SOZIALES SCHAUFENSTER

Interview

Fridays for Future geht wieder auf die Straße

Am 25. September soll es nach längerer Pause wieder ein großes Zeichen gegen den immer schneller voranschreitenden Klimawandel geben: Die Klimabewegung Fridays for Future ruft an diesem Freitag zum weltweiten Klimaprotest auf. In Regensburg haben sich über 20 Organisationen, darunter auch Landwirte, Parteien und Gewerkschaften angeschlossen. Gemeinsam wollen sie eine Menschenkette um die Donau bilden. regensburg-digital hat sich mit Ferdinand Klemm, einem der Organisatoren, unterhalten.

Am 25. September werden erneut tausende Menschen weltweit für das Klima auf die Straße gehen. Foto: Archiv/bm

Hallo Ferdi. Seit gut zwei Jahren ist nun Greta Thunberg im Schulstreik für das Klima. Ihr habt euch in Regensburg das erste Mal im Februar 2019 auf den Neupfarrplatz begeben. Mittlerweile ist die Debatte über den Klimawandel und nachhaltige Politik enorm in Bewegung geraten. Auch die beschlossenen Geldtöpfe der Bundesregierung und der EU zur Bewältigung der Corona-Krise sollen möglichst an umweltschonenden Faktoren entlang investiert werden. Sind das Anzeichen, dass der Groschen gefallen ist?

Peter Altmaier hat jetzt eine 20-seitige Klima-Charta vorgelegt, mit der er einen parteiübergreifenden Klimakonsens erreichen und somit einen weiteren Stillstand in der politischen Debatte verhindern möchte. Ich finde, das zeigt schon ziemlich gut, wo wir da noch immer stehen.

Ich bin mir da aber auch unsicher, ob nicht einfach vor dem Wahlkampf das Thema abgeräumt werden soll. Die CDU weiß, dass die Grünen das in jedem Fall setzen werden. Vielleicht haben sie wirklich erkannt, dass der Baum brennt. Ich sehe aber eher wahltaktische Gründe. Denn Altmaier müsste sonst selbst wissen, dass das einfach zu wenig ist, was er fordert. Außerdem soll die Charta noch vor der nächsten Sommerpause fertig sein, also vor der heißen Phase des Wahlkampfes. (Ein kritischer Kommentar zur Klima-Charta vom BUND findet sich hier)

Die Unionsparteien können das Thema aber nicht einfach links liegen lassen. Wenn die jetzt konkretere Vorschläge machen und Ideen anbieten wo es hingegen soll, wertet das die Debatte durchaus auf.

Ich weiß tatsächlich nicht, wie man bei der Union beim Thema Klimaschutz glaubt, tatsächlich punkten zu können. Nicht einmal deren eigenen Wählerinnen und Wähler halten ihre Partei hier für sonderlich kompetent. Vielleicht wäre es wahltaktisch klüger, sich auf andere Felder zu konzentrieren.

Die Grünen sind schon qua Definition an dem Thema dran und es gibt bereits sachte Annäherungen zwischen beiden Parteien. Wenn die Union nun das Thema Nachhaltigkeit weitestgehend ausspart, es den Grünen überlässt, und sich im Gegenzug auf ihre Kernkompetenz konzentriert, würde das schon stark auf eine künftige Regierungskoalition mit den Grünen hinweisen – vorausgesetzt die können bis in den Herbst 2021 ihre Umfragewerte zumindest auf dem bisherigen Niveau halten.

Das wird sicherlich für beide Seiten eine Option darstellen. Wenn sich die Union auf möglichst viele Zugeständnisse beim Klima einlässt, würden vermutlich auch die Grünen Zugeständnisse bei anderen Themen machen. Ob es dann am Ende wirklich dazu kommt und ob das für beide Seiten ratsam wäre, wird sich zeigen. Ich persönlich halte eine Rot-Rot-Grüne Koalition – wer da dann am Ende das Bundeskanzleramt übernimmt sei mal dahingestellt – für schlüssiger. Das würde dem Thema Nachhaltigkeit viel Schub nach vorne geben und gleichzeitig die soziale Frage hoffentlich endlich in Kombination dazu verhandeln.

Das ist ein wichtiger Punkt. Der Klimawandel bedroht schon jetzt weite Teile der Welt und trifft vor allem sozial schwachgestellte Menschen. Auch in Deutschland spüren insbesondere die weniger Wohlhabenden und ganz besonders die Ärmsten unter uns die Folgen. Steigende Kosten sind dabei nur ein Aspekt. Nachhaltigkeit darf die soziale Frage aber nicht überlagern. Das hat mir um ehrlich zu sein bei Fridays for Future bisher auch immer ein wenig gefehlt. Ihr habt das zwar stets betont, aber dennoch ist eure Stoßrichtung auf Nachhaltigkeit im Sinne von Klimaverträglichkeit und dergleichen ausgerichtet, oder täusche ich mich da?

Das stimmt schon. Gerade zu Beginn haben wir hier nicht viel dazu gesagt. Ich denke aber es ist auch legitim, dass eine junge Bewegung – übrigens auch Bewegungen generell – nicht (sofort) meint, zu allem etwas sagen zu müssen. Wir führen aber bereits seit längerem immer wieder Gespräche mit den Gewerkschaften. Die haben da einen ganz anderen Blick und haben enorme Kompetenzen bei den sozialen Themen. Dass Menschen, die ständig schauen müssen wie sie am Monats Ende ihre Rechnungen begleichen, keinen Bock haben, sich auch noch über nachhaltiges Wirtschaften Gedanken zu machen, kann ich verstehen. Es bleibt uns allen aber nicht erspart. Unser aller Konsum spielt eine Rolle. Doch damit sich der Konsum ändern kann, muss eben die Produktion auch geändert werden.

In Regensburg beteiligen sich zahlreiche Organisationen an dem Protest rund um die Donau. Quelle: FFF

Wir freuen uns wirklich sehr, dass am 25. September auch Landwirte und Bauernverbände in vielen Städten bei unserem Aktionstag mit dabei sind. In Regensburg melden sie sogar eine unserer Kundgebungen an. Ich denke es ist wichtig, gemeinsam an den Themen zu arbeiten. Nur dann können wir weitere Menschen überzeugen und die nächsten Schritte gehen.

Du sprichst von einem Miteinander. Die Demokratie lebt ja von dem Miteinander und auch davon, stets einen gewissen Konsens zu finden. Jetzt berät die Politik aber erstmal länger über Altmaiers Klima-Charta. Dauert euch das nicht alles viel zu lang? Müsste es nicht schneller gehen?

Die Corona-Krise – und ich weiß das wurde in den zurückliegenden Wochen oft gesagt – hat sehr schön gezeigt, dass die Politik in der Not schnell agieren kann und dass sie das auch durchaus gut gemacht hat. Der Klimawandel besteht schon etwas länger und wird uns die kommenden Jahrzehnte beschäftigen. Ich denke, die Politik muss auch hier in gewissen Fällen schnell und entschlossen handeln. Wir brauchen trotzdem die Debatten. Wie wollen wir unsere Mobilität künftig regeln, wie wollen wir wohnen, was wollen wir essen? Das sind Fragen, die gesellschaftlich verhandelt werden müssen.

Wenn wir uns die Energiewende ansehen, dann laufen die Debatten aber eher in eine falsche Richtung.

Das finde ich oft zu vereinfacht gesagt. Ja, es gibt vielerorts Bedenken gegen Windkraftanlagen und Solarparks. Aber die meisten vorhandenen Flächen finden wir wahrscheinlich in den Städten. Da müsste zum Beispiel Regensburg halt einfach mal aktiv werden und die Dächer mit PV-Anlagen bestücken. Das ist heutzutage alles gar nicht mehr so kompliziert und die Zellen sind technisch höchst effizient. Außerdem haben wir doch gerade hier bereits einen gesellschaftlichen Konsens pro Erneuerbare Energien. Die Debatte braucht es eigentlich gar nicht mehr, wenn die Politik die richtigen Anreize setzt und Möglichkeiten schafft.

Im übrigen: Jeder, der sagt so etwas sieht scheiße aus, dem empfehle ich mal nach Garzweiler zu fahren und sich das Braunkohlerevier anzusehen. Das sieht richtig scheiße aus. Das sind mir dann einfach zu oft Scheindebatten. So auch in der Ganghofersiedlung in Regensburg. Da wurden PV-Anlagen zunächst aus ästhetischen Gründen untersagt. Das ist schon lächerlich.

Die Debatten werden aber auch seit vielen Jahren von Gegnern begleitet, die vor angeblichen Gesundheitsgefahren durch Windkrafträder warnen oder den Klimawandel leugnen und daher keinen Grund sehen, um auf das eigene Auto zu verzichten. Gerade beim Verkehr scheint mir das letzte Wort ohnehin noch nicht gesprochen zu sein. Wie groß die Bedeutung der Autobranche ist, zeigt ja die derzeitige Krise sehr deutlich. Und die Politik überlegt nun, wie der Verbrennungsmotor an die Kundin gebracht werden kann.

Wir müssen ganz grundsätzlich überlegen, wie das künftig laufen soll und jetzt genau schauen, wie die Situation aussieht. Denn Autofahrer genießen viele steuerliche Privilegien. Verteilt man diese Gelder auf den Ausbau des ÖPNV und andere Mobilitätsprojekte um kann man schnell einiges erreichen. Da kann man auch die Frage stellen, warum Busfahrer in Regensburg erst seit Anfang kurzem einen besseren Tarifvertrag bekommen haben. Hier ist die soziale Frage ganz eng mit der Nachhaltigkeitsdebatte verknüpft.

Ich gebe dir Recht, dass Mobilität neu gedacht werden muss. Die Debatte wird hier aber zu oft negativ aufgeladen. Es geht meist darum, den PKW-Verkehr zu reduzieren, den Verkehrsraum neu aufzuteilen und Investitionen zu tätigen. Es geht dabei aber gerade unter gesellschaftlichen Gesichtspunkten um eine neue Art, Mobilität zu denken. Und zwar so, dass die individuelle Mobilität für alle gesteigert werden kann. Das wird zwar oft erwähnt, aber eher als Randnotiz. Gesellschaftliche Teilhabe muss mehr in den Fokus der Debatten geraten. Die notwendigen Transformationen bieten hier eigentlich optimale Voraussetzungen.

Ferdinand Klemm ist seit langem ein Aktivposten der FFF-Bewegung in Regensburg. Foto: Archiv/mb

Richtig. Ich bin niemandes Feind, auch nicht der Autofahrer. Wir müssen vielmehr gemeinsam daran arbeiten, dass der gesamte Fuhrpark von morgen klimaneutral ist. Und natürlich müssen Arbeitsplätze für möglichst viele Menschen vorhanden sein. Die sollen dann aber bitte auch ein finanzielles Auskommen garantieren. Um nochmal auf die Busfahrer zu kommen. Wenn niemand den Job machen will, weil er schlecht bezahlt wird, dann bringt uns auch die nachhaltigste Flotte nichts. Gleichzeitig ist die Kostenfrage ein Faktor der gesellschaftlichen Teilhabe und der sozialen Frage. Es ist schon spannend, dass gerade hier Klimawandelleugner so ein leichtes Spiel haben. Sobald auf die Kosten von nachhaltigen Produkten verwiesen wird, tut man sich sehr schwer. Dabei müsste man auch hier letztlich nur auf die Subventionen und versteckten Kosten blicken. Das Fleisch im Supermarkt ist nur deshalb so günstig, weil die Tierhaltung von den Steuerzahlern mitfinanziert wird. Wenn wir hier umverteilen, können wir Probleme glaube ich ganz schnell in den Griff bekommen.

Nun steht gerade die Autoindustrie enorm unter Druck. Wie soll denn hier die Transformation noch gelingen, wenn die politischen Voraussetzungen ständig wechseln? 2012 hat Söder noch prophezeit, 2022 werde der Verbrennungsmotor abdanken. Danach sieht es auch in den kommenden Jahren noch nicht aus.

Der Zick-Zack-Kurs macht es Unternehmen wahnsinnig schwer, langfristig zu planen. Das müssen sie aber eigentlich. Die Entwicklung einer neuen Motoren-Generation dauert etwa acht Jahre. Wenn wir der Autobranche also heute klarmachen, 2030 ist Schluss mit den Verbrennern, dann bestünde genügend Zeit für die Entwicklung. Aber es ist an vielen Stellen so, dass viel Sinnvolles geredet und letztlich dann doch wieder alles aufgeweicht wird. Auch bei Altmaiers geplanter Klima-Charta bleibt abzuwarten, was das am Ende sein wird und wie konkret die Vorgaben werden.

Aber genau deshalb sind wir ja am Freitag wieder auf der Straße. Denn auch wenn derzeit die Corona-Pandemie ganz klar das bestimmende Thema ist, bleibt unser Anliegen bestehen. Wir haben die vergangenen Monate viel gearbeitet. Wir haben im April den größten Online-Protest aller Zeiten realisiert und wir hoffen, dass am 25. September viele Leute mit auf der Straße sind. Wir haben ein gutes Konzept, bei dem wir natürlich mit Abstand arbeiten. Übrigens stehen wir auch weiterhin jederzeit für Gespräche mit Politik oder Industrie zur Verfügung. Denn wie bereits gesagt: Am Ende müssen wir gemeinsam einen Weg finden.

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Kommentare (40)

  • joey

    |

    in 8 Jahren ist vielleicht ein neuer Motor fertig, aber keine völlig neue Technologie.
    Es gibt nicht genug nonfossile Energie für die Wende. fff ist daher der Feind der Autofahrer und jeder arbeitsteiligen Wirtschaft.

    Wenn Altmaier pseudogrün spielt, gibt er der AfD in Ostbayern gratis Vitamine.

  • Tobias

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    Eine wahre Geschichte:

    Meine Mutter, 52, lebt in Pettendorf. Sie nahm die Linie 12 von Pettendorf, um ca. 45 Minuten über sämtliche Dörfer zu tuckeln, um das eigene Auto stehenlassen zu können. Sie arbeitet im Handel und muss in den Stadtnorden.

    Abends fährt die Linie 12 aber erst 21:XX wieder ab, das heißt, wenn sie Spätschicht hat, muss sie über 1h warten, um dann 45 Minuten durch die Dörfer wieder zurückzutuckeln. Netto Verschwendete Lebenszeit für einen 900€-Netto-Job durch das Nutzen des RVV: 2h30m PRO TAG!!!

    Seit einigen Wochen fährt der 12er um 7:xx Uhr nicht mehr. Neuer Fahrplan. Offiziell ausgetauscht, also nicht nur temporär. Fährt nun nurnoch an “Schulfreien Tagen”. Meine Mutter kommt daher nicht mehr um 9 Uhr auf Arbeit. Sie wurde de facto aus dem ÖPNV, dem Sie vorher 2h30m PRO TAG an Zeit zugeworfen hat, ausgeschlossen. Sie haben sich nun wieder ein zweites Auto zugelegt. Mangels Geld und Ladesäulen aber natürlich kein E-Auto. Ergo: Wenn die Fantasie-Klimasteuer kommt (“CO²-Abgabe”), lohnt es sich für sie, gar nichtmehr arbeiten zu gehen, denn für 900€ Netto, nur um dann die Abzocksteuern erarbeiten zu müssen, lohnt sich nicht.

    Sorry, das ist auch die Realität. Verbote fordern, weil jemand sein Auto nutzt, schön. Dann aber UMGEHEND Lösungen anbieten, liebe Kinder und Landwirte. Ich bitte meine Mutter schon länger, zu Hartzen, weil es eine Frechheit ist, wie pervertiert hier die Klimadebatten behandelt werden..

  • Hthik

    |

    @joey 23. September 2020 um 18:49

    “in 8 Jahren ist vielleicht ein neuer Motor fertig, aber keine völlig neue Technologie.”

    Was hat denn ein Auto sonst noch für Technologie, die gespeicherte Energie in Fortbewegung umwandelt?

    “Es gibt nicht genug nonfossile Energie für die Wende.”

    Geht das genauer und vor allem belegter?

    “fff ist daher der Feind der Autofahrer und jeder arbeitsteiligen Wirtschaft.”

    Ist, wer jemanden besorgt darauf hinweist, dass er zuviel trinkt, der Feind des Alkoholikers?

    “Wenn Altmaier pseudogrün spielt, gibt er der AfD in Ostbayern gratis Vitamine.”

    Das Thema “Wir übernehmen Nazischwachsinn, um die Nazis zu bekämpfen” hatten wir doch schon. Gibt es dazu neue Erkenntnisse?

  • Julian86

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    Der Gründer des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, sagte im Tagesspiegel über die Jugendbewegung: „Der Schulterschluss von Wissenschaft und Jugend beim Kampf für eine neue Gesellschaft, die nachhaltig wirtschaftet und lebt, ist wie ein Urknall. Wir brauchen diese Heldinnen und Helden, die noch nicht einmal volljährig sind.“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/hinter-den-kulissen-von-fridays-for-future-berlin-was-die-jungen-aktivisten-treibt-und-wer-sie-sind/26197788.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    @ Tobias
    Wäre ein gebrauchtes e-Bike (von Pettendorf hinab zum Badeweiher und dann – alles flach – über Kneiting in den Stadtnorden, 14 km?) keine Alternative, bei
    ausbleibenden Wintern und Wochen voller Trockenheit?

  • joey

    |

    @Hthik
    Die Lösung kann eigentlich nur alternativer Treibstoff sein. Den gibt es im Labor, aber der Aufwand ist irr.
    Arbeitsteilige Wirtschaft lebt von günstiger Mobilität.
    Leute aus Teisnach sind keine Nazis, wenn sie mit dem Auto in die Arbeit fahren.

    Als Belege nehmen sie Mathe Grundschule und irgendeine Aufstellung über Energiebedarf heute.

  • Verwundert

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    Viele Worte – nix konkretes?
    Welche Probleme sollen wie gelöst werden?
    Von wem und wann?
    Zu welchen Kosten?
    Auf was wollen die Demonstarnten verzichten, um den Energieverbrauch zu senken?
    SO viel Fragen…

  • Verwundert

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    Ich empfehle jeden Interview-Partner, der sich zur Energierzeugung äußert, nach dem ersten und zweiten Haupsatz der Thermodynamik zu fragen.
    Wer die nicht kennt sollte zu diesem Thema schweigen!

  • Robert2Help

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    @Tobias: Eine CO2-Abgabe, die wieder an alle ausgeschüttet wird, würde deiner Mutter rund 400 € im Monat bringen und ihr damit ein wenig die vergeudete Zeit durch den RVV vergüten ;)

    https://blog2help.com/2019/05/co2-steuer-entlastet-einkommensschwache.html

    Die Konzepte für einen sozialgerechten Klimaschutz sind da. Aber wird halt nicht mit den etablierten Parteien umsetzbar sein. Den Kindern aber dann vorzuwerfen, dass das nicht geht ist unfair. Wirf das lieber der Regierung vor. Danke!

  • joey

    |

    @Rober2help
    die 400,- für die Mutter von Tobias werden aber durch eine wesentliche Teuerung bei allen Gütern (z.B. Heizkosten) locker aufgefressen.

    Selbst wenn jeder EFH Eigentümer etwa 150.000 Euro zur Verfügung hätte, würde man in den genannten 8 Jahren keine bauliche Energiewende hinkriegen.
    Eine Wirtschaft hat nicht riesige Überkapazitäten und wartet auf panische Ideen von Kindern. Der Personalbestand pendelt sich über Jahrzehnte wirtschaftlich ein. Plötzliche “Offensiven” treiben nur Preise.

    “Etablierte Parteien” – welches Wirtschaftssystem hätten Sie alternativ? Rote Khmer?

  • Hthik

    |

    @joey 23. September 2020 um 22:36

    Verzeihung, aber besteht in dieser Auflistung von Sätzen irgendein Zusammenhang im Sinne von Syllogismen?

  • Robert2Help

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    @joey: Nö, weil die Rückvergütung in der Größenordnung der Teuerung ja mitsteigt, außer man ist der verschwenderische Typ, dann wird man abgestraft.

    Zudem fördert es ja Innovationen CO2 armer Technologien, die bis jetzt wenige Anreize haben, wenn die Umweltschäden nicht eingepreist sind und auf die Allgemeinheit und zukünftige Generationen abgewälzt werden.

    Oh die Friedrich Ebert Stiftung Argumentation :D Zu viel TichysEinblick gelesen was?

    Gemeinwohlökonomie.

  • Robert2Help

    |

    Korrigiere: Ludwig-Erhard-Stiftung

  • joey

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    @Hthik
    nur eine Antwort auf Ihre Argumente. Zugleich möglichst kurz.

  • joey

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    @Robert2Help
    “verschwenderisch” sind genau die “Kleinen Leute”, die ein altes Haus “auf dem Land” bewohnen. “Sparsam” sind die Millionäre, die ein zentrumsnahes Passivhaus in Regensburg haben und das Batterieauto davor haben.

    Alternative Wirtschaftsmodelle kamen in der Menschheitsgeschichte immer zu dem Ergebnis, daß das Gemeinvermögen nicht für alle reicht und deswegen der Parteisekretär den immer kleiner werdenden Rest verwaltet. Dazu brauchts keinen Tichy, ich habe die DDR noch erlebt (von der BRD aus).

  • Julian86

    |

    https://www.freitag.de/autoren/elsa-koester/die-groesste-gefahr-fuer-arme-ist-das-klima

    Hier habe ich ein Interview mit dem Nachhaltigkeits-Professor Felix Ekardt verlinkt. Er belegt, wie eine öko-soziale Wende funktionieren könnte: Dazu braucht es freilich politisch andere Rahmenbedingungen (die Merkel seit 2005 außer Bilder im roten Anorack nicht hinbekommen hat, bei sonstiger Weigerung der Union und dem rechten Flügel der SPD) und ein bewußes Konsumieren. Letzteres können auch die weniger Begüterten, wie der Prof. nachvollziehbar so schildert:

    “Ein veganer Ernährungsstil ist kostengünstig zu haben. Kein Auto zu haben, kostet kein Geld, sondern spart Geld. Für Flugreisen gilt das Gleiche. Auch eine kleinere Wohnung ist kostengünstiger als eine große. Klar: Wenn man Mieter ist, kann man nicht über den Brennstoff seiner Wohnung entscheiden. Es geht aber beim gesellschaftlichen Wandel nicht nur um individuelle Entscheidungen. Wandel geschieht im Wechselspiel zwischen politischer Sphäre und Konsumsphäre. Ich bin als Wähler, Demonstrant und Diskutant Bestandteil der Politiksphäre, durch tägliche Investitionsentscheidungen bin ich auch Bestandteil der Konsumsphäre, in der auch Unternehmen und Lobbyisten agieren – und die Politik als Rahmensetzerin.”

  • Tom

    |

    Hoffentlich vergessen die jungen Politikaktivisten nicht ihr wärmendes Jäckchen, wird frisch heute.

  • Jakob Friedl

    |

    Die Ribisl-Partie stellt heute ihre Malplakate am Alan Und Ghalib Kurdi Hafen bei der FFF-Demo als Abstandshalter für die Menschenkette aus. “Ribisl-Hecken um alle Ecken”
    (Dank uneinsichtigem Gartenamt leider nur für ein paar Stunden und nicht in der ursprünglich geplanten Konstellation: Über einen Zeitraum von 10 Tagen, entlang der den Platz strukturierenden Baumgitter mit zugehörigem Malkampfdokumentationszentrum aus FFF Großaufstellern als Gegengewicht zum Haus der Bayern, Camp und improvisierter Stadtberatungsaussenstelle. Aufgehoben ist jedoch nicht aufgeschoben …es kommt immer noch ein Frühling.)

    Kommt alle nehmt Eure Masken mit, nutzt die Malplakate als Abstandhalter und vergesst nicht die BOOMBOXEN für das dezentrale Soundsystem DEMORADIO !

    Viel Spaß beim Lesen der Zeichen und Hören der Jingles! Hier die Preview der Ribisl-Partie-Demoradiobeiträge: https://ribisl.org/ribisl-bei-fff-demo-ribisl-hecken-um-alle-ecken/
    Schöne Grüße aus der Grünen Flora Ribisl-Haus.

  • Burgweintinger

    |

    Wann wollt ihr es kapieren?

    Der Planet verträgt nur 3-4 Millionen von unserer Spezies…

    Wir laufen jetzt auf die 8 zu, das wird sich noch steigern auf 10-12, schön wird diese Zeit nicht, da es jetzt im Kleinen bereits los geht (Ersaufen im Mittelmeer), in 200-400 Jahren wird es die Hölle sein, der Mensch wird sich (ungewollt) selbst reduzieren bis auf ein für den Globus verträgliches Maß.

  • xy

    |

    Burgweintingers “3-4 Millionen” sollen wohl “Milliarden” heißen, oder? Den besten Witz hatte heute Antenne Bayern: “Alexa, bitte schalte die Heizung ein!”. Alexa: “Da muss ich erst mal Greta fragen…”

  • Burgweintinger

    |

    @xy
    ja richtig, ich meinte natürlich 3-4 Mrd.

    Antenne Bayern höre ich nicht, wenn ich diesen Sapperer Wolfgang sowieso höre ist mein Tag versaut…

  • Robert2Help

    |

    @Burgweintinger: Klassisches menschenfeindliches Narrativ. Der Planet verträgt auch keine 4 MRD, wenn alle so leben wie wir oder schlimmer noch die Amis.
    20 MRD hungernde Afrikaner wären hingegen kein Problem.

    Also müssen wir China, Europa und die USA auslöschen, willst du das? Vermutlich nicht, du willst vermutlich lieber die anderen tot sehen, gell?

    Dann vielleicht doch lieber mehr Klimaschutz und gerechter verteilten Wohlstand? Dann pendeln sich die Geburtszahlen eh von selbst ein.

    Außerdem widersprechen deine 10-12 Mrd. den wissenschaftlichen Schätzungen. Aber klar, du wirst es wieder besser wissen, als die Wissenschaft. Ist man ja gewohnt :D

  • joey

    |

    @Robert2Help
    ich lese ja nicht nur Tichy und Regensburg Digital, sondern auch Carl Amery (Papierzeug). In “Der Untergang der Stadt Passau” hat er überzeugend dargestellt, daß eine Reduktion der Bevölkerung gar nichts bringt. Ebenso sind alternative Wirtschaftsmodelle nur zeitweilig im Familienkreis erfolgreich.

    Carl Amery war Gründungsmitglied der Grünen 1980
    Der Roman zeigt ein Seuchenszenario: ein Großteil der Menschheit stirbt, die Überlebenden suchen neue Existenzformen in verschiedenen Variationen und kämpfen mit den Altlasten der untergegangenen Zivilisation der 1980er. Historische Parallelen zu Völkerwanderung sind bewußt zitiert.
    Ende vom Buchrücken: “…zeigt sich, daß die Geschichte der Menschheit – wie gehabt – in vollem Gang ist…”

  • Hthik

    |

    @joey 24. September 2020 um 19:15

    ““verschwenderisch” sind genau die “Kleinen Leute”, die ein altes Haus “auf dem Land” bewohnen.”

    Damit die arme, kranke Oma vom Land zum Facharzt in die Stadt kann, muss man weder Kohlekraftwerke betreiben, noch die Kfz-Steuer senken, noch Arbeitslose zu selbstausbeutenden Uber-Fahren zwingen. Es reicht einfach, das als Kassenleistung ins Gesetz zu schreiben. Etwa dorthin, wo es vor 2005 stand.

  • Hthik

    |

    @Robert2Help 24. September 2020 um 15:23

    “Aber wird halt nicht mit den etablierten Parteien umsetzbar sein.”

    Wie gerade wieder bewiesen wurde

    “Dass vom FDP-Parteitag ein dummer Herrenwitz übrig bleibt, ist nicht nur Christian Lindners Schuld. Es ist einfacher, darüber zu schreiben, wie man auch an dem vorliegenden Kommentar sieht, als über die inhaltlichen Beschlüsse. … Oder das gänzliche Fehlen von Forderungen oder auch nur Vorstellungen zur Klima- und Verkehrspolitik, einem Feld, das man offenkundig weiterhin den Grünen überlassen will, um ihnen dann vorzuhalten, sie seien eine Verbotspartei.”

    https://www.zeit.de/politik/2020-09/christian-lindner-friedrich-merz-sexismus-homophobie-kritik/seite-2

  • Hthik

    |

    @joey 23. September 2020 um 22:36

    “Als Belege nehmen sie Mathe Grundschule und irgendeine Aufstellung über Energiebedarf heute.”

    Na dann nehme ich doch meine eigene. Hier ist sie: 0.
    Also Problem gelöst.

    Jedenfalls nach Methode joey. Könnte natürlich theoretisch sein, dass die wenig taugt.

  • Burgweintinger

    |

    Puh…, langsam Robert2help… nicht so schimpfen…, ist ungesund…

    Ich bin bei deinem Ansatz voll dabei, aber ich habe meinen Idealismus vor 20 Jahren abgelegt und bin jetzt eher in der realen Ecke unterwegs…
    Wir (die westliche Welt) beuten seit ca. 500 Jahre Afrika/Südamerika/teile Asiens (Indien/Bangladesch), das wird sich auch nicht mehr ändern, das wird so weitergehen, wie bisher, es werden Kriege geführt werden, es wird die Korruption weiter blühen, damit der Satus quo gehalten werden kann…
    Warum haben wir denn Afrika noch immer nicht die Schulden erlassen (=> eigentlich müssten sie Geld von uns bekommen für die Ausbeutung von Rohstoffen und Menschenhandel)? Ganz einfach, weil wir sie dann nicht mehr weiter ausbeuten könnten, sie wären unabhängig und somit wäre unser Wohlstand nicht mehr gesichert…
    deswegen werden viele Menschen sterben und verrecken, das hat nichts mit Menschenfeindlichkeit zu tun, ich wünschte ich hätte Unrecht.

    Buchempfehlung: Jason Hickel, Tyrannei des Wachstum

  • Hthik

    |

    @Julian86 23. September 2020 um 21:46

    “Der Gründer des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, …”

    … legt Wert auf die Tatsache, dass ihn die Physik gezwungen hat, sich mit Umweltaspekten zu befassen.

    “Das heißt, ich bin zur Umweltforschung, die ich ja nach wie vor neben meiner phy-sikalischen Forschung betreibe, aus wissenschaftlicher Neugier – so enttäuschend das für manche klingen mag. Das schließt nicht aus, dass ich meine eigenen Wertvorstellungen im Umweltbereich habe. Ich sympathisiere natürlich auch privat mit allen Bestrebungen, mit dieser Umwelt pfleglicher und vorsichtiger umzugehen, also z.B. kraftvollen Klimaschutz zu betreiben, und etwa die Kernkraft nicht ohne weiteres auf die Menschheit loszulassen. Das ist ganz klar, aber das war nicht mein primärer Zugang.”

    http://www.physik.ur.de/fakultaet/mertins/publicdownload/Hofstadter_Schmetterlinge_im_Festkoerper_Nachdruck2017.pdf

    Ich bitte mir die Neigung zu Lokalkolorit und Nostalgie nachzusehen. Vor einem Jahr ist unser “roter Rektor”, Prof. Gustav Obermair in seiner Wahlheimat Namibia verstorben.

  • Burgweintinger

    |

    Hthik, ja der Gustav war ein guter! Er liebte den roten Wein und noch mehr die Frauen!

  • Hthik

    |

    @Burgweintinger 25. September 2020 um 14:51

    Kriege halten den status quo nicht. Was den Idealismus betrifft, würde da oft auch Instinkt reichen für das Überleben der eigenen Spezies. Was hat man vor dem Abnippeln noch groß zu tun, außer sich dagegen zu sträuben?

  • joey

    |

    @Hthik
    Kassenleistung
    und was ist mit dem Handwerker aus Teisnach (im ererbten alten Haus) und täglich in die Arbeit fährt, um die Kassen zu bezahlen?

    Rechnen wir, Daten aus Wiki:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Energieverbrauch
    derzeit sind erneuerbar etwa 15%. Dabei sind sehr viele ertragreiche Standorte für Wind schon belegt. Angeblich kann man den derzeitigen Strom zu 60% aus Wind ersetzen, aber was ist mit den zukünftigen Lasten aus Heizung und Mobilität? Es soll ja alles mit Strom laufen, auch die Traktoren und Betonmischer. Sogar der Zement muß dann mit Strom gebrannt werden – ach der kommt ja jetzt schon aus Ungarn.

    Ach ja: Osteuropa wird schlicht nicht mitmachen und Westeuropa auch nicht. Dort gibt es freie Wahlen – und nimm einem Polen das “Männer”Auto weg, dann hast Du einen Todfeind. UVdL hat schon die Bauchlandung mit der Verteilung der Geflüchteten erlebt. In Osteuropa regieren Parteien mit guter Mehrheit, die in Deutschland beobachtet werden würden.

  • Mr. T.

    |

    Diese verbohrte binäre “alles or gar nix”-Einstellung ist das Hauptproblem!
    Man kann ja nicht alles regenerativ versorgen, also braucht’s gar nix.
    Es können ja nicht alle Fahrzeuge mit Strom fahren, also braucht’s das gar nixht.
    Man kann ja nicht alle Menschen auf der Welt aufnehmen, also braucht man gar keine aufnehmen.
    Es macht ja nicht jeder mit, also brauchen wir auch nix machen.

    Wenn’s früher auch viel von den Ignoranten, die so denken, gegeben hätte, wären wir sonstwo stehengeblieben.

  • joey

    |

    @Mr. T.
    wir haben ja schon einen Energiemix. Es gibt Batterieautos und Pflanzenöl Umrüster…
    Wir haben auch Menschen aufgenommen.

    Zumindest ich sage nie “nix”. Aber auch nicht “Alle” und “Alles”. Greta fordert den sofortigen Ausstieg aus allem Fossil, die Grünen das umgehende Verbot von Verbrennung.

    Ziviler Fortschritt ist immer wirtschaftlich begründet. Sogar Sozialgesetze wurden nicht eingeführt wegen den Arbeitern, sondern weil es wirtschaftlich sinnvoll war und ist. Gesunde Arbeiter mit Urlaub, die auf einen Volkswagen sparen arbeiten effektiver als die im Gulag. Das hat sogar die KP Chinas begriffen.

  • Hthik

    |

    @joey 25. September 2020 um 18:45

    “Kassenleistung und was ist mit dem Handwerker aus Teisnach (im ererbten alten Haus) und täglich in die Arbeit fährt, um die Kassen zu bezahlen?”

    Das, was dann erforderlich ist.

    “In the long run, we are all dead.” – https://en.wikiquote.org/wiki/John_Maynard_Keynes

    Es ist absurd von den Kritikern des gegenwärtigen Wirtschaftssystem zu fordern, sie sollten eine Alternative vorlegen, in der bis in alle Ewigkeit und bis in jedes Detail klar ist, dass und wie alles funktionieren wird. Der Wunsch nach absoluter Sicherheit mag menschlich verständlich sein, aber er ist irrational. Umso irrationaler ist, mit dem Verweis darauf, dass die Kritiker das nicht können, an einem System festzuhalten, dass mit hoher Sicherheit in den Abgrund führt. Es reicht, eine Alternative zu haben, die bessere Aussichten bietet, als der praktisch sichere Abgrund.

    Dass umgekehrt der Kampf gegen die Erwärmung in den Abgrund, nämlich zum dritten Weltkrieg, führt, vertritt meines Wissens bisher nur Dieter Nuhr https://www.merkur.de/politik/greta-thunberg-dieter-nuhr-legt-nach-was-ich-vergessen-habe-zu-sagen-zr-13055149.html Das könnte aber auch als Witz gemeint sein. Ich habe, vermutlich aufgrund zutreffender Kenntnis der Realität, manchmal Schwierigkeiten, seinen Humor zu verstehen https://utopia.de/dieter-nuhr-vs-greta-dritter-akt-160491/

    “Rechnen wir, Daten aus Wiki:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Energieverbrauch
    derzeit sind erneuerbar etwa 15%.”

    Meinetwegen.

    “Angeblich kann man den derzeitigen Strom zu 60% aus Wind ersetzen, aber was ist mit den zukünftigen Lasten aus Heizung und Mobilität?”

    Das ist jetzt aber keine Berechnung zum Energieverbrauch, sondern ein Reden über Strom. Was wurde aus der Grundschulmathematik?

    “Es soll ja alles mit Strom laufen, …”

    Eine solche Festlegung wäre mir neu.

    “Osteuropa wird schlicht nicht mitmachen und Westeuropa auch nicht.”

    Ich bezweifle, dass das so bleiben muss. Wenn man etliche Jahre zurück sieht, war damals noch die erste Verteidigungslinie der sogenannten Klimaskeptiker, dass es keine Erwärmung gibt, dann und teilweise immer noch, dass die menschlichen Emissionen, keinen Einfluss haben. Man kann nicht erwarten, dass die gesamte Welt bereits auf dem Diskussionsstand ist, den wir hier* haben.

    Die Deutsche Position sieht natürlich dadurch schlecht aus, dass wir die eigenen, nicht sonderlich ambitionierten Klimaziele schon nicht einhalten, beziehungsweise coronabedingt eher zufällig mal einhalten.

    *mit “hier” meine ich diese Diskussion hier jetzt bei RD. Es gibt leider noch viele Leute in Deutschland, die nicht auf diesem Stand sind. Daher muss die Diskussion auch dort weitergehen.

  • Hthik

    |

    @Mr. T. 26. September 2020 um 10:23

    Zwei “linke Spinner”, ein Gedanke.

  • Hthik

    |

    @Robert2Help 25. September 2020 um 13:11

    “Dann pendeln sich die Geburtszahlen eh von selbst ein.”

    Es ist grundsätzlich richtig, dass das ein zu erwartender Effekt des Gesamtprojekts “Die Menschheit wird vernünftiger” ist, allerdings gibt es auch da Fronten an denen ein Kampf zu führen ist, weil es Kräfte gibt, die den Menschen den Zugang zu Informationen und Methoden zur Wahrnehmung ihrer sexuellen und reproduktiven Rechte verwehren. https://www.profamilia.de/bundeslaender/baden-wuerttemberg/beratungsstelle-pforzheim/beratungsstelle/ippf-charta.html

  • Hthik

    |

    @joey 26. September 2020 um 12:22

    “wir haben ja schon einen Energiemix.”

    Also wäre doch eine sinnvolle Diskussion, sich die Vorschläge anzusehen, wie wir diesen zügig weiter Richtung erneuerbarer Energien und Energieeinsparung verschieben können, oder?

    “Zumindest ich sage nie “nix”. Aber auch nicht “Alle” und “Alles”. Greta fordert den sofortigen Ausstieg aus allem Fossil, die Grünen das umgehende Verbot von Verbrennung.”

    Gefordert wird meines Wissens das https://fridaysforfuture.de/forderungen/ und von den Grünen das https://www.gruene.de/artikel/klimaschutz-massnahmen-fuer-ein-klimaneutrales-land Wieso will diese Partei eine CO2-Steuer, wenn sie doch angeblich das Verbrennen total verbieten will?

    Wir sind uns einige, dass wir ein https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Budget haben, oder? Dazu gebt es Forderungen, wie ich sie oben verlinkt habe. Reale Forderungen, wie etwa die genannte CO2-Steuer. Grundsätzlich scheinen mir diese geeignet, das Budget zu schonen. Bessere Ideen würde ich gerne hören.

    “Ziviler Fortschritt ist immer wirtschaftlich begründet. Sogar Sozialgesetze wurden nicht eingeführt wegen den Arbeitern, sondern weil es wirtschaftlich sinnvoll war und ist.”

    Das hätte ich gerne bewiesen. Wie wird etwa dieser “zivile Fortschritt” denn gemessen?

    “Gesunde Arbeiter mit Urlaub, die auf einen Volkswagen sparen arbeiten effektiver als die im Gulag.”

    Das dürfte zu einem Teil für das angebliche Wirtschaftswunder des Nationalsozialismus verantwortlich sein, dass damals auch einige der Ideologie Fernstehende in Ihren Bann zog. Nur gab es dann keinen VW, sondern GUPWI.

  • Hthik

    |

    @ 26. September 2020 um 10:23

    Verzeihung, das Wichtigste hatte ich vergessen.

    “Wenn’s früher auch viel von den Ignoranten, die so denken, gegeben hätte, wären wir sonstwo stehengeblieben.”

    Ich bin mir nicht sicher, das es früher sehr viel weniger Ignoranten gab. Das könnte dann auch erklären, warum wir nicht schon weiter sind, als wir es jetzt sind.

  • joey

    |

    @Hthik
    Ja, die Nazis haben den Urlaub verdreifacht. Das relativiert aber nichts an deren Verbrechen.
    Mit dem Volkswagen schrieb ich eher über die 60er. Erst der breite Wohlstand hat sowas wie ökologisches Bewußtsein ermöglicht.

  • Burgweintinger

    |

    @Joey
    Was bedeutet “der breite Wohlstand” für Sie?
    Dass jeder ein bis vier Verbrennungsmotoren vor seinem Haus stehen hat?
    Dass Frau mit “Klein SUV” (Q3) zum einkaufen fahren kann, während Mann mit RS6 vom Hochweg zum Arbeiten in Gewerbepark fährt? Und am Wochenende fährt man dann noch (weil Erhard es möglich gemacht hat) den gut restaurierten aus den 60ger Jahren aus, spielt a bisserl Effendi und Sepp und geht dann im Landkreis schmausen (weil da iss ja bisserl billiger wia in da Stodt und schließlich muss ma ja as Geld zusammenhalten, ned dass da Wohlstand gefährdet is…)

    Übrigens selbst Söder hat verkündet, dass spätestens ab 2035 die Zulassung für Verbrenner verboten sein soll…

  • Hthik

    |

    @joey 27. September 2020 um 15:17

    Zivilisierte Staaten leisten sich ein Militär allenfalls zu Abschreckenszwecken. Wir wollen, dass die Waffen, die wir produzieren nie eingesetzt werden, sondern nur solange rumliegen, bis sie unbrauchbar sind. Abgesehen von Dingen wie Hilfsdienste im Katastrophenschutz produziert das Militär glücklicherweise nichts und ist daher wirtschaftlich ein riesiger Negativposten. Wie wir heute wissen, vielen Bewunderern damals aber nicht bekannt war, hat Hitler nie etwas anderes gewollt, als einen Räuberstaat zu schaffen, der das Militär “produktiv” einsetzt, das heißt andere Staaten überfällt. Unter diesen Bedingungen, das heißt beim Aufbau des Räuberstaats ein wirtschaftliches Strohfeuer zu erzeugen, schaffen sogar Nazis.

    “Erst der breite Wohlstand hat sowas wie ökologisches Bewußtsein ermöglicht.”

    Soll mir das mehr sagen, als dass, wer den ganzen Tag braucht um das Existenznotwendige zu sichern, keine Zeit hat nachzudenken? Das ist richtig, aber es erfordert bei weitem nicht den Wohlstand, den wir heute haben, da raus und zu genügend Freizeit zu kommen. Wir arbeiten zuviel für überflüssiges Zeugs https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_von_Nell-Breuning#Arbeitszeitverk%C3%BCrzung_aus_g%C3%BCterwirtschaftlicher_Sicht

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