SOZIALES SCHAUFENSTER

Entscheidung über Weihnachtsmärkte vertagt

Die Oberbürgermeisterin wartet aufs Christkind

Die Entscheidung über den städtischen Christkindlmarkt dauert. Die Oberbürgermeisterin lässt nun nochmals in München nachfragen. Genehmigt wurde der Weihnachtszauber der Sozialen Initiativen – mit einer Bude auf dem Bismarckplatz.

Lässt in Sachen Christkind nochmal bei höchster Stelle nachhaken: Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Foto: Archiv/Staudinger

Der Teil-Lockdown für Gastronomie, Kultureinrichtungen und sämtliche Veranstaltungen bis Ende November ist seit heute Mitternacht in Kraft. Am Samstag hat die Stadt die entsprechende Allgemeinverfügung des Freistaats erreicht. Doch auf das erhoffte Signal, ob nun im Dezember doch noch Weihnachtsmärkte stattfinden können oder nicht, hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer vergeblich gewartet. Für Anfang dieser Woche war am Freitag eine Entscheidung darüber in Aussicht gestellt worden, ob die Stadt Regensburg ihren Christkindlmarkt nun absagen wird oder nicht. Doch weder die Staatskanzlei noch das Staatliche Gesundheitsamt nehmen dem Stadtoberhaupt die Entscheidung ab.

München hat am Freitag abgesagt

Diese hängt zum einen davon ab, wie sich die Zahl der Infektionen und die Situation auf den Intensivstationen entwickeln wird. Zum anderen davon, welche Abwägung man trifft zwischen den Anliegen und Nöten der Standbetreiber und Beschicker auf der einen und der Frage, was auch bei einer Entspannung der Situation verantwortbar ist, auf der anderen Seite.



Während sich am Freitag nun auch die Landeshauptstadt München entschieden hat, den Christkindlmarkt am Marienplatz sowie die Weihnachts- und Adventsmärkte in den Stadtvierteln aus eigener Initiative abzusagen, hat die Regensburger Oberbürgermeisterin stattdessen die Verwaltung beauftragt, nochmals bei Staatsregierung und Gesundheitsministerium in München nachzuhaken, um von dort eine klare Aussage zu bekommen. Auch neuerliche Umplanungen des dezentral geplanten städtischen Marktes sollen offenbar nochmals untersucht werden.

Suche nach Rechtfertigung und Rechtssicherheit

Vor diesem Hintergrund ist bislang völlig unklar, wann eine endgültige Entscheidung im Rathaus fällt. Dies gilt auch für die kulturelle Zwischennutzung mit Riesenrad am Keplerareal. Hierzu teilt, die Stadt heute via Presseerklärung mit, dass die Fläche zwar bis Ende November geschlossen werde. „Ob sich im Dezember das Riesenrad wieder drehen kann und erneut Kultur, Kunst und Veranstaltungen für Kinder auf dem Platz im Freien stattfinden können, hängt von der jeweiligen Infektionslage ab und ist daher derzeit noch offen“, heißt es weiter.

Mit ihrer abwartenden Taktik scheint es der Oberbürgermeisterin – neben einer Rechtfertigung ihrer eigenen Entscheidung – auch um Rechtssicherheit gehen. Ihren eigenen Christkindlmarkt könnte die Stadt zwar ohne juristische Konsequenzen absagen, allerdings dürfte eine solche Entscheidung auch eine gewisse Rolle spielen bei der Frage, ob man als zuständige Behörde privaten Veranstaltern (Adventsmarkt der Stadtmaus im Spital, Kittel-Kirmes im fürstlichen Schloss) eine Genehmigung für deren Märkte erteilt oder nicht, verbunden mit entsprechenden Auswirkungen auf gerichtliche Auseinandersetzungen, die im Anschluss folgen könnten.

Soziale Initiativen mit einer Bude

Bereits genehmigt ist der Weihnachtszauber der Soziale Initiativen am Bismarckplatz, der am 27. November eröffnet werden soll. Eine Bude, fünf auf zwei Meter, in der im Wechsel verschiedene Intitiativen Selbstgemachtes für den guten Zweck verkaufen werden. Aus Sicherheitsgründen hat man sich gegen einen Alkoholausschank entschieden.

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Kommentare (32)

  • Skyrider

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    “Kittel-Kirmes im fürstlichen Schloss”
    Einfach nur köstlich dieser Ausdruck……

  • Progressive*r Kritiker*in

    |

    Man muss so schwer es ist langsam entscheiden ob man die nächsten 2-5 Jahre 2-3 mal einen Lockdown im Jahr macht oder akzeptiert dass der einzige Weg der sein wird die Hochrisiko Gruppen zu isolieren bzw. ihnen die Entscheidung zu überlassen welches Risiko sie eingehen möchten.
    Das Virus wird nicht mehr verschwinden, bis ein potenter Impfstoff oder Therapien gefunden sind und diese ihre Wirkung entfalten können wird es wenn alles optimal läuft noch mindestens 2 Jahre dauern.
    Ich frage mich wann die ersten Entscheidungsträger*innen anfangen reinen Wein einzuschenken anstatt ständig zu suggerieren dass man durch das einhalten von Regeln in den nächsten Jahr oder auch dem darauffolgenden wieder irgendwelche Massenveranstaltungen, Clubs, Bars oder Reisen durchführen könnte ohne eine erneute Welle zu provozieren.

  • Dieter

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    @Progressive*r Kritiker*in:
    Es gibt keine Hochrisikogruppen, sondern nur Risikogruppen. Wenn die alle isoliert zu Hause bleiben würden, wäre der wirtschaftliche Schaden wahrscheinlich höher als er aktuell ist.
    Sind sie Raucher, übergewichtig oder schwanger? Risikogruppe.

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

    Natürlich könnte man aus den Risikogruppen irgendwelche Hochrisikogruppen definieren, damit es wirtschaftlich weitergeht. Das werden dann die sein, die sowieso auf Grund ihres Alters oder Gesundheit nicht mehr Arbeitnehmer sind. Oder glauben Sie, man kann z.B. bei BMW auf jeden Mitarbeiter mit Vorerkrankungen verzichten?
    Genauso wenig wird man sich es leisten können, wenn die Mitarbeiter über 50 reihenweise erkranken und ausfallen. Hier geht es nämlich nicht nur um höhere Sterblichkeiten, sondern eben auch um Krankschreibung.

    Ich sehe es allerdings auch so, dass insgesamt ein mittel- und langfristiger Plan im Umgang mit Covid-19 fehlt.

    Zu OB Malz-Schwarzfischer:
    Wie gewohnt gibt sie die Entscheidung und damit die Verantwortung ab.
    Die Rechtssicherheit, was eine Kommune absagen darf/muß oder nicht, ist doch mit jeder Maßnahme festgelegt worden. Vor Klagen schützt dies im Einzelfall trotzdem nicht.
    Ich hätte mir als OB eine pragmatische Entscheidungsträgerin gewünscht und nicht eine bloße Verwalterin.

  • R.G.

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    @Progressive*r Kritiker*in
    Das ist wenigstens mal eine dritte Denkmöglichkeit.
    Aber es würde für die Nichtisolierten Herdimmunität bedeuten.

    “Plan”The Lincoln Project

  • SpaMa

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    Frau Malz-Schw. wie man sie kennt. Keine Strategie, mutlos, Verantwortung für unangenehme Entscheidungen gerne outsourcen und dazu noch wenig Durchsetzungsstärke. Im Windschatten noch Frau Freudenstein, die zwar kein Gefühl für Lokalpolitik aufweist, jedoch schon mal die Messer bereitlegt, um bei der nächsten Wahl diese gegen Frau OB auch einzusetzen. In keinem Betrieb hätte es eine der beiden in eine leitende Position geschafft.
    Leider erscheint mir die Stadtspitze inklusive Hr. Artinger und die jeweiligen Referenten eine lahme Truppe zu sein, die ängstlich agiert und viel Zeit darauf verwendet alles zu finden, was gegen innovatives und vielleicht auch mal experimentelles Denken steht. Verwaltung im biedersten Sinne. Schade, man könnte sich auch zusammentun und Ideen für Alternativen zu einem abgesagten Christkindlmarkt entwickeln.

  • Tom

    |

    Liebe Frau Oberbürgermeisterin,

    treffen Sie einfach mal eine Entscheidung. Nicht aussitzen, nicht auf Order aus München warten, nicht auswürfeln einfach nachdenken und entscheiden.

    Ein(e) Oberbürgermeister(in) einer Großstadt ist gewählt um Entscheidungen zu treffen.

  • KW

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    Bitte nicht 100%ig ernst nehmen:
    Wahrscheinlich hat sie Angst davor, dass Kittel bei der zukünftigen Bundeskanzlerin in spe anruft und sagt: “Du Maggus, so geht das fei nicht. Sorg mal dafür, dass mir die Alte nicht meine Kittel-Kirmes bei der Fürstin absagt.”

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “Tom” – Also Ihre Weisheiten sind für die Frau Oberbürgermeisterin wirklich
    “unverzichtbar.”

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “SpaMA” – Was Sie da absondern, ist keine berechtigte Kritik, sondern gedanken-
    loses Gerede eines Ahnungslosen. Würden Sie bei einem Bürgergespräch, wo
    besagte Personen anwesend sind, auch so reden oder würden Sie sich da vor-
    nehm zurückhalten?
    PS. Frau Maltz-Schwarzfischer war – ehe Sie Bürgermeisterin wurde, jahrelang
    in l e i t e n d e r Stelle tätig.

  • Piedro

    |

    @Progressive*r Kritiker*in
    Die Annahme, die Konzentration auf (Hoch)Risikogruppen sei relevant, ist falsch. Von Covid kann jeder betroffen sein. Auch, wenn die Todesrate bei jungen und gesunden Menschen geringer ist, kann es zu gravierenden Langzeitfolgen kommen. Das ist noch nicht hinreichend erforscht, aber inzwischen klar belegt. Diese Folgen sind sehr verschieden, anhaltende Arbeitsunfähigkeit und massive Beeinträchtigung der Lebensqualität sind immer im Bereich des Möglichen. Vor allem wurden Langzeitfolgen auch bei Patienten mit leichter Symptomatik festgestellt. Das reicht von organischer Schädigung bis zu Depressionen, sogar Psychosen.

    Es ist also mehr als geboten, einen möglichst umfassenden Schutz aller Bevölkerungsgruppen umzusetzen, nicht nur von den Gruppen, in denen die Todesrate besonders hoch ist. Natürlich kann man auch die natürliche Auslese propagieren und schauen, wer nach ein paar Jahren noch übrig – und vielleicht resistent ist, um mit deinen die Gesellschaft zu gestalten. “Progressiv” ist das allerdings nicht, das ist plumper Sozialdarwinismus, ohne Gewähr.

  • Tom

    |

    Hallo Frau Vietze,

    haben Sie jetzt endgültig ihrem bisherigen Liebling den Rücken gekehrt? Ja wenigstens sind sie dem Amt treu geblieben, welches sich Ihrer grenzenlosen Zuneigung erfreuen kann.

    Beste Grüße

    Tom

  • Progressive*r Kritiker*in

    |

    @Piedro

    Also ist ihr Vorschlag die nächsten 5 Jahre Lockdowns zu machen?

    Sämtliche Schulklassen und Kindergärten 2-3x im Jahr für einige Wochen in Quarantäne zu schicken?

    Menschen die sowieso schon wenig Anschluss haben noch weiter zu isolieren?

    Ja es kann auch ein junger Mensch schwer erkranken, wie an diversen anderen Erkrankungen auch.
    Ja es gibt vermutlich auch bei einigen Langzeitfolgen, ich schätze aber das die Langzeitfolgen wenn über Jahre weiterverfahren wird wie bisher, diese Langzeitfolgen die tausendfach schlimmeren sein werden wie die von COVID-19.
    Gerade gestern erst hat der Vorsitzende des Weltärzte Vernandes Montgomery prognostiziert dass wenn in Deutschland täglich 100.000 Menschen geimpft werden, dieser Prozess allein in Deutschland 2 Jahre dauert. Die ersten Impfstoffe sind in der Regel jedoch noch nicht besonders potent.
    Das heißt jetzt quasi wir Verfahren weiter wie bisher und das für die nächsten Jahre, das wird keine Gesellschaft mitmachen. Man muss endlich aufhören den Kampf gegen diese Krankheit, die schlicht und ergreifend nur für einen sehr kleinen Teil der Menschen gefährlich ist, als Sprint zu verkaufen der nächstes Jahr vorbei ist.
    Auf HIV Kranke oder generell Menschen mit geschwächten Immunsystem wird leider außerhalb von Pandemie Zeiten auch keine Rücksicht genommen also hinkt die Sozialdarwinusmus These.

    50.000 Menschen sterben im Jahr an psychischen Erkrankungen, an COVID bisher etwas mehr wie 10.000 Ich befürchte die nächsten Jahre werden die Toten durch psychische Erkrankungen rapide ansteigen, das sieht leider niemand, weil diese Menschen in der Regel es selten auf Intensivstationen schaffen.

  • R.G.

    |

    @Progressive*r Kritiker*in
    3. November 2020 um 16:55 | #

    Ich hatte mal Parallelen zur Krankheit ” Englischer Schweiß” gezogen. Wir wissen nur deshalb von der Plage, weil sie, anders als viele andere Seuchen jener Zeit, die Adeligen mehr traf als die Normalbevölkerung. Was der Leibeigene sonst zu ertragen hatte, war desinteressiert unter Schicksal eingereiht.
    Die Covid Maßnahmen in der Jetzigen Form schützen wieder die Gutgestellten. Ein Teil der zu Neujahr noch zur Mittelschicht gehörenden Gruppe informiert sich dagegen inzwischen über Insolvenzrecht und redet bereits verhalten über die Angst vor der zu erwartenden Suizidwelle. Ihre Angst, die Familie bald nicht mehr ernähren zu können, ist berechtigt.
    Wie wir mit der Seuche umgehen, vorgeblich mit ihr, hat gleichermaßen mit unseren schon dagewesenen Vorstellungen zu tun, wie man Gruppen, Gesellschaften ordnet – ob autoritär, im Imponiergehabe oder empathisch – wie mit der Krankheit selbst.

  • Piedro

    |

    @Progressive*r Kritiker*in
    Zum einen fühle ich mich nicht dazu berufen, Lösungen für diese Situation anzubieten. Da verstehen andere Menschen sehr viel mehr davon als ich. Ihre Schätzung, ob die Langzeitfolgen bei Ihrem “Modell” weniger schlimm wären als die Folgen von möglichen Schutzmaßnahmen interessiert mich nicht, da Ihre Reflektion bisher die Qualität einer Milchmädchenrechnung hat und obendrein schlicht falsch. Covid ist nicht nur für einen “sehr kleinen” Teil der Bevölkerung gefährlich, das ist schlicht und einfach Blödsinn. Auch die Behauptung von wegen “als Sprint verkaufen” ist schlicht falsch, das Gegenteil ist richtig. Auf diese und jene würde eh keine Rücksicht genommen bedeutet, dass Ihr Auslieferungsbegehren zum vermeintlichen Gunsten einer Mehrheit kein Sozialdarwinismus ist? Nö. Und erzählen Sie mir bitte nichts von psychisch kranken Menschen, die unter der aktuellen Situation besonders leiden, da weiß ich schon das eine oder andere. Zu dem Thema könnte ich einiges sagen, was das Thema restlos sprengen würde, also lassen wird das, dieses “Argument” ist eh bloß geheuchelt. Die bisherigen Todesfälle aus diesem Bereich interessieren auch nur Statistiker, die Politik ignoriert offenkundige Zusammenhänge, und die Gesellschaft ignoriert das. Sicher steigt hier der Leidensdruck, das stimmt schon. Die Lösung für diese Menschen ist aber nicht der Verzicht auf Covid-Maßnahmen.
    Ja, wir haben “nur” 10.000 Menschen an die Seuche verloren. Warum wohl? Könnte das mit den verordneten Maßnahmen und der Disziplin der Bevölkerungsmehrheit zu tun haben? Oder mag das Virus keine Teutonen dezimieren, während es bei anderen Völkern ganz anders zuschlägt?

    Sie haben einen Vorschlag gemacht, ich spreche mich dagegen aus. Wenn Sie tatsächliche Argumente haben, bitte. Bisher sind Sie weit davon entfernt zu überzeugen. Ein Blick nach Brasilien oder die USA hat weit mehr Überzeugungskraft. Die besonders Gefährdeten aus der Gesellschaft isolieren, damit die anderen weniger Probleme haben, weil Rücksichtnahme “Spätfolgen” nach sich zieht… Ich finde das nicht nur unvernünftig, wie erläutert, sondern auch noch widerlich. Und alles andere als “progressiv”, eher mittelalterlich.

  • R.G.

    |

    @Piedro
    “Die besonders Gefährdeten aus der Gesellschaft isolieren, damit die anderen weniger Probleme haben, weil Rücksichtnahme “Spätfolgen” nach sich zieht… Ich finde das nicht nur unvernünftig, wie erläutert, sondern auch noch widerlich. Und alles andere als “progressiv”, eher mittelalterlich.”
    Nun, mit der Methode haben adelige Häuser achthundert Jahre und mehr überlebt. Im Frühjahr, bevor in den Städten die Luft von den vielen Feuerstellen unerträglich und das Wasser choleraversucht war, raus aufs Landschloss. Gab es im zugehörigen Dorf einen Masernfall, wurden alle Prinzen und Prinzessinnen in ein entfernteres Schloss geschickt. Manchmal isolierte man einfach das Dorf.
    “Quarantäne” konnten und können sich nur die Reichen länger als sehr kurze Zeit leisten.

  • Progressive*r Kritiker*in

    |

    @Piedro

    Du scheinst aus einer sehr privilegierten Lage heraus zu argumentieren, würdest du Alleinerziehend mit 3 Gastro Jobs zu 4 in einer 3 Zimmer Wohnung sitzen würde es wahrscheinlich anders aussehen.

    COVID-19 ist in der Theorie potenziell für jeden gefährlich, wie jede potenziell tödliche Krankheit.
    Wenn man sich Studien zu Antikörpertests, wohlgemerkt bilden 25% aller Infizierten nie welche aus, ansieht bei jungen Menschen dann ist die Dunkelziffer an Erkrankten jungen Menschen und Kindern vermutlich exorbitant höher. Ergo statistisch gesehen extrem weniger gefährlich wie Ü 70 Menschen mit mehr als einer schweren Vorerkrankung, schauen dir hierzu gerne die New Yorker Studie zur Altersverteilung der Todesfälle inklusive Vorerkrankungen an.

    Ich habe zu keiner Zeit zum Verzicht auf sämtliche COVID Maßnahmen aufgerufen wie du hier mit deinem Strohmann Argument versuchst zu suggerieren.

    Du willst jetzt hier ernsthaft die Gesundheitsversorgung von Deutschland mit denen der USA oder Brasiliens vergleichen?

    Die Zeit wird mir recht geben so traurig das auch ist.

  • Mathilde Vietze

    |

    Werter “Tom” – Meine Lieblinge suche ich mir selbst aus. Und wenn ich von einem
    Amtsträger meine, daß er / sie gute Arbeit macht, dann sage ich das auch, ohne
    dessen Fehler und Schwächen schönzureden. Und – ich war immer eine kritische
    Sozialdemokratin und werde es auch bleiben.
    Ich hoffe, daß ich damit Ihren Informationsdefizite zu Ihrer Zufriedenheit gestillt
    habe. Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund!

  • SpaMa

    |

    @Frau Vietze: Wie ich die OB wahrnehme haben Sie nicht mit Gedankenlosigkeit zu beurteilen. Die Unentschlossenheit in diesem Fall ist einfach zu deutlich sichtbar, ist aber bereits seit 2014 ein roter Faden im politischen Wirken. Ich kenne sie auch persönlich und hatte jahrelang unmittelbar und mittelbar mit ihr als Bürgermeisterin und stellvertretende OB zu tun. Nicht dass ich vor Ihnen irgendetwas rechtfertigen müsste, schon gar nicht meine Meinung, aber Ahnung habe ich sehr wohl. Und mein Urteil entstammt sicher nicht aus politischer Gegnerschaft, au contraire.

    P.S.: In leitender Funktion, die Kompetenzen im Bereich von Entscheidungsfähigkeit, Mitarbeiterführung, Repräsentation oder diplomatisches Geschick erfordert hätten, war sie nicht tätig. Um aber auch Gutes zu sagen, sie ist wahnsinnig fleißig und ehrlich. Nicht mehr alltäglich im Bereich der Politik.

  • Regensburger

    |

    Die Stadtspitze der grauen Koalition wie gewohnt entscheidungsschwach!

  • Charlotte

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    … Kontaktbeschränkung muss jetzt oberste Priorität haben”, betonte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)…

  • Piedro

    |

    @Progressive*r Kritiker*in
    Ich bleibe mal beim Sie, weil das hier üblich ist. Nimm’s mir nicht übel, Kollege.

    Langsam wird der Disput interessant, aber er bleibt themenfern, da es hier um die OB und Weihnachtsmärkte gehen soll. Ihre Spekulation über meinen Status führen zu nichts, aber ihr angeführtes Beispiel bringt die Problematik hinkend auf den Punkt.

    3 Jobs, 3 Kinder, Alleinerziehend. Das wären maximal 3×450 € plus Kindergeld, Wohngeld (ohne Kindesunterhalt). Vielleicht in Teilzeitjob mit Soz.vers., wenn sich das kinderbetreungsmäßig ausgeht.
    Oder 3x3x450 € plus Kindergeld, ca. 660 €, als anzurechnendes Einkommen (20% bis 1000 € Einkommen, und 10% ab 1000 € bleiben) und aufstockend Alg2 (mit etwas Mehrbedarf alleinerziehend).

    Beides ist für 4 Personen kaum auskömmlich, kommt drauf an wo und wie teuer man wohnt. Kinder- und Altersarmut sind vorgegeben. Ein Lockdown verschärft die Situation und zeigt auf, wo hier tatsächlicher Handlungsbedarf besteht. Diese Erfahrung werden, auch ohne Lockdown, jetzt sehr viel mehr Menschen machen als zuvor. Ist vielleicht gut so.

    Da es hier um die Weihnachtsmärkte geht: die Absage trifft nicht nur die Mindestlohnangestellten, sondern auch die Standler. Für manche sind diese Märkte ein gutes Zubrot, für andere sind sie existentiell, etwa Kunsthandwerker und Marktbeschicker, die hier einen wichtigen Teil ihres Jahresumsatzes generieren und in den nächsten Wochen keinen Umsatz machen können. Letztere hatten das ganze Jahr über massive Einbrüche (bis 100%) und können spätestens nächstes Jahr reihenweise Insolvenz melden.

    Da, wo Märkte u.ä. stattfanden, waren die Einbrüche so groß, dass es sich auch nicht ausgezahlt hat. Die Kosten bleiben ja, und die sind nicht schwach, aber die Frequenz ist massiv gesunken. Kein Lockdown heißt ja nicht, dass es dann so abläuft wie bisher. Je weiter sich die Covid-Situation verschärft, um so massiver sind die Umsatzeinbrüche, auch, wenn Veranstaltungen stattfinden, auch, wenn Produktion, Handel und Gastronomie nicht betroffen sind.

    Covid ist auch nicht nur in der Theorie für jeden gefährlich, sondern tatsächlich. Keiner ist sicher, weder vor Infektion, noch vor den Langzeitfolgen. Vorerkrankungen spielen hier eine untergeordnete Rolle, die sind vor allem für die Sterblichkeit relevant. Der Blick nach USA und Brasilien wird nicht durch verschiedene Gesundheitssysteme getrübt, er zeigt vor allem den Unterschied, den Schutzmaßnahmen und Wertung der Gefahr ausmachen. Er zeigt auch, genau wie bei uns, dass Arme weit stärker betroffen sind als Wohlhabende.

    Unterm Strich sehe ich: die Covid-Krise unterstreicht die Notwendigkeit einer Neuausrichtung des Wirtschafts- und Sozialsystems. Auch ohne Lockdown sind die ärmeren Menschen massiver von den gesundheitlichen und finanziellen Folgen betroffen als wirklich wohlhabende. Das Schließen der Tafeln (in Regensburg mit satten 5000 €/Jahr kommunal gefördert) bedeutet für viele Menschen echte Not. Hunger. Strom- und Mietschulden, um wenigstens satt werden zu können. Das zeigt, wie notwendig diese Einrichtungen für unser Land geworden sind, einfach nur beschämend. Ein Bruchteil des Geldes, das an Unternehmen ging, die dann Dividenden ausgeschüttet oder Personal entlassen haben, hätte da schon einiges bewirkt. Auch bei den “Standlern”, die bestenfalls Geld für die laufenden Kosten bekamen. Menschen in der Grundsicherung erhielten ganz genau gar nichts, um mit dieser schweren Zeit umgehen zu können, und das soll so bleiben.

    Sie haben Randgruppen in besonders schwerer Situation angesprochen. Auch die werden allein gelassen. Da bin ich ganz bei Ihnen, aber als Argumente gegen rigorose Covid-Maßnahmen lässt sich das leider nur missbräuchlich verwenden. Den (Hoch)Risikogruppen die Wahl zwischen Isolation und (Hoch)Risiko zu lassen würde den Zynismus nur unterstreichen, besser würde deshalb gar nichts.

    So, jetzt beschäftige ich mich mit dem Privileg, meine heutigen Aufgaben vorzubereiten. Uns droht keine Kurzarbeit, im Gegenteil. Wir sind lösungsorientiert und unterstützen einige mittelständische Unternehmen im Bemühen “gesund” zu bleiben. Ich wünsche einen progressiven Tag.

  • Mr. T.

    |

    Hat sich die Stadt jetzt doch zu einer Entscheidung durchringen können/lassen da der Pegida-Peter jetzt seinen Christkindlfasching nach hinten geschoben hat oder ist das weiter vorbehaltlich einer Genehmigung?

  • Mathidle Vietze

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Norbert

    |

    Auch ich würde mich freuen, wenn Christkindlmärkte stattfinden könnten. Sicher ist aber, dass Gaststätten mit Heizpilzen und zugewiesenen Plätzen mit entsprechenden Tischabstand, sowie Hotels weniger coronaproblematisch sind, als Supermärkte, Baumärkte, Einkaufszentren und auch Christkindlmärkte. Wenn nun vom Staat angeordnet ist, dass Hotels und Gaststätten im November geschlossen bleiben müssen, dann gibt es doch gar nichts zu diskutieren, dass diese Anordnung auch für Christkindlmärkte gelten muss. Warum die Stadtspitze wegen den Christkindlmärkten so zögerlich war, hängt wohl mit dem Markt im Schloss zusammen. Dort sollen laut Konzept die Besucher zwar reguliert reinkommen, aber ohne Zeitbegrenzung bleiben dürfen. An einem Samstagnachmittagsmarkt im Schloss, z.B. um 16 Uhr lässt dann Corona grüßen.

    Norbert

  • Progressive*r Kritiker*in

    |

    @Piedro

    Immerhin sind wir beide uns einig dass wir unsere Wirtschaft weg von einem Marktwirtschaftlichen System, hin zu bedürfnissorientierten wirtschaften transformieren müssen.

    Die ärmsten den Preis dafür zahlen zu lassen indem man bei ihnen die Not so stark verstärkt dass sie „sich wehren“ und da muss ich dem großen Vordenkern Marx und Engels widersprechen, halte ich erstens für viel zu gefährlich, gerade in Deutschland wurde immer nach unten getreten in solchen Situationen und zum anderen möchte ich das Prekariat nicht opfern, das wäre für mich nämlich auch eine Form von Sozialdarwinismus.

    Im Unterschied zu ihnen schätze ich die psychische Gesundheit von Menschen eben als genauso wichtig wie die physische ein und denke dass wir endlich eine langfristige Strategie brauchen und keine die von Lockdown zu Lockdown denkt. Denn gerade diese Strategie wird die Menschen in die Arme derer treiben die die Menschheit zur Tyrannei verleitet, wie vor 75 Jahren.

  • Gerda Huber

    |

    Dem progr. Kritiker kann ich nur zustimmen. Genau diese Lockdown-Folgen können zu einer Radikalisierung der Frustrierten und Gebeutelten führen, die niemand (vernünftiges) ernsthaft möchte.
    Zu PIEDRO: Diese momentane “Mode” nach kurzer Zeit (die Pandemie läuft noch nicht allzu lange) von LANGZEITSCHÄDEN zu sprechen halte ich für sehr problematisch. Dieses Thema kam auf, als sich im Sommer abgezeichnet hat(te), dass die Covid-Todeszahlen nach unten gehen. Also schauen wir mal, was da dran ist. Geben Sie mal in eine Suchmaschine die Begriffe LANGZEITSCHÄDEN KOMPLIKATION INFLUENZ ein und Sie werden zu Ihrer Verblüffung feststellen, dass es diese Komplikationen BEI FAST ALLEN VIRALEN ERKRANKUNGEN schon immer gab: Neurologische Folgen, Thrombosen/Embolien, Geschmacks- und Geruchsverluste, CFS, Pneumonien, Todesfälle. Zitiert aus der WEBSITE DER ÖSTERREICHISCHEN APOTHEKERKAMMER:
    “…um alte Menschen so sind Komplikationen häufig:
    Schwere Bronchitis, Lungenentzündung, Kreislaufversagen, toxische Schäden am Herzmuskel oder Herzmuskelentzündung, Rippenfellentzündung, Nierenentzündung, Stirn- und Nebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung oder sogar eine Gehirnentzündung. Spätfolgen nach solchen Komplikationen sind nicht selten. Todesfälle bei älteren, schon etwas geschwächten Personen sind immer wieder zu beobachten.”

  • Stefan Aigner

    |

    Ich empfehle an dieser Stelle den Vortrag von Christian Drosten in Meppen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “SpaMA” – Nein, Sie müssen die Frau Oberbürgermeisterin nicht heiligsprechen,
    aber was diese Frau in letzter Zeit geleistet hat, ist schon mehr als bemerkenswert.
    Sie hat für zwei gearbeitet und als auch noch der 3. Bürgermeister krank wurde,
    für drei. Ich bin mit der Familie Maltz seit Jahrzehnten befreundet und kenne
    Gertrud schon als junge Frau. Natürlich ist sie ein eher nachdenklicher Typ und
    kein spontaner Haudrauf, aber ich meine, daß Sie einen ganz ausgezeichneten
    Job macht.

  • Tom

    |

    Um das Bild des Chefvirologen noch ein wenig abzurunden, empfehle ich diese Doku.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZkyL4NxJJcc&t=8s

    Der Christian war schon in jüngeren Jahren ein Schnuckelchen!
    PS: Keine Angst, ist keine Verschwörungstheorie, war eine Doku in den öffentlich Rechtlichen!

  • Gerda Huber

    |

    Das Drosten-Video schaue ich mir mal in Ruhe an.
    Der gute Mann ist nicht erst seit seinen Falschprognosen zur Schweinegrippe umstritten, wie sich hier – brandaktuell – zeigt:
    “Prof. Janssens, der Chef der deutschen Intensivmediziner ist, die im Ernstfall so eine Triage durchführen müssen, sagte der „Rheinischen Post“: „Herr Drosten ist ein erstklassiger Virologe und einer der wichtigsten Experten, die wir derzeit bei der Pandemiebekämpfung haben.

    Seine Äußerungen zu einer möglicherweise drohenden Triage in Deutschland kann ich jedoch nicht nachvollziehen und halte sie für unverantwortlich. Indem er auf diese Weise davor warnt, macht er den Menschen unnötige Angst.“

    Und weiter sagte der Intensivmediziner: Man sei von solchen Zuständen trotz Personalknappheit weit entfernt.

    Janssens wörtlich: „Herr Drosten sollte sich aus der Diskussion um Kapazitätsengpässe auf Intensivstationen heraushalten.“
    https://www.bild.de/ratgeber/wissenschaft/ratgeber/corona-streit-intensivmediziner-virologe-drosten-macht-unnoetige-angst-73738418.bild.html#

    Drosten tönt zwar immer, dass sich Nicht-Fachleute aus Fachthemen heraus halten sollen, hält sich aber selbst nicht daran. Erst weder Epidemiologe noch Intensivmediziner, noch hat er selbst Patienten. Es wäre somit schlau von ihm, dass er etwas vorsichtiger formuliert, wenn er sich auf fachfremdes Gebiet begibt.

  • Piedro

    |

    @Progressive*r Kritiker*in
    Ist schon interessant wie Sie mich missverstehen. Für Planwirtschaft habe ich mich nicht ausgesprochen, das ist nicht die Konsequenz einer gerechteren Gesellschaft, würde global nicht funktionieren und konzentrierte die wirtschaftliche Macht auf eine Handvoll staatlich genehmer Nutznießer. Und wenn Sie meinen uns unterscheide, dass Sie die psychische Gesundheit der Menschen für wertvoll halten müssen wir uns nicht weiter austauschen. Immerhin sind wir uns einig, dass es Aufgabe der Politik ist langfristig umsetzbare Strategien zu entwickeln. Damit dürften die Parteieliten allerdings überfordert sein, überrascht es doch jedes Jahr erneut, wie viele Kinder neu eingeschult werden und Lehrer brauchen, oder dass Fachkräfte zuvor ausgebildet werden müssen, egal wer gerade dafür “verantwortlich” ist.

  • highwayfloh

    |

    Ich wünsche mir ehrlich, dass der Herrgott “da oben” endlich mal wieder Hirn, Gelassenheit, Menschlichkeit und einiges mehr vom Himmel regnen lässt und es nachhaltig und breit verteilt. Die Menschheit hat es mehr als nötig, diesbezüglich eine Auffrischung zu bekommen… .

    Es ist weder die Zeit für ein blindes “weiter so, bis dass man an der Wand zerschellt”, noch für absolute Panik-Mache. Wenn wir alle ein paar Gänge zurückschalten, auch wenn dies mit persönlichen Unannehmlichkeiten verbunden sein mag, so ist es doch besser, etwas in der Mitte mit Vernunft zu praktizieren – für einen selbst und auch füŕ alle anderen, da wir ja eben _nicht_ isoliert sind, sondern unser Einzel-Person-Handeln unweigerlich Auswirkungen auf andere hat, negativ wie auch auch positiv, wobei ich für uns alle hoffe, dass das Positive am Schluss überwiegt und wir die Krise wirklich in den Griff kriegen werden, auch wenn wir uns jetzt erst einmal in Geduld üben müssen, egal, wie schwer es uns fällt.

    PS @ Frau Vietze:

    Ich habe es nicht vergessen, wegen Kontaktaufnahme. Bin aber derzeit etwas indisponiert, da ich derzeit meine STEMI-Reha absolviere.

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