SOZIALES SCHAUFENSTER

Querdenker-Schweigemarsch

Dudelnd schreiten sie voran

Erneut gab es Versammlungen des Regensburger Querdenken-Ablegers (941). Diesmal zogen die „Corona-Rebellen“ mit einem Schweigemarsch kilometerweit durch mehrere Stadtteile. Später versammelten sich einige bis in die Abendstunden auf dem Dultplatz. Begleitet wurden sie dabei von viel Polizei und punktuellem Gegenprotest. Neuralgischer Punkt war wieder die Oberpfalzbrücke.

Der “Schweigemarsch” auf der Nibelungenbrücke. Foto: om

Am vorletzten Samstag konnte das Querdenken-Netzwerk über 1.000 Leute auf den Regensburger Dultplatz mobilisieren. In Reden und auf Schildern wurde ein neues „Ermächtigungsgesetz“ herbeifantasiert. Das so bezeichnete Infektionsschutzgesetz wurde am Mittwoch im Bundestag und Bundesrat beschlossen. Für etliche in der Querdenken-Bewegung (nach Mai der jetzt wirkliche) Beginn einer Diktatur. Manche in dieser diffusen Szene denken sogar so quer, dass sie sich für Sophie Scholl oder Anne Frank halten.

„Wir müssen reden!“ – schweigend

„Wir müssen reden!“ Nachdem Querdenken in den vergangenen Monaten auf vielen Plätzen in Deutschland viel gesprochen hat, will das Netzwerk an diesem Sonntag nun versuchen, mit Schweigemärschen in über 20 Städten im deutschsprachigen Raum ihren Anliegen Ausdruck zu verleihen. Worüber man reden müsse? Unter anderem „darüber, dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird – ohne Impfstoff!“, „dass die Drangsalierung unserer Kinder aufhört“, „dass eine Zensur nicht statt zu finden hat! (sic!).“ Und mit wem will man reden? „Denn wir sind der Souverän und ihr die Repräsentanten!“ Offenbar mit der Politik respektive der Regierung.

Auf der Homepage präsentieren die Querdenker ihr „geistiges Rüstzeug“, das aus einem wilden Sammelsurium von Zitaten und Kalendersprüchen besteht. Mit Brecht, Gandhi, Emma Goldmann (sic!), Nietzsche, Satre (sic!) und natürlich Sophie Scholl rüsten sich diejenigen, die für einen Tag mal schweigen wollen.

Schritt dudelnd voran: Der Regensburger William Wallace. Foto: om

Nur Dudelsack und Front-Transparent

In Regensburg gehen am Sonntag ab 14 Uhr zunächst kleinere Gruppen vom Dultplatz in Richtung Reinhausen, von wo sich der mit reichlich Polizei begleitete „Schweigemarsch“ mit etwa 50 Personen in Bewegung setzt. Mit einem großen, bundesweit einheitlichen Front-Transparent (Aufschrift: „Wir müssen reden! www.der-schweigemarsch.de“) geht es fast eine Stunde über die Nibelungenbrücke, Weißenburgstraße und Landshuter Str. zur Kreuzung an der Galgenbergbrücke/Friedenstraße. Hier wechselt, wie die Polizei mitteilt, wegen der 50-Personen-Auflage die Besetzung des Marsches. Die Demonstration begibt sich anschließend angeführt vom Dudelsack spielenden Corona-Braveheart wieder zurück zum Dultplatz.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Querdenken-Aufzugs wurden von der Organisation aufgefordert „Flaggen, Schilder, Banner, sowie Kleidung mit Parolen, Organisationen, Vereinen und Symbolen etc. zu Hause“ zu lassen, was durchweg befolgt wird. Allenfalls finden sich auf Jacken und Rucksäcken Buttons oder Sticker mit Aufschriften wie „umarmbar“ oder „ungeimpft“. Auch Zollstöcke kommen demonstrativ zum Einsatz. Man achtet auch darauf, dass im vorderen Abschnitt des Marsches ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Weiter hinten ist dies vielfach nicht der Fall.

Gegenprotest beim Gewerkschaftshaus. Foto: om

Punktueller Gegenprotest auf der Marschroute

Einige Schilder und Transparente haben – wie auch schon am Samstag eine Woche zuvor – Gegendemonstrantinnen und -demonstranten mitgebracht. Die Initiative gegen Rechts hatte erneut zum Protest gegen die aus ihrer sich „Verschwörungsideolog*innen“ aufgerufen. Ab 13:45 Uhr findet eine kurze Kundgebung am Pfaffensteiner Steg mit etwa 50 Personen statt. Nach dem Start des „Schweigemarsches“ versuchen sich die Protestierenden entlang der Route in kleineren Gruppen gegen den Regensburger Querdenken-Ableger zu positionieren. Am sichtbarsten gelingt dies auf der Nibelungenbrücke, am Gewerkschaftshaus an der Richard-Wagner-Straße sowie auf der Nordseite der Galgenbergbrücke.

Es gibt Sprechchöre wie „Solidarität statt Verschwörungswahn!“ und „es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“. Manche Querdenker formen als Reaktion Herzchen mit ihren Fingern oder filmen die am Straßenrand skandierenden Leute ab. Eine Querdenkerin bittet unter viel Gelächter um Ruhe, da man sich schließlich auf einem Trauermarsch befinde. An den Stellen der punktuellen Gegenaktionen zieht die Polizei zusätzlich zur Eskorte des Aufzugs Kräfte zusammen und bildet Polizeiketten. Unter den Gegnern der Querdenker finden sich unter anderem verschiedene linke Gruppen, Gewerkschaftsmitglieder, Grüne (Jugend), Jusos und SPDler.

Polizei sperrt Dultplatz weiträumig ab

Unübersichtlich wird die Situation später erneut auf der Oberpfalzbrücke. Tummelten sich vergangenes Wochenende beim großen Querdenken-Protest beide Lager völlig unkontrolliert nebeneinander, so ist diesmal der Polizei frühzeitig daran gelegen, die demonstrierenden Gruppen mit viel Aufwand zu trennen. Dies geschieht durch weiträumige Abriegelung des Dultplatzes und der Einkesselung der Gegendemonstrantinnen und -demonstranten, die sich ab etwa 16 Uhr unangemeldet dort versammeln.

Abendliche Sitzblockade auf der Oberpfalzbrücke. Foto: om

Dabei blockt die Polizei im Verlauf und in voller Montur auch den nördlichen Treppenaufgang zur Brücke unter lautem Gebrüll frei. Der Sinn dieser Maßnahme erschließt sich nicht, zumal der Zugang für den Durchgangsfußverkehr sowieso gesperrt wird. Dieser kurzfristig heikle Moment führt zu keiner weitreichenden Eskalation, es kommt leidglich zu etwas Geschubse und lauten verbalen Auseinandersetzungen. An Abstand ist hier nicht zu denken – und scheint vielen auch egal zu sein.

Sitzblockade auf der Oberpfalzbrücke

Unmittelbar im Anschluss formiert sich an der Polizeikette eine kleine Sitzblockade, die ihre Wirkung – die Rückkehr der Querdenker zum Dultplatz zu behindern – jedoch verfehlt. Die „Corona-Rebellen“ gelangen auf anderen Wegen zum weiträumig abgesperrten Kundgebungsort.

Abendlicher Stehkreis am Dultplatz. Foto: red

Dort werden unterdessen Grablichter und Kerzen aufgestellt, Getränke gereicht und die für eigentlich fünf Stunden angemeldete Querdenken-Versammlung als eine Art Happening im Stehkreis und Kleingruppen begangen. Man unterhält sich. Presse ist, wie so oft bei den Querdenkern nicht gerne gesehen, aber es bleibt bei kleineren Pöbeleien. Die Polizei lässt die Versammlung weitgehend unbehelligt. Es ist schon 18 Uhr und ziemlich dunkel. Der Dudelsack pfeift ein allzu schiefes Amazing Grace, von der Oberpfalzbrücke schallt es: „Haut ab!“ und „Querdenken versenken!“. „Mehrere Versammlungen in Regensburg laufen friedlich ab“, wird die Polizei später schreiben.

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Kommentare (56)

  • Ein Gegendemonstrant

    |

    Man kann das Gefühl bekommen, dass die Polizei sich letzte Woche bei der großen querdenker Demo gemäßigt gegeben hat, da die mediale Aufmerksamkeit enorm war.
    Am Sonntag war das öffentliche Interesse nicht so groß, da konnte man wieder hart gegen die bösen bösen Linken durchgreifen.
    Es ging zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr von der Gegendemo aus, die ein solches Vorgehen hätte rechtfertigen können.
    Und noch dazu konnten sich wieder einmal die querdenker unbehelligt über Recht und Gesetz hinwegsetzen indem sie gegen Auflagen verstoßen durften mit Duldung durch die Polizei.

  • R.G.

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    Querdenkers Fasching, getarnt als Demo
    Man kleidet sich mit den Namen großer Gestalten der Vergangenheit als achtbarer Mensch der Gegenwart, der man sich verweigert.

  • Doris

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    Warum geben sie diesen ungeliebten (?) Demos überhaupt laufend und umfänglich jede Woche bei rd ewig lange Berichte ?

  • Günther Herzig

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    Davon können die Aktivisten noch ihren Enkeln berichten, dass sie im November 2020 in Deutschland die Diktatur verhindert haben. Warum werden an die Sitzblockierer keine Wolldecken verteilt? Die erkälten sich doch! Wenn nun einer lungenkrank wird, entstehen Dolchstoßlegenden. Das muss verhindert werden.

  • Mathilde Vietze

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    Zu “Doris” – Ich teile Ihre Meinung. Warum schenkt man diesen Typen soviel
    Aufmerksamkeit? Die fühlen sich ja nur in ihren kruden Ideen bestätigt.

  • Alfons

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    Antwort an Doris
    Vielleicht weil es Menschen gibt, die Interesse daran haben, wenn in Regensburg politisch aktive Personen ihr Grundrecht zu demonstrieren in Anspruch nehmen und welche Positionen dabei vertreten werden. Daher mein Vorschlag, falls sie diese Berichterstattung langweilt, einfach nicht lesen.

  • GSH

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    @Alfons: Der Kommentar ist gut. Lachen am Morgen vertreibt Kummer & Sorgen (Ironie aus).

    Ich finde es gut, dass RD darüber berichtet. Den Anspruch von “politisch aktiven Personen mit Grundrechten” sehe ich nicht. Einfach mal Klappe halten und durch die Pandemie durch. Stelle mir nur mal vor, wie “Personen mit Grundrechten” reagieren würden, wenn bei uns die gesamte Bevölkerung ab 10 Jahren getestet werden soll. Siehe Slowakei…

  • auch_ein_regensburger

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    Diese 50 traurigen Gestalten sind alles, was übrig bleibt, wenn nicht in ganz Süddeutschland mobilisiert wird? Beeindruckend!

  • Auch a Regensburger

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    GSH. Genau.

    Der Virus ist da. Wir haben schmerzlich gelernt, dass die Grenze von 50ig mit den damit verbundenen Maßnahmen falsch ist. Die Maßnahmen konnten eine weiteres Antigen der Zahlen nicht verhindern.
    Wir wissen wenn die Zahlen hoch sind, dass wir das Geschehen nicht mehr kontrollieren können.

    Wir sollten in breiter Öffentlichkeit die Corona Strategie diskutieren. So wie aktuell werden wir bis Frühjahr im Teillockdown sein.
    Die ganze Welt hat Ihren eigenen Umgang mit der Pandemie. Aus diesen ersten Erfahrungswerten könnten wir lernen und unsere Strategie anpassen.

    Darum liebe Querdenker und Sympathisanten. Ihr beeinflusst gerade unser und Euer Leben sehr negativ. Umso lauter Ihr werdet umso schwammiger wird der Umgang mit Corona. Und umso heftiger sind die Einschränkungen.

    Man kann mit dem Virus eine einigermaßen Leben führen. Das beweisen viele Länder. Und Ihr kritisiert genau das, warum diese Länder so gut zurecht kommen.

    Der Groh ist eine Geisel der lauten Minderheit.

  • Gerda Huber

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    @GSH: Richtig, in der Slowakei sehen wir zunehmen solche totalitären Tendenzen. Dem Ärzteblatt kann man dazu entnehmen: “Der Anteil an positiv Getesteten sei dabei mit 0,6 Prozent deutlich geringer ausgefallen als noch vor einer Woche, ergänzte er (Verteidigungsminister Jaroslav Nad). Mit dem Test aller über zehn Jahre alten Bewohner geht das knapp 5,5 Millionen Einwohner zählende EU-Land einen beispiellosen Sonder­weg. Wer keinen negativen Coronatest vorweisen kann, darf ab heute nicht mehr aus dem Haus.”
    Wie man den Zahlen entnehmen kann, ist das Ergebnis der massiven Tests äußerst mager.
    Wie dam auch sei, Ihre Argumentation zeigt jedoch eine seltsame Logik nach dem Muster, KLAPPE HALTEN – WOANDERS IST ES SCHLIMMER. Was würden Sie sagen, wenn ich folgendermaßen argumentieren würde: “Warum immer über Trump lästern, die Verhältnisse in den USA sind in Trump’schen Zeiten doch wunderbar im Vergleich zu Nord-Korea oder Hongkong.”
    Etwas Übles wird selten dadurch besser, wenn man auf etwas noch Übleres verweist…

  • PIG_Commander

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    Die PARTEI war auch vor Ort! Natürlich auf der richtigen Seite…

  • Altstadtkid

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    @GSH
    Oder ein Lockdown a la francais…….

  • R.G.

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    Hat sich die Polizei wieder Geld entgehen lassen.
    Immer schon Mangel an Öffentlichen Toiletten, die Wirtshäuser geschlossen, es ist kalt. Wo viele Menschen sind, müssen viele mal. Die Stammbäume stehen unschuldig bereit.

    Endlich eine Einsatzmöglichkeit für Gesichterkennungssoftware!
    Bei unverhüllten Gesichtern Toleranz zeigen, aber keine Duldung für kurzzeitig unmaskierte Schniedel!

  • Julian86

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    Die Freiheit, seine Meinung kund zu tun, umfasst auch “Verqueres”. Daran sei erinnert.

    Zwei Leseempfehlungen

    Durchregieren per Dekret
    Die parlamentarische Demokratie befindet sich im Ausnahmezustand. Das muss sich endlich ändern
    Rolf Gössner
    .freitag.de/autoren/der-freitag/durchregieren-per-dekret

    Der Autor ist Rechtsanwalt, Publizist und Mitherausgeber des Grundrechte-Reports. Unverdächtig ein “Quer-Mensch” zu sein.

    Worauf es verfassungsrechtlich ankommt, kann man nachlesen beim Verlag
    https://www.mohrsiebeck.com/artikel/verfassungsrechtswissenschaft-in-der-corona-krise-worauf-kommt-es-an-101628jz-2020-0353?no_cache=1

  • Auch a Regensburger

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    Frau Huber,

    verschließen Sie doch nicht permanent die Augen und verdrehen die Tatsachen.
    Es gibt Länder die haben den Virus unter Kontrolle.
    Da sind Diktaturen dabei (China) und der Rest sind Demokratien.

    Es gibt Länder die haben mehr Probleme als Deutschland und in der 2ten Welle zum wiederholten Male viel schlimmere Einschränkungen als wir.

    Versuchen Sie doch mal zu erklären warum die so ist?

    Stattdessen wird die Vogel Strauß Strategie gefahren. Kopf in den Boden und die Gefahr ist vorbei. Der Virus ist eh nicht schlimm und alles ein Quatsch was die Welt an Maßnahmen fährt.

    PS. Sie haben sich schon lange nicht mehr über die schwedischen Todeszahlen geäußert

  • Mathilde Vietze

    |

    ZHu “Alfons” – Soll Ihr Beitrag eine Satire sein? Den Leuten, die hier für Ihre “Rechte”
    demonstrieren, ist es scheißegal, wenn die Grundrechte, allen voran das Demon-
    strationsrecht, eingeschränkt werden. Dann nämlich haben sie einen Grund, auf
    den “Scheiß-Staat” zu pöbeln. Und – Ihre Belehrungen können Sie sich sparen.

  • Sigi

    |

    Was für ein erbärmlicher Artikel!
    Man muss sich nicht mit verwirrten Querdenkern solidarisieren, um zu erkennen, dass da auch politisch etwas gewaltig schief läuft. Zu diesem berechtigten Empfinden, das sicher viele Teilnehmer dieser Demos umtreibt, steht aber nichts im Artikel. Oder besteht die Angst, dass dann andere Wirrköpfe behaupten, man hätte sich mit “den Querdenkern” solidarisiert?
    Ich empfehle den Blog von Otmar Spirk, der sich auch beschwert auf RD zensiert [sic] worden zu sein. http://leben-und-leben-lassen-in-regensburg.de/
    Mich würde eine Stellungnahme von RD explizit interessieren, da ich RD bisher immer anders eingeschätzt habe.

  • Stefan Aigner

    |

    @Sigi

    Die Debatte mit Herrn Spirk war damals und ist bis heute im Forum öffentlich nachzulesen. Seine Sichtweise ist äußerst subjektiv. Er zitiert eine längere Mail (zu der es eine Vorgeschichte gab) mit einem Halbsatz. Darauf geantwortet hat er nie. Der “Artikel”, den er damals veröffentlichen wollte, war nahezu ausschließlich ad personam gegen den Autor eines anderen Textes gerichtet, ganz abgesehen davon, dass ich ihn noch Korrektur lesen sollte. Die Replik von Herrn Spirk war sprachlich wie auch inhaltlich unterirdisch. Es wäre Herrn Spirk dennoch freigestanden, diesen Text als Kommentar unter dem Artikel einzustellen. Das wollte er aber nicht. Insofern hat er sich selbst zensiert. Und zum Zensur-Vorwurf mal ganz generell:

    https://www.regensburg-digital.de/unsere-regeln-fuer-unser-forum/25022020/

    Im Übrigen lässt Herr Spirk unter den Tisch fallen, dass das Ende der Zusammenarbeit durchaus in beidseitigem Interesse war, er hatte so etwas zuvor schon mal angekündigt. Eine weitere Debatte über Herrn Spirk und sein Forum werde ich hier nicht führen. Sie können ja versuchen, bei ihm zu kommentieren.

  • Auch a Regensburger

    |

    Kommentar gelösch. Wie gesagt, über Herrn Spirk wird hier nicht diskutiert.

  • Sigi

    |

    @Stefan Aigner
    Danke für die Antwort.

    Ich bin mir im Klaren darüber, dass RD letztlich ein privates Medium ist, das nicht jedem eine Plattform bieten muss. So gesehen finde ich das völlig in Ordnung. Man kann ja einen eigenen Blog machen und dort veröffentlichen. Ohne Zweifel eine der Segnungen des Internets.

    Es würde aber zu einer differenzierten Betrachtungsweise gehören, wenn man das Empfinden einer Zensur, oder zumindest die Unterdrückung von bestimmten Meinungen auch den “Querdenkern” zugesteht. Wie geschrieben, ich habe mit vielen von denen nichts am Hut, kann aber völlig verstehen, dass sie sich politisch übergangen fühlen. Die Scheinheiligkeit der ganzen Corona-Massnahmen und auch gegenüber der Querdenkerdemos zeigt sich spätestens, wenn mit Menschenleben argumentiert wird. Seit Jahrzehnten sterben Menschen am Tabakkonsum. Jeden Monat erheblich mehr als an oder mit Corona. Ich habe noch nie was von einem Zigaretten Lockdown gehört. Ein Verkaufsverbot wird nicht einmal diskutiert. Das lässt sich gerne erweitern auf Verkehrstote oder den Hunger in der Welt.
    Eine weitere Thematik fällt mir auf: Ich besitze seit Jahren keinen Fernseher mehr. Es sind aber fast immer Fernsehkonsumenten, die mir Vorwerfen, ich hätte bei Corona eine falsche Ansicht und würde mich zuviel auf “einschlägigen” Webseiten rum treiben. Ausgerechnet Leute mit Fernsehscheuklappen …
    Das betrifft auch die Berichterstattung über Querdenker-Demos. RD reiht sich da leider in die Verkürzung von Inhalten ein. Wie gesagt, ich habe nichts mit verwirrten Menschen am Hut, aber auch ihre Sorgen sollte man verstehen. Oder unterstellt RD denen etwa finstere Absichten?

  • Carsten

    |

    @Sigi
    Der Vergleich mit dem Rauchen hinkt mMn etwas, da ich mir als Raucher in der Regel über die Risiken im Klaren bin und mich trotzdem dafür entscheide. Kein (vernünftiger) Mensch entscheidet sich, sich selbst mit Covid zu infizieren. Ein treffenderer Vergleich wäre in meinen Augen das Rauchverbot. Hier wird auch in die Freiheit eingegriffen, aber eben um die Gesundheit anderer zu schützen, in ähnlicher Weise wie aktuell mit Maßnahmen wie Maskenpflicht.

  • Stefan Aigner

    |

    @Sigi

    Ich war selbst bei der Regensburger Querdenker-Demo dabei. Der Bericht war und ist ausreichend differenziert. Wir haben auch regelmäßig jemanden bei den Kundgebungen zuvor gehabt. Nur weil sich da gelegentlich (!) ein bedenkenswerter Kritikpunkt zwischen Falschbehauptungen, Übertreibungen, Lügen und Wirrsinn findet, werden keine Inhalte verkürzt. Diese Demonstrationen haben keine erkennbaren Inhalte, die man im Detail wiedergeben müsste. Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: Es gibt überhaupt keine Pandemie und alles, was gemacht wird, hat mit irgendwelchen finsteren Absichten “der Regierenden” zu tun, die von “den Medien” dabei unterstützt werden. Dazu noch ein wenig NS-Vergleich.

    Ich bin froh, dass ich keine Kamera dabei hatte. So wurde ich im Gegensatz zu einigen Kollegen wenigstens nicht beschimpft, mir wurde kein Bein gestellt und über mich werden bislang keine Hassvideos via Telegram verbreitet. Ich kann die Teilnehmer solcher Demos als Diskussionspartner nicht ernst nehmen und verweise mal auf meinen Kommentar hier:

    https://www.regensburg-digital.de/ermaechtigungsgesetz-geschwurbel-dummheit-oder-absicht/17112020/

    Und dabei belasse ich es jetzt.

  • Sigi

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    @Carsten
    das ist schon richtig, aber gleiches Recht für alle. Auch den Teilnehmern einer solchen Demo sollte es dann doch frei gestellt werden, sich zu infizieren analog zu den Rauchern. In ihren Augen besteht das Risiko einer Infektion ja kaum. Trotzdem deutet man aber mit dem Zeigefinger auf jede fehlende Maske und jeden fehlenden Sicherheitsabstand, weil man sich dann nicht mehr mit Inhalten auseinandersetzen muss.
    Wer Angst hat sich zu infizieren kann ja auf eine Teilnahme verzichten, oder analog nicht rauchen.
    Auf Raucher und die Verkäufer von Zigaretten deutet man aber nicht mit dem Hinweis, dass die doch unser Gesundheitssystem belasten und Menschenleben gefährden. Dabei ist das seit Jahrzehnten erwiesen und man schneidet ständig Leuten Teile der Lunge aus dem Leib.
    Diese Unterschiede machen die Scheinheiligkeit aus.

  • Auch a Regensburger

    |

    Sigi.
    Mit den Demonstranten haben Sie recht. Nur müssen die danach in Quarantäne um andere nicht zu gefährden. Oder sollen die dann ein Kennzeichen tragen, damit die Leute im Supermarkt gewarnt sind von denen?

    Und man deutet sehr wohl mit dem Hinweis auf Raucher. Auf jeder Schachtel. Achso. Extra fette Steuern gibt’s auch.

    Also her mit der Marie und der Kennzeichnung von Massnahmenverweigerern.

    (Achtung Sarkasmus)

  • Günther Herzig

    |

    Mein Gott, was für ein Stuss! Als ob Stefan Aigner nicht auch so schon genügend Arbeit hat.

  • R.G.

    |

    @Sigi
    Ein Herr, Martin Sellner, gilt unter ihm Nahestehenden und Verehrern als freundlicher, gemäßigt sprechender und kluger Mensch. Sie rechnen seine Prägung unter anderem einer religiösen Gruppe zu, von der man in den vergangenen Jahren nicht mehr viel hörte; in der Zeit hat sie umso mehr Macht bis hinauf zu Staatenlenkern und hinein in den Vatikan gesucht/gefunden. Bisher wirdersprach Sellner nicht, mit der Gemeinschaft Schnittmengen zu haben, selbst dann nicht, als Ewald Stadler es im TV aussprach.
    Ich wuchs im unmittelbaren Wirkungsgebiet dieser und einer Brudergruppe auf. Was deren ursprüngliche Inhalte waren, habe ich am eigenen Leib erfahren.
    Lassen Sie es mich vorsichtig sagen, ich kann kaum Unterschied sehen zwischen einem Haufen dem Pater höriger Pfarrmänner, die vor der Türe meines Kinderzimmers meinen Vater schlugen, um ihn am Holen der Rettung zu hindern, weil ich unbehandelt die Gnade hätte, eher bei Jesus zu sein und ihm dann das Kreuz tragen helfen könnte – mir winke eine Seligsprechung als Kindermärtyrer, der Kirche die Erhebung zum Wallfahrtsort (da hörten sie alle schon das Spendengeld klingeln) – und der heutigen Ablehnung jeglicher Maßnahmen zur Eindämmung von Corona durch die “Orden”, obwohl sie inzwischen mit kreidesüßer Stimme idealistische Männer und gerne zwischendurch Fürsten und Könige von sich überzeugen können.
    Ihre abwertende Einstellung zur Idee, Leiden zu verhindern und zu lindern, die Betonung, welch schlimme Auswirkungen das auf das Volksganze habe und wieviele Vorteile man dagegen sehe, wenn man sich an den (vorerst noch) Stärkeren ausrichte, liest sich für mich nicht wie ein humaner Gegenentwurf zu den derzeitigen staatlichen Maßnahmen, sondern lediglich als Fortsetzung ihres Stils in neuer Verkleidung.
    Es wäre kein Zufall, wenn Rechtsbewegungen sich ausgerechnet diesen Kirchlichen Rändern anschlössen und umgekehrt.
    Wo generell die Gruppe höher steht als der Einzelne, führt man keine freie Sachdiskussion, wenn es um Viren und Epidemien geht.

  • Hinkendes Rapunzel

    |

    Genau, bei der Demo ist dann alles Wurst!? Und die Raucher dürfen endlich wieder in Kneipen, Discos und auf jeder Säuglingsstation pofen? Gabs ja sowieso keine Einschränkungen die letzten Jahre, auch nicht für die Zigarettenindustrie. Grundsätzlich heißt Demokratie für mich schon auch, dass ich mich erst mal an das halte, was rauskommt. Kein noch so humpelnder Vergleich, der an den Haaren x-mal durchs Dorf gezogen wird, überzeugt mich vom Gegenteil.

  • Hthik

    |

    @Sigi 24. November 2020 um 12:21

    “Auch den Teilnehmern einer solchen Demo sollte es dann doch frei gestellt werden, sich zu infizieren …”

    Ich bin überzeugt. Aufhebung der Maskenpflicht auf Coronoiademos und -versammlungen, dafür müssen die Teilnehmer sonst im öffentlichen Raum FFP3 tragen, gerne auch mit Ventil, allerdings umgedreht, damit ihr Recht, sich zu infizieren nicht eingeschränkt wird.

  • Joachim H.

    |

    Immer wieder belustigend, wie sog Demokraten hier ein Verbot der Versammlungsfreiheit fordern oder Pauschalurteile über die ,,Spinner” fällen :D Die einzigen Spinner die man momentan sieht demonstrieren als angeblich überzeugte Demokraten gegen Menschen, die für ihre Grundrechte auf die Straße gehen, und bezeichnen diese dann auch noch als Nazis…

  • auch_ein_regensburger

    |

    @ Joachim H
    Meinen Sie wirklich, dieses scheinheilige Geschwafel von wegen „für die Grundrechte auf die Straße gehen“ interessiert noch irgend jemanden? Lassen Sie sich weiterhin von den Faschisten als nützlicher Idiot missbrauchen – es sei denn, Sie sind selber einer –, aber verschonen Sie den Rest der Welt doch bitte mit Ihrer plumpen Lügen-Propaganda.

  • Petr Czelle

    |

    Sinnfreie Maßnahmen uneingeschränkt zu verteidigen ist schon ein Armutszeugnis.

  • Gizmo

    |

    @ Jochim H.
    Das haben sie nicht ganz verstanden. Da geht’s drum, dass eine Horde von Rechtsradikalen, psychisch seltsamen Menschen, Berufsquerulanten und Obergschaftelhuberinnen meinen, dass das was für zwei Haushalte mit maximal 10 Personen gilt, für sie nicht gilt. Und da können sie noch so rumsalbadern und versuchen zu verharmlosen .

  • Sigi

    |

    @auch_ein_regensburger
    Genau das ist doch das Problem. Erstens kann ich nur vermuten, wen sie mit Faschisten meinen und zweitens … sobald ich zu einer Demo gehe, die für demoktratische Grundrechte eintritt werde ich reflexartig von manchen als “Faschist”, “Querdenker”, “Verschwörungstheoretiker”, “Coronaleugner” oder sonst was bezeichnet.
    Dabei muss doch allen klar sein, dass im Moment tatsächlich das demokratische Prozedere ausser Kraft gesetzt ist. Was im Moment passiert lässt mich erschauern, wenn ich mir vorstelle eine Pandemie zu haben, in der wirklich jede Nacht die Toten aus den Wohnungen geräumt werden.
    Es erstaunt mich extrem, wie leicht man sich demokratische Errungenschaften abnehmen lässt. Jemand sagte mal, es interessiere ihn nicht, wie das politisch läuft, entscheidend ist nur, dass was Positives raus kommt. Auf mein Argument, dann wäre er wohl mit einer “wohlwollenden Diktatur” auch einverstanden, schluckte er.

  • auch_ein_regensburger

    |

    @Sigi
    Ihre Versuche, die Realität umzudeuten, werden immer bizarrer. Aber bitte, rennen Sie weiterhin den Faschisten hinterher, spielen Sie den nützlichen Idioten und denken Sie dabei, Sie würden für irgendwelche demokratischen Rechte eintreten. Ich wünsche Ihnen nur, dass Sie nicht eines Tages rüde aufgeweckt werden aus Ihren naiven Träumereien.

  • Skyrider

    |

    @Sigi
    “Genau das ist doch das Problem. Erstens kann ich nur vermuten, wen sie mit Faschisten meinen und zweitens … sobald ich zu einer Demo gehe, die für demoktratische Grundrechte eintritt werde ich reflexartig von manchen als “Faschist”, “Querdenker”, “Verschwörungstheoretiker”, “Coronaleugner” oder sonst was bezeichnet.”

    Genau so ist es mir auch ergangen.
    Diese Vorgehensweise kommt immer dann zum Tragen, wenn den “alles Verharmlosern” sachliche Gegenargumente fehlen.
    Aber egal, lassen Sie es gut sein, dieses “Totschlagargument” wird immer wieder rausgekramt… Ich ignoriere solche “Vorzeigedemokraten” einfach……

  • Ulrich Lechte MdB

    |

    Die Corona-Pandemie ist ein Einschnitt in viele Bereiche. Auch die Einschränkung von Grundrechten ist damit verbunden. Freizügigkeit und Berufsfreiheit sind schwerwiegendsten Eingriffe, die es derzeit gibt.

    Die Meinungsfreiheit ist nicht betroffen und auch das grundsätzliche Demonstrationsrecht ist möglich. Mein Credo ist, dass man leider auch Meinungen erdulden muss, die nicht der eigenen entsprechen. Und für die Grundrechte eines jeden muss man sich stets einsetzen.

    Wir sind weit entfernt von einer Diktatur, ansonsten gebe es keine freie Presse wie Regensburg-Digital und Ähnliche mehr. Auch die unterschiedliche Einordnung von Virologen und Epidemologen gehören zu der Meinungspluralität.

    Der Diskurs ist nötig und richtig.

    Einen Spruch meiner Mutter, den ich gerne zitieren möchte: „An Hässlichkeit gewöhnt man sich. An Dummheit nie.“ Toleranz ggü. Andersdenkenden ist und bleibt aber das Gebot der Stunde.

    Gemeinsam werden wir die Pandemie und die Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und das Denken meistern.

    Seien wir dankbar, dass wir in Deutschland mit seinem großartigen sozialen, demokratischen und wirtschaftlichen Errungenschaften leben dürfen. Unterstützen wir die Bemühungen unser erstklassiges Gesundheitssystem und unseren gesellschaftlichen Konsens zu erhalten.

  • Mr. T.

    |

    Sigi, Skyrider, das liegt nicht am Gehen zu einer Demo für demokratische Grundrechte, sondern am Gehen zu einer Demo, die von Faschisten, Querdenkern, Verschwörungsidioten, Corona-Leugnern und sonstigem Gesocks veranstaltet wird und auf der ebensolche ihre Reden schwingen.
    Die Aufhänger zu diesen Demos sind nur der Tatsache geschuldet, dass man hiermit ein paar Leute mobilisieren kann, die mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sind oder zurecht kommen. Die selben Leute haben vorher Demos “gegen die Klima-Lüge” vernastaltet, haben Mahnwachen “für den Frieden” abgehalten oder mit PEGIDA gegen Geflüchtete gehetzt. Denen geht es um nichts anderes, als unsere Demokratie mit ihren eigenen Mitteln zu zerrütten, um genau das Gegenteil einer Demokratie wieder zu installieren.

    Zu dem Blödsinn mit den angeblich einfach so hingenommenen Toten durch Rauchen, Grippe, MRES oder dem Straßenverkehr sollte man nicht vergessen, dass all diese Gründe für unnötiges Ableben kein Verlust der Kontrolle droht wie bei der Corona-Epidemie.
    Dafür gibt es Behandlungs- und Vorsorgemethoden. Diese Todesursachen können sich nicht exponentiell verbreiten.
    Natürlich ist es kritikwürdig, wenn man überlegt, dass man vielleicht mit einem Bruchteil des aktuellen Aufwands MRES massiv hätte iendämmen können. Strassenverkehr ist immer ein Kompromiss zwischen Geschwindigkeit 0 und keinen Toten und freier Wahl der Geschwindigkeit mit sehr vielen Toten. Wollen die Grundrechtsfetischisten hier vielleicht auf einmal den Stillstand?

  • Joachim H.

    |

    Ach auch ein regensburger, allein die Antwort auf meinen Kommentar von dir spricht Bände. Wenn jmd schon von Lügen Propaganda spricht, hört er sich nicht weniger faschistisch an. Aber vermutlich bist du in deinem Weltbild gefangener als die meisten von dir pauschal als Faschisten beleidigten Menschen.

  • SophieScholz

    |

    Kommentar gelöscht. NS-Vergleiche sind hier unerwünscht.

  • Hthik

    |

    @Ulrich Lechte MdB. 24. November 2020 um 19:24

    Einwandfrei. Vernünftig und abgewogen wie Vieles von Ihnen, beziehungsweise von
    Ulrich Lechte, falls Sie ein Double sein sollten. Schade, das Sie in dieser selbsternannten Wirtschaftspartei sind, die die Wirtschaft nicht versteht. Da sind mir die Jesuiten noch lieber.

  • Sigi

    |

    “Grundrechtsfetischisten” …. wer diesen Begriff benutzt hat offensichtlich nicht verstanden, was mit Grundrecht überhaupt gemeint ist. Unfassbar!
    Ein Grundrechtsfetischist bin ich echt gerne … aber um die Intention, in der der Begriff benutzt wurde zu beschreiben, würde ich extrem gegen die Netiquette verstossen.
    Auch Leben ist ein Grundrecht und da bin ich ziemlich fetischistisch und geb es nicht mal her, wenn andere noch glauben, dass Alte vereinsamen lassen und Kinder einsperren gegen Covid hilft.

  • Auch a Regensburger

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    Sigi,

    sehe ich genauso. Selbe Sachverhalten regt mich auch beim Auto fahren und Alkohol auf. Kann mit 9 Halbe sicher nach Hause fahren, notfalls halt a bissl langsamer fahren. Aber darf ich ja in diesem unfreien Staat nicht. Und mit Tempo 30ig will ich garnicht anfangen. Und nackert darf ich auch nicht.

    PS. Das sagen sie mal meinem Freund A. Dessen Mutter konnte wegen fehlender Intensivbetten in der 1. Welle nicht operiert werden und ist verstorben.
    Das sagen Sie mal meiner Bekannten die noch 2 Jahre zur Rente und ein Lungenleiden hat. Die hat nämlich als Kindergärtnerin und Risikopatientin jeden Tag Angst.
    Oder ich selbst mit einen alleinstehende, Pflegebedürftigen Elternteil. Umso größer das Infektions Geschehen umso größer das Risiko das wir dies unbewusst zu übertragen.

    Aber fühlen Sie sich mal in Ihrer Freiheit nicht eingeschränkt. Wäre ja noch schöner.

  • auch_ein_regensburger

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    @ Joachim H.
    Abgesehen davon, dass wir uns meines Wissens nicht duzen: Geben Sie doch einfach mal den Namen des Hauptredners bei der Regensburger Quer-„Denker“-Demo, Thorsten Schulte, in eine Suchmaschine Ihrer Wahl ein und lesen Sie sich ein paar der aufgeführten Artikel in Ruhe durch. Derselbe Thorsten Schulte war übrigens auch einer derjenigen, die kürzlich im Reichstag auf Einladung der AfD herumgepöbelt haben. Wenn Sie dann immer noch nicht nicht einsehen wollen, was für Rattenfängern Sie hinterlaufen, können Sie sich gerne noch mal melden.

  • Joachim H.

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    Ich glaube kaum, dass ich dich plötzlich Siezen müsste. Vll mal von der Pseudoempörungsschiene runterkommen. Und zu deinem angeblichen Bsp mit einer Verstorbenen. Das ist nicht die Schuld der Maßnahmenkritiker, die Intensivbetten wurden sicherheitshalber freigehalten und wichtigte OPs wurden verschoben, weil man ja theoretisch einen Riesenansturm Coronapatienten befürchtete, den es nie gab. Das zeigt auch wieder sehr gut, dass solche Maßnahmen mehr Schaden als Nutzen bringen.

  • Mr. T.

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    Ja, die Grundrechte. Da gibt es einige und sie gelten für jeden Menschen einzeln, so dass sie gerne auch mal untereinander kollidieren und sorgsam abzuwägen sind.
    Und da gibt es Leute, die Grundrechte nur als Masturbationsvorlage missbrauchen, Sophie Scholl und Anne Frank posthum schänden oder die Opfer des Holocaust verhöhnen, indem sie deren schreckliches und unbeschreibliches Schicksal mit ihren lächerlichen Einschränkungen gleichsetzen.

  • R.G.

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    These des Joachim H.:
    “Die einzigen Spinner die man momentan sieht demonstrieren als angeblich überzeugte Demokraten gegen Menschen, die für ihre Grundrechte auf die Straße gehen, und bezeichnen diese dann auch noch als Nazis…”
    Herr Joachim H., hat Ihr Vater Sie nicht gelehrt, sich in positiven Sätzen auszudrücken? Ich lasse es Ihnen weiterhin nicht durchgehen, wenn Sie sich unter Ihrem eigentlichen Niveau Worten wie “Spinner” bedienen. Im Aufstieg konnten Sie sehr nett reden, den besseren Ton sind Sie Ihren Zuhörern schuldig.

    Generell bin ich natürlich dafür, Menschen anderer Gesinnung zu helfen, ihrem Wort Gehör zu verschaffen, aber rate selbstredend jedem ab, sich bei Demos Veranstaltern anzuschließen, die unter dem Vorwand der Kritik, z.B. an den Coronamaßnahmen, ihrer Nazi-Gesinnung durch die Hintertür Menschenmassen als Anhänger zuführen wollen.
    Für Personen wie Sie, Herr Joachim H., wäre es leicht, eine eigene Demo anzumelden, bei der eine stärkere Abgrenzung gegen Phrasenschleuderer von den äußeren Ecken gegeben wäre.

  • Christian Muggenthaler

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    Hallo. Ging’s hier nicht ursprünglich um “Querdenker” (was für eine Chuzpe!) und Corona? Ich lese gerade ein Buch des britischen Historikers Peter Burke, in dem u.a. sinngemäß steht, dass „Wissen“ all das ist, was global als Erkenntnis – anfänglich schon in der Renaissance – nach einem langen Prozess des weltweiten Verifizierens und Fasifizierens zusammengewachsen ist. Das klingt nach Belastbarkeit. Ein individuelles „Bauchgefühl“ wirkt demgegenüber womöglich nachrangig. Wenn nun also weltweit Mediziner Corona-Todeszahlen beziffern, die alarmierend sind: Wie kann dieses Netzwerk wissenswidrig handeln? Und vor allem: Warum sollte es? Es ist Politik, in die Ergebnisse eines solchen Vorgehens Absicht hineinzuinterpretieren, es gibt jedoch keinerlei Anlass für die große Gemeinsamkeit der Medizin dafür, sich für konkrete Ergebnisse auch nur ansatzweise rechtfertigen zu müssen. Vor wem auch? Und warum?

  • Mr. T.

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    Richtig, Herr Muggenthaler. Ich hatte auch schon ein schlechtes Gewissen, da ich mich auf diese rechte Diskursverschiebung in diesem Thread eingelassen habe.

    Das Wissenwidrige ist ja genau das, was die Quatschdenker*innen und Querdeppen zu Verschwörungsidiotien greifen lässt, um ihren Blödsinn überhaupt halbwegs erklärbar zu machen.
    Selbiges gilt auch auf vielen anderen Feldern. Pseudomedizin vs. Big Pharma, anthropogener Klimawandel , und so weiter …

  • Sigi

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    “Das Wissenwidrige ist ja genau das, was die Quatschdenker*innen und Querdeppen zu Verschwörungsidiotien greifen lässt, um ihren Blödsinn überhaupt halbwegs erklärbar zu machen.”

    Erstaunlich, wie man in einem einzigen Satz so viele Stereotype und Pauschalisierungen unterbringen kann. Es würde mich nicht wundern, wenn das viele Menschen auf einen Schlag beleidigt.

    “Wie kann dieses Netzwerk wissenswidrig handeln? Und vor allem: Warum sollte es? Es ist Politik, in die Ergebnisse eines solchen Vorgehens Absicht hineinzuinterpretieren, es gibt jedoch keinerlei Anlass für die große Gemeinsamkeit der Medizin dafür, sich für konkrete Ergebnisse auch nur ansatzweise rechtfertigen zu müssen. Vor wem auch? Und warum?”

    Ich vermute auch, dass dieses Netzwerk nicht wissenswidrig arbeitet. Warum sollte es und das Virus existiert völlig ohne Zweifel. Was aber ohne Zweifel auch existiert ist die Konkurrenzsituation, in der sich viele Unternehmen und auch die Politik befinden. Alleine diese Konkurrenz ist doch völlig ausreichend um zu erklären, dass es ein Hauen und Stechen gibt. Jedes Unternehmen versucht verständlicherweise Nutzen daraus zu ziehen solange es geht (das betrifft auch hysterische Medien) und die Politik versucht Ziele zu erreichen. Wie sonst ist der Södersche Käse zu erklären. Da versucht sich einer zu profilieren und trifft auf bereitwillige überängstliche Medienkonsumenten (ich begebe mich absichtlich nicht auf das Niveau von Mr. T, sonst vielen mir auch Begriffe ein die Menschen pauschal beleidigen)

    Man stelle sich vor, ich würde Mr. T. als Quatschdenker, Querdepp und Verschwörungsidiot bezeichnen, der versucht Blödsinn erklärbar zu machen. Ein solcher Beitrag würde mit Recht nicht veröffentlicht und darum frage ich mich, warum sein Beitrag als unbedenklich eingestuft wird. Für mich ist das klassische Hassrede. Wenn nicht so etwas, was sonst? Der einzige Unterschied ist, dass er im Forum ist, die von ihm beleidigten nicht. Die können sich nicht mal wehren.

  • Mr. T.

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    Sigi, sie können sich schon wehren, Sie tun es ja auch.
    Mich stört unser Sinisterpräsident übrigens auch massiv. In der Tat instrumentalisiert er das Virus vor allem zur Profilierung. Seine ständigen Drohungen mit der zweiten Welle hat er am wenigsten ernst genommen. Jeder Wirt hat sich besser drauf vorbereitet als die Staatsregierung. Deswegen käme ich aber nie auf die Schnapsidee, mich irgendwelchen Demokratiezersetzern anzuschließen.

  • Günther Herzig

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    Mr. T.: Finden Sie das originell den Ministerpräsidenten so lächerlich zu bezeichnen? Oder ist das eine neue Sachlichkeit in einer Auseinandersetzung?

  • Mr. T.

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    Och Herr Herzig, vielleicht war’s ja nur ein Freudscher Vertipper. Oder ich bin mit der Maus ausgerutscht. Oder eine politisch korrekte Rechtschreibkorrekrur. Auf jeden Fall bin ich sicherlich nicht so originell…

  • Sigi

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    @Mr. T. ” … sie können sich schon wehren, Sie tun es ja auch.”

    Wenigsten ziehen sie nicht mal in Zweifel, dass sie bewusst Leute beleidigen. Für mich sind sie ein klassischer Hassprediger, der Beleidigungen und “sprachliche Ausrutscher” für originell hält.

    Btw … Demokratiezersetzern würde ich mich auch nicht anschliessen, aber diffus alle zu beleidigen und zu diskreditieren ist … wie sagte ich schon … primitives Hassgerede. Damit treiben sie viele genau in die Arme dieser Demokratiezersetzer. Ist es das, was sie wollen?

  • Auch a Regensburger

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    Sigi:
    So ein Quatsch. Die Politiker können zur Zeit eh nur falsch handeln. Zuwenig maßnahmen, sind sie am Schluß schuld. Zuviel maßnahmen dann haben sie übertrieben. Und beim maßnahmen treffen kann man auch nicht gerecht sein.
    Wenn Dan beobachte ich jetzt gerade das Gegenteil von dem was Sie befürchten. Wegen Profilierung werden Maßnahmen zu spät oder inkonsequent gezogen. Das Resultat werden wir den ganzen Winter erleben.

    Schauen Sie über den Tellerrand. Sie werden viele Länder sehen die weitestgehend normal laufen. Die müssen auch nicht auf die Straße weil Ihrer Einschränkungen überschaubar sind.

    Die Gesellschaften die den Virus als Gefährlich erachten und durchgängig Ernst nehmen kommen gut durch. Die Gesellschaften die damit beschäftigt sind sich über die Ernsthaftigkeit des Virus zu diskutieren, haben größere Probleme. Da muss man dann auch darüber streiten warum Gastwirtschaft nicht OK, aber Friseur schon. Denn da haben Beide geöffnet.

  • Christian Muggenthaler

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    Die Politik, inklusive Söder, sinister oder nicht, inklusive bürgerlicher Beunruhigung, quer oder quatsch, ist genau so ratlos wie Sigi und Mr. T und ich es sind. Die Situation ist für alle neu. Es ist gut, dass es darüber eine Diskussion gibt. Das Beste im Schlimmen dabei: Wir müssen uns dabei nicht zwingend gegenseitig beschimpfen. Was soll das auch bringen? Ich wäre froh, wenn ein Virus, so clever es ist (und Corona ist aus Virussicht fucking clever), uns nicht dazu brächte, seine destruktiven Kräfte auch auf unser gesellschaftliches Miteinander ausstrahlte. Sondern dieses Miteinander stattdessen stärkt, zum Schutz der Schwachen und Schwächsten. In einem gerade erschienenen Aufsatzband des Historikers Christopher Clark schreibt der in einem anderen Zusammenhang recht schön, dass wir alle nur vorwärtskommen, wenn wir „uns selbst nicht nur als Staaten, Stämme oder Nationen betrachten, sondern als die menschlichen Bewohner eines gemeinsamen Raums“. Das scheint mir ein sinnvoller, zielführender Gedanke zu sein. Dazu braucht es aber eine Gesprächssituation, der es nicht von vornherein auf Gezänk und Rechthaberei zu tun ist. Und das, tut mir leid, ist die „Querdenker“-Position unentwegt.

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drin