SOZIALES SCHAUFENSTER

Wolbergs abgewählt

Neustart mit Oberbürgermeisterin

Künftig wird eine Frau an der Spitze der Regensburger Verwaltung stehen – das haben die Wählerinnen und Wähler am Sonntag entschieden. Sowohl Gertrud Maltz-Schwarzfischer als auch Astrid Freudenstein geben sich vor der Stichwahl optimistisch. Verbittert ob seiner Abwahl ist Joachim Wolbergs. Ob er sein Stadtratsmandat annehmen wird, lässt er am Wahlabend offen.

Stichwahl mit Damen: am 29. März fällt die endgültige Entscheidung zwischen Astrid Freudenstein (li). und Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Foto: Staudinger

„Gegen Joachim Wolbergs wäre es schwieriger geworden.“ Gertrud Maltz-Schwarzfischer wirkt gelöst, als sie um kurz vor sieben Uhr eher zufällig einem Journalisten in die Arme läuft. Den Medienvertretern und ausgewählten Stadtratskandidaten, denen vor dem Hintergrund der Corona-Krise Einlass zu der städtischen Wahlveranstaltung im Marinaforum gewährt wurde, fällt es zunächst gar nicht auf, dass die Bürgermeisterin in Begleitung ihres Gatten eingetroffen ist. Sie schlendert erst einmal zu der Theke im Foyer und holt sich einen Kaffee, bevor sie sich ins überschaubare Getümmel stürzt. Zwar ist da noch von einem Dreikampf die Rede, aber schon nach 60 ausgezählten von insgesamt 194 Stimmbezirken ist klar, das die Stichwahl am 29. März ein Frauenduell werden wird.

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„Das Kapitel Oberbürgermeister ist für mich beendet.“

Joachim Wolbergs erzielt am Ende mit 17,71 Prozent zwar ein respektables Ergebnis, liegt aber am Ende doch fast fünf Prozent hinter Maltz-Schwarzfischer (22,15) und satte zwölf hinter CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein (29,5). Noch einmal drei Prozent dahinter landet Grünen-Kandidat Stefan Christoph, der sich aber dennoch zufrieden zeigt. „Im Vergleich zum letzten Mal hat sich unser Ergebnis mehr als vervierfacht.“ Das könne sich doch sehen lassen, meint der 30jährige.

Hat den Sprung in die Stichwahl nicht geschafft: Joachim Wolbergs (zwischen den künftigen Brücke-Stadträtinnen Bettina Simon und Thomas Thurow. Foto: Staudinger

Verbittert und enttäuscht ist Wolbergs. „Das Kapitel Oberbürgermeister ist für mich damit beendet“, stellt er noch während der Stimmauszählung klar. Verantwortlich dafür, dass er es nicht in die zweite Runde geschafft hat, macht Wolbergs „zumindest Teile der Medien“. So sei das eben, wenn man fast drei Jahre „wie ein Verbrecher dargestellt“ werde. Ein paar Einzelinterviews später ist der 49jährige schon wieder weg, auf dem Weg in den Leeren Beutel, wo sich Kandidaten der „Brücke“ versammelt haben, um das Wahlergebnis zu feiern, das für den abgewählten OB enttäuschend, für seinen Wahlverein durchaus beachtlich ist.

SPD verliert über 20, CSU sieben Prozent

„Brücke“ liegt bei zwölf Prozent, gleichauf mit der SPD, die damit über 20 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl verloren hat. Künftig wird man ebenso wie die „Brücke“ nur noch sechs Stadträte stellen. Der glücklos agierende Regensburger Parteichef Juba Akili fliegt trotz Listenplatz 6 aus dem Gremium und wird auf der Liste nach hinten durchgereicht. Keiner der jungen SPD-Kandidaten schafft den Sprung in den Stadtrat und auch sonst kein neues Gesicht. Es bleibt ein stark ausgedünnter Rumpf der alten Fraktion, von der Dr. Thomas Burger nach Maltz-Schwarzfischer das mit Abstand stärkste Ergebnis erzielt.

Zufrieden mit seinem Ergebnis und vor allem dem seiner Partei: Grünen-Kandidat Stefan Christoph. Foto: Staudinger

Verluste erleidet auch die CSU und landet nach 32,8 Prozent 2014 dieses Mal nur noch bei rund 25 Prozent (nach wie vor wurden nicht alle Stimmbezirke ausgezählt, Anm. d. Red.). Sie stellt künftig mit voraussichtlich 13 Stadträten (2014: 16) die stärkste Fraktion, allerdings haben die Wählerinnen und Wähler die ursprüngliche Reihung stark durcheinander gewirbelt. Jüngere Kandidaten wie Parteichef Michael Lehner und der JU-Vorsitzende Tim Helmes schaffen es zwar in den Stadtrat, werden aber deutlich nach hinten gewählt. Große Sprünge nach vorne machen dagegen Erich Tahedl, Haritun Sarik und Markus Troidl. Sie schaffen es von den Plätzen 20, 23 und 25 in den Stadtrat. Auch die Hotelbetreiberin Kathrin Fuchshuber, als parteilose Kandidatin angetreten, wird von Platz 15 hoch gewählt. Schaffen könnte es auch noch Matthias Krieger (Platz 22) – sofern Astrid Freudenstein bei der Stichwahl am 29. März die Nase vorn hat, würde er nachrücken.

Die Stimmen der Anderen

Die Bundestagsabgeordnete lässt sich Zeit, ehe sie vor die Presse tritt. Erst um 20 Uhr, als das Ergebnis der OB-Wahl bereits feststeht, kommt sie flankiert von Parteichef Michael Lehner, Stadträtin Bernadette Dechant und Fraktionschef Josef Zimmermann ins Marinaforum und spricht vor dem wartenden Pulk aus Kameras von einem „Etappensieg“. Angesichts des „zersplitterten Kandidatenfelds“ seien annähernd 30 Prozent ein „riesiger Erfolg“. Man sei „hochmotiviert“ und „kämpferisch“, lächelt Freudenstein. Doch die Nervosität merkt man ihr an. 

“Das Ergebnis für uns ist erwartet schlecht.” Horst Meierhofer (FDP). Foto: Staudinger

Ungewohnt selbstbewusst gibt sich trotz des Abstands von sieben Prozent die ansonsten eher zurückhaltend agierende Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Ich habe das drei Jahre lang gemacht. Zusätzlich zu meinem Bürgermeisteramt. Ich weiß, was auf mich zukommt und was ich künftig anders machen würde – zum Beispiel in der Verwaltung“, lautet ihre Ansage am Wahlabend. Sie glaube „ganz sicher“, dass sie gute Chancen habe – angesichts der Stimmen derjenigen, die sich bislang für einen anderen Kandidaten entschieden hätten.

Grüne verdoppeln, ÖDP legt zu

An erster Stelle dürfte Maltz-Schwarzfischer dabei auf die Wählerinnen und Wähler der Grünen hoffen – die können ihr Ergebnis von 2014 (10,5 Prozent) mehr als verdoppeln und liegen bei knapp 22 Prozent. Abgesehen von Maria Simon und Jürgen Mistol werden es durchweg neue und vor allem junge Gesichter sein, die der voraussichtlich elf Köpfe starken Fraktion angehören werden.

Holte mit seiner Partei ein starkes Ergebnis: ÖDP-Kandidat Benedikt Suttner. Foto: Staudinger

Ein starkes Ergebnis erzielt auch die ÖDP. Die Partei um ihren Spitzenkandidaten Benedikt Suttner legt etwa ein Prozent zu und wird künftig vier statt drei Stadträte stellen – Fraktionsassistent Hannes Eberhardt gesellt sich zu dem Trio Suttner, Astrid Lamby und Joachim Graf. Die Freien Wähler, in der Bunten Koalition eher unauffällig, verlieren ein knappes Prozent und landen bei 5,9 Prozent, können aber voraussichtlich ihre drei Stadträte halten: das Ehepaar Ludwig Artinger und Kerstin Radler sowie Urgestein Günther Riepl. Für den auf Platz 4 angetretenen Schwiegersohn Artingers reicht es nicht mehr.

Künftig drei Einzelkämpfer

Die Linke erleidet leichte Verluste und wird künftig nur noch mit Spitzenkandidatin Irmgard Freihoffer im Stadtrat vertreten sein. Einzelkämpfer bleibt auch Christian Janele (CSB), mit Ingo Frank (DIE PARTEI) kommt ein weiterer Einzelstadtrat hinzu. Die FDP verbessert ihre Ergebnis von 2014 leicht auf 3,4 Prozent und wird nach derzeitigem Stand wohl ihre beiden Stadträte Horst Meierhofer und Gabriele Opitz behalten. Erstmals im Stadtrat vertreten ist auch die rechtsextreme AfD (4,5 Prozent) mit den künftigen Stadträten Erhard Brucker und Thomas Straub. Für die Liste Ribisl um den Künstler Jakob Friedl hat es nicht gereicht.

Die Kandidatinnen der PARTEI feiern mit ihrem Spitzenkandidaten Ingo Frank. Foto: Staudinger

Wenigstens drei neue Gesichter wird die „Brücke“ in den Stadtrat bringen. Neben den früheren SPD-Stadträten Thomas Thurow und Ernst Zierer, die von den Plätzen 7 und 8 nach vorne gewählt wurden, schaffen es Bettina Simon, Thomas Mayr und Florian Rottke. Ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt Tim Wolbergs, der auf Platz 50 bei der Liste seines Vaters angetreten ist – er schafft es zwar nicht in den Stadtrat, aber macht einen Sprung auf Platz 11.

Künftig allein für die Linke: Irmgard Freihoffer. Foto: Staudinger

Wolbergs lässt seine politische Zukunft offen

Reichen könnte es auch noch für Wolbergs’ langjährigen Weggefährten Markus Panzer. Sollte Wolbergs auf ein Stadtratsmandat verzichten, würde er nachrücken – und am Wahlabend wich der abgewählte Oberbürgermeister Fragen nach seiner politischen Zukunft ausdrücklich aus. „Das entscheiden die Mitglieder der Brücke“, ließ Wolbergs in einer Videobotschaft kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses verlauten. Und ebenso offen ließ Wolbergs, ob die Brücke nun eine Empfehlung für die Stichwahl abgeben wird oder nicht.

“Ich bin Letzter.” Malkämpfer Jakob Friedl hat es nicht geschafft. Foto: Staudinger

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Kommentare (31)

  • Mr. T.

    |

    Warum entscheiden die Mitgliewder der bruecke, ob Wolbergs sein Mandat annimmt? Das wäre ja eine noch größere Missachtung des Wählerwillens als durch die Landesanwaltschaft ;-)

    Schade um Jakob Friedl. Und auf die beiden Faschisten hätte Regensburg auch ganz gut verzichten können. Gespannt bin ich auf die runderneuerten Grünen.

  • klausgeorg

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    Hoffe, die grünen gehen wieder mit der SPD zusammen und daher möglich schnell auf die zu. Dann hätten würde die M.S. auch die stichwahl gewinnen. Bruecke- anhänger wird kaum Frau Freudenstein wählen.

  • Andreas

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    @klausgeorg

    Bei den Brücklern wäre ich mir nicht so sicher… die sind nicht zuletzt eher wirtschaftsfreundlich / neoliberal.

    Zu Fr. Ärgerholz muss man dbzl. wohl nichts mehr anmerken ;)

  • cogito ergo sum

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    Egal wie man zu Herrn Wolbergs nun stehen mag, kann ich die Behauptung einer Wahlniederlage nicht so recht nachvollziehen. Nach derzeitigem Stand scheint er resp. seine neue Fraktion weiterhin ein kommunalpolitischer „Player“ zu sein. Jedenfalls wird es wohl maßgeblich auf die Brücke ankommen, ob eine Mehrheit neben der bzw. ohne die CSU möglich wäre.

    Eine Koalition aus Grünen, SPD, ÖDP, Freien Wählern und FDP käme rein rechnerisch zwar auf eine Stimme Mehrheit (mit OB-Stimme ggf. auch 2), dürfte aber eher unwahrscheinlich und im Zweifel auch nicht sonderlich stabil sein. Dagegen käme eine 4-Parteien-Koalition aus Grünen, SPD & Brücke (ggf. auch in einer Fraktionsgemeinschaft) sowie ÖDP auf 27 Stimmen. Würde sich diese bereits vor der Stichwahl unter Aussprache entsprechender Wahlempfehlungen abzeichnen, dürften die Wahlaussichten von Frau Malz-Schwarzfischer nochmals deutlich steigen, so dass eine OB-geführte Koalition auf stabile 28 Stimmen käme. Die Grünen und die Brücke erhielten hierbei voraussichtlich wohl jeweils einen BM-Posten.

    In inhaltlicher Hinsicht scheinen die Schnittmengen dieser 4 Parteien für eine dauerhafte Koalition klar kompatibel. Wolbergs könnte hierbei einen Großteil seiner Visionen, mit denen er schon vor 6 Jahren angetreten war, gesichert sehen; nebenbei würde seine Brücke wohl noch einen BM stellen können. Diese Koalition würde i.Ü. auch dem klar erkennbaren Wählerwillen gerecht, der die klassisch „bürgerlichen“ Parteien deutlich unter 50 Prozent gedrückt hatte. Es ist doch eindeutig ersichtlich, dass hier eine Tendenz zu einem linksliberalen, ökologisch orientierten Kurs vorherrscht, der sich deutlich von der Haltung der Union nebst FDP und FW abgrenzt. Diese Chance sollte Wolbergs nutzen, um wenigstens den sachpolitischen Teil seines Erbes in die Zukunft überführen zu können.

    Andernfalls liefe es wohl auf Schwarz-Grün-Rot hinaus, wobei sich diese Koalition im Zweifel nur selbst lähmen würde. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, wie ein klassischer Parade-CSUler ala Michael Lehner, immerhin CSU-Vorsitzender, 6 Jahre lang zusammen mit der SPD und insbesondere den starken Grünen eine liberal ausgelegte Großstadtpolitik entwerfen soll…. Alleine die Auto-Fokussierung der CSU unter Freudenstein und Lehner programmiert doch schon den Dauerstreit mit den Grünen vor.

    Ergo wird es wohl darauf ankommen, wie sehr Joachim Wolbergs jetzt tatsächlich als Brückenbauer taugt. Ggf. geht er ja den für ihn persönlich sicherlich nicht leichten Schritt, sein Mandat nicht anzunehmen, um es der Brücke und der SPD zu ermöglichen, wieder zusammen zu finden und zu kooperieren, um eine stabile mitte-links Mehrheit jenseits der CSU zu bilden. Das hätte dann schon wieder Größe.

  • Piedro

    |

    @Mr. T.
    Ich finde es in Ordnung, dass der Verein entscheiden soll, ob Herr W. ihn im Stadtrat repräsentieren darf oder nicht. Er wurde nicht OB, das heißt ja nicht, dass er nicht Stadtrat sein darf.
    Das mit den Faschisten – diese Vokabel sollte man nicht inflationär verwenden, das entwertet den Begriff. Mir ist jedenfalls nicht klar wen Sie damit meinen.

  • Stefan Aigner

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    @peter

    Ich verstehe Ihr Problem nicht. Natürlich ist ein Sitz für die Partei angezeigt.

  • Lothgaßler

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    Wenn Wolbergs nicht Stadtrat sein will, weil er nicht OB werden kann, dann umso besser. Wolbergs kann eben nicht seinen Berufswunsch “Berufspolitiker” ertrotzen. Eine Chance auf ein gut bezahltes Bürgermeister-Amt hat er ja noch, denn es müssen Koalitionen gebildet werden. Ein Tvon Tip von mir: CSU + FW + Brücke. Gut möglich allerdings, dass CSU + Grüne koalieren, ggf. mit einer willigen FW.

  • R.G.

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    Frau Freihoffer möchte ich herzlich gratulieren. Sie wagte rundum sympathisch eigene Denkwege für festgefrorene Probleme. Wäre es nicht um die Schlacht der drei Giganten gegangen, hätte ihre Partei mehr Stimmen erhalten.

    Herr Friedl gab den Menschen in Regensburg wieder eine Stimme, ich hoffe sehr, dass man seine Fähigkeiten in der Stadt wertschätzt.

  • Robert

    |

    @Piedro
    Ein bedauerlicherweise gewählter Stadtrat der AFD nahm wohl unter anderem an Veranstaltungen wie der “Counter Jihad”- Konferenz in Stockholm teil. Dort nahmen Personen wie Tommy Robinson der Gründer der “English Defence League” teil, auf die sich der Rechtsterrorist und 77-fache Mörder Anders Bering Breivik in seinem “Manifest” berief.
    Zudem wird der “Flügel” der AFD nun ja auch vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.

  • Piedro

    |

    @Lothgaßler
    Wer sagt denn, dass er nicht Stadtrat sein will? Die Entscheidung überlässt er seinem Wahlverein. Anhand der Stimmen steht er auf Platz eins, das Wählervotum würde ihm den Platz also zusprechen, und der Verein wird es wohl auch tun. Es sei denn er bittet darum außen vor gelassen zu werden, warum auch immer. Wir werden sehen.

  • Piedro

    |

    @Robert
    Ja, den Herrn B. würde ich auch als Faschisten bezeichnen. Demokraten gehörten seiner vorherigen Partei nie an. Auch hat er sich auf Nachfrage nicht von rechtsextremen Positionen distanziert. Er gehört dem “Flügel” an. An der „Counter Jihad“- Konferenz hat er nicht nur teilgenommen, die Fotos des Stürzenberger-Artikels in der Güllegrube PI-News stammen von ihm. Damals war er nach bei den Nazis von “die Freiheit” aktiv. Das scheint die AfD-Wähler nicht zu stören, vielleicht verstehen sie das auch als Auszeichnung. Oder sie wählen halt die Alternative für Dumme, weil sie von all dem – mal wieder – nichts wissen.
    Über den zweiten Mandatar, den Herrn S., weiß ich gar nichts, da lässt sich nichts anrüchiges finden. Ich würde ihn nicht mit seinem Kollegen in einen Topf werfen – und alle AfDler über einen Kamm scheren. Einige sind tatsächlich Demokraten. Merkt man daran, wie viele dieser Partei den Rücken kehren. Vielleicht tut der das auch noch?

  • Giesinger

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    Zum Foto: Bilden sich bei Frau Dr. Freudenstein die Hände schon zur Merkel-Raute?
    Hilfe, oje!

  • spaßvogel

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    Zum Glück wird der Brücken-Verein nicht für eine Koalition benötigt, sonst hätte Wolbergs noch einen Bürgermeisterposten beansprucht.

  • R.G.

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    “die Hände schon zur Merkel-Raute?”

    Nein, das ist ein “V” und steht für VRAUENPOWER.

  • Julian86

    |

    “Links-mittige-Regierung” in Regenburg? Mit Maltz-Schwarzfischer als neuem Stadtoberhaupt?

    Die Ermittlung des Wählerwillens, wie von CES beispielhaft herausgearbeitet, hatte Heiner Flassbeck am 25.2. in Makroskop für die Thüringer Verhältnisse behandelt. So entsprach ein FDP-MP keinesfalls dem Wählerwillen. “Man kann das Wahlrecht niemals von der Demokratie und der Art und Weise, wie sie umgesetzt und interpretiert wird, trennen. Das Wahlrecht bestimmt, was Demokratie zu sein hat.”

    Dieser Wählerwille, wie er sich nach der Wahl darstellt, ist vor dem Hintergrund der “Herrschaft des Volkes” die urdemokratische erste und vornehmste Aufgabe der Gewählten: Er muss ermittelt werden.

    Freilich kennt die Gemeindeverfassung keine “Koalition”; insoweit hat ÖDP-Frontmann Suttner mit guten Gründen etwas Anderes im Sinn. Im Übrigen würde er bei einer vorgeschlagenen Fraktionsgemeinschaft SPD/Brücke im Rahmen des links-mittigen Bündnisses gewiss einen ausgezeichneten BM mit einem neuen Ressort “Klimaschutz/Nachhaltigkeit/Soziales” verkörpern.

    P.S. Wurde mit der Löschung der Handy-Daten des Ministers Scheuer dessen enge Kooperation mit der Leiterin der Zentralabteilung Freudenstein bleibend intransparent? Und bliebe damit die Frage nach der allseitigen Verantwortung für den potentiellen Maut-Schaden von 560 Millionen EUR im Dunkeln, im Schwarzen? Wie weiland die verschwundene Festplatte?

    P.P.S.
    Wer kontrolliert eigentlich, dass es bei der Briefwahl in den Alten- und Pflegeheimen mit “rechten Dingen” zugeht? Und nicht den Betagten “die Hand geführt wird”? Sollten hier nicht Transparenz herstellende Kontroll-Instanzen eingeführt werden, nachdem die OB-Stichwahl wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird?

  • spaßvogel

    |

    @Julian86 – “Wer kontrolliert eigentlich, dass es bei der Briefwahl in den Alten- und Pflegeheimen mit „rechten Dingen“ zugeht?”
    Etwas zu viel rechte Verschwörungstheorie ?

  • Taxifahrer

    |

    Wo gibt es eine Liste mit allen gewählten Stadträten?

  • Lieschen Müller

    |

    Ich möchte an dieser Stelle Herrn susp. OB Wolbergs mein volles Lob und Anerkennung
    aussprechen.
    Hat er doch in beeindruckend klarer Weise anerkannt, dass er die OB Wahl verloren hat.
    Soviel Realitätssinn ist neu.
    Ein erster grosser Schritt um die Selbst- und Fremdwahrnehmung anzunähern.

  • Julian86

    |

    @Spaßvogel, es geht nicht um verbale “Keulen”, wie von Ihnen verwendet. Es geht um 1. Wahlhilfe und 2. die Einhaltung der Wahlgrundsätze einschließlich der Möglichkeit, mobile Wahlvorstände einzusetzen.

    1.

    Wenn eine wahlberechtigte Person wegen einer körperlichen Beeinträchtigung daran gehindert ist, den Stimmzettel selbst zu kennzeichnen, zu falten oder selbst in die Wahlurne zu werfen, kann diese Hilfe einer anderen Person bekommen. Die Hilfsperson kann ein Mitglied des Wahlvorstandes oder beispielsweise auch der Betreuer sein. Wichtig ist nur, dass dieser nicht in seiner Funktion als Betreuer mit in die Wahlkabine geht, sondern als Privatperson. Es geht bei dieser Hilfeleistung ausschließlich um die Erfüllung der Wünsche des Wählers. Auf keinen Fall darf der Betreuer auf die Entscheidung Einfluss nehmen oder sie sogar selbst treffen. Die Hilfsperson ist zudem zur Geheimhaltung der Wahlentscheidung verpflichtet.

    Für einen Betreuer ist es keine leichte Aufgabe, bei der Wahl behilflich zu sein. Gerade bei der Briefwahl sind die Möglichkeiten und Risiken einer – absichtlichen oder versehentlichen – Wahlmanipulation sehr groß. Die Aufgabe des Betreuers ist es, dem Beeinträchtigten eine Stimme zu geben und seine eigene Überzeugung außen vor zu lassen. Er muss sicherstellen, dass der Betreute sich wirklich ein Bild machen konnte und entsprechende Hilfestellungen zum Treffen der Wahlentscheidung geben. Dies macht einige Aufwände, wenn man nicht einfach „für“ den Schützling oder über seinen Kopf hinweg entscheiden will. Dass ein Betreuer diese Aufgabe gewissenhaft angehen sollte, ergibt sich schon daraus, dass Wahlmanipulationen gemäß § 107a Strafgesetzbuch strafbar sind und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden können.
    https://www.biva.de/duerfen-menschen-die-unter-betreuung-stehen-waehlen/

    2. Wahlgrundsatz z.B. der geheimen Wahl, dazu eine Gerichtsentscheidung mit dem Hinweis, dass Heimleiter ggf. bei der Stadt mobile Wahlvorstände anfordern können bzw. ggf. sollten.
    https://www.burhoff.de/asp_weitere_beschluesse/inhalte/1617.htm

    Vielleicht finden Sie heraus, wo in Bayern der ´mobile Briefwahlvorstand” geregelt ist.

  • Charlotte

    |

    Ich bin immer noch irritiert, sowohl über das aufgrund der Umstände doch gute Ergebnis ‚der Brücke‘ bei der Stadtratswahl und dem zugehörigen OB-Kandidaten.

    Nun gut, Demokratie ist nicht immer einfach zu ertragen!

    Schade, dass durch die persönlich motivierte Spaltung durch OB-Kandidat Wolbergs den etablierten Parteien in Regensburg Stimmen abhanden gekommen sind und eine unnötige Splitterung stattfindet. Ein wirkliches Thema oder ein Fokus ist bei der Brücke ja nicht zu erkennen.

    Jetzt wünsche ich der künftigen Oberbürgermeisterin und den Fraktionsvorsitzenden große Weisheit und Haltung bei einer eventuellen Koalitionsbildung.

    Ich wünsche mir auch, dass die ‚Brücke‘ hier NICHT beteiligt wird. Jede(r) Verantwortliche sollte einfach zurück blicken, welche Beschimpfungen stattgefunden haben und welche Unwahrheiten verbreitet worden sind. Für mich fehlt hier die Basis einer verantwortungsvollen und ehrlichen Zusammenarbeit.

    Ich bin gespannt…

  • R.G.

    |

    Herr “Julian”, Sie denken schon daran, dass es nicht arg viele bayerische Pflegekräfte gibt?
    Denken Sie, vorwiegend EU Bürger aus Ostländern sichern in den deutschsprachigen Ländern die Pflege.
    Es gleicht sich damit wieder aus.

  • Tom

    |

    Zitat Gertrud Maltz-Schwarzfischer:

    „Gegen Joachim Wolbergs wäre es schwieriger geworden.“

    Für eine Kandidatin die gerade mal von 11,6 % der Wahlberechtigten gewählte wurde, ein gesegnetes Selbstvertrauen. Chapeau!!!

  • Samson

    |

    Warum strahlt Frau Freudenstein so?
    Wie soll das denn funktionieren?
    Die Brücke wird nie die CSU stützen, das ist genetisch unmöglich.
    Da die CSU ja alles auf Freudenstein als OB gesetzt hat, sind die auch planlos.
    Wolbergs hat eine neue Option:aufgeben.
    Amazon sucht Leute.
    Frau Malz-Schwarzfischer wird schon genügend Nickende finden, die ihr alles durchwinken.
    (Nickneger geht ja nicht mehr)
    Und wir machen alle automatisch Briefwahl!
    Das hat unser großer Franke ja schon beschlossen.
    Ich glaube ich hab auch einen Virus, er wird mir sympathisch!

    Ergebnis:

    https://www.regensburg.de/wahlen/ergebnisse/20200315/09362000/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_142_Gemeinde_Stadt_Regensburg.html

  • Günther Herzig

    |

    Ich hoffe, Dr. Astrid Freudenstein setzt sich in der Stichwahl durch.

  • Tobias

    |

    @Piedro:
    Ich habe nicht gewählt, weil Kommunalwahlen wirklich gar nichts bewirken können; für alles außer einer Pommesbude an einem Badesee werden Mittel vom Land oder Bund benötigt – nur, falls die Frage des Warum kommt.

    Aber der Herr B. wurde höchstwahrscheinlich für deren Programm gewählt. [GELÖSCHT]. Denken Sie wirklich, nur weil Sie irgendwelchen irrelevanten Unsinn aus dem Privatleben herausfischen, würde ich die Leute nicht wählen? Unser Bundespräsident findet linksradikale Bands super – “Wer wählt denn sojemanden, wohl nur Dumme die mal wieder nichts wissen”? wäre Ihre Argumentation. Oder gar Claudia Roth, die ihren Amtseid verletzende, nicht auf dem Boden der Verfassung stehende Bilder einkassieren musste. Wer wählt denn Grüne? Wohl nur Dumme?

    Ich hoffe, Sie verstehen, was ich sagen möchte. Wenn jemand den ÖPNV gratis anbieten möchte, und der Typ war beim G20-Gipfel dabei, Polizisten mit Mollies zu bewerfen, würde ich ihn dennoch wählen – sein Programm heißt ja nicht “Molotov Cocktails auf Cops”. Genausowenig heißt das Prgramm der AfD .. Nun, was auch immer Sie und Rober dem Kerl anlasten, jedenfalls nichts von Anders Bering Breivik und andere, über 26 Ecken gehende Pseudo-Kausalitäten. Wollen wir mit den Linken und vor allem den gewaltbereiten Grünen auch so anfangen, dann wären wir beim Kommunismus, und dessen “Body Count” ist weitaus höher… Aber abgesehen von 1933-45 haben angeblich gebildete, selbsternannte Demokraten ja anscheinend nicht auf dem Schirm. Nennt man Blase.

    Ansonsten bin ich überrascht, dass die bruecke nun doch soweit abgeschlagen war und die zwei Damen jetzt das Rennen machen. Nicht, dass ich gewundert hätte, da man doch merkt, dass es zu früh und zu frisch – in der Tat ist es ja sogar brandaktuell – ist, um sich schon wieder (!) um das Amt zu bewerben. Aber insgesamt ist es schon ein ganz schöner Fall, trotz oder gerade wegen des “Freispruch”, wenn die Bürger die Nase dermaßen voll haben, dass er nicht einmal mithalten kann.

  • Giesinger

    |

    Samson
    17. März 2020 um 15:36 | #

    “Warum strahlt Frau Freudenstein so?
    Wie soll das denn funktionieren?
    Die Brücke wird nie die CSU stützen, das ist genetisch unmöglich.”

    Hm… schauen wir doch mal…

  • Piedro

    |

    “„Wer wählt denn sojemanden, wohl nur Dumme die mal wieder nichts wissen“? wäre Ihre Argumentation.”
    Meine Argumentation dürfen Sie ruhig mir selbst überlassen, ich bin durchaus in der Lage mich zu artikulieren. Vermutlich wissen Sie nicht, was zB auf diesem “Counter Jihad” abgelassen wurde. Das war nicht nur strunzdoof, sondern auch hoch aggressiv. So einer Person gibt man das demokratische Votum nur, wenn man davon nichts weiß, oder wenn man diese menschenverachtende, faschistoide Ideologie befürwortet. Wer meint, ein “Programm” könne kaschieren, was wirklich beabsichtigt ist und hinter der Person steht will die Fratze der Menschenverachtung nur verniedlichen. Oder weiß halt nicht mit was er es zu tun, was tatsächlich dumm wäre, da man sich ganz leicht informieren könnte.

    Ihren Body-Count können Sie sich sonstwie verabreichen. Menschenverachtung und Faschismus gehören ausnahmslos geächtet, egal von wem, egal mit welchem beschönigenden “Programm”. Passt schon, bei dem Thema mit dem Finger auf andere zu zeigen: mimimi, aber die! Mimimi, aber der! Mimimi, aber dann! Immer schön ablenken, zermürben, zerlabern. Meine Grundaussage bleibt bestehen: es handelt sich um einen Faschisten. Warum Sie ihn nicht gewählt haben (und auch sonst keinen) interessiert mich nicht. Es gehört zur Demokratie sich nicht zu beteiligen. Dann sollte man sich aber auch aus der Debatte heraushalten, meine ich.

  • Marktler

    |

    Gem. Art. 19 Gemeindeordnung kann die Übernahme eines ehrenamtlichen Stadtratsmandats “nur aus wichtigem Grund” abgelehnt werden. Zu kandidieren, aber die Annahme sich vorzubehalten oder einem Verein diese Entscheidung überlassen zu wollen, zeugt von einem seltsamen Rechtsverständnis.

    Dies gilt im übrigen auch für gelegentlich auftauchende “Rücktrittsforderungen” gegenüber ehrenamtlichen Stadträten.

  • Piedro

    |

    @Marktler
    “…zeugt von einem seltsamen Rechtsverständnis.”
    Ach nee. Wäre das erste Mal… Im Zweifelsfall kennt er sich halt nicht aus.

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