„Neid auf Joachim Wolbergs: Riskiert CSU den Koalitionskrach?”

Der verschwundene Wolbergs ist wieder aufgetaucht. Die Mittelbayerische Zeitung hatte einen Artikel zu der medialen Omnipräsenz des Regensburger Sozialbürgermeisters von ihrer Online-Seite genommen. Mittlerweile ist ein angepasster, dem Koalitionsfrieden angemessener und den Sozialbürgermeister zufriedenstellender Text nebst neuer Schlagzeile auf der Internetseite der MZ veröffentlicht. Wolli-Foto und Zitate wurde entsprechend abgestimmt. Nun ist der neue Artikel online. Er ist richtig schön geworden! „Einige sagen, das sei schlecht für den Koalitionsfrieden”, heißt es jetzt zu dem bösen, bösen CSU-Vorwurf, Joachim Wolbergs würde zu oft in der Zeitung erscheinen. Tatsächlich gibt es nur eine Zeitung, auf die dieser Vorwurf zutreffen könnte. Nicht alle Regensburger Medien veröffentlichen pflichtschuldig die von der Pressestelle der Stadt Regensburg verschickten Wolli-Fotos und vorformulierten Texte. Einige PR-Termine vergibt Joachim Wolbergs sogar exklusiv an die MZ. „Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion neiden Bürgermeister Joachim Wolbergs seine Omnipräsenz in der Öffentlichkeit”, schreibt die Mittelbayerische nun.. Bis zu drei Fotos des Sozialbürgermeisters erscheinen täglich im Verlautbarungsorgan von IHK-Präsident Peter Esser. Aus welchen Gründen auch immer. Glücklicherweise hat wenigstens der Sozialbürgermeister selbst ein Einsehen: „Bitte zitieren und fotografieren Sie mich nicht, weil sonst einige in der CSU Probleme haben und der Koalitionsfrieden gefährdet ist“, lautet seine Anweisung, die er heute von der MZ „süffisant” verbreiten ließ. Daran werden wir uns selbstverständlich nicht halten. Fotografien und Aussagen mit Informationsgehalt werden wir (wie bisher) veröffentlichen. Der Koalitionsfriede wäre ohnehin nur gefährdet, falls die SPD es wagen sollte, Profil zu zeigen. Das steht derzeit nicht zu befürchten. Fragwürdige Grundstücksgeschäfte tragen die Sozis ebenso mit wie sinnlose Brückenwettbewerbe und Schaidingersche Geheimhaltungspolitik. Oberbürgermeister Hans Schaidinger hat heute reagiert, Joachim Wolbergs von einer Pressekonferenz zum Thema Müll ausgeladen und damit Stimmen, die behaupten, die Partei sei dem OB schon lange scheißegal wenigstens zum Überlegen gebracht. Die Schuld für die „fehlerhafte Einladung“ des Sozialbürgermeisters zu dem schönen Fototermin in Sachen Müll nahm die städtische Pressesprecherin Elisabeth Knott (oben im Bild mit Joachim Wolbergs) auf sich. „Wolbergs hätte keine Einladung bekommen dürfen.“ Im Kommunalwahlkampf hatte sich Joachim Wolbergs noch bitter über die städtische Pressestelle und Leiterin Knott beschwert. Der Oberbürgermeister missbrauche sie zum Wahlkampf, hatte OB-Aspirant Wolbergs seinerzeit geäußert. Es bleibe „der Verdacht, alte Menschen seitens der Stadt für Wahlwerbezwecke zu instrumentalisieren“, hieß es seinerzeit in einer Pressemitteilung der SPD. Immerhin benutzt der Sozialbürgermeister zum Instrumentalisieren nunmehr nicht nur alte Menschen, sondern auch Kinder oder städtische Angestellte.

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Kommentare (9)

  • sundown

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    Mich würd mal interessieren, woher der Hass, Neid oder was auch immer kommt den Herr Aigner gegen Wolbergs hegt..
    Wenn Wolbergs 50 Euro Scheine vom Himmel regnen lassen könnte hätte Herr Aigner wohl immer noch was zu meckern, z.B. weils keine 100er sind..
    Bekommt Herr Aigner vielleicht keine Exclusiv Interview vom Sozialbürgermeister?

    Da macht ein Bürgermeister seine Arbeit und bietet Journalisten deren täglich Brot, nämlich eine Schlagzeile und dann paßt es auch wieder nicht.

    Wenn Schaidinger und Weber mehr Termine als städtische Vertreter wahrnehmen würden wären die beiden in der Zeitung.
    Vielleicht sollte der Herr Schaidinger seinen Nebenjob bei der BayernLB aufgeben, dann könnte er all die schönen Termine in Regensburg wahrnehmen und den Wolbergs – aus CSU Sicht – wunschgemäß aus dem Blickfeld der Regensburger Journalisten fernhalten.
    Aber diesen Gefallen wird Herr Schaidinger „seiner“ CSU nicht machen.

  • Blauer Tintenklecks

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    @ sundown

  • Blauer Tintenklecks

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    Lieber sundown,

    auch ich bin mit Herr Aigner nicht immer einer Meinung. Dass er jedoch niedere Gefühle gegen Wollbergs hegt, vermag ich nicht zu erkennen. Eigentlich gibt er doch nur wieder, was in der MZ berichtet wurde. Und die Information, dass der dortige Artikel zwischenzeitlich geändert wurde, finde ich schon sehr interessant und somit berichtenswert.

  • Jochen Schweizer

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    mag sein, dass H. Wolbergs nun öfters in der MZ steht als H. OB Schaidinger und H. Bürgermeister Weber. Dies tut der Medienpräsents von H. OB Schaidinger keinen Abbruch, den dieser ist aufgrund seines inkompetenten Wirkens als Verwaltungsratsmitglied der Bayern LB und als Helfer bei dem Verschleudern von 3,75 Milliarden EUR in den überregionalen deutschen Medien, wie im Spiegel, in der Süddeutsche Zeitung, in der Frankfurter Allgemeinen, im Handelsblatt und im Manager Magazin präsent.

  • Matthias Beth

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    Offenbar haben einige CSU-Stadräte von OB’s Gnaden , nichts anderes zu tun, als die Bilder mit OB Schaidinger, Bürgermeister Weber und Bürgermeister Wollbergs zu zählen. Denn mit irgend einer Leistung bzw. Meinung zu aktuellen politischen Themen ist in den vergangenen Monaten keiner auffällig geworden!

  • Insider

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    @ Herrn Beth

    die Bezeichnung „Stadtrat von OBs Gnaden“ passt für Herrn Troidl wirklich nicht. Schauen Sie sich einfach mal seine Wahlergebnisse der letzten Kommunalwahlen an und prüfen Sie, seit wann er Stadtrat ist.

  • otto reicher

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    Das so herzhafte Lachen von Frau Pressesprecherin und Schaidingervertrauten Elisabeth Knott ist so schön und nett zu betrachten. Die Zusammenarbeit der drei Bürgermeister mit ihren Mitarbeitern ist also herzlich zugetan. Und da gibt so böse Menschen, die so viel Schlechtes erzählen und den Herrn Oberbürgermeister in den Schmutz ziehen. Pfui!
    Lieber Herr Oberbürgermeister, machen Sie bitte weiter so. Die guten Bürger dieser Stadt freuen sich mit Ihnen. Wir sollten alle ganz fest glücklich sein, dass wir von Ihnen regiert werden.
    Und die anderen sollten sich was schämen!

  • Matthias Beth

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    An Insider,
    danke, dass Sie H. Troidl in dem Zusammenhnag „Neid auf Joachim Wolbergs“ nannten.
    Ich habe in meinem Beitrag keine CSU-Stadträte namentlich als Verursacher genannt.

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