Eine „Hubbrücke“ ohne „Rampen-Ungetüme“ hat der OB-Kandidat der CSU am Montag als Lösung der Westtrassen-Diskussion präsentiert. Der Haken: Die Stadt hat dazu bereits vor längerem Gespräche mit Ingenieurbüros geführt. Und die haben „massive Bedenken“.
War’s nur eine Luftnummer im Wahlkampf? Bei der Stadt hält man von Schlegls Brückenlösung nicht besonders viel. Foto: Archiv
„Welterbe und Westtrasse vereinbaren“: Unter dieser Überschrift hatte CSU-Fraktionschef Christian Schlegl Anfang der Woche einen Vorschlag für eine ÖPNV-Brücke präsentiert, mit dem er wieder Bewegung in die festgefahrene Diskussion zu einer Ersatztrasse bringen wollte.
Die Präsentation seiner „Hubbrücke“, die ohne „Rampen-Ungetüme“ (Schlegl) auskommen würde und selbst bei den „Donauanliegern“ für interessierte Gesichter sorgte, brachte dem CSU-Oberbürgermeisterkandidaten eine breite Medienberichterstattung ein. Neben der CSU-Wahlkampfpostille „Der Regensburger“ berichteten die Tageszeitungen, das Lokalfernsehen, der BR und die Anzeigenblätter über den Schlegl-Vorstoß. Der Hinweis von SPD-Fraktionschef Norbert Hartl, dass der Vorschlag schon alt sei und der Verwaltung bereits zur Prüfung vorgelegt worden sei, geriet dabei allenfalls zur Randnotiz (auch bei uns).
Die Hebebrücke a la Dömges/ Schlegl: Hoch genug für Schiffe in der Mitte, keine Rampen an den Abfahrten. Das Problem: Die Mechanik steht im Wasser.
Auf Nachfrage von Regensburg Digital hat sich nun die Stadtverwaltung zu dem Schlegl-Vorschlag geäußert. Und die Fachleute des Tiefbauamts stehen dem Ganzen mehr als skeptisch gegenüber. Man habe dazu bereits mit „einschlägigen Ingenieurbüros“ Vorgespräche geführt.
„Vorrichtungen würden im Stadtbild massiv in Erscheinung treten“
„Diese haben massive Bedenken gegen eine Hubbrücke geäußert, bei der die Hubmechanik (wie von Schlegl vorgeschlagen, Anm. d. Red.) unterhalb der Brücke liegt“, heißt es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung weiter. Um eine bewegliche Brücke zu realisieren, seien Hubvorrichtungen notwendig, deren Mechanik hochwasserfrei wäre. „Diese Vorrichtungen würden im Stadtbild massiv in Erscheinung treten.“
Das Architekturbüro Dömges scheint nicht zu den „einschlägigen Ingenieurbüros“ zu gehören, mit denen die Stadt gesprochen hat. Von dort, namentlich von Thomas Eckert, stammt nämlich der Schlegl-Vorschlag.
Vertiefte Untersuchung kostet bis zu 40.000 Euro
Ein Hintertürchen bleibt allerdings noch: Bei den Vorgesprächen sei deutlich geworden, dass vor einer detaillierten Planung eine „vertiefte Untersuchung dieser Lösungen unerlässlich wäre“. Die Kosten dabei liegen der Stadtverwaltung zufolge bei 30.000 bis 40.000 Euro. „Da kein weiteres Geld mehr für Untersuchungen ausgegeben werden soll, solange nicht die grundsätzliche Zustimmung der UNESCO zu den Ersatztrassen vorliegt, wurde diese Machbarkeitsstudie bislang nicht beauftragt.“
Der OB-Kandidat der CSU will Brücken bauen – über die Donau und zu kritischen Bürgern. Die Brücken zum Koalitionspartner werden hingegen immer brüchiger. Am Dienstag präsentierte Christian Schlegl einen Vorschlag für eine ÖPNV-Ersatztrasse.
Neuland für die Stadt Regensburg – um die Bürger am Kulturentwicklungsplan zu beteiligen, hat man heute den Startschuss für ein eigenes Wiki gegeben. Nach allerlei Fragwürdigkeiten dürfen die Bürger nun wirklich einmal mitreden.
Unangenehme Geschichten aus der Vergangenheit holen OB-Kandidat Christian Schlegl derzeit auf Facebook ein. Es geht um braune Saufpartys Anfang der 90er. Für aufmerksame Beobachter sind das alte Geschichten, die im letzten Kommunalwahlkampf ein bestimmendes Thema waren. Die Initiatorin sagt: „ Ich glaube, dass viele Bürger damals und heute das Ganze gar nicht auf dem Schirm haben. In meinem Umfeld sind sehr viele Menschen über Herrn Schlegl empört.“
Fast täglich entscheidet das Regensburger Verwaltungsgericht über Menschen, die sich am ohnehin mageren Asylrecht der Bundesrepublik festhalten und in Deutschland bleiben möchten. Am Freitag geschah dies vor einem ungewöhnlich großen Publikum.
Die Skandal-Ermittlungen gegen den Journalisten Hubert Denk fördern bemerkenswerte Details zutage. Aus den Akten ergibt sich: Parteispenden des Laborunternehmers Bernd Schottdorf im Jahr 2005 wurden von der CSU nicht ordnungsgemäß deklariert. Eine Strafanzeige gegen Dr. Edmund Stoiber hat die Staatsanwaltschaft München I heute eingestellt. Die Entscheidung fiel offenbar binnen einer Stunde. Der Journalist Denk belegt: Die Staatsanwaltschaft lügt.
Der Regensburger Sozialbericht ist mittlerweile fast zweieinhalb Jahre alt – auf praktische Maßnahmen wartet man bis heute. Am Mittwoch Abend lud das Sozialforum zu einem Vortrag von Prof. Dr. Ernst Kistler, der den Bericht aus Expertensicht genauer unter die Lupe genommen hat.
Der Abgeordnete Jürgen Mistol warnt vor dem Frei.Wild-Auftritt im Dezember in Obertraubling. Der Veranstalter hat seine Bitte, das Konzert abzusagen, bereits zurückgewiesen.
Alle Entscheidungen sind bereits getroffen. Am Montag durfte nun auch der Bürger etwas dazu sagen und erfahren. Bei der Diskussion ums Evangelische Krankenhaus ging es hoch her. Und man erfuhr manch erstaunliche Neuigkeit.
Am Samstag wurde in Regensburg wieder der Stadtfreiheitstag mit einem Festakt begangen, um an die Verleihung des Städterechts im Jahr 1245 zu erinnern und ausgewählte „Bürger” zu ehren. Unter ihnen: Der von Gewerkschaftern und Stadträten zuletzt scharf kritisierte Reinigungsunternehmer Karlheinz Götz.
1994: Die Union unter Kohl setzt sich bei der Bundestagswahl gegen Scharpings SPD durch, §175 StGb wird gestrichen, Kurt Cobain erschießt sich und die Playstation kommt in Japan raus – alles gefühlt schon ewig her. Auch 1994: Die Stadt Regensburg schließt einen Konzessionsvertrag mit der REWAG zum Betrieb des Stromnetzes der Stadt. Der läuft demnächst aus. Bei der Neuvergabe regiert die Stadt am Bürger vorbei, wie anno dazumal.
Nach unserer Berichterstattung über die Ermittlungen der bayerischen Justiz gegen den Journalisten Hubert Denk hat der Laborunternehmer Dr. Bernd Schottdorf juristische Schritte gegen unsere Redaktion eingeleitet. Eine Antwort.
Inside Wikileaks ist langweilig, irrelevant und uninformativ. Wie so viele Kinofilme, die vom ,echten Leben’ inspiriert sind. Dabei hätte man das Drama um Julian Assange bestimmt retten können.
Bei der Gewerkschaft schüttelt man den Kopf. Die Stadträte der Linken nennen es „blanken Hohn“. Am Samstag erhält der Reinigungsunternehmer Karlheinz Götz die Runtinger-Medaille der Stadt Regensburg. Sein Sohn, der mittlerweile das Unternehmen führt, weist die Kritik zurück.