Tag 48 im Wolbergs-Prozess

Politischer Seelenstriptease

Bei der Erklärung seiner persönlichen Verhältnisse liefert Joachim Wolbergs einen teils sehr emotionalen Einblick in finanzielle, politische und private Details.

Emotional, sarkastisch, wütend, nachdenklich: Über zwei Stunden äußerte sich Joachim Wolbergs am Donnerstag zu seinen persönlichen Verhältnissen. Foto: om

Der Angeklagte bricht mitten im Satz ab, schaut auf den Tisch und kämpft mit den Tränen. Schnell entscheidet Richterin Elke Escher, die Verhandlung kurz zu unterbrechen. Joachim Wolbergs eilt hinaus, um sich zu sammeln. Als der suspendierte Oberbürgermeister wieder hereinkommt meldet sich sein Anwalt Peter Witting zu Wort. Ein Zuschauer habe eben von „Schauspielerei“ seines Mandanten gesprochen. „Da dreht sich mir der Magen um.“

Richterin: „Ich will das alles hören.“

Am 48. Verhandlungstag des Korruptionsprozesses gegen den suspendierten Oberbürgermeister, Baulöwe Volker Tretzel und zwei Mitangeklagte geht es um Wolbergs‘ persönliche Verhältnisse. Üblicherweise wird dieser Bereich in Strafverfahren meist eher flott abgehandelt. Das Gericht verschafft sich einen Eindruck über Einkommen, Zahlungsverpflichtungen, Beruf und Familienverhältnisse des Angeklagten, seinen Gesundheitszustand und Zukunftsperspektiven – alles Aspekte, die bei einer möglichen Strafzumessung eine Rolle spielen. Bei Joachim Wolbergs dauert das Ganze über zwei Stunden – Lebenslauf, beruflicher Werdegang, Anklagen gegen Medien, Kripo und Staatsanwaltschaft, politische Grundsatzerklärungen und höchstpersönliche Einblicke. „Ich will das alles hören“, bekräftigt Richterin Escher mehrfach.

Wolbergs‘ Ausführungen sind abseits der reinen Fakten immer wieder sehr emotional. Vieles davon müsste er nicht erzählen, aber es scheint ihm ein Bedürfnis zu sein. Mal ist es ganz still im Gerichtssaal, es wird aber auch öfter gelacht – im Zuschauerraum und in der Reihe hinter Wolbergs, wo Volker Tretzel und dessen Verteidiger sitzen. Sie lachen nicht über ihn, sondern seine sarkastische Bemerkungen in Richtung Staatsanwaltschaft. Er werde wohl Jura studieren, meint der OB an einer Stelle. Schließlich brauche man bei den Ermittlern jede Menge gute Juristen. Doch von Anfang an.

„Stereotype Behauptungen“ zur Alten Mälze

Nach behütetem und sparsamem Aufwachsen, seinem Engagement als Schülersprecher und einer „Ehrenrunde“ am Gymnasium habe er nach dem Abitur zwei Studiengänge – Lehramt und Jura – abgebrochen, schildert Wolbergs. Ab 1993 habe er dann die Möglichkeit bekommen, hauptamtlich als Geschäftsführer der Alten Mälzerei zu arbeiten, die während der Regierungszeit von SPD-Oberbürgermeisterin Christa Meier zum städtisch geförderten Kulturzentrum umgewidmet wurde. Viel verdient habe er nicht – „vielleicht 2.000 Mark so wie die anderen Hauptamtlichen dort auch“, aber der Umgang mit Künstlern und die Organisation von Veranstaltungen habe ihm gelegen. 2006 habe er dann noch die Gastronomie dort übernommen. 2014, als Wolbergs zum Oberbürgermeister gewählt wurde, habe er diese dann „auf Anraten der Stadtverwaltung“ an seine Frau übergeben, die noch bis Ende 2018 dafür verantwortlich zeichnete.

Schlampereien, die ihm in Zusammenhang mit der Mälze immer wieder „stereotyp“ vorgehalten würden, zuletzt während des OB-Wahlkampfs in Stadtzeitung und MZ, seien falsch, so Wolbergs. Die städtische Rechnungsprüfung habe da nie was beanstandet. Und die ihm damals ebenfalls vorgeworfene Vermengung von Personalgeschichten zwischen städtisch geförderter Mälze und dem von ihm und einem Geschäftspartner privat betriebenem Kulturspeicher sei lediglich der Rachefeldzug eines ehemaligen Azubis gewesen. Das Finanzamt habe ihm bestätigt, dass alles nur formale Mängel gewesen seien.

Kein Lätzchen mit „Ich will Oberbürgermeister werden“

Über sein Engagement als Schülersprecher sei er in Kontakt mit der damaligen Landtagsabgeordneten und späteren Oberbürgermeisterin Christa Meier und damit zur Politik gekommen, so Wolbergs. Es sei nicht so gewesen, wie manche behaupten, „dass nach meiner Geburt schon auf dem Lätzchen stand, ich will Oberbürgermeister werden“. Mit 16 trat er in die SPD ein. Auch wenn er selbst mehrere Wahlprogramme geschrieben habe, „ein Parteiprogramm habe ich nie gelesen“. Für ihn habe aber die SPD das am Besten vertreten, wofür auch er stehe, unter anderem, dass es keinen Krieg mehr geben dürfe und „dass Menschen, die mehr haben, auf die aufpassen, die weniger haben“.

Dann folgt stakkatoartig Wolbergs‘ politischer Werdegang: Die (Mit)organisation der Wahlkämpfe von Christa Meier 1996 und Jochen Wahnschaffe 2002 – beiden mündeten in Niederlagen gegen das langjährige Stadtoberhaupt Hans Schaidinger. Wolbergs Zeit als Fraktionschef im Stadtrat, seine Zusammenarbeit mit der CSU für eine Stadthalle am Donaumarkt 2006, die Kritik seiner eigenen Partei daran, sein Rücktritt als Stadtverbandsvorsitzender und designierter OB-Kandidat und dann doch die Entscheidung, als solcher zurückzukehren, um die SPD vor der „grottenschlechten Entscheidung“ zu bewahren, dafür den Strafrechtsprofessor Tonio Walter aufzustellen.

2008 sei er OB-Kandidat gegen den eigenen Parteivorstand geworden, so Wolbergs – und gescheitert. Es folgte eine Koalition mit der CSU („Es war nicht leicht, die SPD dazu zu bringen, regieren zu wollen.“) und Wolbergs Zeit als Sozialbürgermeister. „Das hat mich geprägt.“ 2014 dann der Wahlsieg in der Stichwahl mit über 70 Prozent. „So ein Ergebnis hat es für einen Sozialdemokraten noch nicht gegeben.“ Und der Job habe ihm „unglaublich viel Freude gemacht“. Kurz äußert Wolbergs sich zu seinen familiären Verhältnissen. „Ich bin noch verheiratet – nein, streichen Sie das ’noch‘ – ich bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder.“

Von 10.000 runter auf 3.600 Euro

Dann folgt, was viele interessiert, und worüber viel spekuliert wurde: Wolbergs‘ finanzielle Situation. Als Oberbürgermeister habe er netto 7.200 Euro verdient. Inklusive Nebeneinkünften sei er dann auf etwa 10.000 Euro gekommen. „Das ist richtig viel Geld.“ Mit der Suspendierung sei ihm dieses Gehalt um die Hälfte gekürzt worden. „Heute bekomme ich 3.600 Euro netto und sonst nichts.“

Von diesem Geld „könnte ich sensationell leben“, erklärt Wolbergs – wenn da nicht diverse finanzielle Belastungen wären. 2.500 Euro monatlich für die getrennt lebende Familie, 480 Euro Krankenversicherung, über 2.000 Euro Miete für seine Wohnung. Zusätzlich sei er noch „in über 100 Vereinen Mitglied“. Fazit: „Meine laufenden Kosten kann ich daraus nicht bestreiten.“ Dennoch müsse er „keine Not leiden“. Er habe einen Teil seines Erbes vorzeitig in Anspruch genommen, um den Rest des Privatkredits an seinen SPD-Ortsverein wegen Wahlkampfkosten zu tilgen, vom Rest habe er einen Teil seiner Frau gegeben und einen Teil selbst behalten.

270.000 Euro Verfahrenskosten

Für das Verfahren – „Ich habe von meiner Verteidigung sehr faire Konditionen bekommen.“ – habe er sich von verschiedenen Personen Geld geliehen – rund 270.000 Euro. Das sei durch sein noch ausstehendes Erbe gesichert. „Das geht sich fast auf Null aus. Für mich ist das Ganze jetzt existentiell geworden. Einen zweiten Prozess kann ich mir nicht leisten.“

Schuld an den hohen Kosten sei nicht zuletzt die Staatsanwaltschaft, so Wolbergs. Schließlich hätten er und seine Verteidiger selbst Entlastendes für ihn ermitteln müssen – insbesondere durch das Anhören der Telefonüberwachung. „Sie und ich haben sich mehr angehört als die Staatsanwaltschaft“, ruft Wolbergs an Richterin Escher gewandt. „Aber Sie werden vom Staat bezahlt und ich bezahl es selber.“ Dieses System, dass „man Leute finanziell an den Abgrund bringen kann“, wenn man sie anklage, sei ein grundsätzliches Problem. „Das weiß die Staatsanwaltschaft, aber das ist denen egal.“

Festnahme und ein Artikel im Focus

Richterin Escher will mehr über die Untersuchungshaft und deren Auswirkungen wissen. Wolbergs holt aus und geht ins Detail. Am 18. Januar 2017 wurde er in der Tiefgarage seiner Wohnung festgenommen – die Kripo habe dadurch vermeiden wollen, dass Medien Fotos von der Festnahme schießen könnten. Sehr anständig sei das abgelaufen, wenngleich er geschockt gewesen sei, so Wolbergs.

In diesem Zusammenhang erwähnt er einen Artikel, der damals zwei Monate später im Nachrichtenmagazin Focus erschien. Gespickt mit Falschbehauptungen steht der Text bis heute online. Dort wird von einem Sondereinsatzkommando der Polizei berichtet, dass Wolbergs in einer Tiefgarage Tretzels festgenommen habe, nervös, weil Wolbergs im Schützenverein sei und man Waffen bei ihm vermutet habe. Es sind nicht die einzigen falschen Behauptungen, die in dem Bericht aufgestellt wurden, gegen den der suspendierte Oberbürgermeister bislang nicht juristisch vorgegangen ist, aber den Schluss zieht, dass Medien sich alles erlauben könnten. 

„Das ist in der Türkei auch so.“

Wolbergs erzählt von seiner Zeit in der JVA Straubing, davon, dass er rund um die Uhr videoüberwacht worden sei und ihm ein Angestellter heimlich Kaffee geschenkt habe, weil er sich bei seinen Ausgaben für Zigaretten verkalkuliert habe. Immer wieder sorgen seine anekdotischen Schilderungen für Lacher, obwohl das Thema ernst ist.

Wolbergs kritisiert, dass der Haftrichter ihm seine Schilderungen beim Haftbefehl lapidar nicht geglaubt habe. Schließlich sei quasi nichts dran gewesen an den Haftgründen. Es könne auch nicht richtig sein, dass derselbe Richter auch über die zwei Wochen später stattfindende Haftprüfung entscheide. „Das ist in der Türkei auch so.“

Erst nach seiner Verhaftung betraute Wolbergs Rechtsanwalt Peter Witting mit seiner Strafverteidigung. Diesem habe er gleich zu Anfang zwei Anweisungen gegeben: „Wenn ich was gestehen soll, soll er es mir sagen.“ Und: „Es wird niemals einen Deal geben.“ Auch während der Haft sei er immer anständig behandelt worden, sagt Wolbergs. „Ich schiebe kein Hassbild auf JVA oder Kripo.“ Was er aber nicht verzeihen könne, sei, dass seine Kinder in der Schule von Mitschülern erfahren hätten, dass er verhaftet wurde. „Dass vergesse ich nicht.“

„Diese Staatsanwaltschaft wird mich nicht kleinkriegen.“

Bis heute werde er die Haft nicht los. Die habe alles kaputt gemacht. Deswegen sei er suspendiert worden und in der Öffentlichkeit sei der Eindruck entstanden: „Da muss etwas dran sein.“ Das sei genau der umgekehrte Reflex wie wenn in der Türkei jemand verhaftet werde. „Und das nehmen Sie billigend in Kauf“, ruft Wolbergs in Richtung Staatsanwältin Christine Ernstberger. Dann legt er nach. „Diese Staatsanwaltschaft wird mich nicht kleinkriegen.“ „Sie vielleicht“, wendet Wolbergs sich dann Richterin Escher zu, „aber die nicht.“

Die Staatsanwaltschaft habe einen Kampf gegen ihn geführt und seine Vernichtung in Kauf genommen. Deshalb führe er nun seinerseits einen Kampf. „Nicht nur, weil ich selbst rehabilitiert werden will, sondern weil ich will, dass man über ein paar Dinge mal nachdenkt.“

Wenig später, als die beisitzende Richterin Dr. Britta Wankerl mehr zu den Auswirkungen der Untersuchungshaft auf Wolbergs‘ Familie erfahren will, wird es dem Angeklagten kurz zu viel und die Sitzung muss – wie erwähnt – kurz unterbrochen werden. Erst dann erzählt Wolbergs davon, dass seine Frau und Kinder psychologische Hilfe gebraucht hätten. „Ich glaube, dass mein Sohn zum Rechtsstaat kein objektives Verhältnis mehr kriegen wird.“

Die Medien und ein „Idiotenblatt“

Wankerl will anschließend wissen, wie sehr Wolbergs die Berichterstattung über seinen Fall belastet habe. Spätestens während seiner Haft habe er nicht mehr verstanden, warum die Medien nicht bis zum Beginn des Prozesses mit dem Berichten abgewartet hätten, erzählt der. Für ihn sei es zuvor „unvorstellbar“ gewesen, dass „die nicht irgendwann mal aufhören“. Über Mörder und Vergewaltiger sei weit weniger berichtet worden als über seinen Fall. Und er verstehe nicht, warum die Ermittlungsbehörden bei Falschbehauptungen nicht irgendwann mal interveniert hätten. Er dürfe ja die Medien nicht kritisieren, sagt Wolbergs mehrfach, während er dann zur Medienschelte ausholt und seine Wahrnehmung der Berichterstattung zeichnet.

Süddeutsche Zeitung, Bayerischer Rundfunk und regensburg-digital hätten sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Anfang an festgelegt, glaubt der 48jährige. „Die können davon nicht mehr runter.“ Besondere Auswüchse – wie eine Fotomontage mit dem toten Uwe Barschel in der Badewanne – habe es in der „Stadtzeitung Regensburg“ gegeben, ein monatliches Werbeblatt des Veranstalters Peter Kittel, seit Jahrzehnten ein Intimfeind von Wolbergs. „Wobei das ja kein Medium ist, sondern ein Idiotenblatt.“ Er werde nie von Lügenpresse reden, so Wolbergs. Aber es gebe eben Auswüchse. Und Journalisten könnten Leute vernichten, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen, so seine Überzeugung. Deshalb mache er auch seine freitäglichen Videobotschaften. Nur so könne er sich ungefiltert an die Öffentlichkeit wenden. „Ich habe ja kein Medium.“

„Ich mache immer noch den Fehler, dass ich auch Kommentare lese.“

Scharf kritisiert der OB die Anonymität in den sozialen Medien, zitiert einen Kommentar aus dem Forum von regensburg-digital, kritisiert anschließend erneut die SZ, um dann nachzulegen: „Dafür kriege ich morgen wieder die volle Breitseite.“ Aber ihm sei es nunmal wichtig, Ross und Reiter zu nennen. „Deshalb werde ich nie einen Verlag für ein Buch finden, weil ich nämlich Namen nenne.“

Er habe „sehr gelitten“ unter der Medienberichterstattung, resümiert Wolbergs schließlich. Man könne ihm vorhalten, dass er zuvor Medien auch benutzt und mit diesen kokettiert habe und das sei nun die Retourkutsche. Aber er lasse sich nichts mehr gefallen. Bis heute verfolge er regelmäßig die regionale Berichterstattung von Mittelbayerischer Zeitung, Donaupost, SZ, BR und regensburg-digital. „Ich mache immer noch den Fehler, dass ich auch Kommentare lese.“ Aber es sei ihm bis heute nicht gelungen, damit aufzuhören.

„Ich bin in dieser Stadt völlig abgeschnitten.“

Am Schlimmsten aber sei, dass er „in dieser Stadt völlig abgeschnitten“ sei. Zu offiziellen Terminen werde er nicht mehr eingeladen, weil sich die Verantwortlichen „nicht trauen“ würden, glaubt Wolbergs. Manchmal schaffe er es aber auch nicht, Termine, zu denen er eingeladen werde – wie der Eröffnung der neuen Synagoge – wahrzunehmen. Er wolle nicht in der letzten Reihe stehen und mitleidig beäugt werden.

Mit jedem Tag, den das Verfahren andauere, verliere er einen Tag seines Lebens. „Ich bin wegen nix verurteilt, nur angeklagt, aber ich darf meinen Job nicht machen.“ Und alle würden sich wegducken, keiner zeige Rückgrat. Zuletzt die Sparkasse Regensburg, die nach der Beweisaufnahme zu dem Kredit an Volker Tretzel nicht einmal eine Pressemitteilung herausgegeben habe. „Ich bin der Einzige, der sich noch wehrt.“ Er wolle zurück in die Politik, die kommunale Politik. Deshalb habe er auch keinen Plan B, „weil ich mich mit keinem Plan B beschäftigt habe“. Aus der SPD jedoch rede niemand mehr mit ihm. Der Prozess wird kommenden Montag fortgesetzt.

Am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, spricht Joachim Wolbergs auf Einladung des SPD-Ortsvereins Äußerer Westen im Dechbettener Hof. Titel: „Quo Vadis, Herr Wolbergs“.

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Kommentare (68)

  • Giesinger

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    Ich habe den Artikel noch nicht zu Ende gelesen, aber mir reicht es schon wieder. Auch mein Tränendrüsen-Mitleid ist hier zu Ende. Sich weiterhin eine über € 2000.- teure Mietswohnung zu leisten, zeugt schon wieder von der absoluten Unfähigkeit/Verantwortungslosigkeit eines SPD-Politikers-Wolbergs, mit Zahlen umgehen zu können.

    Weiteres später, wenn ich den Artikel zu Ende gelesen habe.

  • Bürni

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    Ich muss sagen, ich finde die Schilderungen sehr interessant und persönlich. Ich habe zudem das Gefühl, dass der ehemalige OB hier sehr authentisch auftritt. Ob schuldig oder nicht wird das Gericht feststellen; dass diese Ereignisse eine Katastrophe für Herrn Wolbergs und seine Familie waren und sind, ist klar. Und das wünsche ich niemandem – vor allem nicht den daran unbeteiligten Kindern.
    Zur Medienschelte: Ich bin großer RD-Fan und hatte nicht das Gefühl, dass die Berichterstattung voreingenommen war. Die Kommentare stehen zum Teil aber auf einem anderen Blatt. Aber ja, dass Medien Menschenleben zerstören können, musste schon Katharina Blum erfahren.

  • Checker

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    Er zieht Vergleiche zwischen Deutschland und der Türkei. Er sagt die Staatsanwaltschaft spinnt und will wieder Oberbürgermeister von Regensburg werden.
    Alle haben schuld nur er nicht er weint und bemitleidet sich selber.
    Ich weiß nicht wie man so etwas nennt aber es hat herzlich wenig mit der Realität zu tun.

  • Bürgerbegehren Korruptionssumpf CSU/SPD

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    Wolbergs hat m.E. eine typische sozialdemokratische Politikerkarriere hingelegt: Erst „links blinken“ – für „mehr Gerechtigkeit“ und „gegen Krieg“ sein. Nach der Wahl in das Bürgermeisteramt und damit mit echter Macht versehen kommt er in Kontakt mit dem „grossen Geld“ , also Tretzel und Co. , jetzt passiert „rechts abbiegen“ : Sprich, er hat sich 4 Jahre lang insbesondere von Tretzel anfüttern lassen , der ihm von Wahlkampf-Finanzierung bis Wohnungsrenovierung alles gegeben hat. Während das SPD-Wählervolk meint, er sei ihr Hoffnungsträger, war er im Grunde der Hoffnungsträger für Tretzel und Co. für ein „investorenfreundliches Klima“ in der Stadt – und die Fortsetzung der CSU-Politik. Die Folgen erleben wir jetzt v.a. mit der Wohnungsnot.

  • XYZ

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    Zu ergänzen ist dass die SZ soeben digital berichtet, dass am 23.Juli – also noch vor dem Abschluss des Strafverfahrens in 1. Instanz – vor dem Verwaltungsgericht R in der Neuen Waag um 1300 (die alte war im Rathaus) über die Medienanklage gegenüber der StA verhandelt werden wird. In demselben Verhandlungssaal war 1541 die disputatio zwischen Eck und Melanchton: damals ging es um Religionsfreiheit, jetzt also um Pressefreiheit.

  • R.G.

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    Zu dem Satz:
    *“Süddeutsche Zeitung, Bayerischer Rundfunk und regensburg-digital hätten sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Anfang an festgelegt, glaubt der 48jährige. „Die können davon nicht mehr runter.“ *
    Hier bedauere ich, dass der Oberbürgermeister die trotz allem faire und neutrale Berufs (!)haltung des „regensburg-digital“ Teams, die ich wahrnehme, nicht empfinden kann.

    Zu der Miete von €2000,- möchte ich ihm und jedem in gleicher Lage empfehlen, einen guten Berater zu wählen, um sein Leben auf die jetzigen Verhältnisse anpassen zu können, und lieber alles Ererbte in Fortbildung zu investieren.Unabhängig vom Ausgang des Prozesses glaube ich an keine unbelastete Rückkehr ins Tagesgeschäft, es sei denn, die Qualifikationen wären dann eine andere.

    Die Kinder des Angeklagten sehen ihn unschuldig; ich werte das als eine wertvolle Übung in Solidarität, so oder so. Eine subjektive Sicht steht ihnen als nahe Person zu.
    Sie sind aber nicht nur Verwandte dieser Eltern, sondern eigene Menschen. Das Schicksal der Kohl-Kinder könnte Hinweise geben, wie und wo sich trotzdem ein eigener Weg finden lässt: Ich vermute, eher nicht in der Heimatstadt. Dass sie Freundlichkeit und Hilfe erfahren mögen und ins Leben der anderen jungen Menschen vorurteilslos einbezogen werden, wünsche ich für sie sehr.

  • Lieschen Müller

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    Zitat aus der heutigen Verhandlung laut SZ:
    „Ich bin mit 70 Prozent gewählt, ich habe eine ganz andere Legitimation als die Staatsanwaltschaft“, sagt Wolbergs

    Welches Rechtsverständnis hat dieser Mann eigentlich? Und er will ernsthaft wieder OB Passend hierzu ein Vorschlag zum Wahlkampfslogan:
    Für ein Regensburg, in dem ICH und meine Immobilienspezis gut und gerne leben!

  • Schlegl-Fan

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    Oje, soviel Selbstmitleid, dass dann sogar echte Tränen kommen. Wolbergs hat eine Chance verpasst, durch reflektierte und selbstkritische Einlassungen Staatsanwaltschaft und Gericht davon zu überzeugen, dass er auf der Seite von Recht und Gesetz steht.

    Stattdessen die übliche Medienschelte und sogar der völlig absurde Vergleich der deutschen Justiz mit der Türkei. Schade, dass der Steuerzahler ihm dafür immer noch Geld bezahlen muss.

    Mich würde im Detail interessieren, wüfür die 270 TEUR Verfahrenskosten aufgewandt wurden.

    Die Rückkehr in die Kommunalpolitik hat er sich selber verbaut. Nicht wegen der angeblichen Vorverurteilungen, sondern allein durch sein Verhalten gegen demokratische und rechtsstaatliche Institutionen wie Justiz und Presse.

  • mkv

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    Man gestatte mir die Frage: Hat das Gericht über die ausstehenden Anträge von Vert. und StA entschieden? Und falls ja, wie? Danke.

  • R.G.

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    Folgend die Passagen aus einer für mich nicht nachvollziehbaren Welt, vielleicht weil ich nie zu den Schönen und Reichen gehörte.

    „„ein Parteiprogramm habe ich nie gelesen“. Für ihn habe aber die SPD das am Besten vertreten, wofür auch er stehe,..“
    Wie weiß man, wofür eine Partei eigentlich steht, wenn man es sich nicht anliest?
    Ich glaube, das ist das Grundproblem der Sozialisten in Regensburg, in Europa überhaupt, sie wissen nichts mehr von der ursprünglichen Idee und dem Parteiprogramm. Die einzig richtige Antwort darauf wäre, sich in Ortsgruppen gemeinsam in die Texte einarbeiten zu müssen, ehe man sich zu irgendeinem Amt wählen lassen darf.

    „seine Zusammenarbeit mit der CSU für eine Stadthalle am Donaumarkt 2006, die Kritik seiner eigenen Partei daran,“
    Bedenke beim Aufstieg, dass du jedem beim Abstieg wieder begegnest!

    „Ich bin noch verheiratet – nein, streichen Sie das ’noch‘ – „
    Der Satz erschüttert mich am meisten.

    *Von diesem Geld „könnte ich sensationell leben“, erklärt Wolbergs – wenn da nicht diverse finanzielle Belastungen wären.*
    Ich möchte eigentlich nicht, dass Kinder wie eine finanzielle Belastung beschrieben werden, mir wäre lieber es würde heißen, man SORGE gerne für sie – ich vermisse hier eine durch die Freunde Wolbergs korrigierte Sprache.

    *Spätestens während seiner Haft habe er nicht mehr verstanden, warum die Medien nicht bis zum Beginn des Prozesses mit dem Berichten abgewartet hätten, erzählt der. Für ihn sei es zuvor „unvorstellbar“ gewesen, dass „die nicht irgendwann mal aufhören“.*
    Dazu meine Frage, hat sich der Oberbürgermeister je vorher für ein Stopp der Berichterstattung bis zum Prozess eines Angeklagten eingesetzt, oder ist das nur aus der eigenen Misere heraus wichtig?

    *“„Wobei das ja kein Medium ist, sondern ein Idiotenblatt.“ Er werde nie von Lügenpresse reden, so Wolbergs. Aber es gebe eben Auswüchse. *
    Diese Ausdrucksweise packe ich nicht. Nicht von einem Vorbild und Vater.

    *“Und alle würden sich wegducken, keiner zeige Rückgrat. Zuletzt die Sparkasse Regensburg, die nach der Beweisaufnahme zu dem Kredit an Volker Tretzel nicht einmal eine Pressemitteilung herausgegeben habe. „Ich bin der Einzige, der sich noch wehrt.“ *
    Ich fasse es nicht, weshalb er sich das traut. Sie werden es ihm nicht vergessen, denke ich.

    Und trotzdem, obwohl viele oder alle gegen ihn wären oder kein Rückgrat hätten:
    *Er wolle zurück in die Politik, die kommunale Politik. Deshalb habe er auch keinen Plan B,*

    Das klappte nicht mal für Milliardäre, ein Leben ohne Plan B.

  • Karin Haber

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    Ich bin sehr froh, dass rd mittlerweile tatsächlich neutral berichtet. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass den unsäglichen Obergschaftlern aus der ‚Hater-Fraktion‘ dann auch weniger einzufallen scheint.

  • Stefan Aigner

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    @mkv

    Der Antrag der StA wurde zwar formal abgelehnt, aber Kommentare auf Wolbergs‘ Facebook-Facebook-Profil werden exemplarisch per Selbstleseverfahren eingeführt, eventuell auch ein Video. Das Gericht hat die Einführung aller Videos wegen Offenkundigkeit abgelehnt. Sonst gab es keine Beschlüsse.

  • Hans

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    naj die BILD ist halt nicht die Einzige die an „Sensationen“ verdient. Das gibts auch lokal.

    Weiß gar nicht, was man daran nicht verstehen kann. Natürlich bleiben die jewils bei ihrer Darstellung. Was denn sonst?

  • Ehemals Student

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    Naja, das mit der Wohnung finde ich schon irgendwo nachvollziehbar. Als OB ist so ein „Domizil“ schon angemessen. Und wenn er freigesprochen werden sollte, muss dann nicht der Staat, der ihn verklagt hat, seine Anwaltskosten tragen? Da er von seiner Unschuld überzeugt scheint und auf einen Freispruch hofft, hätte er durchaus die Rücklagen, um dort auch weiterhin zu wohnen und seine Ersparnisse (oder Erbe) aufzuzehren. Ist doch seine Entscheidung, was er mit seinem Geld macht.
    Dass er momentan andere Sorgen hat, als sich (noch dazu auf dem schwierigen Regensburger Wohnungsmarkt) aktuell eine neue Mietswohnung zu suchen und einen Umzug zu bewerkstelligen, der im Falle eines Freispruchs gar nicht notwendig wäre, finde ich mehr als nachvollziehbar. Wahrscheinlich würde ich mir das an seiner Stelle auch nicht antun und lieber die paar Wochen noch abwarten, bis das Urteil gefallen ist. Dann ist immer noch Zeit genug für Konsequenzen, davor wäre möglicherweise tatsächlich übereilt.

  • Günther Herzig

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    @Ehemals Student:
    der Staat erstattet einen Bruchteil der Verteidigerkosten. Wolbergs hätte ja einen Anwalt (1 statt 3!!!) zu den gesetzlich festgelegten Sätzen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes beauftragen können. Die Verteidiger haben ihre Leistung abhängig gemacht vom Abschluss zulässiger Gebührenvereinbarungen. Jeder Hauptverhandlungstag kostet damit einen vierstelligen Betrag.
    Eine Möglichkeit für schnelles Geld bliebe ihm noch: Crowdfunding!
    Dr. Eckl könnte das unvermeidliche Buch schreiben. In dem Boch als roter Faden: „Die SPD hat mich kaputt gemacht“.

  • Dieter

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    @Karin Haber:

    Die von Ihnen genannten Hater, wahlweise Kritiker, halten sich bzgl. Wolbergs Privatleben zurück, da dies auf RD nicht gewünscht ist.

    Was mich interessiert ist, ob Witting den Vorwurf der Schauspielerei, der ja angeblich von einem Zuschauer kam, im Gericht oder im Gang gehört haben will?

    270.000€, und das noch als ‚Freundschaftspreis‘ der Anwälte, ist schon eine Hausnummer.
    Zusätzlich steht ja noch der Kredit, der wohl nicht vom Ortsverein zurückgezahlt wird, im Raum. Die monatlichen Belastungen sind auch immens.
    Die meisten Normalbürger werden sich über diese Summen wundern und das zu Recht.

    Letztendlich wird hier wohl schon auf Strafminderung gezielt, was als Strategie natürlich absolut in Ordnung ist.

    Die Glaubwürdigkeit soll jeder selbst beurteilen, letztendlich entscheidet das Gericht darüber.
    Mir persönlich schmeckt diese unreflektierte Theatralik jedenfalls nicht.

  • Jürgen

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    Hallo Wolli,
    da du offensichtlich Kommentare liest, spreche ich Dich direkt an.
    Eines vorweg, für mein Empfinden ist Regensburg Digital so ziemlich das einzige neutrale Medium das über Deinen Fall berichtet. Du solltest dankbar sein dass es rd gibt. Dass eine Berichterstattung nicht immer 100% Zustimmung erfährt, liegt wohl auch in der Natur der Sache.
    Jetzt zu Dir. Ich kann deine persönlichen Ausführungen gut nachvollziehen. Eine harte Prüfung für alle. Ich verstehe auch deinen Disput mit der Staatsanwaltschaft. Dank rd hat man in die zweifelhaften Ermittlungen etwas Einblick bekommen können. Grundsätzlich habe ich die Befürchtung dass Du nach dem Prozess in ein tiefes Loch fallen wirst und hoffe Du hast doch noch einen Plan B!
    Warum sehe ich so schwarz? Ganz einfach, du als Wahlbeamter bist dem Beamtenrecht unterworfen. Alleine die Haus- und Wohnungssanierung wird dir zum Verhängnis werden. Auch wenn es „nur“ ein paar Zehntausender sind, ein „normaler“ Beamter würde für sehr viel weniger verurteilt werden. Bei den restlichen Anklagepunkten bin ich mir als Laie nicht sicher wie es ausgehen wird.
    Grundsätzlich bleibt nach einem solchen Verfahren immer etwas hängen. Deine Wiederwahl ist äußerst unwahrscheinlich geworden.
    Ich rate Dir sehr einen Plan B zu haben.
    Wenn du wissen möchtest wer ich bin, sag bescheid. Ich schreibe dich dann persönlich an.

  • Checker

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    Karin Haber:

    RD hat immer neutral berichtet. Im Gegensatz zum Wochenblatt. Das Problem ist doch das Wolbergs immer nur sich als Opfer sieht. Ich will auch keinen Politiker der keinen Plan B ausserhalb der Politik hat. Und schon gar nicht einen Politiker wie Wolbergs.
    Wenn ich etwas im Leben gelernt habe ist es, dass man immer einen Plan B braucht. Ein Politiker der mit nicht einmal 50 Jahren mit Gedeih und Verderb auf die Politik angewiesen ist nicht zeitgemäß.

    IN den USA werden Politiker für 2 Perioden gewählt und dann müssen sie wieder in die reale Welt. Das wäre bei uns auch dringend notwendig.

    Aber wenn ein Relativ junger Politiker sagt ich kann nur OB und habe keinen Plan B obwohl gegen mich seit 3 Jahren ermittelt wird verstehe ich die Welt nicht mehr.

  • Richard

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    Der Mann redet sich immer weiter um Kopf und Kragen. Seine Ausführungen lesen sich auch immer mehr wie Verschwörungstheorien.

    Für mich ist Wolbergs unglaubwürdig und als Politiker schlichtweg nicht mehr wählbar. Nicht aufgrund der Vorwürfe, die gegen ihn erhoben wurden und zu einer Anklage führten, sondern aufgrund seines Verhaltens in dieser Strafsache.

  • Arno Nym

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    Auch ich rate Herrn Wolbergs zu einem Plan B.
    Ich gehöre zu den 70% die ihn damals gewählt haben. Aber ich werde ihn nicht wieder wählen. Unabhängig davon ob er gerichtlich verurteilt wird.
    Für mich ist u.a. die Sanierung und die Nähe zu den Bauträgern zu viel des Guten. Rechtlich relevant oder nicht. In meinem Werteanspruch ist die Grenze für eine Wiederwahl überschritten und unmöglich.
    Ich komme aus einer Beamtenfamilie und ich weiss, wie man Vater sich immer angestellt und geweigert hat irgendetwas anzunehmen, wenn auch nur der Hauch einer Abhängigkeit erkennbar war.
    Als Kind habe ich das nicht verstanden, ich dachte, wenn schon Beamtengehalt, dann wenigstens andere Vorteile…. Mittlerweile sehe ich das anders. Und das wird Herr Wolbergs bei der nächsten Wahl zu spüren bekommen. Meine Stimme hat er verloren.
    An meiner Stimme wird es nicht alleine liegen, trotzdem erscheint mir ein Plan B sinnvoll.

  • Tröster

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    @checker:
    Das mit den 8 Jahren in den USA gilt nur für den Präsidenten, nicht generell für Politiker.
    Aber so genau geht’s ja nicht, Hauptsache draufhauen und Dampf ablassen…

  • Dolittle

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    Wie sehr „regensburg digital“ neutraler Beobachter ist, sieht man an diesem Bericht. Die inhaltliche Wiedergabe der Ausführungen des Angeklagten steht im Zentrum. Es wird nicht gewürdigt, gemeint oder geraunt, es wird keine „Meinung gemacht“.

    So spricht der Inhalt denn größtenteils auch für sich selbst.

    Die Larmoyanz ist in Wolbergs Situation menschlich und verständlich. Die fehlende Fähigkeit zur Selbstkritik und der Hang zum Selbstbetrug sind leider typisch. Wer hat im Wahlkampf die Familie in die Öffentlichkeit gezerrt? Wer hat Romane veröffentlicht? Wer einen Wahlkampf gefahren, in dem die Regensburger SPD in etwa so viel Geld aufgewendet hat, wie die Berliner SPD (bei 20facher Einwohnerzahl)? Die eigene Selbstsucht blendet Wolbergs aus.

    So kann der Woli bequem halt immer jene ehrliche Haut bleiben, die er ist. Entwaffnend: Der OB möchte OB bleiben, weil er keinen „Plan B“ hat. Selten hört man von einem Berufspolitiker so deutliche Worte zu seiner Motivation. Und selten gibt es dürftigere Gründe, weiter politische Verantwortung zu tragen.

  • Checker

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    Arno Nym:

    Gott sei Dank handelt die weit überwiegende Zahl der deutschen Beamten wie ihr Vater.

    Keinen Plan B zu haben und unbedingt in der Politik bleiben zu wollen obwohl man vor 3 Jahren in der TG verhaftet worden ist, ist schon ganz schön blauäugig und naiv. Tut mir Leid auch Wolbergs ist aber so.

    Gott sein Dank hat Wolbergs ja gesagt dass ihn alle Beamten und die Seelsorger sehr gut behandelt haben und sich um ihn sorgten. Das ist ein tolles Lob. Vielleicht versteht er irgendwann auch die Arbeit der nicht zu beneidenden Staatsanwaltschaft und des Gerichts.

    Auslöser für den ganzen Stress ist nämlich er und die Mitangeklagten sonst niemand. :(

  • WerAuchImmer

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    Ich hab mich schon an anderer Stelle darüber gewundert und dieser Auftritt vor Gericht scheint es nur zu bestätigen: Wolbergs lebt wohl schon sehr lange in seiner eigenen Welt und es gibt offensichlich keine ‚kritischen Freunde‘ in seinem Umfeld, die ihn (oder seine bücherschreibende Frau) vor der immer weiterführenden Selbstdemontage bewahren würden.

    Natürlich kann er diese Welt schlüssig nach außen dastellen. Er glaubt bestimmt auch selbst daran, dass das alles so ist, wie er es darstellt. Sonst hätte er ja auch ein massives Problem; nicht nur mit der Umwelt, die sich aus seiner Sicht nahezu vollständig gegen ihn verschworen hat, sondern auch mit sich selbst.

    Und natürlich müssten sich jetzt auch einige – vor allem in der SPD – fragen lassen, was ihr Anteil an dieser ganzen Geschichte ist, die ja letztlich eine einzige Tragödie ist. Die Sache kann gar kein gutes Ende mehr nehmen, selbst wenn Wolbergs strafrechtlich glimpflich davon kommen sollte. Wir alle haben immensen Schaden genommen. Auf allen Seiten kein Glanzstück unserer Gesellschaft. Ein bestürzendes Konglomerat aus Dummheit, Unfähigkeit, Faulheit, Gier, Selbstüberschätzung und Lernunfähigkeit.

    Aus meiner Sicht – und ich beobachte den (fragwürdigen) Aufstieg und nun auch den tiefen Fall des Joachim W. ja nun schon seit geraumer Zeit – ist Wolbergs von viel zu vielen Leuten über Jahre hinweg genau in der selbstgefälligen Sicht bestärkt worden, die sich für mich jetzt so deutlich zeigt und die ihn wahrscheinlich wirklich zur Einsicht in die eigenen Verantwortungsanteile unfähig macht. Diese Einsicht kann er sich – da er nun mehr als jemals zuvor mit dem Rücken an der Wand steht und so viel von einem überzeugenden Auftritt abhängt – wohl auch gar nicht mehr leisten.

    Bös zugespitzt: Wolbergs ist von bestimmten Kreisen in der SPD aus meiner Sicht letztlich benutzt worden und hat sich auch mit Wonne benutzen lassen. Er ist wohl tatsächlich Opfer und Täter zugleich. Weil so fragwürdig hat er sich gar nicht verhalten können, als dass er nicht weiter gedeckt und protegiert worden wäre. Ihm ist – egal wie verheerend die Ergebnisse im jeweiligen Kontext auch waren – immer wieder siganlisiert worden, dass das alles wunderbar und voll in Ordnung wäre, was er tut. Wo gehobelt wird, fallen eben auch Späne. Aber das waren eben nicht nur die unvermeidlichen Späne. Da gab es im Kleinen und Mittelgroßen schon so unzählig viele Begebenheiten, in denen bedenkenlos auch die grundlgendsten Prinzipien über Bord geworfen wurden, im Dienste einer angeblich höheren Sache: dem Erfolg der Partei.

    Letztlich ist ihm, der großen Nachwuchshoffnung, immer wieder der Persilschein ausgestellt worden und er durfte zur Belohnung immer – wie bei einem Computerspiel – ins nächste Level aufsteigen. Nie ist ihm dabei ordentliches, solides Handwerk oder echte Substanz abverlangt worden. Da hat er sich mit seinem Charme immer wieder darüber hinwegmogeln können.

    Mich persönlich erinnert das zum Teil auch an die Karrieren von sogenannten Intensivtätern, die zu Beginn ihrer ‚Karriere‘ häufig auch keine erntshaften Warnschüsse vor den Bug bkommen haben und folglich anfingen immer größere Räder zu drehen und von den einmal eingeübten Verhaltensmustern dann einfach nicht mehr herunterkamen.

    Und das er keinen Plan B hat, kann nicht verwundern. Er ist aus meiner Sicht ja letztlich ganz Kind der Parteistrukturen, die ihn zuerst als Zugpferd eingespannt haben, ihm dabei auch die fragwürdigsten Praktiken durchgehen ließen und ihn jetzt, da man mit ihm – viel zu spät, aber völlig zu Recht – einen kolossalen Schiffbruch erlitten hat, natürlich fallen lässt.

    Auch in der Partei scheint übrigens kaum wirkliche Einsicht vorhanden zu sein. Die einen halten hartnäckig daran fest, dass immer alles in Ordnung gewesen wäre und das alles nur eine Hexenjagd auf den armen Kandidaten und die SPD sei, während die anderen ‚den Blick nach vorn richten‘, damit ihnen am Ende nicht noch die ganze Partei an der Causa zerbricht.

    Aber so ist das wohl einfach, wenn schwache Persönlichkeiten in Parteien und Medien Machtspielchen treiben und sich eine nicht wirklich interessierte Öffentlichkeit wieder und wieder mit einer gefälligen Oberfläche abspeisen lässt.

  • Tobias Becq

    |

    Könnt ihr mal bitte mit den 70% aufhören!

    Über 50% Prozent der souveränen Bürger hatten sich der Scharade der Wahl schlicht verweigert gehabt, einfach weil ihnen ihre Würde mehr wert gewesen sein wird, als durch Stimmabgabe freiwillig in die eigene Entmündigung einzuwilligen! Von den vielleicht 49% Wählern des ersten Wahlgangs haben ihn auch nur 25% gewählt, dem Rest lagen die Verfehlungen sozialdemokratischer Regimes quer durch Europa, von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen bis hin zu grundgesetzwidrigen Sozialstaatsdemontagen und krimminellen Umverteilungsschweineren auf das eine Prozent schwerer im Magen.

    Man kann ohne Übertreibung sagen, dass das Gros derer, die ihn gewählt haben – also nur jeder achte Legitimierte, das nur und ausschließlich getan haben, um die schwarze Pest loszuwerden. Mit der ÖDP oder der Linken hätten sie ihre Stimme aber wirkungslos verbrannt gehabt. Was ist also diesen Leuten über geblieben? Was hatten diese Leute wirklich für eine Wahl? Wolbergs wurde von ~12.5% der Leute gewählt, die meisten davon hatten sich erpresst gefühlt! That’s the beginning of truth!

    12,5%, jeder Achte! Ich war keiner davon! Er war nie mein Bürgermeister, weil ich noch sowas wie eine Restwürde, Restethik und zumindest Rudimente von Intelligenz habe!

    https://www.flickr.com/photos/tobi_becq/47538371491/

  • Burgweintinger

    |

    @ Checker

    „Wenn ich etwas im Leben gelernt habe ist es, dass man immer einen Plan B braucht.“

    Herr Checker Sie wirken auf mich so neunmalklug…, würden Sie mir Ihren Plan B verraten? Vielleicht kann ich ihn gebrauchen…

  • Checker

    |

    Tobias Becq:

    Tut mir Leid Ihrer Argumentation kann ich leider nicht folgen.

    70 Prozent in einer Stichwahl sind 70 Prozent in einer Stichwahl. Das ist Demokratie. Wieviele gewählt haben spielt dabei keine Rolle. Natürlich gehen zu einer Wahl welche bereits entschieden scheint nicht mehr so viele Wähler hin aber repräsentativ sind diese 70 Prozent sicherlich.

    Man kann sich da im Nachhinein auch nichts schön reden. Nach dem Motte die Wähler haben das schon immer gewusst sonst wären mehr zur Stichwahl gegangen und Wolbergs hätte ein schlechteres Ergebnis gehabt.

    Wenn man Wolbergs beobachtet im Gericht oder auf Facebook. Wenn man seine Rhetorik sieht ist einem auch klar wie er an Menschen herankommt und diese auf einfangen kann.

    Er ist ein begnadeter Redner und sympathischer Mensch. Der leider Gottes keine Freunde hatte welche ihn geerdet haben. :(

  • Checker

    |

    Burgweintinger:

    Ein redebegabter Mensch wie Herr Wolbergs mit so vielen Freunden wird doch im besten Alter heutzutage eine andere Beschäftigung finden als sich 3 Jahre an der Staatsanwaltschaft und mit diesem Verfahren rum zu quälen.

    Er hat jetzt nach eigenen Angaben noch 3.600 Euro im Monat. Und Unkosten vom Prozess von 270.000 Euro.

    Hätte er sich eine andere Aufgabe gesucht würde er heute bereits mehr verdienen und das Verfahren wäre gegen Zahlung einer angemessenen Strafe (siehe Unternehmer IZ) eingestellt worden.

  • Günther Herzig

    |

    @Checker
    Ob er ein begnadeter Redner ist, soll ruhig mal offen bleiben. Er ist routiniert und pflegt den üblichen Politiker-Sprech. Hätte es dieses Verfahren nicht gegeben, wäre er bereits in Berlin, bezeichnet als Hoffnungsträger der SPD (Rinderspacher).
    Die Stadt Regensburg, „seine Stadt“, interessierte ihn nach dem Plan, den er für sich verfolgte, allenfalls peripher.
    Was ich ihm persönlich vorwerfe, ist, dass er zur eigenen Überhöhung Hunderttausende Euros ausgegeben hat. Das ist ganz schlicht monströs. Das angestrebte Amt in Regensburg sah er ganz zynisch als Zwischenstation. Wählen sollten ihn naive Bürger, die nach Schaidinger den sauberen, neuen Politikstil suchten.

  • WerAuchImmer

    |

    @Tobias Becq:

    Jenseits der tatsächlich wertvollen Erinnerung an das, was sich tatsächlich hinter den Prozentzahlen verbirgt (und nach dem Lesen Ihrer clever verlinkten Seite): Finden Sie so viel Schaum vor dem Mund nicht ein wenig bedenklich? Hier zumindest geht es eigentlich nur um den Wolbergs und nicht um den Antichristen oder DAS Böse in der Welt. Und mit Verlaub, sollten Sie sich wirklich – wie es der verlinkte Text nahe legt – zum Weltenretter auserkoren fühlen, dann würde ich das schon auch eher bedenklich finden.
    Nix für ungut.

  • Ex Regensburger

    |

    Womit Wolbergs m.E. durchaus Recht hat:

    „Wolbergs kritisiert, dass der Haftrichter ihm seine Schilderungen beim Haftbefehl lapidar nicht geglaubt habe. Schließlich sei quasi nichts dran gewesen an den Haftgründen. Es könne auch nicht richtig sein, dass derselbe Richter auch über die zwei Wochen später stattfindende Haftprüfung entscheide. „Das ist in der Türkei auch so.“

    So geht das nicht in einem Rechtsstaat. Türkeivergleich hin oder her. Es ist absurdes Theater, dass die SELBE PERSON (hier Haftrichter) über die anschliessende Beschwerde entscheidet. Glaubt man allen Ernstes, dass der dann sagt: „Ok, schön, dass Sie mir schreiben; ich war auf dem falschen Dampfer, tut mir leid. Das machen wir jetzt ganz anders“. Es darf gelacht werden.

    Über derartige Beschwerden sollten grundsätzlich – am besten höhere – Vorgesetzte entscheiden, auch bei der Polizei, wenn man z.B. Polizeiverhalten kritisiert. Anscheinend ist das nur bei Polizei u. Justiz so; in Ämtern kriegt das in der Regel der Amtsleiter auf den Tisch u. entscheidet darüber, und nicht der kleine Sachgebietsleiter (wenn sich Bürger X über den Sachbearbeiter Mustermann beschwert).

  • Bürgerbegehren Korruptionssumpf CSU/SPD

    |

    Dieser Gerichtstermin diente ja der Erforschung der inneren Tatseite:
    Wie tickt der (potentielle) Straftäter, nachdem alles Nachweisbare auf dem Tisch liegt ? Er tickt hier so, dass er nichts daran falsch finden kann, sich als Bürgermeister und dann OB von einem Bauunternehmer, mit dem er gut möglich direkt zu tun haben wird und dann auch hat , 4 Jahre lang den Wahlkampf , die Wohnungsrenovierung usw. finanzieren zu lassen. Er tickt so, dass sein Alleinstellungsmerkmal das des Helden/Märtyrers ist, während alle anderen in dieser Stadt „rückgratlos“ oder „eingeschüchtert“ sind; siehe ebenso bereits sein 4-Seiten „Interview“ in der MZ kurz vor Prozessbeginn . Dieser Typ Politiker beeindruckt Menschen, die mehr oder weniger Selbstzweifel haben . Denn so felsenfest von sich selber überzeugt, wer wäre das nicht gerne !? Echt Pech, wenn man dann nicht der Spezl solcher „felsenfester“ Politiker ist.

  • Lotte E.

    |

    Ich frage mich, wo sind seine echte Freunde, die ihm begreiflich machen, dass es jetzt an der Zeit ist, sich anders zu orientieren? Neuanfang mit Frau und Kindern in einer neuen Stadt vielleicht? Verständlich, dass er kämpfen will, aber es wäre noch mehr verlorene Lebenszeit.

  • Sigmund

    |

    So populistisch und manipulativ wie ein Mensch in der politischen Auseinandersetzung und auf der Anklagebank ist, so ist er meist auch im privaten Umfeld. Die einstudierten Gesten (siehe Videobotschaft) und auswendig gelernten Formulierungen versuchen tief in das Unterbewusstsein einzubrechen und Gegenwehr zu verhindern.

  • Lothgaßler

    |

    Keinen Plan B zu haben ist für einen von Wahlergebnissen abhängigen Politiker eine leichtfertige Strategie, denn der „Job“ ist nur auf Zeit vergeben. Selbst bei einem Freispruch müsste er sich der Wiederwahl stellen, und die Wiederwahl wäre auch ohne diese Anklage nicht garantiert gewesen.
    Zu seinen Finanzen: Ich finde die Offenlegung nicht so spannend, komme aber nicht umhin auf die immensen Wahlkampfkosten zu verweisen, die Wohlbergs mit einem Kredit/Darlehen teilfinanziert hatte und die er selbst mit seinem Wahlkampfbüro und dem Einkauf externer Kräfte initiiert hatte. Genau hier liegt ein Motiv fürs angeklagte Geben und Nehmen. Das war von Wolbergs von Anfang an auf Risiko gespielt.

  • Dieter

    |

    Man kann von der 12.5% Rechnung von Tobias Becq halten was man will. Letztendlich sind die 70%, die nach der Aussage Wolbergs eine größere Legitimierung als die der StA bedeuten, eben keine realen 70%.

    Aber selbst wenn er mit 100% gewählt worden wäre, steht man damit nicht per Wahl über dem Gesetz oder der Moral.
    Solch ein Denken gibt es höchsten in totalitären Staaten oder scheinbar in solch elitären Zirkeln und Parallelgesellschaften.

  • Piedro

    |

    @Jürgen
    Ihre Anrede ist respektlos, so nicht mit Herrn W. persönlich bekannt sind und erkannt werden. Ich halte das für unangemessen. Ich habe noch nie gelesen, dass sich hier gedutzt wird, da fällt das schon sehr aus dem Rahmen.

    Ansonsten gebe ich Ihnen Recht. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, das jemand so viel Geld für Handwerkerleistung gar nicht auf dem Schirm hat (mit anderen Worten: es fällt mir schwer das zu glauben). Wer so wenig Übersicht über die eigenen Finanzen hat erscheint mir als OB doch ziemlich ungeachtet, da gehe ich mit dem Herrn Richter a.D konform.

    Es erscheint mir unangebracht nicht ein Wort des Bedauerns dazu vernommen zu haben, nur zweifelhafte Erklärungen, warum das übersehen wurde, und die anhaltende Jammerei darüber, dass über dergleichen berichtet wird (wo es doch im Verfahren abgehandelt wurde).

    Ich stimme Ihnen auch zu, dass ich die Berichterstattung bei rd als sehr objektiv wahrnehme. Von Kommentaren ist das einfach nicht zu erwarten, und wer sich daran schon stößt scheint nicht zu wissen, wie es bei anderen virtuellen Medien zugeht.

    @Richard
    „…sondern aufgrund seines Verhaltens in dieser Strafsache.“
    Da ist keinerlei Souveränität zu erkennen, keinerlei Bereitschaft sich wenigstens mit dem Zustandekommen der Vorwürfe auseinander zu setzen. Der Auftritt in eigener Sache erinnert mehr an einen C-Promi, der versucht seine Popularität zu halten, nachdem er im Dschungelcamp abgedingst ist.

    @WerAuchImmer
    Täter und Opfer zugleich, das ist sehr kluger Satz. Allerdings hätte er nie Opfer sein müssen, er hat halt geglaubt er würde nie in die Position kommen sich rechtfertigen zu müssen, und das gelingt ihm einfach nicht, die Schieflage ist zu groß und keine Einsicht zu zeigen ist nicht die beste Strategie, das verschieft alles noch mehr.

    @Tobias Becq
    Nicht zu wählen halten sie für einen Ausdruck von Würde? Nun denn. Für mich ist das verantwortungslos, einer Demokratie unwürdig. Wenn es keinen Mandanten gibt, der wählbar erscheint, in ungültig wählen auch ein Votum. (Es hat Gründe, warum die ungültigen Mandate kurz vor der „Wende“ nicht mehr gezählt und mit der Bevölkerung kommuniziert wurden.)

    Ex Regensburger
    „Es ist absurdes Theater, dass die SELBE PERSON (hier Haftrichter) über die anschliessende Beschwerde entscheidet.“
    Das ist richtig. Aber in Bayern wohl ganz normal, wenn man sich anschaut wie mit Anzeigen umgegangen wird, die gegen Polizisten gestellt werden. In keinem anderen Bundesland führen die erst gar nicht zu Ermittlungen oder werden eingestellt, nachdem die Stellungnahme des betroffenen Beamten eingeholt ist.

    @Günter Herzig
    „Was ich ihm persönlich vorwerfe, ist, dass er zur eigenen Überhöhung Hunderttausende Euros ausgegeben hat.“
    Er ging halt davon aus, dies von seinem Mäzen erstattet zu bekommen. Und das hätte er ja auch getan, wenn Herr W. nicht plötzlich ein rudimentäres Gespür für Angemessenheit entwickelt hätte (unterstelle ich jetzt einfach mal so).

  • R.G.

    |

    @Piedro
    Hallo Nordlicht ; ) , im Süden ist das Duzen üblicher.
    Zumal in der ländlichen Kleingroßstadt Regensburg unter Genossen. An dem Text war daher nichts respektlos, aus urbairischer Sicht.
    Ich nehme beim Oberbürgermeister eine zweifache Sprache wahr, Wählerstimmen wurden gerne genommen, die hohe Zustimmung scheinbar als ihm gerecht zustehend und weiter als Dauerauftrag gedeutet, der keinen Plan B zulasse/brauche.
    Umgekehrt höre ich von ihm kaum Wärme und Liebe zum Volk mit seinen Nöten.
    Er mag falsch gecoacht sein, sodass gar nicht seiner Persönlichkeit entspricht, was er öffentlich sagt; der Gesamtheit seiner seit Anklageerhebung gemachten Äußerungen entnehme ich etwas von der Art, als möge er Menschen generell nicht (mehr)sehr. So wie ein Sachmensch, oder der Typ einsamer Wolf, wer weiß es schon.
    Das sozialistische Programm hat er nicht gelesen, hinwendend zu den kleinen Leuten kommt er nicht rüber. Was soll ihn dann noch auszeichnen, dass er wählbarer als seine künftigen Konkurrenten wäre?
    Die Partei duckt sich weg, wenn es ihr nützlich erscheint.
    Aus der Verantwortung nehme ich sie jedoch nicht.
    Gibt es etwas wie eine Prüfung der Kandidaten in Wissen über sozialdemokratische Grundsätze, ehe man jemanden unter dem Namen der Organisation wahlwerben lässt? Hat die Jugend, die Arbeiterbasis, die Funktionäre aufgerufen, sich den ursprünglich tragenden Werten zu verpflichten?

    Gerne nehme ich Wolbergs Vergleich mit der Türkei, konkret mit einem sozialistischen Politiker von der Westküste. Er war wegen vergleichbarer Anschuldigungen verhaftet worden. Nach der Entlassung lobte er seine Frau, weil sie zu ihm gehalten hatte. Kein Wort von ihm über ihre noch viel schwierigere Lage draußen. Egozentrismus pur kam drüben, kommt hier nicht gut an.

  • Alfred Meier

    |

    Es ist Besorgnis erregend, wieviel Hass und Häme sich aus diesem anonymen Umfeld über Joachim Wolbergs und seine Familie ergießt. Angesichts der Vorsitzenden Richterin kann man trotzdem auf einen Freispruch ohne wenn und aber hoffen.

  • Katharina Reilinger

    |

    @A. Meier: Es ist völlig egal, ob Woli freigesprochen wird oder nicht. So wie er sich benommen hat, wie er sich aktuell verhält, wie er sich äußert, wie „unwissend“ oder „nicht genügend organisiert“ er während seiner aktiven Amtszeit war und vieles Vieles mehr, qualifiziert ihn extrem ab. Aufgrund seiner selbst gemachten Einlassungen, das was Viele (v.a. seine Frau) vor Gericht über ihn äußerten usw usw wird er wohl nirgends mehr einen Job bekommen. Ausser man findet einen Arbeitgeber, der seine GEschichte nicht kennt.

  • R.G.

    |

    @Alfred Meier

    Herr Oberbürgermeister Wolbergs wurde in diesem Thema kein einziges Wort des Hasses zugedacht, das wissen Sie sehr wohl. Kritik kam.
    Dennoch deuten Sie die Worte so, als wäre er ein von schlimmen Gefühlen der Niedertracht Verfolgter. Mittels herbeiphantasierten Hassunterstellungen könnte man jeden bereits angeschlagenen Mann in ein für ihn nicht mehr erträgliches Gefühl hineintheatern (!). Echte Freunde werden deshalb deeskalieren, ihm Angst nehmen, nicht welche aufbauen.

    Einen Politiker wählt man nicht zum Lieben, Kuscheln oder Hassen.
    Ich halte es für distanzlos, eine engere Gefühlsbeziehung zwischen einer dem Gemeinwohl verpflichteten Figur und ihren (hier vielleicht enttäuschten und daher kritischen) Wählern zu erwarten.

    @Katharina Reilinger
    Ich denke anders als Sie, mit einer neuen Ausbildung (z.B. Fern-Uni) und harter Arbeit würde er sicher einen Arbeitsplatz finden.
    Seine Begabungen gingen nicht verloren.
    Dazu hat er in guten Zeiten Freundschaften aufgebaut, dass sie ihm jetzt helfen, positive Zukunft zu entwerfen, Plan B, Plan C, etc.

  • mkv

    |

    Nicht wenige hier versäumen es vor lautem anonymen „D´raufhauen“ sich mit Inhalt dieses Prozesstags auseinander zu setzen; sie verfehlen das Thema gänzlich (zuletzt Reilinger).

    „Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“
    (Unbekannter Apachenkrieger)

    Hat sich schon jemand in die Mokkasins der beiden Staatsanwältinnen begeben, die diese Tragödie mit ihren Kollegen (mit) zu verantworten haben?

    Keine Fragen zu den menschlichen Konsequenzen, die ihre in nicht wenigen Teilen gegen das Übermaßverbot verstoßende Arbeit verursachte?

    Verfassungsbrüche zuhauf?

    Gleichermaßen Entlastendes ermittelt, z.B. beim Sparkassen-Komplex? Daraus Schlussfolgerungen gezogen? Selbstkritik, Selbstkorrektur?

    Der Berg kreiste. Und gebahr wenig strafrechtlich Relevantes. Wer und was wurde dabei zerstört?

    Und Schaidinger? Wie lange wird er noch von den Edlen über dem Gesetz gehalten? Wo bitte bleibt eine auch nachvollziehbare gesetzmäßige Anwendung des die StA verpflichtenden Legalistätsprinzips, ohne Ansehung von Person und Parteizugehörigkeit?

    Bayern ist im Zweifel kein Rechtsstaat, wenn es um Fälle mit politischem Bezug geht, so sinngemäß Schlötterer. Der muss es wissen. Nie war jemand näher d´ran am bairischen Machtmissbrauch. Und Regenburg will, so scheint es, damit fortfahren.

    Warten auf die juristische Expertise der Wirtschaftsstrafkammer, die, so der MZNEWSBLOG, noch eigene Ermittlungen und Nachforschungen in Auftrag gab, worüber hier nicht berichtet wird und unbekannt ist, in welcher Richtung nachermittelt wird.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Amtsermittlungsgrundsatz

    P.S.
    Wortlaut und Sinn von „Striptease“, Entblößung via Reiz, passt hier weniger auf Joachim Wolbergs Einlassungen. Schon mehr auf Teile der Community.

  • Stefan Aigner

    |

    @mkv

    Die Strafkammer hat weitere Kontoauszüge der Tretzel-Mitarbeiter angefordert. Wenn Ihnen die Berichte hier nicht ausreichend sind, rate ich zum Prozessbesuch.

  • Mathilde Vietze

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    Lieber Alfred Meier, Ihr Kommentar spricht mir aus der Seele: Kritik ja, Hass und Häme nein, niemals!

  • R.G.

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    @mkv
    „Striptease“ ist ein gängiger umgangssprachlicher Begriff einer Offenlegung von persönlichen und finanziellen Verhältnissen vor Gericht.
    Das Wort wurde nicht für den Oberbürgermeister oder für den Prozess maßgeschneidert, sondern war schon in Gebrauch. Es in einen sexuellen Kontext rükzudenken, um sich dran stoßen zu dürfen, ist für meinen Geschmack nur innerhalb der Reden eines gewitzten Verteidigers vor Gerichts zu erwarten,manchmal weil ihm sonst nicht viel Entlastendes einfällt, außerhalb nützt es nur der Dramatisierung.

  • Mr. T.

    |

    Die Strafkammer hat weitere Kontoauszüge der Tretzel-Mitarbeiter angefordert? Sehr gut! Ich wundere mich schon lange über die „Vorschüsse der Prämienzahlung“ zur Deckung der Liquidität der Strohm…, äh Spender. Ist doch leicht herauszufinden, ob die 9990 Euro wirklich den Dispo der Gutverdiener gesprengt hätten. Wenn nicht, ist es wenig glaubhaft, das diese „Vorschüsse“ danach bei der Prämienaabrechnung in angeblich völlig willkürlicher Höhe abgezogen wurde. Es würde mich aber wundern, wenn dies vorher nicht ermittelt wurde.

    Ich bin übrigens der Meinung, das Wolbergs ein guter Bürgermeister gewesen wäre … wenn er nicht Schaindingers Nähe zu den Bauträgern geerbt hätte.

  • XYZ

    |

    Muss mich doch noch ironisch äussern:
    Der verstorbene Dienstmann Alois Hingerl im Himmel bekommt einen göttlichen Auftrag, den er der bayerischen Regierung übermitteln soll ( Ludwig Thoma wurde dann zu einer Geldstrafe verurteilt ). Der Auftrag ist hier mehr sozialer Wohnungsbau, 50 % vertraglich zugesicherte Sozialquote wie bei der Nibelungenkaserne reichen nicht, dann 60 % bei der Leopoldkaserne per BPl. – da fehlte der „göttliche Durchblick“ . . .

  • Checker

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    Mr. T.

    Die Mitarbeiter von BTT haben teilweise Millionen pro Jahr verdient. Für deren Liquidität waren 9999 Euro leider doch nur Erdnüsse.

    Das ganze Verteidigungsdurcheinander reitet die Angeklagten doch immer weiter rein.

    Genau wie das Gutachten des Professors. Der gibt ja quasi zu wie vom Gericht bereits vermutet dass da eine Struktur dahinter steckte.

  • Jasmin Hertha

    |

    Hass und Häme? Diese Worte haben in den Kommentaren nichts verloren. Eigentlich tippen diese nur eine Dame und ein Herr des öfteren in ihre Kommentare. Das mancher Angeklagter auch ähnliches Vokabular verwendend sei ihm verziehen.
    Mit Argumenten zu reagieren wäre natürlich deutlich sachgerechter.

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich finde es zwar verständlich, aber nicht zielführend, wenn Wolbergs „aus der Haut“
    fährt.

  • Mr. T.

    |

    Ja mei, Jasmin Hertha, diejenigen, die es können, argumentieren, die, die es nicht können, diffamieren die Argumente nur, und ganz andere reduzieren sämtliche Betrachtungen auf rein juristische Sachfragen und umschiffen so jegliche Diskussion.

  • XYZ

    |

    Nachtrag zu gestern falls der blog noch nicht geschlossen ist, aber morgen gangst’s ja weiter: soweit ich aus der lokalen Presse samt r-dig. informiert bin – das war bei den überregionalen Medien weniger der Fall – bestand bei der Nibelungenkaserne nur ein Stadtratsbeschluss zu 20 % Sozialquote, der von anderen Bauträgern strikt beansprucht wurde, aber eben nicht von den hier Angeklagten. Vielleicht hilft der Amtsmann Himmerl.

  • Jürgen

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    @Piedro:
    1. Habe ich Herrn Wolbergs persönlich schon einige Male getroffen und wir haben uns von Angesicht zu Angesicht (nicht digital) auf „Du“ geeinigt.
    2. Können Sie ohne Hintergrundwissen gar nicht beurteilen ob meine Anrede „respektlos und unangemessen“ war.
    3. Samma in Bayern.
    ;-)

  • mkv

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    Kommentar gelöscht. Bitte beim Thema bleiben.

  • Piedro

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    @Jürgen
    Bei mir kam das hat so rüber. Muss ja nicht jeder ein Dutzfreund sein, der sich dazu macht, auch nicht in Bayern. Und hier bei rd wird eher selten gedutzt, vor allem in der Anrede von Personen, die Gegenstand der Berichterstattung sind.

  • WerAuchImmer

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    @Katharina Reilinger & @R.G.

    Außer einem Buchhändler würde ich es augenblicklich niemandem in Regensburg zutrauen, Wolbergs ernsthaft ein Jobangebot zu machen. Nur dürfte er als angestellter Buchverkäufer schlicht nicht genug verdienen, um seinen derzeitigen Lebensstil aufrecht erhalten zu können.

    Allerdings würde ihm dann vielleicht mal dämmern, warum er sich als OB vielleicht doch lieber um bezahlbaren Wohnraum gekümmert hätte (wie er ursprünglich im Wahlkampf ja auch lautstark versprochen hat, um danach nur mehr von freien Markt zu schwurbeln, der das schon regeln werde) .

    Wie dem auch sei, ich neige der pessimistischen Plan-B-Einschätzung (die @mkv übrigens durchaus einen Bezug zu Wolbergs Einlassungen vor Gericht aufweist) von Reilinger zu. Denn wenn sich das Verhalten von Personen tatsächlich am besten vorhersagen lässt, wenn dafür das von ihnen in der Vergangenheit gezeigte Verhalten in Rechnung gestellt wird (und das ist sogar eine halbwegs seriöse psychologische Position), ist schlicht nicht zu erwarten, dass Wolbergs noch jemals ein Studium oder Ähnliches abschließt.

    Das ist noch nicht mal hämisch oder hasserfüllt gemeint, wie vielleicht unterstellt werden könnte, sondern tatsächlich bloß eine relativ nüchterne Einschätzung.

    Man stelle sich demgegenüber auch nur mal spaßeshalber Wolbergs hypothetische Rückkehr auf den OB-Posten vor (also seinen Plan-A): Um ihn herum die zahlreichen ehemaligen politischen Weggefährten, die gerne von ihm profitiert haben, so lange alles gut lief, von den zweifelhaften Dingen nichts mitbekommen haben wollen und ihn nach deren Publik-werden z.T. wohl auch recht scheinheilig und durchaus im eigenen Interesse zum alleinigen Sündenbock erklärt haben. Angesichts dessen, wie er vor Gericht aufgetreten ist, kann sich da wirklich noch irgendjemand vorstellen, dass er mit so einer Situation im Stadtrat ‚professionell‘ umgehen könnte?

  • Mr. T.

    |

    Utopien über einen zukünftigen OB Wolbergs brauchen wir sicher nicht ernsthaft diskutieren.
    Wir brauchen uns auc keine Sorgen um Wolbergs machen. Seine Freunde, die ihn da mit reingerissen haben, scheinen zumindest so viel „Ehre“ zu haben, ihn nicht völlig hängen zu lassen. Mit seinen Talenten und Erfahrungen wird er auch wieder eine adäquate Position im Berufsleben finden. Er hat als Jungpolitiker, Gastronom, Bürgermeister, Spezl, Angeklagter und wohl noch einiges mehr deutlich mehr Erfahrungen gesammelt, als es in mehreren Studiengängen oder Ausbildungen möglich gewesen wäre. Deswegen waren auch die Querschüsse auf seinen Lebenslauf schon immer recht dürftig.

  • mkv

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    Zur „Utopie“ von Mr. T. und zur Vorstellung von WERAUCHIMMER, Wolbergs kehrte auf den OB-Stuhl zurück (: „VISION“?) ein kleiner Blick zurück, um die Dimension der vor der WStK Regensburg verhandelten (strafbaren?) Verhältnisse recht einordnen zu können:

    „Kohls letzte „Spenden-Affäre“ war eine Ansammlung harter facts. Sie kamen ans Licht, als Kohl 1998 die Wahl verloren hatte und die Loyalitäten nach vier Regierungsperioden sich auflösten. Über mindestens ein Jahrzehnt hatte der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler, so hatte sich herausgestellt, schwarze Kassen mit Unternehmensspenden gefüllt und mit Zahlungen daraus innerparteiliche Machtkämpfe geregelt. Briefkastenfirmen und Nummernkonten in der Schweiz gehörten zum „System Kohl“. Wegen eines von Kohl behaupteten „Ehrenwortes“, das er den Spendern gegeben habe, nannte er deren Namen nicht. Die CDU musste dafür Strafe zahlen, Kohl blieb straffrei. Mafia auf deutsch-christlich. (1)
    Quelle:
    Nichts zu danken: Helmut Kohl war nicht nur zufällig korrupt
    Von Werner Rügemer
    (1)
    https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/16929.millionen-aus-dem-nichts.html?sstr=

  • Giesinger

    |

    Ich bin nicht bei Facebook, weiß aber jetzt, daß man die Videobotschaften trotzdem lesen kann.

    Interessant an der Botschaft vom letzten Freitag:

    Wolbergs teilt die Kommentatoren von regensburg-digital in drei Gruppen ein.

    -Ganz rechte, wirklich vom äußersten rechten Rand

    -Ganz linke (ob extreme weiß ich nicht mehr)

    -Zu guter Letzt, Leute, die den ganzen Tag nichts Besseres zu tun haben.

    Voll lustig!

  • Mr. T.

    |

    mkv, der rein juristische Fall ist hier noch das geringste Problem. Aus dem werden alle mit dicken blauen Augen rauskommen. Der moralische Fall wiegt hier ungleich mehr, auch wenn Sie diesen konsequent ausblenden.
    Ein Vergleich mit Kohl ist sehr weit hergeholt, da sich dies zum einen schon vor sehr langer Zeit zugetragen hat und mittlerweile ganz anders moralisch(!) bewertet werden würde. Und zum anderen ist es eben auch – wie von Ihnen gut erkannt – eine andere Partei.

  • R.G.

    |

    @Giesinger
    Danke für Ihre Zusammenfassung der Meldungen. ; ))

    Falls ein suspendierter Beamter / Politiker sich für sein halbes Gehalt halb nützlich machen wollte, fände ich das voll OK.
    Welt-erklären zum Beispiel wäre eine schwere aber frei einteilbare Arbeit.
    Ich bin jedenfalls dankbar, mich besser auszukennen.

    Eine Frage hätte ich noch, müsste man nach obigen Kriterien vereinfachen, wären die Aussagen des Oberbürgermeisters von dem Tag, als er hier postete, ganz links, ganz rechts, oder unter „hatte nichts Besseres zu tun“ einzuordnen?

    Eine rein fiktive Frage ich ich doch noch, hypothetisch angenommen, es gäbe Menschen, die das Parteiprogramm einer Partei der Mitte gar nie gelesen haben, wie könnten sie erkennen, ob jemand dem Mitte-Programm gemäß denkt?

    PS.: Ich komme meistens zum Lachen her…

  • Mr. T.

    |

    Also erst mal bin ich beleidigt, dass ich nicht namentlich in der Videobotschaft genannt wurde!
    Vom ganz rechten Rand sehe ich gerade in seiner Causa eigentlich wenige kommentieren. Die gibt’s hier leider zwar auch, aber die geben Ihren braunen Senf eher zu anderen Themen ab. Ansonsten leider wieder kein Eingehen auf irgendwelche Argumente – alles nur ad hominem.
    Das Hineindenken in seine Situation fällt mir doch etwas schwer. Ich möchte auch kein Justizopfer sein und hilflos einer außerhalb der Leaglität scheinenden Maschinerie gegenüber stehen. So einen schnellen Kindesmißbrauchsverdacht zum Beispiel kann man jedem schnell mal anhängen und ganz sauber kommt man da auch bei absoluter Unschuld nie raus. Aber gerade in seinem Fall lassen mich die bekannten und nicht angezweifelten Umstände einfach nicht an eine blütenweiße Weste glauben. Es sind in abnormaler Höhe Spenden geflossen und es sind schwer nachvollziehbare Entscheidungen zum Vorteil genau dieser Spender (zufällig?) getroffen worden. Und da braucht man auch nicht auf dem völlig unerheblichen Sparkassenkomplex rumreiten. Den ins Spiel zu bringen war sicher keine Glanztat der Staatsanwaltschaft – wie auch einige andere Unzulänglichkeiten. Und wieder kein Wort zur moralischen Frage, nur zur juristischen. Wenn sich jemand gerade noch so im legalen Bereich bewegt, ist er deswegen nicht moralisch unantastbar. Das gilt genau so für Steuervermeidungsstrategen, ausbeutende Arbeitgeber, Schlüsseldienste, Mietwucherer und viele andere Fälle.

  • Günther Herzig

    |

    @ Posting vom 04.04.2019, 18:12 h, (politischer Seelenstriptease)
    Wie kann man sich in diesem Forum, das als Begleitung zur Prozessberichterstattung zu verstehen ist, in dieser Art und Weise über Wolbergs, der, wohl gemerkt, noch nicht verurteilt ist, so abfällig darüber äußern, ob er sich nun eine Mietwohnung weiterhin leistet, die für eine oder zwei Personen zu teuer und zu groß ist. Mein Vorwurf richtet sich vorrangig an die Staatsanwaltschaft, die weit vor der Verfahrenseröffnung bei ihm hätte anrufen können: „Herr Wolbergs wir sind dabei gegen Sie zu ermitteln. Wir raten ihnen sich von ihrer auch preislich überdimensionierten Wohnung zu trennen. Bedenken Sie, dass es bei einigen Usern in dem Onlineportal r-d keinen guten Eindruck machen wird, wenn Sie einen Lebensstil pflegen, der den Eindruck fördern wird, Sie seien absolut unfähig und verantwortungslos, noch dazu als SPD-Politiker, dem es auch sonst besser zu Gesicht stünde, öffentlich eine bescheidene Lebensführung zu zeigen. Haben Sie mit dem Versuch das Mietverhältnis zu beenden Schwierigkeiten, weil der Vermieter auf der Vertragserfüllung besteht, bieten wir an zu vermitteln.“
    So wäre es richtig gewesen. Aber Wolbergs, den eine Vielzahl von Problemen beschäftigte, hat es versäumt reinen Tisch zu machen, oder war er vielleicht so von den Geschehnissen geschockt und überrascht, dass er den Kompass für das, was nun zuerst bedacht werden soll, verloren hat. Ein User, seine hochanständige Haltung, wie eine Monstranz vor sich hertragend, war verständlicher Weise so empört, dass er selbst sogar einräumte den Artikel bei r-d nicht vollständig gelesen zu haben, Mit einer schnellen Reaktion, damit ihm auch niemand mit seiner Schelte zuvorkomme, hat er gehandelt.
    Das ist einfach widerlich und degoutant.

  • Bertl(Original)

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    zu @Günther Herzig:
    Ich bin juristischer Laie, aber ist es denn Aufgabe der Staatsanwaltschaft, im Rahmen von Ermittlungen für denjenigen, gegen den ermittelt wird, auch sozusagen Sozialbetreuung oder gar Schuldnerberatung zu übernehmen? Die privaten Ausgaben bzw. die Mietverpflichtung sind doch wohl nicht Angelegenheit der Staatsanwaltschaft, ebenso nicht die Sorge, ob W. seinen Mietverpflichtungen nachkommen kann.

  • Günther Herzig

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    Lieber Original Bertl, das war Sarkasmus, mehr nicht. Um das Geschrei betroffener User nicht ertragen zu müssen, habe ich einfach die Staatsanwaltschaft beschuldigt. Erkennbar war das so absurd, dass es niemand anders lesen muss. Dein Verdienst ist denjenigen, die meine oft kruden Ausführungen nicht verstehen, zu helfen.
    Gemeint sind die geifernden Pharisäer, die ein totes Pferd reiten wollen, weil sie selbst charakterlich so einwandfrei sind. Ich bin sicher, dass man mich bei der Staatsanwaltschaft versteht und eher schmunzelt, als sich beleidigt zu geben.
    Ich habe Hochachtung vor unserer Justiz, gerade in diesem Fall.

  • Giesinger

    |

    Nun doch noch eine Antwort zum Beitrag von Herrn Günther Herzig vom 10.April 20019 um 7.54.

    Werter Herr Herzig, es mag sein, daß Sie meinen Vorgänger-Beitrag vom 4. April 2019 um 16:39 nicht gelesen haben. https://www.regensburg-digital.de/wolbergs-korruptionsprozess-team-tretzel-praesentiert-gutachten-zu-legaler-stueckelung/28032019/#comments

    Wie dem auch sei, eine Entschuldigung für meine, in Ihren Augen widerliche Art, wird es nicht geben.

    Groß diskutieren brauchen wir darüber auch nicht, weil ich Ihnen rhetorisch natürlich in keinster Weise gewachsen bin.

    (Die Sache mit der Monstranz habe ich nicht wirklich verstanden). Ebenso ihr Bild, „ein totes Pferd zu reiten“. Wer reitet denn da ein totes Pferd?

    Da es hier im Thread um einen Kommunalpolitiker geht, empfehle ich Ihnen ein lustiges Hörspiel zu „Wenn dein Pferd tot ist, steig ab“.
    https://www.youtube.com/watch?v=UX4Na7cwi90

    Nix für Ungut und mit herzlichen Grüßen, Ihr degoutanter Giesinger.

  • Günther Herzig

    |

    Danke werter Giesinger und ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!
    Günther Herzig

  • Wolbergs: Türkische Verhältnisse und undemokratische Suspendierung? » Regensburg Digital

    |

    […] Bei der Darstellung seiner persönlichen Verhältnisse vor Gericht hat Joachim Wolbergs erneut die gegen ihn verhängte Untersuchungshaft thematisiert. Seine Kritik an den Haftgründen und die Erwiderungen der Staatsanwaltschaft dazu haben wir bereits mehrfach dargestellt. Hier soll es um einen anderen Aspekt gehen. Bei der Verhandlung am 4. April hatte Wolbergs erklärt, dass es nicht richtig sein könne, wenn derselbe Richter, der den Haftbefehl ausstelle, zwei Wochen später auch über die Haftprüfung entscheide. Wolbergs wörtlich: „Das ist in der Türkei auch so.“ […]

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