Die Unbarmherzigkeit der Barmherzigen Schwestern

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„Wen Gott liebt, den züchtigt er.” An diesen Spruch kann sich Thomas Bauernfeind (Name geändert) immer noch erinnern. Was die „Barmherzigen Schwestern” dem heute 51jährigen in einem Regensburger Kinderheim angetan haben, würde das Bistum wohl mit dem eigens geschaffenem Euphemismus „pädagogischer Übergriff” bezeichnen. Bis zum Alter von 14 Jahren war Bauernfeind ein Heimkind in der Ostengasse. Eines von mehreren Heimen in Regensburg, die im Zuge der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen nun auch in den Fokus rücken. Thomas Bauernfeind hat mit unserer Redaktion über den jahrelangen Albtraum gesprochen.

„Meine Mutter hat mich mit drei Monaten dorthin abgeschoben. Sie war überfordert und dachte wohl, christliche Erziehung sei das Beste für mich.” Die Folgen dieser christlichen Erziehung spürt Bauernfeind bis heute – körperlich und psychisch. Als kleiner Junge hat er öfter ins Bett gemacht. Jeden Morgen setzte es dafür Schläge ins Gesicht – mal mit der flachen Hand, aber auch mit der Faust. Dann musste er das Bettlaken von Hand mit kaltem Wasser waschen. Andere Heimkinder sahen dabei zu. „In der Hierarchie bist du da ganz unten.”

Oft habe er nächtelang nicht geschlafen, um nicht ins Bett zu machen, erzählt Bauernfeind. Bis vor wenigen Jahren wachte er noch schweißgebadet auf – aus Angst vor den Nonnen. Auf einem Ohr ist Bauernfeind heute fast taub – Folge einer eitrigen Mittelohrentzündung, die von den Barmherzigen Schwestern jahrelang ignoriert wurde, aber auch der Schläge, die er immer wieder auf das Ohr bekam. „Weil ich nicht zuhöre, hat Schwester Amada dann öfter gesagt.” Es ist nicht die einzige Verletzung, die er bis heute spürt.

„Die Schwester hat mir den Mund aufgedrückt oder mir solange ins Gesicht geschlagen bis ich ihn aufgemacht habe. Dann hat sie mir das Erbrochene hinein gestopft. ”

„Die haben zugeschlagen wie die Narrischen. Beim geringsten Anlass.” Fast täglich hätten sich die Buben in einer Reihe aufstellen müssen. Dann wurde mit dem Rohrstock auf den Hintern geprügelt. „Oft bis er abgebrochen ist.” Mehrfach wurden er und andere Kinder gezwungen, ihr Erbrochenes zu essen. Thomas vertrug keinen Käse, aber: „Gegessen wurde, was auf den Tisch kommt.” Er erbrach sich.

„Zwei Jugendliche mussten mich dann festhalten. Die Schwester hat mir den Mund aufgedrückt oder mir solange ins Gesicht geschlagen bis ich ihn aufgemacht habe. Dann hat sie mir das Erbrochene hinein gestopft. Mehrmals hintereinander.” Immer wieder sei das passiert. Das erste Mal als er sechs war. Als Zehnjähriger flüchtete Bauernfeind aus Angst vor einer Nonne, Schwester Amada, auf den Balkon und fiel aus drei Metern Höhe auf den Betonboden. „Schon als ich noch am Boden lag haben die Nonnen auf mich eingeprügelt.” Erst als ein neuer Heimleiter kam, sei es etwas besser geworden. „Zugeschlagen haben die Schwestern aber bis zuletzt. Erst Mitte der 70er wurden sie nach und nach ausgewechselt.” Fälle wie die von Thomas Bauernfeind gibt es zu hunderttausenden.

Der Verein ehemaliger Heimkinder (VEH e.V.), größter Betroffenenverband in Deutschland, beziffert die Zahl der Opfer auf mindestens 500.000. „Wir reden hier nicht nur von Fällen in den 50er und 60er Jahren”, sagt Vorstandsmitglied Dirk Friedrich. „Das reicht mindestens bis in die 80er und es ist bis heute nicht vorbei.” Kinder und Jugendliche wurden als billige Arbeitskräfte zum Torfstechen oder auf Bauernhöfen, selbst in Steinbrüchen ausgebeutet. „Da reden wir noch gar nicht von den Menschrechtsverletzungen, Prügeln, Demütigungen und sexuellem Missbrauch.” Therapien würden von den Krankenkassen oft nicht bezahlt, von den Kirchen oder dem Staat finanzierte Angebote gebe es nicht. „Wir bekommen keine Hilfe.”

„Ich wollte selbst recherchieren, aber angeblich sind meine Akten nicht auffindbar.”

Es gab bundesweit rund 3.000 Heime, der übergroße Teil davon in kirchlicher Trägerschaft. Ein dafür eingerichteter runder Tisch entpuppt sich zunehmend als Farce. Lediglich drei Betroffenenvertreter sitzen in dem mehr als 20köpfigen Gremium. Ihren Rechtsanwälten wird die Teilnahme verweigert. Ohnehin ist der Runde Tisch eine strikt freiwillige Einrichtung – einklagbare Ansprüche ergeben sich daraus nicht. „Das ist ein rechtsfreier Raum”, sagt Friedrich. Ende des Jahres soll von dort nun eine Empfehlung an den Bundestag kommen.

Thomas Bauernfeind hat sich seine Erlebnisse in vielen Gesprächen mit seiner Partnerin von der Seele geredet. „Seitdem geht es mir besser. Vorher hat keine Beziehung lange gehalten. Ich bin immer wieder in ein tiefes Loch gefallen.” Ein anderer Betroffener, den er aus der Zeit kannte, habe Selbstmord begangen. „Einige sitzen heute im Knast. Andere sind schwere Alkoholiker.” Er engagiert sich mittlerweile selbst im VEH und hat einen Rechtsanwalt beauftragt. „Ich wollte selbst recherchieren, aber angeblich sind meine Akten nicht auffindbar.”

„Wie soll ich zur Kirche Vertrauen haben? Ich melde mich doch nicht bei den Tätern.”

Seit Donnerstag hat das Bistum Regensburg nun eine Beauftragte für Gewaltopfer eingesetzt, bei der sich Betroffene melden sollen. „Das ist völlig verrückt. Wie soll ich zur Kirche Vertrauen haben? Ich melde mich doch nicht bei den Tätern”, sagt Bauernfeind. „Jetzt so zu tun, als hätte man das alles nicht gewusst, ist der Gipfel der Scheinheiligkeit.” Die prügelnden Nonnen wurden nie belangt. „Uns Kindern hat niemand zugehört.” Wie die katholische Kirche in Regensburg mit dem Thema umgeht, zeigt ein weiteres Beispiel: Bereits im vergangenen Jahr meldete sich ein Betroffener, der im Kinderheim St. Leonhard geprügelt und gedemütigt wurde, in der Mittelbayerischen Zeitung zu Wort. Eine Gewaltbeauftragte gibt es, wie erwähnt, seit gestern.

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Kommentare (24)

  • Joachim Datko

    |

    Ich kann vor katholischer Erziehung nur warnen!

    Wenn ich mir das verschrobene Weltbild mit Teufel und Hölle anschaue, dann kann ich nur jedem Katholiken raten auf Abstand zu gegen.

    Die Priester arbeiten mit Zuckerbrot und Peitsche, um von der Gesellschaft finanziell versorgt zu werden. Das Zuckerbrot gibt es im katholischen Himmel, die Peitsche in der katholischen Hölle.

    Man kann relativ einfach die Kirche verlassen. Regensburger können dies beim Standesamt gegen eine Gebühr von 25 Euro unbürokratisch machen. Den Ausweis bitte nicht vergessen. In Regensburg waren es im März bis zum 10. schon 31 Katholiken, die der Kirche den Rücken gedreht haben.
    Siehe:
    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3088&pk=531469&p=1

    Für Menschen, die nur noch mehr aus Gewohnheit dabei sind, ist es jetzt ein idealer Zeitpunkt. Es wäre schön, wenn wir im März die 100 voll bekommen würden.

    Überzeugte Katholiken könnten die katholische Kirche unter Druck setzen und finanzielle Entschädigungen für die Opfer verlangen. Als Mitglieder sollten sie Einfluss haben.

  • peter sturm

    |

    @datko

    „Ich kann vor katholischer Erziehung nur warnen!“

    lieber herr datko,
    merken sie eigentlich nicht, dass sie mit ihren stumpfsinnigen wiederholungen
    jedes forum kaputt machen.
    bitte machen sie mal für zwei monate pause.

  • Frommer Christ

    |

    Man muß sich vor Augen halten, warum solche
    Abscheulichkeiten geschehen konnten.
    Damals, als die Leute (was ja „gottgewollt“ war)
    noch 10 – 15 Kinder hatten, wurden die Mädchen,
    die man nicht „an den Mann bringen“ konnte,
    gegen ihren Willen ins Kloster gesteckt.
    Da muß man sich nicht wundern, wenn diese
    Frauen der Wut auf die vorenthaltene Lebens-
    freuden auf menschenverachtende Weise ein
    Ventil verschafften.
    Wenn heute eine junge Frau ins Kloster geht,
    tut sie das aus Überzeugung.
    Ich kenne viele Ordensfrauen, die oft viel welt-
    offener sind, als diejenigen die „außerhalb der
    Klostermauern“ leben.

  • Corelli

    |

    @Frommer Christ
    ‚Weltoffen‘ sein, aber hinter Klostermauern leben?
    Da komme ich nicht mehr mit.
    Seit wann versteht ein Brunnenfrosch etwas vom Ozean?

  • Christian

    |

    @Peter Sturm

    im Gegensatz zu Ihnen hat Herr Datko in diesem Forum einen Kommentar mit Inhalt verfasst,
    und unter der Vorraussetzung daß Herr Datko die Erziehung in Katholischen Institutionen meint, hat er ja auch voll und ganz Recht.

  • gifthaferl

    |

    Nein er hat nicht voll und ganz Recht, da sich dieser Skandal um ehemalige Heimkinder keineswegs nur auf katholische Einrichtungen bezieht.
    Das war in evangelischen Einrichtungen nicht anders.

    Das geht doch nun seit mindestens 2 Jahren ausgiebig durch die Presse, Bundestag, Runder Tisch……., aber kaum jemand weiß wieder mal davon, na ist das nicht erstaunlich!?

    Wenn schon, dann geht es definitiv um c h r i s t l i c h e Erziehungspraktiken, die die Kirchen nun mal seit Jahrhunderten im sog. christlichen Abendland in der Hand haben, insbesondere natürlich in sog. caritativen (!) Einrichtungen, und in Deutschland ohne Unterbrechung bis heute und in solchen Einrichtungen immer noch überwiegend.

    Um die Erziehung in evangelischen Einrichtungen sorgt er sich aber anscheinend gar nicht, der Herr Datko, wie kann das sein?
    Meint er Luther hätte nicht an Teufel und Hölle geglaubt?
    Da irrt er.

    Egal

    Umsonst(!) informieren aber ausnahmsweise mal gründlich:

    http://www.vehev.org/
    http://www.vehev.org/Lebensberichte%2016.html

    Und um historisch mal so ein klein wenig einen Überblick über diese Art Erziehung und deren Verbreitung zu erhalten, das immerhin geht so weit bei diesem runden Tisch:
    http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_Zwischenbericht.pdf

  • petra wallner

    |

    meine Mama (wäre jetzt 72 Jahre) war im Kinderheim in der Ostengasse. Solch extremes hab ich Sie nie erzählen gehört.
    Sie besuchte auch noch als verheiratete Frau das Kinderheim. Vorallem in der Küche hatte Sie mit den Schwestern immer viel Kontakt (Küchenschwester Clothilde)
    Auch ich durfte immer mit. Hatte Freundinnen dann im Heim. In den Ferien durften sogar mal Mädchen zu uns nach Hause. Ich freute mich immer wenn es hiess „wir fahren heute ins Kinderheim“. Ich war auch mal über Nacht im Heim. Das mit dem erbrochenen Essen wieder zu sich nehmen kann ich bestätigen. Andere Brutalitäten sind mir nicht aufgefallen. Es waren die jahre so von ca. 1968 bis ca. 1975

  • ochsenkuehn susanne

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    Hallo meine Zeit im Leonhardiheim ist Gott sei Dank schon lange her obwohl mich die erinnerungen immer noch qwält ich war nur 1 1/2 Jahre dort doch das mit den Schlägen ins Gesicht, mit den Rohrstock auf den Hintern oder mit dem Lineal auf die Fingerspitzen hat mir oft sehr zu schaffen gemacht vorallen weil du nicht wusstest warum ( anders hätte es auch nicht besser gemacht ) oder die ganze Nacht nackt vor dem Bett stehen weil man eingenässt hat. Kennt jemand noch Sr. Adelheid ich glaube gruppe 4. Die Zeit war 1977-1979 würde mich freuen von anderen Ehemaligen noch was zu hören ciao

  • Sonja

    |

    Hallo ich war von 1969 – 1974 hier in diesem Heim. Meine
    Erinnerungen werden mich nie los lassen. Schläge auf die Finger,
    Handfläche, nackten Hintern usw. und immer mit dem Stock. Es gab
    sie auch mal ins Gesicht. Ich war ein ängstliches Kind und es wurde
    dort nur schlimmer. Ich habe damals vor Angst ins Bett öfgter
    gemacht und wenn es die Schwester am Morgen sah bekam ich Schläge.
    Ach man könnte ein Buch darüber schreiben aber es würde mir eine
    glüchliche Kindheit nicht zurück geben. Wer kennt noch Schwester
    Ernestine?

  • Sonja

    |

    Ich kann den Artikel von Thomas Bauerfeind nachvollziehen.
    Alles was er hier beschreibt so ist es geschehen. Mein Bruder
    und ich hatten hier die schlimmste Zeit. Er mußte auch erbrochenes wieder essen. Ich sehe Schwester Adelheid und Schwester Ernestine noch immer vor mir und ich denke heute noch immer daran ob es für sie eine Freude war Kinder zu schlagen. Ich habe schon oft versucht zu vergessen
    aber es gelingt nicht. Ich weiß noch heute wie wir aus lauter
    Frust die Quarkbrote für das Fenster hinaus geschmissen haben. Wenn die Eltern was zu Anziehen brachten oder was zu Essen ( z.b Gockel aus dem Wiener Wald) dann haben wir meistens nichts davon gesehen. Wer kann sich noch so alles an die Zeit erinnern? Schreibt?

  • Robert Koenig

    |

    Ich war 5 Jahre alt als ich in das Heim kam,das war ca.1972 in dem Heim es war der reinste Horror!
    Meine beiden Trommelfelle sind zerfetzt und höre sehr schlecht :o(.Mein Großer Bruder hatte mir gesagt die haben mich nur geschlagen!
    Diese scheiß Nonnen! Ich hasse die Kirche und kann es nicht nachvollziehen wie man so mit Kinder umgehen kann. Mein großer Bruder will leider keinen Kontakt mit mir weil er nichts mehr von der Vergangenheit wissen will! :o(
    Es gibt noch einen Bruder Harald (wir waren 3 Brüder) er ist jünger wie ich, denn würde ich so gerne wiedersehen.
    Vielleicht kennt Ihn ja einer!
    Ich bin Robert,Ralf und Harald sind meine Brüder.
    Meine Mutter habe ich vor ca.4 Jahren ausfindig gemacht, sie sagte zur mir mit dir ist kein Blumentopf zu gewinnen! :o( .Diese Blöde Kuh denn Vater habe ich auch gefunden, der will aber auch nichts von mir wissen.
    Nun bin ich 46 Jahre alt und bin mit meinem Leben eigentlich zufrieden. Aber ich hasse das Christen Geschwafel von nächsten liebe und so! Wenn ich eine Nonne sehe sehe Rot!

  • Ett.

    |

    @ Robert König,
    meine Anteilnahme !!!
    Auch uns gings in Etterzhausen , der damaligen Vorschule der Regensburger Domspatzen in den 70s auch nicht anders. Dort wurden wir nur durch – geprügelt. Ich bekam auch immer viele Watschen auf die Ohren , aber meine Trommelfelle hielten das aus. Andere Jungen hatten leider nicht so viel Glück, , die bluteten aus den Ohren und wurden zum Medizinal Direktor gefahren. Zitat von unserm Prügeldirex Direktor Monsignore Hans Meier “ Tja mei, mir ist die Hand ausgerutscht!
    Robert , wünsche Dir heute ein glückliches Leben!

  • Josef Greisnger

    |

    Kommentar gelöscht. Keine Unterstellungen oder (falschen) Tatsachenbehauptungen.

  • Eslarn – Tillyplatz: Nun soll der Neubau – gem. Gerüchteküche – im Oktober 2014 eröffnet werden! | Die Erste Eslarner Zeitung - Aus und über Eslarn, sowie die bayerisch-tschechische Region!

    |

    […] Da wir mittlerweile immer wieder Anfragen erhalten, wer der Heimatverein “Die Eslarner in München” ist, verweisen wir dazu gerne auf die offizielle Darstellung unter http://www.eslarn.de. Es ist noch zu bemerken, dass der in Eslarn gebürtige kath. Geistliche, Studiendirektor Christian Braun (+ 2011), langjähriger Direktor des St. Leonhard-Kinderheimes in Regensburg und Ehrenmitglied dieses Heimatvereines war. [InfoLink 01] [InfoLink 02] […]

  • Daniela Lingl

    |

    Ja das ist alles sehr interessant zu lesen. I bin ins Kinderheim ST. Leonard gekomen weil meine Eltern Alkoholiker gewesen sind und mein Vater mich immer sehr geschlagen hat. Richtig brutal! Meine Mutter hat mich gehasst von dem Tag als ich geboren wurde und hat das nie geaendert!

    Ich habe mich gefreut ins Kinderheim zu kommen. Leider war die Freude sehr schnell vorbei. Das waren keine barmherzigen Schwestern! Die waren wie der Teufel. Jeden Tag wurde ich geschlagen. Mit einen Stock aus Bamboo. Du musstest deine Haende hinhalten. Und du hast 10 mal drauf geschlagen bekommen. Wenn du deine Hand nicht auf gemacht hast vor Schmerz dann hast du es doppelt bekommen! Auch sehr oft haben sie dich am Kopfgeschlagen mit den Holz Schuhen die sie and den Fuessen hatten.

    Ich hatte riesengrosse blasen an meinen Haenden. Aber kein Leher hat das an das Jugendamt gemeldet. Meine Grossmutter hatte sich beim Jugendamt so oft beschwert und nichts wurde getan! Sie durfte mich fuer eine lange Zeit nicht besuchen deswegen.

    I bin in diesen Haus des Teufels von ca 1972-1974 gewesen. Dann haben sie mich ins Erziehungsheim „Das Kloster zum Guten Hirten“ geschickt. Das war wie ein Gefaengnis. Immer wenn ich mich beim Jugendamt beschwert habe, wollten sie nichts davon wissen.

    Ich trage heute noch diesen Schmerz und die Behandlung in meine Seele. Das haette nie passieren sollen. Jetzt wohne ich in Amerika seit 1986.

    Daniella Lingl

  • Stuber Robert

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    Die Anstalt Ostengasse , Leonhardianstalt , tut mir Leid ich kann nicht schreiben die Erinnerungen sind zu grass. Mir läuft es Eiskalt den Rücken runter wenn ich bloß daran zurückdenke. Es belastet mich heute mit 66 Jahren immer noch . Seit Jahren meide ich die Ostengasse .
    mfg
    Stuber Robert

  • sickinger hermann

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    ich war von 1965 bis 1976 im Leonhard regensburg, daniela spricht die wahrheit ludwig christ hatte schon vor jahren die mittelbayrische informiert, zur geburt einmal lebenslänglich so beginnt meine lebensgeschichte, schläge hass verbale schläge, teufel und höllen psycho , schläge erbrochenes immer wieder essen , kasernenton und und und , die kirche ist immer noch ein morloch der lüge und des verbrechens

  • Bauer Gisela

    |

    Daniela Lingl ich glaube dich zu kennen….
    Bin mit 3 jahren nach Wunsiedel ins heim gekommen, dort war es schon die Hölle ab1970 – 1979 dann ins Leonhardieheim, war bei der Schwester Verda der Hexe. ( Meinen Geschwistern ging es auch nicht anders wie mir ) Ich habe keinen Namen von den ach so Barmherzigen vergessen. Adelgund, Ernestine, Hummelissa, kressenz…. ich kann das alles bestätigen was oben beschrieben wurde, in der früh ist es schon mit den Schlägen los gegangen, nach dem Frühstück mussten wir auf Knien das Gruppen-zimmer putzen vor der Schule, zur Brotzeit für die Schule bekamen wir eine trockene Semmel mit nichts zu trinken. Ach die Prügel nach dem schruppen nicht zu vergessen wenn ein Fleck noch zu sehen war. Die Hausaufgaben waren ein greul, bei jedem falschen Wort eine ins Gesicht geklatscht bekommen, in der Großküche musste ich mit 9 Jahren schuften wie ein Stier in der früh um 5 Uhr Sonntags vor der Kirche zum Kartoffel schälen, stand man nicht schnell genug auf setzte es Prügel ohne Ende. Es gab jeden Tag Prügel oft bis wir blau waren… gedroschen ist das bessere Wort dafür. Der Nikolaustag war auch so ein Tag der Angst für mich, am Anfang war er ja noch im Kindergarten lauter fremde Leute waren da und wir Kinder von den ganzen Gruppen wurden einzelnd aufgerufen und uns wurden die ganzen Schandtaten gedemütigt ( Bettnässen usw. ) vorgelesen wir wurden mit der Rute gedroschen und die fremden Leute lachten und ergötzten sich daran und der Pfarrer Braun sagte auch noch fester mit der Rute. Ein Alptraum… Nach Hafersberg sind wir immer im Sommer gefahren, da konnten wir wenigsten im Wald mal ruhe haben und da hätte mich der Braun fast ertränkt im Schwimmbecken so lange hat er mich untergetaucht vor Wut, ehrlich gesagt mir war es damals echt egal gewesen damals dachte ich, ich hätte es dann hinter mir als ich keine Luft mehr bekam. In den Bauch hat er mich getreten bis ich blau war, oh mei ich kann gar nicht mehr alles aufzählen soviel hab ich mit allen Gegenständen was abbekommen was die Nonne grad zur Hand hatte. Jeder Tag bestand aus Furcht und Angst…. Ich musste im Chor mit singen obwohl ich gar nicht singen konnte überall mussten wir singen bei Weigerung gab es Prügel ohne Ende, wenn wir mal Schokolade geschenkt bekommen haben wurde sie uns abgenommen unsere Gruppenschwester hatte alles in ihrer Dusche gehortet die Ameisen hatten sie dann wenigstens…. außerdem hatte unsere Gruppennonne unser Taschengeld gestohlen wir bekamen es nie auf die Hand die 5 DM und das über Jahre.. Es war die Hölle auf Erden… Damals ist meine Freundin aus dem Fenster gesprungen soviel Angst hatte sie, sie wollte sich umbringen aber das wurde ja nie bekannt alles vertuscht …Heute mit 51 Jahren belastet mich das erlebte noch mehr als mit 25 Jahren, wahrscheinlich weil ich jetzt mehr Zeit habe und ein wenig zur Ruhe gekommen bin. Ich habe eine süße Tochter mit 20 Jahren und ich liebe sie über alles, sie ist mein heller Stern in dieser Welt.
    Die Kirche sollte ( will ) ein Vorbild sein auf dieser Welt und hat doch soviel Kinderherzen gebrochen….
    Dies sind keine Unterstellungen oder(falschen)Tatsachenbehauptungen. Das ist die Wahrheit…. Wünsche allen hier das in den Herzen Frieden einkehrt irgendwann wenn das noch möglich ist.

    Gisela Bauer

  • Bauer Franz

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    Den Ort Kinderheim St. Leonhard kenne ich nur zu gut von 1965 bis 1975.Über das Leid und den Schmerz den man mir dort zugefügt hat, kann man dieses Heim nie mal´s vergessen.Schläge, Nötigung,Sexuelle Gewalt und vieles mehr waren leider an der Tagesordnung, egal ob von den Nonnen oder den Mitbewohnern.
    Egal welche Nonne, ob Ernestine,Adelgund,Palladia,Ulrika,Verda und wie sie alle von „Gottes Gnaden “ hiesen, es waren nur TEUFEL in Kutten.
    Genau so schlimm war auch unser Pfarrer Braun.
    Ich habe es nach vielen Jahren dank meiner Familie geschafft, ein normales Leben zu führen, aber vergessen wird man es nie.
    Meine Tochter( 36 ) hat mich mal gefragt , warum ich so liebe – und verständnisvoll zu meinen Enkeln bin , dann habe ich ihr meine Kindheit im Kinderheim Sankt Leonhard erzählt.
    Seitdem geht es mir besser und meine Tochter sieht mich mit ganz anderen Augen.
    Ich bin schon lange nicht mehr in der Kirche, da ich es nicht verkraften würde.

  • Angelika Oetken

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    @Bauer Franz,

    gut, dass Sie noch mal darauf hinweisen, dass sadistische Gewalt, Missbrauch und Misshandlung häufig von Nonnen ausging, also weiblichen Ordensleuten. Denn die Kinderheime, in denen die minderjährigen Insassen gefoltert wurden, sind fast immer von Ordensschwestern betrieben worden. Es liegt nahe, dass für Mädchen und Frauen, die unter entsprechenden Persönlichkeitsstörungen litten, das Leben in einem Orden eine Option war. Oder die einzige Alternative zu einer Eheschließung, vor der sie aus guten Gründen zurückschreckten. Viele Familien werden auch ihre misshandelten und missbrauchten Töchter in Orden entsorgt haben. Erst recht, wenn diese in Folge des Missbrauchs schwanger geworden waren, abgetrieben oder das Kind abgegeben hatten oder man vertuschen wollte, dass die Mädchen durch die Vergewaltigungen bleibende physische Schäden davon getragen hatten. Im „normalen“ Leben wäre das aufgefallen, spätestens der Hebamme, die der Frau half ihre Kinder zu entbinden. Manche Menschen bewältigen ihre Erfahrungen und tun alles, um sie eben nicht an Kinder weiterzureichen, so wie Sie das von sich beschreiben. Andere lassen ihre Wut, ihre Angst und ihren Hass an Schwächeren aus. Furchtbar, dass eben solches Personal auf Kinder los gelassen wurde. Gut, dass es heutzutage zu mindestens formale Vorgaben darüber gibt, wer in Kinderheimen arbeiten darf.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Hageros

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    Schade, dass mein verstorbener Vater das nicht erlebt hat. Er war nämlich 12 Jahre in dem Kinderheim in der Ostengasse. Wir, meine Geschwister und ich konnten nicht glauben was unser Vater über dieses unchristliche Haus erzählte. Er kam mit 7 Jahren dort an und mit 19 Jahren wurde er aus dem Heim hinausbefördert, weil er zum Erstenmal zurückgeschlagen hatte. Leider ist es zu spät diese Damen zur Verantwortung zu ziehen. Schade

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