28 Quadratmeter, vier Personen, 560 Euro

Flüchtlingsgewinnler am Regensburger Wohnungsmarkt

Weil Vermieter Amann Beschwerden über Schimmel in der Wohnung zunächst ignoriert hatte, wurde Rechtsanwalt Spirk eingeschaltet.

Die Wohnungsnot in Regensburg treibt bizarre und menschenunwürdige Blüten. Die Stadt spielt mit. Der Steuerzahler zahlt.

Das „Apartment“, in das der Rechtsanwalt kommt, liegt in einem Wohnblock in der Prinz-Rupprecht-Straße. Ein Zimmer, das – so weit man es mit einfachem gebrauchtem Mobiliar einrichten kann – ordentlich und wohnlich aussieht. Nicht ganz 28 Quadratmeter und ein Minibad. Hier wohnen, kochen, essen und schlafen ein anerkannter syrischer Bürgerkriegsflüchtling, seine Ehefrau und zwei kleine Mädchen, die den Rechtsanwalt interessiert beäugen. In Syrien waren sie eine Mittelstandsfamilie, hier Jobcenter-„Kunden“. An den beiden Fenstern im Zimmer blüht großflächig der Schimmel.

Der Auftrag für Rechtsanwalt Otmar Spirk: „Die Schimmelbeseitigung, wegen die Kinder“, sagt der Familienvater. Nennen wir ihn Omar. „Ich war bei Vermieter Amann, vor Wochen schon. Er weigert sich, sagt, der Schimmel mein Problem.“

Bei so einem Gespräch kann schon mal was untergehen…

Otmar Spirk schickt sofort ein Fax an Johannes Amann, den Geschäftsführer der „Vera und Johannes Amann Verwaltungs GmbH Familien KG“. Er möge den Schimmel endlich beseitigen lassen, dazu das übliche Mietrechtliche: Mietminderung, Zurückbehaltung von Mietteilen. Amann antwortet sofort: Von dem Schimmel habe er noch nie gehört. Er melde das aber nun dem Eigentümer. Die Minderung usw. sei aber nicht akzeptabel.

Spirk antwortet. Der Mieter sei mit einem Zeugen bei ihm gewesen, der das auch bestätigt habe. Amann versucht, sich heraus zu reden: Ach so, ja bei diesem Gespräch sei über so vieles geredet worden. Da könne so etwas schon mal untergehen und…

Seit etwas mehr als 16 Jahren sind Johannes Amann und seine Frau im Vermietungsgeschäft tätig. 120 Wohnungen haben sie nach eigenen Angaben im Bestand ihrer Verwaltungs GmbH, rund 50 vermieten sie im Auftrag. Er gehört zu den größeren Playern auf dem Mietmarkt für die Empfänger von Transferleistungen und immer wieder macht er mit überhöhten Mieten von sich reden. Auch das Apartment in der Prinz-Rupprecht-Straße hat Amann nur selber gemietet und mit Aufschlag an die syrische Familie weitergereicht.

Fast das Doppelte der Mietspiegel-Miete

Der Eigentümer verhält sich korrekt. Er meldet sich umgehend bei Rechtsanwalt Spirk und lässt den Schimmel beseitigen. Doch Spirk sieht sich den Fall genauer an. Für die 28 Quadratmeter verlangt Amann eine Nettokaltmiete von 560 Euro. Gibt man die Daten der Wohnung in den Mietspiegel-Rechner ein, den die Stadt Regensburg auf ihrer Internetseite bereit hält, wirft dieser am Ende eine angemessene ortsübliche Kaltmiete von 294 Euro aus – etwas mehr als die Hälfte dessen, was Amann tatsächlich verlangt.

„Ich habe Amann mit der Frage konfrontiert, ob seine Miete nicht rechtswidrig überhöht oder gar strafbarer Mietwucher sei“, erzählt Spirk. „Rechtswidrig überhöht ist eine Miete nach § 5 Wirtschaftsstrafgesetz, wenn sie mehr als 20 Prozent über dem Mietspiegel liegt und eine ‚Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen‘ vorliegt.“ Der Straftatbestand des Mietwuchers liege nach der Rechtsprechung bei einer Miete vor, die mehr als 50 Prozent über dem Ortsüblichen liegt, und eine Ausnutzung der Zwangslage des Mieters vorliege, so Spirk weiter.

Jobcenter: „Größe der Wohnung spielt keine Rolle.“

Bereits als Omar die Wohnung angemietet hatte lag die Miete etwa 20 Prozent über dem Mietspiegel. Nachdem er Mitte 2018 seine Frau und seine beiden Töchter im Rahmen des sogenannten Familiennachzugs nachholen durfte und dringendst eine Unterbringung brauchte, blieb Omar dann keine andere Wahl als mit einer neuerlichen Mieterhöhung um 150 Euro einverstanden zu sein.

Gegenüber Rechtsanwalt Spirk hat sich Amann nicht geäußert, allerdings beantwortete er Fragen der Rundschau Regensburg, die ihn Ende Februar mit diesen Vorwürfen konfrontiert hatte. Demnach sieht Amann in den 560 Euro für 28 Quadratmeter kein Problem. Schließlich habe das Jobcenter der Stadt Regensburg die Miete geprüft und als angemessen eingestuft. Und tatsächlich: Auch Birgitt Ehrl, Geschäftsführerin des Jobcenters, erklärt, dass bei vier Personen sogar bis zu 750 Euro Kaltmiete angemessen seien. „Die tatsächliche Größe (der Wohnung) spielt für die Frage der Angemessenheit der Unterkunftskosten im Recht der Grundsicherung keine Rolle.“

Im Zweifel gegen den Mieter

Umgekehrt, also wenn es nicht um Vermieter, sondern zulasten von Wohnungssuchenden und Mietern geht, ist die Praxis allerdings weit weniger generös. Als das Jobcenter Regensburg im vergangenen Jahr einem jungen Mann den Umzug verweigerte, weil die Miete in diesem Fall um etwas mehr als zehn Prozent über dem Ortsüblichen lag, begründete dies Birgitt Ehrl gegenüber der Süddeutschen Zeitung noch damit, dass man „schließlich (…) Mietwucher verhindern“ wolle. Erst das Bayerische Sozialministerium stoppte damals dieses deutschlandweit einmalige Vorgehen des Regensburger Jobcenters und riet stattdessen: Geht gegen Mietwucher durch Vermieter vor.

Jobcenter-Chefin Birgitt Ehrl bei einer Pressekonferenz mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. In Sachen Mietwucher wurde in Regensburg bislang gegen Mieter statt Vermieter vorgegangen. Foto: Archiv

Doch der Ratschlag verhallte ungehört. Gewinnmaximierung nach dem Modell Amann stößt bislang nämlich offenbar ach wie vor auf auf keinerlei Widerstand des Jobcenters und der städtischen Ordnungsbehörden. Vor fast genau einem Jahr berichtete regensburg-digital bereits darüber, dass 20 Euro pro Quadratmeter in Amann-Wohnungen keine Seltenheit sind. Auch der Vermieter eines Ex-Puffs in Burgweinting machte sich den Umstand zunutze, dass es – beim Recht auf Grundsicherung – gesetzlich keine Untergrenze für die Größe der vermieteten Wohnungen gibt, lediglich eine maximale Grundmiete.

Ungeachtet dessen hätten die städtischen Behörden wie auch das Jobcenter selbstredend die Möglichkeit gegen rechtswidrig überhöhte Mieten vorzugehen und Mietwucher zur Anzeige zu bringen – bislang scheint dies aber nicht auf der Agenda zu stehen. Vor gut einem Jahr teilte die Stadt auf Anfrage von regensburg-digital mit, dass man in den letzten drei Jahren kein einziges Verfahren gemäß § 5 Wirtschaftsstrafrecht geführt oder wegen des Verdachts auf Mietwucher an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet habe.

Wartezeit für eine Wohnung: drei bis vier Jahre

Rechtsanwalt Spirk gibt zudem zu bedenken: „Weniger als 28 Quadratmeter für vier Personen – das ist eine rechtswidrige Überbelegung.“ Und tatsächlich hat Omar von der Stadt Regensburg auch den sogenannten Vormerkbescheid für eine Sozialwohnung bekommen, wonach die Familie auf Stufe 1 der Sozialwohnungsberechtigten steht. Doch bislang haben Omar und seine Familie kein einziges Angebot für eine geeignete Wohnung erhalten.

Eine Nachfrage von Rechtsanwalt Spirk bei der Stadt Regensburg ergibt, dass es leider kaum Vier-Zimmer-Wohnungen gebe. Omar und seine Familie müssten schätzungsweise mit einer Wartezeit von drei bis vier Jahren rechnen. „Tatsächlich wäre die Familie schon mit zwei Zimmern überglücklich“, weiß Spirk. „Dann hätte man zumindest ein bisschen Ruhe, insbesondere, um gut deutsch lernen zu können“, sagt auch Familienvater Omar. Integration, das ist nämlich der große Wunsch dieser Familie.

Spirk hat wegen der überhöhten Miete in der Amann-Wohnung nun beim städtischen Ordnungsamt einen Überprüfungsantrag wegen des Verdachts einer rechtswidrig erhöhten Miete bzw. des Mietwuchers durch Amann gestellt. „Ich bin gespannt, ob die Stadt endlich ihre Amtsermittlungspflicht erfüllt.“

„Hartz IV wird zur Umverteilungsmaschine für Flüchtlingsgewinnler“

Rechtsanwalt Otmar Spirk kritisiert die andauernde Untätigkeit der Stadt Regensburg.

Doch tatsächlich ist das „Modell Amann“ nur Auswirkung einer seit vielen Jahren anhaltenden städtischen Wohnungspolitik, die sich einerseits nicht um genügend bezahlbaren Wohnraum kümmert und andererseits nicht gegen rechtswidrig überhöhte Mieten vorgeht. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, wenn Amann die Kritik an seinen teuren Mieten mit Worten zurückweist wie: „Ich bin keine öffentliche Stelle, sondern ein privater Vermieter.“ Oder: „Ich bin ein Kaufmann und kann meine Geschäfte so tätigen, wie ich das für richtig halte.“ Die Untätigkeit der Behörden gibt ihm Recht.

„Im Ergebnis ist es der Steuerzahler, mit dessen Geld via Jobcenter und Sozialamt die überteuerten Mieten bezahlt werden“, kritisiert Rechtsanwalt Spirk. „Hartz IV entpuppt sich so im Wohnungsbereich als eine Umverteilungsmaschine von Steuergeldern an Flüchtlingsgewinnler wie die Amann KG. Und auch die anerkannten Flüchtlinge, deren Integration gerade der Stadt Regensburg als so wichtig gilt, bleiben bei dieser Wohnungspolitik auf der Strecke.“

Vermieter, die der betroffenen Familie eine mindestens zwei Zimmer große Wohnung anbieten möchten, können sich unter omar@regensburg-digital.de an unsere Redaktion wenden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Kaltmiete noch mit 617 Euro angegeben. Tatsächlich beträgt die Kaltmiete 560 Euro plus 57 Euro Nebenkosten, plus 58 Euro Heizkosten. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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Kommentare (25)

  • Dieter

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    Maßlos überteuerte, menschenunwürdige Unterbringung, das alles auf Kosten der Steuerzahler und mit systematischer Unterstützung der Politik. Nach oben buckeln, nach unten treten ist wohl das Motto des Jobcenters.
    Eine Schande für Regensburg und die zahlreichen OBs.

    Da könnte einem „das Messer in der Tasche aufgehen“.

  • Katharina Reilinger

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    Kommentar gelöscht. Diese Behauptung können wir nicht verifizieren. Für Belege wären wir dankbar.

  • Mr. T.

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    „Eine Nachfrage von Rechtsanwalt Spirk bei der Stadt Regensburg ergibt, dass es leider kaum Vier-Zimmer-Wohnungen gebe.“
    Kein Wunder, ein Bauträger würde nie eine 4-5-Zimmer-Wohnung bauen so lange er für zwei 2-Zimmer-Wohnungen wesentlich mehr erlösen kann. Das müsste der Stadtbau angeschafft werden wenn sie überhaupt was bauen dürfte. Und hier ist die Schuld wieder direkt in der Linie Schaidinger-Wolbergs.
    Das ist das eine Problem. Und das andere ist ein Jobcenter und eine Stadtverwaltung, die ihre Zuneigung und Wohlwellen den Gestopften und Spendenden gegenüber mit den kompensieren, die sich gar nicht mehr wehren können.
    Warum wird so ein extremer Mietwucher zu Lasten der Allgemeinheit sogar dann noch toleriert, wenn man öffentlich drauf hinweist und Wegschauen eigentlich gar nicht mehr geht?

  • erich

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • R.G.

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    Alles was hilft, den Mietspiegel noch weiter nach oben zu treiben, ist geduldet. Man befürchtet, es sei sogar erwünscht.

    Es spielt keine Rolle, wenn sich am Ende nur mehr Zweitwohnsitzer aus reichsten Ländern die Miete in Regensburg werden leisten können. Hauptsache, es bringt einer kleinen einheimischen Besitzerkaste Gewinnvervielfachung.

  • Joachim Datko

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    Auch wenn man einzelnen Menschen und Familien ausreichenden Wohnraum beschaffen kann, bleibt das eigentliche Problem bestehen:

    Wir haben in Regensburg einen Netto-Zuzug von ungefähr 3.000 Menschen pro Jahr. Die Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit in Regensburg: 2014: Deutsche +632, Ausländer +1.103; 2015: Deutsche +1.209, Ausländer +1.985; 2016: Deutsche +846, Ausländer +3.022. Die tabellarisch veröffentlichte Statistik der Stadt endet 2016.

    Auch der derzeit massive Wohnungsbau kann den hohen Bedarf nicht decken. Die tabellarisch veröffentlichte Statistik der Stadt ist allerdings für eine detaillierte Betrachtung des Netto-Wohnraum-Zugangs ungeeignet und endet auch schon 2014.

    Die Wohnungssituation wird sich unter den derzeitigen Bedingungen weiter verschlechtern.

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko
    Ihr Fazit ist bestimmt richtig, aber das ist wohl kaum der Grund dafür, dass die Grundsicherungsbehörde Mietwucher und Ausbeutung Vorschub leistet. Ein privater Mieter könnte sich hier zur Wehr setzen, die Stadt schweigt und zahlt und hält die Hand drauf, damit solche Gestalten weiter profitieren. Wenn für solche Mieten auch noch der Schimmel blüht hört es sich ganz auf, noch besser kann man das Totalversagen der „Verantwortlichen“ nicht belegen.

  • Burgweintinger

    |

    @ Datko

    Warum unterscheidest du zwischen Ausländer und Deutsche beim Zuzug? Was spielt das für eine Rolle bei diesem Bericht? Hier geht es darum, dass ein DEUTSCHER die Not anderer ausnutzt und Kohle macht und das auf dem Rücken derer hier im Land, die Steuern zahlen…

    Woher kommt eigentlich der Name Datko? Klingt sogar gar nicht DEUTSCH…
    … oder wie Yuval Noah Harari sagt: „… wir kommen doch alle aus Afrika…“

  • Barnie Geröllheimer

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    Mein Gott, wenn nicht das Jobcenter die hohen Mieten zahlen würde, dann das (ehemalige) Sozialamt. Knappe Güter, auch wenn noch so schlecht in der Qualität, haben halt einen hohen Preis. Niemand muß diese Wohnung nehmen.
    In der Provinz gibt es soviel Leerstand besserer Wohnungen. Enteignen und zuweisen ist die Devise, den Notstand bei Wohnungen in den Griff zu bekommen. Auch Einquartieren geht. Es gibt soviele große und günstige Wohnungen, die nur noch von einer Person bewohnt werden. Solange diese Mittel nicht genutzt werden bleibt der Preis hoch. Nicht JC bashen, sondern die Politiker bewegen die genannten Maßnahmen zu ergreifen.

  • Piedro

    |

    @Barnie Geröllheimer
    Mit der Knappheit lässt sich jeder Wucher trefflich rechtfertigen, gelle? Das rechtfertigt aber nicht, dass Ämter Wucherer bezahlen statt sie anzuzeigen. Ein halbwegs freier Mieter würde diesen Preis nicht bezahlen, und mit zwei Kindern in einer schimmelbefallenen Hütte zu hausen. Solche Wucherpreise zahlen nur die Ämter, und das ohne mit der Wimper zu zucken. Dabei könnten sie gegen solche Vermieter vorgehen, tun sie aber nicht. Warum nicht? Weil Wohnraum so ein knappes Gut ist? Oder weil es ihnen schlicht schnurz ist was so ein Loch kostet und unter welchen Bedingungen die Mieter dort hausen müssen? Weil es ihnen völlig wurscht ist dass sie auch eine geringere Miete durchsetzen könnten, denn dieser saubere Familienbetrieb dürfte sich schwer tun andere als Leistungsberechtigte in solche Löcher zu kriegen.

    Die Möglichkeit der Enteignung bestünde tatsächlich, nicht nur auf dem Land, auch in den Großstädten. Die Vorstellung Mieter von amtswegen in eine Wohnung einzuquartieren, die „nur“ von einer Person bewohnt wird, aber groß genug für mehrere wäre, ist schlicht idiotisch. Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage, und das ist gut so.

    Außerdem machen Sie einen „Denk“fehler: die Stadt Regensburg kann keine Menschen im Landkreis einquartieren, die Flüchtlinge sind zudem an die Residenzpflicht gebunden. Sie dürften nicht mal in eine günstigere Wohnung ziehen wenn sie außerhalb eine finden könnten. Sie sind Futter für die Wucherer und Ausbeuter, die von den Behörden gestopft werden.

  • Joachim Datko

    |

    Zu Burgweintinger 13:51″@ Datko

    Warum unterscheidest du zwischen Ausländer und Deutsche beim Zuzug? Was spielt das für eine Rolle bei diesem Bericht?“

    Die Stadt unterscheidet in ihrer Statistik. In der Regel kann man bei einer differenzierteren Statistik Ursachen besser erkennen.

    Es gibt allerdings unter vielen Politikern den Wunsch, nicht über Probleme der massiven Zuwanderung in der Öffentlichkeit zu sprechen. Das musste OB Wolbergs feststellen, als er bei einer Neujahrsansprache die Situation analysierte. Grünen-Fraktionschefin Margit Kunc, ÖDP-Stadtrat Benedikt Suttner und SPD-Stadtrat Thomas Burger haben sich gegen die öffentliche Analyse ausgesprochen.
    Siehe:
    https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/stadtteile/innenstadt/fluechtlinge-was-vertraegt-regensburg-21345-art1328577.html

  • Thik

    |

    @Piedro 22. März 2019 um 13:30 | #

    „Ihr Fazit ist bestimmt richtig, aber das ist wohl kaum der Grund dafür, dass die Grundsicherungsbehörde Mietwucher und Ausbeutung Vorschub leistet.“

    Das ist richtig und noch mehr, das heißt, es ist andersrum.

    Landflucht dient der Profitmaximierung. https://www.zeit.de/2019/12/landflucht-gemeinden-landleben-iwh-heimat-reint-gropp Slums sind ideal, da sie ein Maximum billiger Arbeitskräfte auf wenig Raum bieten. Die Städte sollten diesem Druck nicht nachgeben, sonder peinlich genau auf die Einhaltung der Mindesstandards achten.

  • Piedro

    |

    Die Arbeitskräfte, die gesucht und gebraucht werden, quartieren sich nicht ins Slums ein, die verdienen gutes Geld. Und die anderen werden nicht gebraucht, davon gibt es mehr als genug und der Bedarf schwindet. Man darf sich schon darauf freuen, wenn Millionen Bürokräfte und Verwaltungskräfte ent-braucht werden. Wird gar nicht so lange dauern, bis sich ein paar Millionen in die Reihen der Grundsicherungsbezieher einreihen dürfen, die jetzt noch fleißig Rechner füttern und ihre Bürostühle warm halten.

  • Thik

    |

    @Piedro 23. März 2019 um 16:34

    „Die Arbeitskräfte, die gesucht und gebraucht werden, quartieren sich nicht ins Slums ein, die verdienen gutes Geld.“

    Eben darum braucht es die Slums, damit Arbeitskräfte, die gebraucht werden, nicht gesucht werden müssen und kein gutes Geld verlangen können.

  • Burgweintinger

    |

    @ Datko

    Du beantwortest meine Frage nicht. Was hat deine Statistik mit dem Artikel zu tun? Nichts!
    Hier nutzt ein Typ die Not anderer aus! Darüber solltest du mal was schreiben, ob das so in Ordnung ist.
    Würdest du denn deine Statistik heranziehen, wenn es sich in diesem Fall um eine bedürftige Familie mit deutschem Pass handeln würde?

    Du willst hier auf ganz subtile Art Ressentiments schüren, uns zwar „zu viele Ausländer“…

  • Piedro

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    @Thik
    Das ist eine völlig verquere Logik, angefangen damit, dass Facharbeiter und auch akademische Segmente dringend und bundesweit gesucht werden und auch im Ausland rekrutiert werden, so weit bürokratische Hürden das zulassen. In einigen Bereichen, etwa der Pflege, ist die Bezahlung eher dürftig, in anderen eher üppig. Ein Zerspaner kann sich zB asolut aussuchen wo und zu welchen Konditionen er sich einstellen lässt.

    Was allerdings richtig ist, abgesehen von der Vokabel „Slum“: in einigen Städten sind die Wohnungen auch für Facharbeiter kaum noch leistbar. In München oder Stuttgard zB ist es so gut wie aussichtslos als Kranken- oder Altenpfleger zu zu ziehen, man müsste stundenlange Arbeitswege erdulden um von einer bezahbaren Wohnung zum Arbeitsplatz zu kommen. Was aber nicht bedeutet, dass diese Arbeitnehmer in Slums wohnen müssten.

  • Barnie Geröllheimer

    |

    Konzentration von Bevölkerung zieht weitere Konzentration nach sich, da diese Dienstleistungen benötigen. Beispiele sind die Megametropolen der Welt, speziell in Ländern, in denen es korrupte und/oder demokraturische Führerschaft gibt. Der „Denkfehler“ ist , dass dies bei uns nicht passieren kann. Mit der Demobilisierung der Massen durch die CO²-Religion können die in Ballungsgebieten liegenden Arbeitsplätze nicht mehr erreicht werden. Weiterer Zuzug folgt. Geht dieser schneller als die Schaffung von Wohnraum findet Verslummung statt. Die erste Wohnwagensiedlung („Mobile Home“) am Stadtrand wird der Anfang sein. Wartet ab, binnen 10 Jahren ist gibt es die erste. Weitere Landflucht wird kommen: Die Städter leben heute infrastrukturtechnisch und finanziell deutlich besser ausgestattet, kürzere Wege, schnellere Datenverbindungen, geringere Mobilitätskosten, höhere Einkommen, leichtere Erreichbarkeit der Sozialkassen usw. Einem Zugereisten ist es deswegen nicht zu verdenken, dass es ihn in die Stadt zieht. Dass diese eine Verschärfung der Erscheinung darstellen ist nicht von der Hand zu weisen. Der Staat könnte per Zuweisung eingreifen, tut er aber nicht, weil er dafür gleich wieder von den NGO´s verunglimpft wird.

  • Thik

    |

    @Piedro 24. März 2019 um 11:42
    Das ist die marktgerechte Logik, der Unternehmer folgen und der Unternehmer wird dazu – oft nicht ganz falsch – sagen, dass er ihr zu folgen hat. „Slum“ ist der Zustand auf den es faktisch hinausläuft.

  • Burgweintinger

    |

    Viele Facharbeiter die abgeworben werden, machen es zur Bedingung im Personalgespräch, dass eine bezahlbare Wohnung seitens des Arbeitgebers zur Verfügung gestellt wird….

    Wer kann sich an das Bauprojekt „Grüne Mitte“ in Regensburg erinnern? Umgesetzt von IZ Regensburg. Die meisten Häuser hat dort Krones erworben, um seinen Ingenieuren, die er bundes- und weltweit angeworben hat, auch bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können…

  • Else E.

    |

    An alle: die Ursachen für die Misere am Mietmarkt ist ja nun vielfältig auf Ursachen abgeklopft.
    Die dringendste Frage, die von der Stadtspitze (und in der Folge auch Jobcenter und Sozialamt) noch nie beantwortet wurde ist aber: Warum schöpft die Stadt nicht ihre gesetzlichen Möglichkeiten aus um leerstehende Wohnungen zu belegen, Mietwucher zu verhindern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?
    Andere Städte tun das seit langem. Die Stadt Augsburg kauft Baugrund selbst auf um Spekulation zu verhindern. München folgt diesem Beispiel.
    Hat die Verfilzung mit Bauträgern die sozialverträgliche Politik und das Recht auf Wohnen erstickt? Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

  • Piedro

    |

    @Thik
    Meine Argumente waren ebenfalls „marktgerecht“ – so what?

    Das Problem fängt gerade erst an sich zu entwickeln. Ich rechne in den kommenden 10-15 Jahren mit einer enormen Zunahme der Erwerbslosenquote bei gleichzeitig rasant steigenden Mieten, und das betrifft dann Personenkreise, die heute noch ganz gut dastehen, aber bald auch nicht mehr gebraucht werden. Automatisierung wird den größten Teil der Büroarbeitsplätze obsolet machen. Auch Kassierer werden bald nicht mehr gebraucht, so wenig wie Taxi- oder LKW-Fahrer. Der Bedarf an Logistikpersonal wird ständig geringer werden. Nur das Handwerk wird von dieser Entwicklung zunächst verschont bleiben, aber diese Leistungen werden auch teurer und damit weniger leistbar. Wenn wir bis dahin kein halbwegs taugliches System der sozialen Absicherung auf die Kette bringen wird das Wohnen in dem, was Sie heute als Slum bezeichnen, ein Privileg sein. Unternehmer brauchen diese Slums nicht um Personal zu finden, das ist Unsinn.

  • Piedro

    |

    @Barnie Geröllheimer
    Sie schreiben schon wieder von „Zuweisung“ (zuvor von „Einquartierung“). Was sollen wir darunter verstehen? Was für eine Vorstellung haben Sie da?

  • WerAuchImmer

    |

    @Barnie Geröllheimer

    Was wird das denn, wenn Sie Ihr Gedankengebäude gänzlich entfaltet haben? Die 360-Grad-Paranoia? Regensburg ist also dank der CO-2-Religion auf dem Weg zur Megametropole, deren Ränder unausweichlich verslumen werden? Und dringend nötige ordnungspolitische Maßnahmen werden von NGOs unterbunden? Was kommt als nächstes? Müssen wir Angst haben vor der feministischen Weltrevolution? Sind die am Ende mit den Zionisten im Bunde? Und / oder den Freimaurern? Wird uns am Ende eine demokratische Diktatur aufgezwungen, die einmal wöchentlich Aktien auf öffentlichen Plätzen verbrennt und uns dazu zwingt, zu tun, was wir wollen? Mir wird schon ganz anders vor Angst…

  • Mr. T.

    |

    Arbeitet Euch doch nicht an Brauni Trolleimer und Datko ab, das ist schade um die Tastaturanschläge.
    Das Problem ist doch ganz einfach, dass sich manche gerade an denen bereichern, die sich am wenigsten wehren können. Nicht nur, wenn das Jobcenter zahlt. Gerade diejenigen, die schwer eine Wohnung finden, werden besonders abgezocket. Da gabs doch auch mal das heruntergekommene Haus in der Grasgasse, das mit osteuropäischen Bauarbeitern vollgestopft wurde, von denen jeder fast so viel gezahlt hat, wie für eine richtige Wohnung. Das hat schon was von Slum-artigen Zuständen. Gerade die prekär bezahlten Mitarbeiter ausländischer Subunternehmer auf dem Bau werden oft in abgelegenen Container-Barracken untergebracht wofür sie wieder einen deutlichen Teil ihres ohnehin niedrigen Verdienstes lassen müssen.

  • Checker

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    Wenn eine vierköpfige Familie in ein 30 qm Apartment zieht ist der Schimmelbefall geradezu vorprogrammiert. Nur durch richtiges Heizen und Lüften kann in einer normal bewohnten Wohnung Schimmel vermieden werden. Und richtiges Lüften ist drei bis viermal am Tag Stoßlüften also alle Fenster auf.
    Der Vermieter ist selber schuld wenn er in ein Apartment eine vierköpfige Familie einziehen läßt.

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