, das ist heftig, das wußte ich nicht. 3000 Exorzisten!!?
    Wieviel Exorzismus läuft eigentlich aktuell noch?

  • Giesinger

    |

    @Mitdenker, @Flora, Der Direktor Maurer des „Studiensemiar Canisiuskonvikt“ in Ingolstadt war auch Exorzist.
    Dies hat mir übrigens vor etwa 17 Jahren ein damals aus der Schweiz nach Neutraubling strafversetzter Pfarrer bestätigt.

    Ansonsten Danke an Frau Vietze für Ihren Kommentar vom 3. November 8:32 Uhr.
    Sie haben es auf den Punkt gebracht.

  • R.G.

    |

    @Giesinger
    Exorzismus taugt nicht viel, wie man an mir sieht.

    Ich wurde mehrmals exorziert, damit mir der Teufel des kritischen Ungehorsams ausgetrieben werde. ; )

  • Giesinger

    |

    @R.G.

    Es ist aber schon etwas anderes, wenn ihnen als Jugendlicher in der hauseigenen Kapelle Super-8- Filme von angeblich vom Teufel besessenen Personen und deren Austreibung vorgeführt werden.

    Anschließend wurde dann natürlich wieder die Maria angebetet.

    Den Mißbrauch innerhalb der katholischen Kirche würde ich abseits vom sexuellen Mißbrauch gerne auf den seelischen/psychischen Mißbrauch ausdehnen wollen.

    Dieser hat bei mir stattgefunden und mir somit meine Jugend zerstört. Zwei meiner Cousins wurden im katholischen Internat gar sexuell mißbraucht. Einer nahm sich danach das Leben, dessen Bruder ist bis heute „nicht arbeitsfähig“.

    Kommentator AZ hat einen youtube-Film verlinkt. Ich würde gerne den ersten dazu gesetzten Kommentar hierzu wiedergeben:

    „Lurilar Nypso
    vor 2 Jahren
    Die Kirche war schon immer krank falsch und böse.“

  • R.G.

    |

    @Giesinger
    „Den Mißbrauch innerhalb der katholischen Kirche würde ich abseits vom sexuellen Mißbrauch gerne auf den seelischen/psychischen Mißbrauch ausdehnen wollen.“

    Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
    Ich selbst habe die pervers sadistische Seite der Kirche erlebt und erlebe sie noch.

    Als Beispiel. Keine halbe Stunde nachdem ich in einem Amtsgebäude war, erreicht mich aus dem fernen Ausland ein ermahnender Anruf, nur weil jemand glaubt, ich könnte dort eine Anzeige gegen ihn gemacht haben.
    Aber wie konnte der Mensch von meinem Behördenbesuch erfahren? Von einem Menschen seiner Glaubensrichtung, der mich in das Gebäude gehen sah?
    Die Netzwerke derer, die ein System mit Schwarzer Pädaogik überlebten und später mit einem Posten im eigenen System belohnt werden, sind nicht zu unterschätzen.
    Aktuell lese ich eine Seite von Opus Dei Aussteigern, ihre Worte ist jedoch noch nach Jahren völlig eigen, man kann ihnen kaum folgen. Nicht mal ich, obwohl ich neben vielen vom „Werk“ aufwuchs.
    Kritiker trauen den Erzählungen der Missbrauchsopfer häufig nicht, weil diese ihrer Meinung nach viel zu spät über ihr Leid berichteten. Dabei reden sie, sowie sie ihre Sprache wiedergefunden haben. Das kann Jahrzehnte dauern.

  • Gläubiger

    |

    @Giesinger
    Meinst Du diesen Monsignore Maurer, den Direktor
    vom Kanisiuskonfikt, das Internat hieß damals mit Spitznamen Kist,n.
    Dieses Buben und Schülerinternat steht gebenüber vom Münster Dom zu Ingolstadt.
    Kann ich mir nicht vorstellen, das er auch ein Exorzist gewesen sein soll?
    Als Direktor war der Maurer ein sehr liebenswerter Mensch. Der war sehr tolerant und gab den Großen Jungs immer eine lange Leine. Der Maurer war genau das Gegenteil vom Direktor Johann Meier aus Etterzhausen von den Domspatzen.
    Aber, der Direktor Maurer hat damals aber immer ein respekloses Auftreten unter den Mitschülern im Keim erstickt. Besonders wenn man über das dortige Essen geschimpft hat, oder nicht zum Frühstücken gehen wollte.

    https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Koesching-Otto-Maurer-feiert-90-Geburtstag;art599,3353737

    https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Eichstaett-Ehrentitel-fuer-Otto-Maurer;art575,2499041

  • Flora

    |

    @ Mitdenker Teufelsaustreibung: Papst will 3000 Exorzisten einsetzen …
    https://www.spiegel.de › video › teufelsaustreibung-papst-will-3000-exorzist…

    @ Alle: 4.11.2019 David Farago kommentiert den Film „Verteidiger des Glaubens“: „Er ermutigt zu noch mehr öffentlicher Aufklärung und leistet damit einen Beitrag zu einer konstruktiven Debatte.“
    Quelle: hpd.de
    Hier fragt ein Kommentator, ob JR „einen an der Klatsche hat“? Nachdem ich mich als Betroffene jetzt schon sehr lange mit dem Thema Exorzismus in Würzburg auseinandersetze(n muß), stelle ich mir diese Frage auch immer öfter. Und ich glaube das betrifft nicht nur JR sondern auch die 3000 von ihm Erkorenen….
    Je mehr ich recherchiere desto gruseliger werden die Ausmaße….und alle Fäden laufen bei Seiner Ex-Zellenz zusammen.

    @ Giesinger: Das mit den Super-8-Filmen in der Kinderheimkapelle ist auch ein Teil meiner Erinnerungsbilder! (lt. einschlägigem Gutachter handelt es sich dabei allerdings nur um „Scheinerinnerungen“….).

  • Giesinger

    |

    @Gläubiger, @Flora, genau der Maurer ist gemeint.
    Seine Präfekten, insbesondere Kaplan Weiß waren auf der gleichen Schiene. Falls der strafversetzte Priester noch in Neutraubling ist, fragen Sie den, wenn Sie mir nicht glauben wollen.
    Mit 16, reichlich spät, wurde ich endlich aus dieser Hölle entlassen und durfte ins Kolpinghaus übersiedeln. Aber zu spät, nach fast 6 Jahren Canisiuskonvict /Kiste

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich habe mir den Film „Verteidiger des Glaubens“ angesehen und kann Herrn
    Gänswein n i c h t recht geben, daß dieser Film „ein Desaster“ sei. Offenbar
    kommt hier wieder die alte Masche zum Vorschein, daß alle Medien, die sich
    an der Realität orientieren, „kirchenfeindlich“ sind. Doris Wagner bezeichnet
    derlei Ansinnen zu recht als „geistigen Mißbrauch.“

  • Flora

    |

    @ Giesinger: Ich glaube Ihnen, ohne die Herren und Hintergrundgeschichten zu kennen. Allerdings wäre es sinnvoll solche Aussagen von dem strafversetzten Pfarrer schriftlich zu bekommen. Warum wurde er strafversetzt? Und wie ist der volle Name von diesem Kaplan Weiß? Bitte nur antworten, wenn Sie sich damit keinen klerikalen Ärger einhandeln!

    Als ich meinen Fall im Bistum vorstellte, meinte der damalige GV, dass der für mein Kinderheim zuständige Pfarrer doch SO nett gewesen sei und er sich GARNICHT vorstellen könne, dass er etwas mit Missbrauch zu tun hätte. Das war 2013.
    Gestern war ich zum ersten Mal im Diözesanarchiv und habe bei der Recherche gesehen, wie heute einschlägig entlarvte Pfarrer den Gemeinden, in die sie versetzt wurden, mit lobbekundenden Zeitungsartikeln der rote Teppich ausgerollt und sie in die Gemienden hineingejubelt wurden,…Deswegen bin ich immer besonders hellhörig, wenn von Pfarrern die Rede ist, bei denen man sich keine Abgründe vorstellen kann.
    Ich würde den Film, den ich mir noch über mein Spezial-Thema wünsche, „Die Masken des Teufels“ oder „Des Teufels Generäle“ betiteln. Vielleicht findet sich ja da draußen in der Welt ein mutiger Filmemacher, der sich des Themas annimmt…

    @ Frau Vietze: Ich stimme iHnen zu, genauso habe ich den Film auch gesehen und empfunden! Das wahre Gesicht von JR zeigt sich tatsächlich in der Szene mit der Limousine. Und wie ich finde auch in einigen anderen Szenen, wenn man seine Gesichtszüge genau studiert.
    Eine Stärke des Röhls-Films ist, dass er diese Tatsachen unkommentiert läßt!

  • Flora

    |

    Übrigens läßt sich das geheimnisumwobene Thema Exorzismus auch ganz gut mit normalem Menschenverstand entzaubern:
    Die Mitarbeiterin von Herbert Haag, Katharina Elliger, hat es so auf den Punkt gebracht:
    Zur Zeit des zweiten vatikanischen Konzils (Zweites Vatikanisches Konzil – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org › wiki › Zweites_Vatikanisches_Konzil) 1962-1965 (ge)brauchten die Konzilsgegner den Exorzismus als Gegenbewegung gegen die angedachte Erneuerung der Kirche. (u.a. Levebre und JR)
    Wenn es den Teufel (lt. Kirche nachweislich) gibt – was uns ja von klein auf eingepredigt wird (weil Kinder am leichtesten manipulierbar sind!), und die Kirche die Macht hat, diesen Teufel durch Austreibung zu besiegen, dann würden alle (angstbesetzten) Menschen logischerweise den großen Beschützern folgen, denn man weiß ja nie, wann der Teufel die eigne Seele holen will…….Das war der Plan. Und Ratzinger gab sich zuerst als Aufklärer im Rahmen des 2. Konzils (oder als perfider Heuchler mit einem ganz anderen Plan…) und drehte seine Kirchenpolitik dann ins Gegenteil. Sein geliebter Exorzismus wurde das ultimative Instrument dazu.
    Und gleichzeitig war dieser Deckmantel eine hervorragende Möglichkeit mit ausgelieferten Menschen und Kindern (!!!) hinter verschlossenen Türen nochmal eine spezielle Art von Missbrauch zu veranstalten. Im besten Fall war es „nur“ der spirituelle Missbrauch, im Upgradeverfahren war es die Basis sexuellsadistischer Handlungen auf der leiblichen Ebene. Und jede (natürliche!!) Gegenwehr des Opfers war ein neuer Beweis für die Existenz des Leib-haftigen.
    Das perfideste neben der Stigmatisierung als „Besessener“ finde ich persönlich, die Zuweisung von Schuld und Sünde an das Opfer. Um sich davon zu erholen, braucht ein Kind unter Umständen ein Leben lang, wenn es überhaupt je gelingt!

  • R.G.

    |

    @Flora
    Aus Sicht der Nachkonziliären war vor dem Konzil die Drohboschaft angesagt, der neue Stil solle die Verkündigung einer Frohbotschaft sein.

    Das unter Drohungen erzogene „Menschenmaterial“ wollte etwas Frohes vorspielen, das es selbst nicht intus hatte.
    Durch das weiter bestehende Verbot, „sich zu berühren“ oder mit Mann oder Frau eine partnerschaftliche Beziehung zu haben, versuchten sich Priester auf Techniken der Vermeidung. Erreicht werden sollte das durch ein engmaschiges Kontrollsytem (Beichtvater, katholische Psychotherapie). Ich lachte mich scheckig, als ich hörte, dass der mit Kollar auftretende Pfarrer, ständiger Verkünder der weiblichen Keuschheitspflicht statt Schlechtigkeit, in einem Nebensatz erwähnte, er versage ; ) mit Gottes Hilfe nur mehr mehrmals wöchentlich….Dafür sprach er die restliche Zeit unter der Überschrift „Reines Leben“über das eine einzige Thema.

    Als wir junge Eltern waren, lag unser Schnitt im Tun und Reden auf jeden Fall weit darunter. Trotzdem sollten wir beim Priester unsere – raren – Auschweifungen fleißig beichten.
    Sogar die Prostituierte aus der Nachbarschaft passte sich im Gegensatz zum Pater völlig unauffällig in den Alltag ein, namentlich ohne Sex zum Gesprächsinhalt zu machen.

    Gelegentlich zegte man mir böse, bei Kindern gefundene Zettelchen , in denen das männliche/priesterliche Geschlechtsteil in erregtem Zustand riesengroß gezeichnet war. Die Schüler hätten für die perversen Schweinereien Strafen verdient, aber welche?

    Ich wusste erst selbst die bedrohlich verzerrten Maße nicht einzuordnen, bis mir einfiel, genau so sieht die Perspektive eines Kindes aus, das seinem sexuellen Aggressor begegnet.
    Die Schüler gaben in ihrem Verhalten ihrer Verzweiflung Ausdruck, nachdem man ihnen das Wort verboten hatte. Als selbst Zeichungen bestraft wurden, gab es kein Ventil mehr. Rückblickend will keiner was bemerkt haben.
    Heute stehen wieder führende Kirchenmänner auf und maßen sich an, Erwachsenen zu verbieten über Erlebtes sprechen zu dürfen, wenn eine Diözese durch ein bezahltes Buch das Thema bereits für genug aufgearbeitet erklärte.

    Muckt dann doch noch jemand auf, unterstellt man den Personen gern, finanziell vom MIssbrauch in einem Maße profitieren zu wollen, das die Kirche an den Rand des Abgrunds bringt. Man zeichnet damit als Kind Betroffene wie Menschen, die mittels Sexgeschichten rücksichtslos Geld herauslocken wollen.

  • Flora

    |

    @ R.G.: Das Wort „Menschenmaterial“ habe ich im Geiste immer für uns Heimkinder verwendet. Denn wo bekamen sie wehrlosere und abgeschottetere Wesen als eingesperrt hinter dicken Mauern. Aber auch in Ihrem Kontext macht es Sinn. Ist ja logisch, sozusagen Bio-logisch: „Menschenmaterial“ erzeugt neues „Menschenmaterial“, denn was Mensch-Sein (dürfen,) und (Zwischen)Menschlichkeit – mit allem was dazugehört . ,wirklich bedeutet, wird den Klerikern aberzogen und so er-zeugen sie doch, was sie selbst sind….obwohl sie ja eigentlich garnicht zeugen dürfen…

    Das mit den Kinderzeichnungen tut mir besonders weh. Wieviel Verzweiflung muss in den Kindern gesteckt haben, als sie ihre Farben für ihre Hilfeschreie verwendeten…..anstatt wie jedes normale Kind einfach ein Haus, eine Sonne und eine Familie zeichnen zu können.

  • Flora

    |

    @ R.G.: Man zeichnet damit als Kind Betroffene wie Menschen, die mittels Sexgeschichten rücksichtslos Geld herauslocken wollen.

    So verstehe ich auch die Nebelkerze von Herrn Ackermann, als er im Laufe der DBK verkündete, dass die Kirche bereit wäre, die hohen geforderten Beträge von 300.000 – 400.000 Euro zu bezahlen. Es war eine Nebelkerze für alle Nichtbetroffenen, damit sie genau das denken, was Sie schreiben. Und ein erneuter öffentlicher Reinwaschungsversuch. Denn das Zurückrudern der Kirche jenseits der DBK bekommt keiner mehr mit. Die tatsächliche Zahlung erfolgt noch lange nicht, und schon garnicht ohne langwierige Plausibilitätsprüfung, sprich neue schmerzhafte Gutachten von zweifelhaften Gutachtern (die aber pro Gutachten 10.000 Euro kassieren – die Rechnung dafür fand ich in meiner OEG-Akte!). Aber es führt dazu, wie eine Freundin, die im familiären Umfeld MB erlebt hat, es formulierte: „Da wäre es ja besser, im kirchlichen Kontext missbraucht worden zu sein….dann könnte ich mir den Kampf mit dem OEG ersparen.“ Und was sich in den Köpfen von Nichtbetroffenen in Bezug auf eine solche Summe abspielt, will ich garnicht wissen….Denn wer kann nachvollziehen, was es WIRKLICH für das Leben bedeutet, wenn man äußerlich noch einigermaßen „normal“ und unauffällig funktioniert….Für einen abben Arm oder eine Krebserkrankung bekommt man das mitfühlende Verstädnis der ganzen Welt, aber über Missbrauch und die Folgen spricht auch in meinem Bekanntenkreis kaum jemand gerne mit mir…..

  • R.G.

    |

    @Flora
    Stellen wir uns drei ehemals missbrauchte Menschen, ein jeder erhält angeblich 10 000 Euro.
    A bekommt bedingungslos 10 000 Euro zur freien Verfügung. Bei der Übergabe ist der Ton freundlich. Man gönnt ihm das Geld, entschuldigt sich für das ihm Zugefügte.

    B erhält nach vielen Gesprächen in belastender Atmosphäre im Amt des Vorgesetzten seiner Peiniger einen Betrag versprochen, danach werden immer neue Hürden aufgebaut und in den Medien sät man zur gleichen Zeit Misstrauen gegen die nach Behauptung zu große Zahl der sich als Opfer Darstellenden.

    C marschiert weltmännisch zu den Gesprächen, beantwortet die viel zu vielen Fragen souverän, aber gleich darauf bricht er völlig zusammen. Man hat aus ihm wohl verdrängt gewesene Erinnerungen herausgearbeitet, er ist dadurch ganz wund, doch niemand fängt ihn auf. Das für Hilfen zur Bewältigung erhoffte Schadensersatz- oder Schmerzensgeld wird vielleicht gegeben, wenn er noch einige prüfende Gespräche durchsteht. Ein weiteres Mal könnte ihn gefährlich in noch größere seelische Bedrängnis bringen.

    Inzwischen mimt die Insitution, von der man sich Einsicht und Linderung erhoffte, Beleidigtheit, weil „die Opfer nicht verzeihen wollen und überhaupt noch immer nicht gehorsam symptomfrei sind, obschon man ihnen schon wie damals im Internat einen Disziplinarruf erteilte: „Jetzt ist aber Schluss!“
    (Sonst geschieht was…?)

  • Giesinger

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte stellen Sie hier keine Behauptungen auf, die wir nicht nachprüfen können und die im Zweifel auch strafrechtlich relevant sein können.

  • Giesinger

    |

    Der Satz des Jahres hier im Forum stammt von Flora:

    „Hier fragt ein Kommentator, ob JR „einen an der Klatsche hat?“

    Köstlich auch die Betitelung mit „JR“, voll passend!

    An die jungen Leser: in den 80ern gab es eine doofe Fernsehserie namens Dallas mit einem „JR“ als Hauptfigur.

  • Domkapsikular

    |

    @Mathilde Vietze: Da ist Ihnen komplett zuzustimmen. Sehen Sie bitte mal aus welchen Personen das Leitungsgremium z. B. des Regensburger Priesterseminars bestand und besteht, sowie welche Qualifikationen die haben oder nicht haben. ;-)
    ——-
    Was ich immer wieder höre ist, dass „Untertänigkeit“ gegenüber dem Leitungspersonal, eingeschlossen den Domkapitularen und Bischöfen unabdingbar ist. Wer so etwas durchhält, hat entweder einen eindeutigen Lebensplan – sowohl legal wie auch illegal – oder wird erst durch diese Forderung psychisch gestört.

  • Domkapsikular

    |

    Ich erlaube mir noch anzufügen, dass die Sache mit „J.R.“ eigenlich „gegessen“ ist. Das Problem liegt in der Verfassung der Röm.-Kath. Kirche. Diese hat sich in derem Machtanspruch und deren Verwaltung – auch im Vatikan -seit Jahrhunderten nicht verändert. Menschenwürde und indiviuelle Existenz von Menschen spielen nur soweit es sich um dienende oder herrschende Mitglieder handelt eine Rolle.
    Leider ist vor allem die deutsche Politik mit den adeligen „Fortsätzen“ von dieser Institution abhängig (gemacht worden ?).
    Spielt Europa mittlerweile keine beherrschende Rolle mehr, so braucht man dies noch als „Rückzugsgebiet“, falls einem von Osten her die Russ.-Orth. Kirche, oder vom Süden der Islam zu starken Wind entgegen bläst.
    In Afrika scheint es auch nicht so zu laufen, glaubt man den Anstrengungen welcher der Entwicklungshilfeminister vor fast einem Jahr zu Regensburg beim Gottesdienst gezeigt hatte.
    GLM als fürstlich propagiertem klerikalen Trump-Ersatz fehlt seit der Sache mit Kardinal P. das nötige Geld. Lol

  • Flora

    |

    Nachdem wir jetzt fast alles ausdiskutiert haben, möchte ich das hier noch einfügen, denn es setzt all dem Gesagten die Krone auf:

    Der Vatikan ist erschüttert!!!!!
    (Wer hätte gedacht, dass ihn noch etwas erschüttern kann!)

    6.11.2019 Zwei afrikanische Nonnen, die zu unterschiedlichen sizilianischen Orden gehören, kehrten von einer Missionsreise in ihre Heimat schwanger zurück. Ob sie einvernehmlichen sexuellen Kontakt hatten oder vergewaltigt wurden, ist unbekannt. „Der Vatikan“ soll jedoch schon gesagt haben: „Beide haben das strenge Keuschheitsgelübde gebrochen, aber das Wohlergehen ihrer Kinder steht nun an erster Stelle.“ Am wahrscheinlichsten sei jedoch, „dass sie den Kirchendienst verlassen müssen“.

    Quelle: focus.de

  • Rezo

    |

    Gelobt sei Gott,
    Kardinal Joseph Ratzinger war min. 20 Jahre der Praefekt der Glaubenskongregation im Vatikan. Ein Niemand kann mir heute erzaehlen, das er von nichts gewusst habe. J. Ratzinger war auch Jahre in Regensburg und Umgebung etabliert, daher bekam er auch von den vielen Geschichten um die Domspatzen dort immer von seinem Bruder den damaligen Domkapellmeister einiges mit. Er ging dort in Regensburg, Reichsstrasse, ein und aus. Viele ehemalige Regensburger Domspatzen können das bestaetigen. Eben Jahrzehnte später muss man nicht die Stuehle gerade ruecken, siehe Institut Ratzinger in Regensburg, wenn man heute auch nur die Wahrheit vor Augen hat, die man nicht wegradieren kann,!

    Ad Fontes. – Zu den Quellen
    Ad Libitum – Nach Belieben

    https://www.regensburg-digital.de/die-akte-regensburger-domspatzen/30122014/

    PS. In einem Kino in Muenchen waren nicht einmal Kinoplakate von dem Kinofilm Verteidiger des Glaubens ausgehaengt

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