Spendenaffäre

Neuer Stadtbau-Geschäftsführer war auch für Immobilien Zentrum tätig

Der zukünftige technische Geschäftsführer der Stadtbau GmbH ist der fünfte Verdächtige bei den Ermittlungen rund um die Spendenaffäre. Er arbeitete nicht nur für das Bauteam Tretzel, sondern war bis Mitte Juni auch Geschäftsführer bei einem Generalunternehmer des Immobilien Zentrum Regensburg. Drei Tage nach Bekanntwerden der Ermittlungen wurde er abberufen.

stadtbau

Bei der Stadtbau-Belegschaft gibt es vernehmlichen Unmut: Doch weder die Koalition noch der designierte neue technische Geschäftsführer bei der städtischen Tochter sehen einen Grund, die Personalie zu überdenken. Im September soll er wie geplant seinen Dienst antreten.

„Eine politische Entscheidung“

Wie berichtet, gab es zwei Bewerberinnen, die weitaus bessere Qualifikationen vorweisen konnten: Ausgeschrieben war die Stelle für einen Architekten, bekommen hat sie Ernst P. (Name geändert), ein gelernter Maurer mit langjähriger Erfahrung in der Immobilienbranche. Insbesondere als Geschäftsführer beim Bauteam Tretzel, das den Löwenanteil von über 350.000 Euro für den beispiellos teuren Wolbergs-Wahlkampf beigesteuert haben soll, hat er diese erworben. Und nicht nur dort. Er sei „mit allen Wassern gewaschen“, zitiert die Mittelbayerische Zeitung Ernst P..

"Habe mir nichts vorzuwerfen." Norbert Hartl hat sich für den tretzel-Mann stark gemacht. Foto: Stadt Regensburg

„Habe mir nichts vorzuwerfen.“ Norbert Hartl hat sich für den Tretzel-Mann stark gemacht. Foto: Stadt Regensburg

Eine „politische Entscheidung“ sei diese Besetzung gewesen, sagt SPD-Fraktionschef Norbert Hartl, der sich sehr für den früheren Tretzel-Mann verwendet. Man habe jemanden gewollt, der sich gegen Stadtbau-Geschäftsführer Joachim Becker – mit ihm lagen Hartl und Wolbergs regelmäßig im Clinch – durchsetzen könne. „Wenn wir das nicht mehr machen dürfen, können wir aufhören.“ Er habe sich da nichts vorzuwerfen, so Hartl.

Doch nun geht es nicht mehr nur um die Frage der Qualifikation, seine frühere Tätigkeit beim Bauteam Tretzel und die „politische Entscheidung“, ihn für den Posten des technischen Geschäftsführers vorzusehen.

Ermittlungen gegen Ernst P.

Wegen der Spendenaffäre um den Wahlkampf von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs – es geht um über 500.000 Euro an Spenden durch drei Immobilienunternehmen – wird zwischenzeitlich nicht nur gegen den OB, die Bauunternehmen Tretzel, Schmack und Immobilien Zentrum ermittelt, sondern auch gegen Ernst P..

Dossier

Der langjährige Geschäftsführer des Bauteams Tretzel steht in Verdacht, Architekt eines Systems gewesen zu sein, bei dem Spenden über Strohmänner jeweils in Tranchen unter 10.000 Euro gestückelt worden sein sollen, um deren Herkunft zu verschleiern. P. selbst hat dies gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestritten, allerdings eingeräumt, dass sowohl er selbst wie auch andere Tretzel-Mitarbeiter für den Wolbergs-Wahlkampf gespendet haben.

Von Tretzel zum Immobilien Zentrum – und nun zur Stadtbau

Recherchen von regensburg-digital haben nun ergeben, dass der designierte Stadtbau-Geschäftsführer nicht nur für Tretzel gearbeitet hat, sondern unmittelbar darauf als Geschäftsführer für die SiWo GmbH tätig war. Das Unternehmen fungiert regelmäßig als Generalunternehmer für das Immobilien Zentrum Regensburg (IZ), gegen das die Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt. Baugebiete, auf denen SiWo für das IZ tätig war, finden sich unter anderem in Burgweinting, auf dem Gelände des Alten Schlachthofs und in Schwabelweis, wo das IZ erst Anfang August zusammen mit Oberbürgermeister Wolbergs Richtfest feierte.

4. August: Richtfest des Immobilien Zentrums in Schwabelweis mit OB Wolbergs. Foto: SIWO GmbH

4. August: Richtfest des Immobilien Zentrums in Schwabelweis mit OB Wolbergs. Foto: SiWo GmbH

Unserer Redaktion liegen auch Stellenausschreibungen des Immobilien Zentrums vor, in denen Ernst P. als Ansprechpartner für potentielle Bewerber genannt wird. Erst am 17. Juni – drei Tage nach Bekanntwerden der Ermittlungen wegen der Spendenaffäre – wurde Ernst P. von seinem Posten abberufen. Auf der Internetseite des Unternehmens wird er allerdings nach wie vor als Geschäftsführer genannt.

Der Großmäzen beklagt sich

Erstmals persönlich zu Wort gemeldet hat sich am Mittwoch via Wochenblatt der Bauunternehmer Volker Tretzel. Er steht wegen der Höhe der Spenden, aber auch wegen der umstrittenen Vergabe des Nibelungenareals besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Zu den Vorwürfen selbst hat sich der 74jährige nicht geäußert, allerdings beklagt, wie übel ihm mitgespielt werde. Ob an seiner Andeutung, er würde „am liebsten die Grundstücke (auf dem Nibelungenareal, Anm. d. Red.) an die Stadt zurückgeben und die Bauarbeiten einstellen“ und habe sich deshalb bereits an die Stadt gewandt etwas dran ist, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Ermittlungen hatte Tretzel, der den SSV Jahn Regensburg in den letzten Jahren mehrfach vor der Pleite gerettet hat und fast 90 Prozent des Stammkapitals innehat, ohne als Sponsor oder Werbeträger sonderlich in Erscheinung zu treten, einen Stopp seiner Spendentätigkeit verkündet.

Bericht über Durchsuchung bestätigt

Offiziell bestätigt wurde zwischenzeitlich die Durchsuchung im Schloss Thurn und Taxis, über die regensburg-digital zunächst exklusiv berichtet hatte. Wie unsere Redaktion erfuhr geht es dabei um den Verkauf des Schlosses Pürkelgut an das Immobilien Zentrum

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Kommentare (60)

  • Angelika Oetken

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    Für Einheimische mag das Ganze noch überschaubar sein. Ich dagegen würde mich über ein Organigramm oder Ähnliches freuen. Es wurden in den Artikeln so viele verschiedene beteiligte Personen und Institutionen genannt. Und nun kommen noch Neue hinzu.

  • Jupp

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    Die Artikel (m. E. In allen Blättern) über den ‚Spendenskandal‘ sind mit alle heisser Nadel gestrickt. Es wird rum geschwurbelt, keiner hat ne Ahnung, aber jeder will dabei sein um später mal behaupten zu können: ich hab in der …… gerührt. Mit Recherche hat das wenig zu tun.

  • Matthias B.

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    Also, wenn ein Journalist herausfindet, dass eine höchst umstrittene Figur, jener designierter technischer Direktor der städtischen Stadtbau, selbst Spender für den OB und seine SPD!, nicht nur für einen Großspender im Wahlkampf, sondern gar für derer zwei tätig war, dann ist da nichts geschwurbelt und auch nichts mit heißer Nadel „gestrickt“! Das sind Fakten, die Regensburg dastehen lassen wie die popeligste Bananenrepublik, Herr Jupp.

  • Tom

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    @ Fr. Oetken

    Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber haben sie in der Bundeshauptstadt nicht genügend eigene Skandale oder wenigstens Skandälchen? Könnten wir uns nicht darauf einigen, dass wir unseren Provinzskandal da lassen wo er hingehört, nämlich in die Provinz!

    Küss die Hand, gnädige Frau!

    Tom

  • Angelika Oetken

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    „Das sind Fakten, die Regensburg dastehen lassen wie die popeligste Bananenrepublik, Herr Jupp.“

    @Matthias B.,

    es gibt Formen von Verschwurbelung, mit denen landen sogar hippe Feuchtgebiete auf den Titelseiten der Medien ;-)
    http://www.zeit.de/1986/06/das-ist-der-berliner-sumpf

    Alles eine Frage der Dimension. Berlin hatte im Jahre 2000, als das alles so richtig schön heraus kam, knapp 3,8 Millionen EinwohnerInnen. Wie viele hat aktuell Regensburg?

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

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    „Könnten wir uns nicht darauf einigen, dass wir unseren Provinzskandal da lassen wo er hingehört, nämlich in die Provinz!“

    @Tom,

    ich will Ihnen gar nichts streitig machen. Frage mich aber, was Sie so sicher sein lässt, dass es sich um eine provinzielle Angelegenheit handelt.

    VG
    Angelika Oetken

  • was?

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    Kann mich mal jemand aufklären um was es geht ? Um Spenden von Firmen an Parteien ? Um Spenden die unter 10k gestückelt wurden ?

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist alles LEGAL so wie ich das sehe. Es ist unmoralisch, vielleicht, vielleicht auch nicht, aber es ist legal. Oder um was geht jetzt plötzlich ?

  • joey

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    „Wenn wir das nicht mehr machen dürfen, können wir aufhören.“
    Ja, das wird jetzt dann wohl der Fall sein. Politische Entscheidungen fällt der Stadtrat in Bezug auf Sachen. Verwaltung und stadteigene Betriebe sind nicht auf Basis von politischen Beziehungen zu führen. Transparenz sowieso schlau, besonders aber bei Stellenvergaben. Da zählt die fachliche Qualifikation und sonst nichts.
    Wenn da gegen Becker gekämpft werden muß… was ist das eigentlich für ein Saustall? Becker hat die Vorgaben des Stadtrats auszuführen, sonst verliert er seinen Job.

    Ein Maurermeister kann nicht die Stelle eines Architekten übernehmen, da fehlen ihm wichtige berufsrechtliche Voraussetzungen, ob nun mit irgendwelchen Wassern gewaschen oder nicht. Wenn ein Maurer die notwendigen Kenntnisse hat, kann er ja nebenher noch schnell ein Ingenieurstudium absolvieren, dann hat er die Berechtigung zum Unterschreiben wichtiger Papiere.

  • blauäugig

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    @was?
    Hier geht es nicht um die Stückelun, sondern die Besetzung eines lukrativen Postens, der nicht nach Qualifikation, sondern wohl nach Spendenwilligkeit vergeben wurde.

  • Matthias B.

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    Die Ignoranz mancher ist schier sensationell! Das hat schon Erdogan’sche Züge!
    Da soll ein Immobilien-Mann in der Stadtbau installiert werden, der nicht nur in das fragwürdige Wahl-Spendensystem involviert ist, sondern obendrein auch noch bei den beiden Hauptspendern, die sich Regensburgs Filtestücke untereinander aufteilen, beschäftigt war. Wo wird als nächstes Bauland ausgewiesen? Der Stadtbau-Mann hat doch wohl hoffentlich jegliche Brücke zu Tretzl und zum IZ komplett und definitiv und endgültig abgebrochen. Wer’s gaubt, wählt SPD.

  • Mr. T

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    Wenn jemand vom Auftragnehmer zum Auftraggeber oder auch zur direkten Konkurrenz wechselt, muss das noch nichts heißen. Das muss möglich sein. Es muss auch die Unschuldsvermutung gelten. Man kann da keine beabsichtigten Maulwurftätigkeiten unterstellen.
    Wenn für eine Stelle als Geschäftsführer die Qualifikation eines Architekturstudiums gewünscht ist, man sich dann aber für jemanden entscheidet, der 25 Jahre einschlägige Berufserfahrung als Bauleiter (das nehme ich jetzt mal so an) vorweisen kann, ist das auch OK. Anträge unterschreiben kann auch wer anders.
    Wenn jemand, der (wie berichtet) 25 Jahre lang im Schnitt (!) 360.000 Euro im Jahr verdient hat, sich auf einmal um einen Job reisst, in dem er ein Fünftel verdient, wirft das natürlich Fragen auf. Sämtliche Erklärungen dazu wirken unglaubwürdig.
    Wenn es sich dann aber dabei um genau die Person handelt, die (wenn die Berichte stimmen), eine entscheidende Rolle bei der Verschleierung der Spenden gespielt hat, von welchen spekuliert wird, dass sie zum Beispiel auch zu genau dieser Personalentscheidung geführt haben sollen, wirds langsam interessant.
    Ich möchte jetzt zum Spekulieren einladen, um mir (und allen anderen interessierten) ein Szenario zu präsentieren, dass all dies ohne Annahmen von Intrigen, kriminellen Machenschaften und Verschwörungsfantasien glaubwürdig erklärt.

  • Flußkreuzfahrt Sankt Wochenblatt

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    „Make Journalism great again“

  • Lutherer

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    vordergründig geht es um Tröge und Vorteile. Es geht um Steuergelder und den einen oder anderen Heller. Es geht wahrscheinlich um Champagnersaufen und Freitickets für Auswärtsspiele von Bayern, um Umsonstfressen und Freibier – schlicht um Fressen und Besoffensein. Das wirklich schlimme an der Geschichte sind die vielen kleinen „Geschmäckle“ die das Vertrauen in die, die gewählt Entscheidungen treffen, unterminieren, annagen wie ein Bieber, aushölen wie eine Gallwespe, bis alle nach den Fascen schreien und die großartige Idee der deutschen Demokratie in sich zusammenfällt. Danke Wolbergs!

  • Angelika Oetken

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    „Ein Maurermeister kann nicht die Stelle eines Architekten übernehmen, da fehlen ihm wichtige berufsrechtliche Voraussetzungen, ob nun mit irgendwelchen Wassern gewaschen oder nicht. “

    @joey,

    gut, eine GmbH ist in der Personalauswahl freier als der öffentliche Dienst. Aber wenn die Stelle eines „technischen Direktors“ statt wie geplant mit einem Architekten mit einem Maurermeister besetzt wird, was sagt denn die Haftpflicht des Betriebes dazu? Ist doch im Baugewerbe nicht unwesentlich.

    VG
    Angelika Oetken

  • Nachdenker

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    Was Herr Hartl da zu seiner vermeintlichen Verteidigung äußert, lässt tief blicken. Denn selbst wenn es die besondere Situation des Spendensskandals nicht geben würde, wäre die Besetzung des technischen Geschäftsführers in dieser Art und Weise für sich genommen schon ein Skandal!

    Nehmen wir jetzt für einen kurzen Augenblick mal an, die von Hartl dargestellte Motivation für diese Besetzung entspreche den Tatsachen und müsste losgelöst von der hier gegenständlichen Spendenpraxis gesehen werden:

    Dann hätte die Koalition einen technischen Geschäftsführer einsetzen wollen, der im Gegensatz zum kaufmännischen Geschäftsführer loyal zur politischen Linie der Stadtregierung/ Regierungskoalition steht. Damit installiert man aber jemanden, der deutlich andere Vorstellung von der Zukunft der Stadtbau als der bisherige Geschäftsführer hätte, womit aber zwangsläufig auch persönliche Konflikte zwischen den beiden Geschäftsführern vorprogrammiert wären. Man hätte also von Anfang an ein erhebliches Konfliktpotential innerhalb der Geschäftsführung geschaffen, das sehr schnell auch jenseits von Strategie- und Konzeptfragen auf das alltägliche operative Geschäft überschlagen würde. Kein normaler Gesellschafter bei Sinnnen stellt auf solch eine Art und Weise seine Geschäftsführung zusammen, da hierdurch die reibungslose Geschäftstätigkeit der Gesellschaft erheblich gefährdet werden würde.

    Auch einer Kommune blieben hier genügend Einflussmöglichkeiten, sich gegen den Willen des Geschäftsführers durchzusetzen; notfalls halt eben auch durch die Abberufung des kaufmännischen Geschäftsführers. Soweit dies nicht so einfach ist, sollte die Stadt sich mal fragen, was sie für Anstelltungsverträge schließt und für eine Satzung der Gesellschaft aufsetzt, wenn es einem Geschäftsführer dauerhaft möglich sein sollte, der eigenenen Ausschließlichkeitsgesellschafterin derart auf der Nase herum zu tanzen.

    Die Behauptungen des Herrn Hartl stehen aber noch stärker im zweifelhaften Licht, wenn man bedenkt, dass hier lediglich ein technischer (!) Geschäftsführerposten besetzt wurde, der hinsichtlich seines Aufgabenzuschnitts nicht über strategische und betriebswirtschaftliche Entscheidungskompetenz innerhalb des Unternehmens verfügt.

    Ein technischer Geschäftsführer soll nun also die strategischen Entscheidungen, die gegen den Willen der Stadt ergehen, nachträglich korrigieren? Ein solches Vorgehen über den technischen Posten wäre nicht einmal ansatzweise zielführend, um den Willen, den die Koalition laut Hartl angeblich verfolgt, überhaupt erreichen zu können. Die Äußerungen von Hartl sind schlichtweg als – mäßig originelle – Ausflüchte zu werten! Irgendwie muss man ja die Besetzung noch mit politischen Argumenten untermauern, auch wenn es hinten und vorne nicht passt…..!

    Wenn man aber nun den Kontext der Spendenaffäre mit einbezieht und dabei auch berücksichtigt, dass der neue Stelleninhaber u.U. maßgeblicher Architekt des Spendenkonstruktes gewesen sein soll, und sich darüber hinaus auch vergegenwärtigt, dass der technische Direktor der Stadtbau bei Einzelvorhaben maßgeblich über die Vergabe von Aufträgen an Sub- bzw. ggf. sogar Generalunternehmer entscheidet, dann eröffnet sich hier ein Bild, dass mehr als ein Geschmäckle hat.

    Zwischen dem Geldfluß von der einen Seite und einer politisch unsinnigen Entscheidung der anderen Seite zu Gunsten derjenigen, von denen das Geld floß, soll also überhaupt kein Zusammenhang bestehen. Und die Äußerungen von Hartl sind nicht geeignet, über die politische Unsinnigkeit hinweg zu täuschen; eher im Gegenteil!

    Ein Schelm oder gar Verschwörungstheoretiker, der hier böses denkt. Ein hinterhältiger Meuchelmörder, wer das nicht ohne Weiteres bereitwillig mitzumachen gedenkt!

  • gustl

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    Investigativer Journalismus stösst da auf Mauern, wo zuvor Spenden die Türen geöffnet haben. Sicherlich wird kein Journalist je die Protokolle des Koalitionsausschuss zu lesen bekommen, in denen Wolbergs und Hartl sich vehement für ihre Günstlinge ausgesprochen haben.

  • Lothgaßler

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    Wenn es eine politische Entscheidung war, dann gabs eine Scheinausschreibung der offenen Stelle. Nicht schön für die chancenlosen Bewerberinnen. Sich einen mit allen Wassern Gewaschenen ins Boot zu holen muss nicht verkehrt sein, nur scheint mir das hier gar nicht der Fall zu sein, sondern eine Schutzbehauptung. Die Geschäftsführerposten in der Immobranche scheinen mir inflationär zu sein, jede GmbH hat einen, und es werden gerne viele GmbHs gegründet (siehe weiter unten). Die Frage was den politisch Auserkorenen technischen Leiter tatsächlich qualifiziert muss hier offen bleiben.

    Das Wochenblatt braucht wahrscheinlich Geld und hat Tretzel eine schöne Plattform geboten um sich als wohltätiger Großspender zu präsentieren. Der Leser dieses Wochenblatt-Beitrages sollte den Verstand einschalten, wenn er das dort Geschriebene liest. Nicht alles waren Spenden (z.B. an gemeinnützige Einrichtungen), der dicke Brocken ging ins Sponsoring (Werbung) und in die Kapitalanlage (z.B. beim Jahn). Das Verhältnis Gemeinnützig (ohne Spenden an Parteien) zu Anderes (Sponsoring und Investment) steht bei 1 zu 25 (2011-2015). Sein Engagement bei den dicken Brocken stand in engem Zusammenhang mit Kontakten zu Politikern.

    @Mr. T:
    360.000 Euro Gehalt im Jahr sind extrem viel, und die gibts auch nicht in jedem Gewerbe. Allein für Arbeit, Wissen und Können gibts soviel Geld jedenfalls nicht.

    @Oetken u.a.
    In der Immoblienbranche scheint es üblich zu sein zahlreiche Unternehmen zu gründen, wohl auch um das Risiko zu begrenzen. Das Immobilien Zentrum Regensburg listet über 30 Unternehmen (http://www.immobilienzentrum.de/index.php?article_id=789). Auch bei Tretzel zeigen Firmenauskünfte (z.B. https://www.moneyhouse.de/BTT-Bauteam-Tretzel-GmbH-Regensburg) mehr als ein Unternehmen an. Das sind nur die offenkundigen Beziehungen. Das Geflecht ist schwer zu durchschauen und erfordert eine aufwändige Recherche (Zeit und Geld).

  • Bruno Merk

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    Ich stimme @Nachdenker in Bezug auf die Einflussmöglichkeiten des Gesellschafters auf den/die Geschäftsführer zu.

    Für die Herren Wolbergs und Hartl anbei die notwendige Gesetzesquelle:
    http://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__37.html

    Es ist also ganz einfach politische Entscheidungen in verbundenen Unternehmen der Stadt Regensburg durchzusetzen.

  • Stadtlaus

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    Was soll das Gemunkelt? Ob Maurer oder Künstler, in Regensburg ist man sofort Architekt.

  • Thomas Diehl

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    (update 19.08.2016)
    WAS SIND EIGENTLICH BESSERE QUALIFIKATIONEN?
    Ein formal höherer Bildungs- oder Berufsabschluss hat in der Realwelt oft nichts zu sagen! Das jemanden für mehrere Auftrageber gearbeitet hat ist ja auch erst einmal positiv. Sowas erweitert den beruflichen Horizont ungemein.
    Offensichtlich gibt es einige Kritiker die einem ‚Mauer‘ grundsätzlich als Technischen Leiter als unterqualifiziert ansehen auch wenn er über Jahre erfolgreich als Technischer Leiter gearbeitet hat – also seinen ‚Erstberuf‘ schon lange nicht mehr ausführt. Arroganz der Akademiker-Gläubigen!

  • Mr. T

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    Wenn man mal das ganze Gschmackl mal komplett ignoriert, ist jemand mit so einer Vita sicherlich bessere für den Job geeignet als ein Architekt mit fünf Jahren Berufserfahrung. Ich weiß natürlich von den anderen Bewerberinnen auch nicht mehr, als dass sie ein Diplom haben.
    Deswegen sollte die Qualifikation in dieser Diskussion nicht als Argument gelten – es gibt ja auch genug andere wesentlich graviererendere.
    Ich warte immer noch auf eine annehmbare Erklärung, warum sich so jemand um genau diesen Job so reisst, obwohl er locker auch einen wesentlich besser dotierten Job beim nächsten Bauträger bekommen könnte – oder vielleicht auch kürzer treten und das Leben geniessen könnte.

  • Lothgaßler

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    @Thomas Diehl:
    Grundsätzlich pflichte ich Ihnen bei, ein Studium ersetzt keine Berufserfahrung und Handwerker brauchen sich nicht vor Studierten verstecken. Das war schon immer so.
    Die Frage was denn eine „bessere Qualifikation“ ist, die wurde hier politisch beantwortet. Einige wenige Entscheidungsträger in der Lokalpolitik wollten genau diesen Mann. Auch wenn dieser Mann nun einen großartigen Job leisten sollte, den Job bekam er dank massiver politischer Fürsprache. Damit aber wird das Instrument der Job-Ausschreibung ausgehebelt und Filz kann entstehen. Die zwischenzeitlich bekannt gewordenen Sachverhalte (Bewerbungsverfahren, bisherige Arbeitgeber, vermeintliches bisheriges Gehalt, Spendentätigkeit) zeichnen leider ein bizarres Bild, welches Zweifel an einem redlichen Vorgehen im Auswahlprozess und bezüglich der Motivation des Erwählten rechtfertigt.

  • joey

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    @Thomas Diehl und Mr.T

    Der Maurer kann tatsächlich Erfahrung haben sein, er darf trotzdem nichts unterschreiben. Das ist wie beim Führerschein: jemand kann Mofa fahren, darf es aber eben nicht, weil der die Prüfung nicht hat. Was ist schon ein Mofa im Vergleich zu einem Bauantrag? Sind Anträge nicht sowieso nur überflüssiges Papier?

    Nein, sind sie nicht. Es geht da um Nachbarrechte, Umweltschutz, … und zum Schluß brandschutztechnisch um Leib und Leben von Menschen.
    Angelika Oetken hat Recht: wer unterschreibt, übernimmt Haftung. Da will die Versicherung nicht irgendwelche Wasser oder sonstiges Gewäsch von einem Stadtrat, sondern eine Prüfung einer ordentlichen Hochschule. Bei Personenschäden ist die Haftung auch schnell strafrechtlich relevant (z.B. der Fall Bad Reichenhall). Der Vergleich mit dem Mofaführerschein hinkt nämlich, es geht eher um einen Omnibus oder ein Flugzeug.

    Stellenausschreibungen sind keine Formalie. Genau die Haltung von Hartl sollte damit ausgeschlossen werden. Hartl hat also nicht verstanden, worum es bei seinem Amt eigentlich geht. Ein Grund für Rücktritt, aber persönliche Haftung wird ihn ja nicht treffen. Sogar grobe Gesetzesverstöße werden von der Kommunalversicherung abgedeckt – die hohen Versicherungsbeiträge zahlt ja der Steuerzahler, na, das ist doch wieder ein gutes Geschäft für alle oder?

  • Otto Normalbürger

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    Kaum ist man aus dem Urlaub zurück, bestätigen sich meine Vermutungen vom 06. Juli 2016:

    „Falls der künftige Technikleiter der Stadtbau einer dieser Spender war, so liegt Vorteilnahme vor. Dies nicht nur abstrakt (sich für den Bewerber einzusetzen) sondern sogar in Ausführung. Gem. BGH Grundsatz von 2007 würde auch schon die abstrakte Beziehung ausreichen. Die vollzogene ist demnach erschwerend.“

    Leute! Das herumdiskutieren, ob denn ein Maurermeister für diese Stelle bei der Stadtbau geeignet ist – oder nicht – ist absolut irrelevant. Relevant in diesem Fall ist nur: Er spendete für den Kandidaten eine hohe Summe knapp unter 10.000 Euro. Der unterstützte Kandidat gewinnt die Wahl und unterstützt den Spender aktiv dabei, die Position bei der Stadtbau zu erlangen.

    (Unabhängig davon, ob der Typ tatsächlich das gesamte Tretzelsche „Spendenpaket“ organisiert hat. Denn das ist ein anderer Schuh)

    Allein dieser einzelne Vorfall, der durch entsprechende Aussagen so zitiert wird, reicht nach meiner Meinung und meinem Rechtswissen bereits für eine Anklage. Die anderen Punkte: z. B. Bevorzugung gewisser Bauträger bei Grundstückskäufen – aktiv unterstützt durch den Amtsträger. Aktive Unterstützung durch den Amtsträger, dass ein Großspender in den Vorstand der Sparkasse erhoben wird. Unterstützung, das bestimmte Bauträger und Spender Grundstücke günstig erwerben können, um sich Marktanteile gegenüber Mitkonkurrenten zu sichern, kommen noch hinzu. Vom dubiosen Spendensammler-Konstrukt der Eheleute Wolbergs im Parteiverband SÜD, den Stückelorgien und dem seltsamen Privatkredit der Volksbank über 220.000 Euro, um den Verein SÜD vor der Insolvenz zu retten, bei der der Kreditnehmer gar selber für sich bürgt (Wochenblatt), mal ganz zu schweigen.

    Die Regensburger Staatsanwaltschaft wird zu Recht nachfolgenden Grundsatz des BGH durch alle Instanzen verteidigen. Alles andere wäre eine Schande für die Demokratie!

    Anhang: Erläuterung zum Grundsatz des BGH vom August 2007
    „Die Entgegennahme einer Wahlkampfspende sei nicht nur dann eine Vorteilsannahme, wenn die Spende im Hinblick auf eine konkrete Amtshandlung gegeben werde. Die Grenze zur Strafbarkeit werde schon überschritten, „wenn Spender und Amtsträger davon ausgehen, dass der Amtsträger im Laufe der künftigen Amtszeit mit Entscheidungen zu einem Vorhaben des Spenders befasst sein wird“, heißt es in dem BGH-Urteil. Zudem müsse der „unbeteiligte Betrachter“ den Eindruck gewinnen, dass der Geldgeber mit der Spende Einfluss auf anfallende Entscheidungen nehmen wolle.“

    Beispiel: Strafwürdig ist bereits, wenn ein Amtsträger und Empfänger einer Großspende in einem Gremium mit mehreren Personen (z.B. Fraktion, Vorstandssitzung usw.) sitzt und nur die Hand in einer Abstimmung für den Geldgeber hebt, denn bereits dann ist seine Stimmabgabe manipuliert und “gekauft”. Selbst wenn eine Abstimmung nicht zu Gunsten eine Großspenders ausgehen würde, liegt Vorteilnahme (Bestechung) vor. Sprich: Ein Amtsträger muss Geldspenden (Wahlkampfspenden) ablehnen, wenn er eigentlich damit rechnen muss, im Lauf seiner Amtszeit in entsprechende Entscheidungsfindungsprozessen und Abstimmungen eingebunden zu sein, die Projekte, Anträge, Bewerbungen des Spenders betreffen. Und das ist bei allen im Gespräch stehenden gewerblichen Groß-Spendern von Schmack, Immobilienzentrum bis hin zu Tretzel der Fall.

  • Lutherer

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    Ach ja: Glück auf Amigos!

  • Mr. T

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    Joey, das ist schon richtig, dass ein Nicht-Architekt nicht als Architekt arbeiten kann, aber er soll ja auch gar nicht als Architekt arbeiten, sondern als Geschäftsführer. Und dafür ist es unerhablich. Er muss auch keine Architektenunterschrift leisten. Dafür sind ja genug Architekten da. Ich kenne jemanen, der jahrelang erfolgreich ein Architekturbüro geleitet hat und seine höchste Qualifikation war Bauzeichner. Unterschrieben haben dann die angestellten Architekten.
    Ich möchte da auch gar nichts schön reden und schon gar keine Lanze für jemanden brechen. Ich möchte nur ausdrücken, dass dieses Argument unerheblich ist. Die anderen Argumente sind eh viel schwerwiegender.

  • Rentnerin

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    Leben wir in einer hereuntergekommenen Gesellschaft.
    Das ganze Spiel geht doch von der CSU aus.
    Die will doch unbedingt die SPD in Regensburg los haben.
    Wäre das umgekehrt gelaufen, Herr Wolbergs hätte niemals so einen Aufstand gegen die CSU gemacht.
    Egal wie nahe man der SPD steht oder nicht, man muss sie wählen, um die Macht der CSU nicht wieder hochkommen zu lassen in dieser Stadt.
    Die Stadt ist doch viel viel offener geworden.
    Zudem bedauere ich sehr, dass sich die Justiz hier so öffentlich macht. Das tut sie doch sonst nicht.

  • Rentnerin

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    Noch eine Anmerkung, bezüglich des neuen Mitarbeiters bei der Stadtbau:
    Viele von Ihnen kennen noch den Landrat Schuierer aus Schwandorf
    der massgeblich daran beteiligt war, dass die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf nicht gebaut wurde.
    Ich habe diesen Kampf tagtäglich miterlebt.
    Herr Schuierer war ein gelernter Mauerer.
    Als dieser Mann Landrat wurde, stand in grossen Lettern als Überschrift in der Zeitung „Wir lassen doch keinen Mauerer Landrat werden“.
    Was dieser Mann aber zustande brachte, ist legendär.
    Warum also kein Bautechniker ohne Studium auf so einen Posten.
    Wir brauchen viel mehr Menschen aus dem praktischen Leben in Leitungspositionen.
    Das Volk wird immere mehr akademisiert und trotzdem geht es der Masse der Bevölkerung eher schlechter als besser.

  • joey

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    @Mr. T.
    „unterschrieben haben dann die angestellten Architekten“ … dann waren die aber ganz schlecht beraten.
    Der Chef hat ein Weisungsrecht, so muß er Haftung (eben auch ggf. strafrechtlich) übernehmen können. Wenn er kein Weisungsrecht hat, ist er kein Geschäftsführer sondern ein Sekretär. Für Führungsverantwortung braucht man sachliche Kompetenz, nicht nur Geld, Connections oder ein gesundes Selbstbewußtsein.

    In der Privatwirtschaft gibt’s auch genügend unmögliche Verhältnisse. So lange nichts passiert, geht’s ja faktisch, ähnlich einem Schwarzfahrer. Wenn aber eine Wohnanlage mit Personenschäden brennt, kann einen „Bauzeichnerchef“ niemanden retten. Er darf Anteile einer GmbH haben, als Geschäftsführer muß er aber jemanden bestellen, der eine passende Qualifikation hat. Deswegen gibt’s den Posten (und das Gehalt) des technischen Geschäftsführers überhaupt.

    Noch ein Hinweis zur Berufserfahrung: Ein Frischling von der Hochschule ist nicht für alle Aufgaben kompetent, nur weil er seinen Abschluß hat. Erst nach Jahren kriegt man die Unterschriftsberechtigung (Listeneintrag) und darf materiell auch nur das unterschreiben, was durch Berufserfahrung gedeckt ist.
    Erfahrung ist am Bau auch wirklich notwendig. Der Umkehrschluß, daß formale Qualifikation deswegen unnötig ist, stimmt aber leider grundsätzlich nicht.

    Daß Hartl das nicht weiß, zeigt, daß er als Stadtrat (im Dorf?) Regensburg nicht geeignet ist. Daß es ihm aber auch keiner sagt, zeigt ein schweres Problem der Stadtverwaltung. Der Personalchef muß dem OB was dazu sagen, der OB muß einen rechtswidrigen Beschluß aufheben. Dafür kriegen diese Leute viel Geld, das sie offenbar nicht wert sind.

  • blauäugig

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    @Rentnerin Es gibt genug Parteien, die nicht mal mit der CSU koalieren würden, anders als Ihre verlogene SPD (oder haben Sie schon die Zeit verdrängt, in der Wolbergs unter Schaidinger Bürgermeister war?)Bei der letzten Stadtratswahl waren dies wenigstens die Piraten und die Linke. Das sollten Sie in Ihrem Alter auch schon gemerkt haben. Im übrigen kann ich Ihnen garantieren, noch nicht öfter als Sie (oder auch Frau Vietze) die CSU gewählt zu haben.

  • hutzelwutzel

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    @blauäugig:

    Was haben Sie jetzt denn gegen die SPD? Die Große Koalition paßt doch, denn die Verhunzungen hatte doch bereits Gerhard Schröder, und sicher auch nicht ohne konservative Unterstützung auf den Weg gebracht.

  • hutzelwutzel

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    @joey:

    Ein Maurermeister kann nicht die Stelle eines Architekten übernehmen, da fehlen ihm wichtige berufsrechtliche Voraussetzungen, ob nun mit irgendwelchen Wassern gewaschen oder nicht. Wenn ein Maurer die notwendigen Kenntnisse hat, kann er ja nebenher noch schnell ein Ingenieurstudium absolvieren, dann hat er die Berechtigung zum Unterschreiben wichtiger Papiere.
    ——————–

    Richtig Herr Architekt bzw. Diplom-Bauingenieur! ;-)

    Gucken Sie mal in den Rest der Provinz, da läuft es in dergleichen Weise ab, und da Regensburg Bezirkshauptstadt ist, warum sollte es da denn anders sein?
    Haben Sie in Regensburg mal irgendeine sogenannte „höhere Person“ gesehen, die sich mit irgendwas die Hände schmutzig gemacht hatte?
    Ich noch nicht! Die haben dafür deren Lakeien, und solche schafft man sich nur durch solche provinzadäquaten Stellenvergaben.
    Was könnte ich schreien, wenn ich manchmal Dinge auf den Tisch bekomme, bei denen Oberbehörden die fundiert begründete Ablehnung von Dingen einfach durchwinken, nur weil es um EmpfängerInnen geht, welche in der Provinz „Macht und Einfluß“ haben.
    ——–
    Da hülfe nur eine entsprechende Rasterfahndung über das gesamte Bezirksgebiet, doch auch diese „Fahnder“ wollen leben und Karriere machen. Also bleibt es so wie es schon immer war. ;-(

  • joey

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    @hutzelwutzel
    öffentliche Hinrichtungen haben hoffentlich eine abschreckende Wirkung. Das gilt für Bürgermeister aus Wenzenbach oder aus Regensburg.

    In meiner Heimatgemeinde hat ein Bauunternehmer eine mittelalterliche Burgmauer abgerissen, um ein Baugrundstück zu gewinnen. Er „darf das“, er ist 2. Bürgermeister (freie Wähler). Möge Allah ihn strafen, Jahwe macht ja sowas nicht mehr und das Landratsamt ganz sicher nicht.

  • Herta Zwenger

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    Es ist halt so, manche Politiker, manche Chefs oder auch manche Arbeitnehmer benötigen außer Vitamin B nicht so viel an Berufsausbildung. Die Beispiele kann jeder selber googlen.

  • Regensburgensis

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    Es ist hier doch völlig unerheblich, ob die zu besetzende Stelle auch ein guter Maurermeister ausfüllen kann oder zwingend ein Architekt ausfüllen muss. Die Ausschreibung zur Stellenbesetzung hat doch wohl die standesrechtliche Anerkennung als Architekt gefordert, und besetzt wurde die Stelle abweichend von dieser geforderten Anerkennung – zum Nachteil von zwei ausschreibungskonformen Bewerberinnen. Unabhängig von der faktischen Kompetenz des zum Zuge Gekommenen, dürfte die Besetzung schon aus formalen Gesichtpunkten erfolgreich angreifbar sein.

    Interessant aber finde ich besonders, dass sogar in solchen Fragen die „Hauptmännin von Köpenick“, ihren süßen Senf dazu geben muss. Sie scheint Expertin für alles zu sein, was in Regensburg im Argen liegt oder eventuell liegen könnte, egal ob in Diözese oder bei Stadtbau. Die Mittelbayerische Zeitung hat vermeldet, dass auf dem Friedhof am Dreifaltigkeitsberg möglicherweise Gräber verwildern könnten: Frau Oetken, bitte sofort übernehmen.

  • Rentnerin

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    Es drängt sich mir immer mehr der Verdacht auf, dass um die Affäre(n) Wolbergs auch Leute aus den eigenen Reihen in Regensburg verstrickt sind, die Herr Wolbergs wahrscheinlich nicht in den Griff bekommt.
    Trotzdem hoffe und wünsche ich ihm einen guten Ausgang all dieser Probleme.

  • Überqualifizierter

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    Wenn die Mittelmäßige „Ernst P.“ als einen „mit allen Wassern gewaschenen“ zitiert, dann sollte der doch hoffentlich dazu auch die Quelle angegeben haben, sofern er nicht dort schon der Urheber seines Zitates wäre.

    „Hochschulabsolventen sind im Berufsfeld Technische Geschäftsführung / Unternehmensleitung allenfalls in Assistenzfunktion gefragt. Bei den Führungspositionen des Berufsfeldes Technische Unternehmensleitung/Geschäftsführung spielt naturgemäß die langjährige und möglichst einschlägige Führungserfahrung eine entscheidende Rolle. Bestenfalls wurde die Führungserfahrung bereits in gleicher Aufgabe bzw. Branche gesammelt. Schließlich geht es bei Positionen des Berufsfeldes darum, für größere Mannschaften und Organisationseinheiten Verantwortung zu übernehmen und „mit allen Wassern gewaschene“ untergeordnete Führungskräfte zu leiten. „Aufsteigern“ aus den Fachbereichen wie Produktion, Vertrieb etc., die nach einem beruflichen Fortschritt Ausschau halten, sind selten gefragt. Bei den Branchenumsteigern drückt man da schon eher ein Auge zu. Dennoch, am liebsten sind den Stellenbesetzern Kandidaten, die schon ein ähnliches Unternehmen/einen ähnlichen Unternehmensbereich der Branche jahrelang geleitet haben, um hier jegliches Risiko einer Fehlbesetzung zu vermeiden.“

    Quelle:
    http://www.ingenieurkarriere.de/infos-tipps/berufsprofile/geschaeftsfuehrung/(page)/3
    alternativ:
    http://web.archive.org/web/20150918032322/http://www.ingenieurkarriere.de/infos-tipps/berufsprofile/geschaeftsfuehrung/(page)/3

  • Pecunia non olet

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    @Otto Normalbürger
    Klasse Beitrag, demnach wird Herr Wolbergs wohl einige graue Haare bekommen.

  • Pensionär

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    Das wird ja immer bunter in der Wolbergsregierung!!
    Und neben der Stadtbau ist die Sparkasse.
    Das passt doch wieder…..

  • Ulrike K.

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    Wer behauptet oder es sogar glaubt, dass Spender an Parteien keine Erwartungen an den Bespendeten haben, der lügt oder ist saublöd.

  • gustl

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    Als wir die Meldung vernahmen, der Stadtrat würde die Vergabekriterien für Wohnbau auf dem
    Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne ändern, weil mehr
    günstiger Wohnraum geschaffen werden soll, haben wir das auch geglaubt.

    Da waren wir aber blöd, dass wir dies(e glatte Lüge) von Wolbergs geglaubt haben.

  • Matthias Beth

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    Wer glaubt, dass solch hohen Beträge an Parteien gespendet werden, ohne der Erwartungshaltung an eine Gegenleistung, der ist weltfremd! Auch sollten sich die Bürger Fragen waruzm derartige Beträge gespendet werden können, doch nur weil diese vorher die Bürger über Steuern, falls es öffentlcihe Aufträge sind, bezahlten oder falls es private Immobilenkäufer sind, diese einen zu hohen Preis bezahlten! Es ist das alte Spiel, ich sorge dafür, dass du einen öffentlichen Auftrag erhältst für einen zu Preis der nicht nur die Baukosten deckt, sondern auch die Spendensumme an die politische Partei bzw. Parteien!

  • Halleluja

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    Glaubt den wirklich jemand, dass alles da nur bei der SPD vorkommen kann? 18 Jahre CSU mit einem bestens mit der Immobilienbranche vernetzten OB sollen diese Möglichkeiten nicht genutzt haben? Vermutlich waren sie nur geschickter. Beruhigend ist das alles nicht. Allmachtfanasien gab es immer und wird es leider weiterhin geben.

    Erinnert sich eigentlich noch jemand an das Theater mit der Besetzung der Position des Geschäftsführers der Stadtbau im Jahre 2009?

  • Magnus

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    Sind Wolbergs und die SPD nicht zur Wahl angetreten, um alles besser zu machen als die CSU? Dass man transparenter wird, die Politik transparent gestaltet und den Wähler und dessen Willen ernst nimmt?
    Dafür habe ich schließlich die SPD gewählt.
    Und werde nun durch diese Amigo-Vetternwirtschaft eines Besseren belehrt. Schämt euch, Genossen!

  • Lothgaßler

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    @Halleluja:
    Is ja gut, die CSU hatte nie Hemmungen Posten nach politischem Gusto zu besetzen. Schaidinger wollte damals die Betz bei der Stadtbau installieren und hat einen erfahrenen Bewerber mit Genuß vergrault. http://www.regensburg-digital.de/skandalnudel-stadtbau/05042009/.
    Auch die Installation seines ehemaligen persönlichen Referenten Maximilian Mittermaier an hoher Stelle in der Stadtverwaltung war ein rein politisch motivierter Akt von Schaidinger. Was die vorherigen CSU-Bürgermeister getrieben haben, daran kann ich mich nicht mehr erinnern.
    Das hat jetzt nix mit möglichen Immo-Mauscheleien zu tun (bei Betz wurde starke persönliche Nähe unterstellt).
    Die vielen Immobiliendeals der Vergangenheit samt Vernetzungen und Mauscheleien aufzuzählen wäre reizvoll, eine Art Regensburg-Immo-Leak. Aber wer tut sich das an? Andererseits, es wäre eine Hilfestellung für die Staatsanwaltschaft und ein Liebesdienst an die Stadt;-)

  • joey

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    die CSU war ja auch nicht besser – und in meiner Gemeinde ist die schamloseste Vetternwirtschaft durch FW und ÖDP.

    Es schadet nicht, wenn kommunalpolitischer Mief durchwühlt wird – ob in Wenzenbach oder Regensburg… und mir fallen da noch einige andere Gemeinden rund um Regensburg ein, wo Baugenehmigungen danach erteilt werden, wer am besten spendet.#

    Macht braucht Bedrohung durch den Rechtsstaat und wache Bürger. Das tiefere Problem am Fall Regensburg ist nun aber, daß die Bürger die jeweiligen Kartelle zu lange toleriert haben. Die Bedrohung der Macht kam hier nur dadurch, daß eine andere Macht bedroht war. An der Entwicklung von Demokratie und freier Presse darf also noch gearbeitet werden. Regensburg-Digital ist dazu ein gutes Zeichen.

  • bürgerblick

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    Spenden an Parteien
    Die im Parteingesetz genannte Spendenpraxis haben alle Parteien vereinbart und verabschiedet. Diese Praxis wird landauf/landab umgesetzt nicht nur in Regensburg.
    Genügend Spendenfälle dazu gab es und wird es wieterhin geben und zwar solange bis es den Bürgern zuviel wird und ein Volksbegehren dieses Spendengesetz abschafft.
    Die Parteien werden das nie von selbst abschaffen wollen weil sonst doch soviele „Vorteile“ dadurch wegfallen würden.
    Solange sich der Staat(Bürger) nicht selbst die Parteienfinanzierung vornimmt wird es bei der Bananen“demokratie“ bleiben. Denn morgen ist wieder alles vergessen und es wird heißen: „weiter so wie bisher“

  • blauäugig

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    @bürgerblick
    „Die im Parteingesetz genannte Spendenpraxis haben alle Parteien vereinbart und verabschiedet. Diese Praxis wird landauf/landab umgesetzt nicht nur in Regensburg.“ Der Verstoss gegen das Parteiengesetz wird doch derzeit noch geprüft, nach meiner Erwartung wird die SPD wegen falsch deklarierter Spenden des regensburger Ortsverbands Stadtsüden über eine Million Euro Strafe zahlen müssen. Siehe auch: http://www.br.de/nachrichten/lammert-parteispende-regensburg-100.html
    Höchste Zeit also, den Ortsverband oder auch gleich den Kreisverband Regensburg aufzulösen.

  • Renterin

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    Diese Regensburger Gesellschaft ist ein seltsames, man könnte sagen, ein besonderes Völkchen.
    Sie hat es geschafft, der Kirche, dem Bischof Müller, die Hölle heiss zu machen.
    Nun ist sie dabei auch der Politik die Stirn zu bieten.
    Das erinnert mich an meine ersten Jahre 1980 in Regensburg.
    Selbst ziemlich eingeschüchtert und feige angepasst – ich war so sozialisiert – , fiel mir ganz besonders die Aggressivität der Menschen auf.
    Das missfiel mir zunächst, bis ich damit umgehen lernte und ich heimlich den Mut der Menschen bewunderte.
    Gut, dass es kritische und offene Menschen geben darf und sich die Gesellschaften ändern müssen und nicht Kirche, Poltik, irgendwelche Persönlichkeiten weiterhin angegötzt werden.

  • gustl

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    Mir standen Tränen der Ehrfurcht in den Augen als mir beim Richtfest des Immobilienzentrum auf den Papstwiesen zusammen mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs klar wurde, dass es sich hier angesichts des Papstkreuzes eigentlich um ein Erntedankfest handelt . Das IZ hat Spenden gesät und Immobilien geerntet. Und damit dass Füllhorn der Freude überläuft, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter des Immobilien Zentrum Ulrich Berger öffentlich, dass die Stadt dem Immobilienzentrum die Grundstücke auch noch zu reduzierten Preisen zur Verfügung stellt, quasi als Zinsen auf die Spenden an Wolbergs. Pfui Deife.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Rentnerin“ Müller hat seinen Mitmenschen die Hölle heiß
    gemacht, nicht umgekehrt. Und jetzt versucht er in ‚Rom, die
    segensreiche Arbeit von Papst Franziskus zu torpedieren.

  • Rentnerin

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    zu Gustl:

    Es kommt hinzu, dass Bauunternehmen, die Grundstücke von der Stadt zu seriösen Preisen verkauft bekamen, diese teuerer an die Häuselbauer weiterverkauften.
    So stand es zumindest wiederholt in den Zeitungen.
    Ob sich das IZ daran auch bereicherte, ist mir unbekannt.
    Es wäre mal gut zu wissen, welche Bauunternehmer sich das geleistet haben und wie sich die Stadt dazu stellt und wer seitens der Stadt einschl. des Stadtrates daran beteiligt war.
    Persönlich halte ich das für einen Betrug am Bürger.

  • Wilbert, Fritz

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    zu den verschiedenen Berichten um Spenden, Stadtbau und dem bezüglich Stellausschreibung minderbemittelten evtl. Techn. Leiter der Stadtbau:
    wenn Tretzel es sich leisten kann, einem GF 30ooo.- € / Monat zu zahlen,( ( war´s Wochenblatt oder Rundschau ? ) x- Millionen an Zuschüssen für den Jahn Regensburg ausgibt, 90% des Stammkapitals des Jahn hat, dann sind seine Wohnungen einfach überteuert. Jeder Käufer hat praktisch den Jahn Regensburg finanziert.
    Ähnliches gilt für alle übrigen Immo-Finanz Haie- wenn man Geld so innlos einsetzen kann, sollte man vom Kauf bei diesen Firmen Abstand halten.
    Man finanziert Parteien und Vereine mit dem Kaufpreis von Wohnungen.
    Darüberhinaus: wenn er von einem Posten mit diesem schmalen Gehalt v. 30.ooo.- €/Monat auf den Posten der techn. Leiters der Stadtbau wechselt mit einem bescheidenenren “ Sozialgehalt“ v. nur 6000.- € , wer bezahlt ihm die Differenz
    oder wer profitiert davon, daß er zur Stadtbau wechselt?
    Ein Schelm der dabei Böses vermutet.

  • blauäugig

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    @Wilbert
    Die Wohnungen vom BTT müssen nicht überteuert sein, die Marge ist auch zu einem gewissen Anteil darauf zurückzuführen, dass Grundstücke günstig erworben werden (ok, das geht vor allem in Richtung Immobilienzentrum für das neue Projekt in Burgweinting) und wegen der Größe der Projekte die Handwerker- und sonstigen Bauleistungen zu besseren Konditionen durchgeführt werden.

  • Otto Normalbürger

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    Alles gesagt? Alles klar? Oder bisher nur die Spitze des Eisbergs in Sicht?

    Seltsam, wie wortkarg der Stadtbau Geschäftsführer Herr Becker seit ein paar Tagen geworden ist. Hat jemand den Sprachschalter umgelegt? Ein Autor für Politkrimis würde natürlich vermuten, daß dem Guten das Messer des Wissens an die Kehle gehalten wird um dem OB und dessen Personalpolitik nicht öffentlich zu kritisieren. Auch die Stadtbau vergibt Millionen-Aufträge an Baufirmen und Handwerksbetriebe. Daß in der deutschen Bauwirtschaft, als Geschenk für erhaltene Aufträge schon auch mal mehr als eine Schachtel Schnapspralinen, als Dank an die Entscheider verteilt werden, ist ja hinlänglich bekannt. Die Angst um den Job alleine kann es jedenfalls nicht sein, denn auch als Geschäftsführer einer städtischen Gesellschaft dürfte er seine Meinung äußern, die außerdem im aktuellen Stadtgeplapper sowieso nicht alleine im Raum stehen würde.

  • Ein kleinlauter Abschied, ein kurzer Schlagabtausch und ein einstimmiger Rauswurf » Regensburg Digital

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    […] Der Verdacht: Wild soll maßgeblicher Architekt des Spendenkonstrukts gewesen sein, das derzeit politische Landschaft Regensburgs erschüttert. Früher arbeitete er beim Bauteam Tretzel, dessen Chef ebenfalls in U-Haft sitzt und agierte im Aufsichtsrat des SSV Jahn lange Jahre als Tretzels verlängerter Arm. Nach einem kurzen Intermezzo beim Immobilien Zentrum Regensburg, gegen das ebenfalls Ermittlungen la… […]

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