Moschee-Streit stärkt AfD

Die CSU im Visier von AfD und Gegendemo

200 AfDler gegen den Moschee-Bau in Regensburg, 350 Demonstranten gegen die AfD. Von beiden Seiten erntet die CSU am Samstag die Früchte ihrer Islam-/ DITIB-/ Moschee-Kritik. Die AfD profiliert sich erfolgreich auf ihre Kosten, Gegendemonstranten geißeln den Rechtsschwenk der CSU.

Rund 350 Demonstranten wandten sich lautstark und in deutlichem Abstand gegen die AfD. Foto: Witzgall

Es dauert ein wenig, bis die Journalistinnen und Journalisten vorgelassen werden zum Ort des Geschehens. Zunächst sollen auch sie vor dem Gatter bleiben, das am Samstag AfD und Gegendemonstranten trennt. „Aus Sicherheitsgründen“, heißt es. Erst nach einigem Nachhaken werden die Pressevertreter schließlich um kurz vor 13 Uhr doch auf den Domplatz gelotst, während zeitgleich gerade eine Gruppe mit Bayernfahne, Quetschn und Trainingsanzügen des SC Altfalter zu der Kundgebung stößt. „Mia san mia, und es des wolln ma a bleim“ oder „Leiba a dumma Bayer als vor da Goschn an Schleia“ steht auf den Transparenten, die sich nun unter die AfD-Plakate und Deutschland-Fahnen mischen.

„Ich will Zwiebeltürme und Glocken und sonst nichts.“

Am Ende werden es nach Polizeiangaben etwa 200 Teilnehmer sein, die hier – wenigstens vordergründig – gegen die geplante DITIB-Moschee in Regensburg demonstrieren. Gar nicht mal so wenig – für Regensburger Verhältnisse, wenngleich ein Gutteil der Anwesenden aus Niederbayern und München angereist ist. „Szenetypische“ Kleidung ist abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen kaum zu sehen. Und auch wenn die Reden von Katrin Ebner-Steiner, stellvertretende Landeschefin aus der AfD-Hochburg Deggendorf, und Stephan Protschka, Niederbayern-Vorsizender und Bundestagsabgeordneter, immer wieder zum AfD-Leib- und Magenthema Flüchtlinge abdriften und häufiger „Merkel muss weg“-Sprechchöre angestimmt werden, ist die Kundgebung lediglich durch die blauen AfD-Plakate von einem politischen Aschermittwoch der CSU zu unterscheiden.

Weiträumig abgeschirmt demonstrierte die AfD gegen die Moschee, den Islam, Merkel etc. etc. Foto: Bothner

Man übt Zurückhaltung, gibt sich ein bisschen bürgerlicher als früher. Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung, wie sie beispielsweise der frühere Regensburger AfD-Vorsitzende Vadim Derksen, nun als Social Media-Experte bei Protschka in Lohn und Brot, pflegt, werden klein geredet und herunter gespielt. Man will sich doch nur die „Heimat durch eine DITIB-Moschee, entschuldigung, nicht versauen lassen“, wie es Ebner-Steiner ausdrückt, die „hier Zwiebeltürme sehen und Kirchenglocken läuten hören“ will „und sonst nichts.“ Man hat ja gar nichts gegen Moslems, wie Protschka wettert, „aber jeder Terrorist ist ein Moslem“.

Beim Singen der Bayern-Hymne: Protschka, Ebner-Steiner und Nolte. Foto: Witzgall

Der AfD gegenüber stehen zwischen 350 und 400 Gegendemonstranten. Für Regensburger Verhältnisse eher wenig, auch wenn sich mehrere Stadträte von SPD, Linken und Grünen sowie Bürgermeister Jürgen Huber unter die Demo mischen. Vertreter der DITIB-Gemeinde werden nicht gesichtet und es ist auch weniger ein Protest pro Moschee, sondern größtenteils contra AfD, eine Partei, die eben nicht so sei wie jede andere, wie Irene Salberg (verdi) in ihrer Rede betont. Dort versammelten sich „die völkischen Feinde der Demokratie“, deren Ziele sich am Besten durch ein Zitat des früheren Fraktionsvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Holger Arppe beschreiben ließen:

„Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren aber wenn wir endlich sowei [sic] sind, dann stellen wir sie alle an die Wand.“

Eine Trachtengruppe auf der AfD-Seite. Foto: Witzgall

Mittlerweile habe die Partei einen derartigen Einfluss auf den politischen Diskurs genommen, dass sich zunehmend „eine breite rechtsradikale, rassistische Bewegung“ entwickle, so Salberg.

„AfD und AKP – Brüder im Geiste“

Man demonstriere hier nicht für den Moscheebau oder für DITIB, bekräftigt wenig später der Juso-Vorsitzende Heinrich Kielhorn, sondern für das Grundrecht der Religionsfreiheit, „und zwar unabhängig von eigenem Bekenntnis und persönlicher Neigung.“ Die AfD behaupte, sie würde die Freiheit Deutschlands verteidigen, so Kielhorn. „Wir setzen dieser Lüge entgegen, dass wir die Freiheit aller Menschen in Deutschland verteidigen, frei ihre Religion auszuüben.“

Einzelne Transparente bei der Gegendemo wenden sich sogar explizit gegen die AKP und den türkischen Präsidenten Erdogan, dem die deutschen DITIB-Gemeinden satzungsgemäß unterstellt sind. AfD und AKP seien „Brüder im Geiste“.

„Fischfang am rechten Ufer“

Auf beiden Seiten im Visier der Kritik steht die CSU. Deren „Fischfang am rechten Ufer“ stärke vor allem die AfD, so beispielhaft eine Rednerin der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“. Die AfD greift am Samstag ihrerseits die Parolen der CSU wie Seehofers „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ auf, denen doch keine Konsequenzen folgen würden. „Und wer schaut zu – die CSU“, kann AfD-Landtagskandidat Benjamin „Bananen-Nolte“ angesichts dessen unter immer lauter werdendem Zuspruch vom Kastenwagen schmettern.

Doch auch die Regensburger Schwarzen ernten am Samstag die Früchte ihrer unglaubwürdigen Kritik am Moscheebau. Wie mehrfach berichtet, war der Bauplatz der Moschee bereits seit 2016 bekannt. In verschiedenen Medien wurde darüber berichtet. Im Mai 2017 nahm der Stadtrat mit den Stimmen der CSU einen entsprechenden Bauvorbescheid noch ohne Murren zur Kenntnis.

Keine Pro-DITIB-Demo: ein Transparent bei der Gegenkundgebung. Foto: Witzgall

Erst unter dem Eindruck des beginnenden Landtagswahlkampfs kam urplötzlich Kritik am „intransparenten Planungsverfahren“ und die Forderung nach einer öffentlichen Debatte, welche die CSU ohne weiteres bereits seit zwei Jahren hätte anstoßen können. Erst nach irreführenden Facebook-Postings der AfD kam urplötzlich ein Beschluss des CSU-Kreisvorstands, mit dem der Moscheebau nun abgelehnt wurde, allerdings ohne irgendwelche Lösungsansätze aufzuzeigen, die es angesichts bestehender Baugenehmigung nun auch nicht mehr gibt. Die Debatte, ob sämtliche Moscheen im Stadtosten angesiedelt werden müssen, hätte man früher führen müssen – und können.

Auch Diskussionsrunden, wie zuletzt im Evangelischen Bildungswerk, bei denen kritische Fragen zu DITIB faktisch nicht zugelassen wurden, tun ein übriges, um der AfD die Leute zuzutreiben und ihr die Möglichkeit zu bieten, sich als „Klartext“- und „Wahrheit“-Partei zu profilieren.

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Kommentare (81)

  • Mr. T

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    Das „Schließen der rechten Flanke“ macht die CSU zum peinlichen Steigbügelhalter der NSAfD. So weit ist es gekommen …

  • Joachim Datko

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    DITIB-Moscheen sind muslimische Basen der Türkei in Deutschland. Ich bin gegen den Bau von DITIB-Moscheen.

    In den anderen europäischen Ländern hat man, oft aus leidvollen Erfahrungen heraus, die von islamischen Parallelgesellschaften ausgehenden Gefahren schon lange erkannt. So sollen nach den Vorstellungen der dänischen Sozialdemokraten Asylanträge von Menschen aus nicht-europäischen Ländern in Dänemark nicht mehr gestellt werden dürfen.
    Link:
    http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/international/rechte-forderung-von-links;art9640,1196276

    Schon Helmut Kohl hatte die von einer starken türkischen Parallelgesellschaft ausgehenden Gefahren erkannt.

    „Deutschland habe kein Problem mit den Portugiesen, den Italienern, selbst den Südostasiaten, weil diese Gemeinschaften sich gut integrierten“, so zitiert Thatchers Privatsekretär Coles den Kanzler. „Aber die Türken kämen aus einer sehr andersartigen Kultur.“
    Siehe; https://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/auslaender-in-deutschland-kohls-tuerken-raus-plaene-trafen-einen-nerv-der-deutschen/8596018.html

  • Ex-Regensburgerin

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    Es ist ein Grundrecht hier, zu demonstrieren. Ich wäre auch für einen Bau OHNE Minarett, wenn er sich schon nicht verhindern läßt. 7 Moscheegemeinden im Osten- und Kasernenviertel sind genug. Wie ich schon mehrmals schrieb, muß uns alles, was von Ditip kommt, suspekt sein. Der lange Arm Erdogans darf nicht unterschätzt werden. Aber die Honoratioren haben anscheinend keine Bedenken. Muß man sich merken, später stellt sich möglicherweise die Frage, wer das zu verantworten hatte.
    Am Samstag wollte ich mit meinen Enkelkindern nach Regensburg fahren, um Ostereinkäufe zu machen, das Wetter war schön. Als ich von dem Antifa-Aufruf las, haben wir vom Besuch Regensburgs abgesehen, denn ich habe Angst vor den linken Schlägertruppen. Dies muß auch einmal gesagt werden, dass die größte Gefahr von diesen bei Demonstrationen ausgeht. Kann man auch im so bunten und aufregenden Regensburg nicht schönreden …
    Eine Frage sei noch gestattet: wieviel Steuergelder für den Bau, Kosten für das Grundstück etc. stecken in diesem Projekt? Ich bitte um Antwort.

  • auch_ein_regensburger

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    „Jeder Terrorist ist ein Moslem“ – bewusste Lüge oder einfach nur abgrundtiefe Dummheit? Wenn du denkst, dümmer geht’s nicht mehr, kommt von irgendwo die AfD daher … Ob von denen irgendeiner kapiert, was „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wirklich bedeutet?

  • Mr. T

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    Na ja, rechte Terroristen wie die beiden Uwes vom NSU sind in deren Augen halt keine Terroristen, sondern Brüder im Geiste. So ist es zwar objektiv eine Lüge, für die dumme Person, die das gesagt hat, jedoch nicht.
    Aber ich versteh die Ex-Regensburgerin. Gut, dass sie Regensburg gemieden hat, sonst wär sie auch eins der zahlreichen Opfer der linken Antifa-Schlägertruppen geworden. Wie, das wisst Ihr gar nicht? Ist ja logisch, die gleichgeschaltete Lügenpresse verschweigt und das natürlich. Also muss es stimmen.
    Oh weh, oh weh, schaut Euch mal die Zahlen der Opfer von rechter und linker Gewalt an, lernt dann mal, wie man unterschiedliche Zahlen der Größe nach wertet, und überlegt noch mal, wenns dafür dann noch reicht.
    Zahlen tut den Tempel übrigens der Bauherr ganz alleine, da muss kein deutsches Steuergeld verschwendet werden – im Gegensatz zu den katholischen Bethäusern.

  • Markus Frowein

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    @ Ex-Regensburgerin 26. März 2018 um 16:51

    „wieviel Steuergelder für den Bau, Kosten für das Grundstück etc. stecken in diesem Projekt? Ich bitte um Antwort.“

    Meinen Sie nun deutsche oder türkische Steuergelder?
    Eine präzisere Fragestellung erzeugt wahrscheinlich auch präzise Antworten, wobei
    ich jetzt davon ausgehe, dass keine deutsche Steuergelder dafür verwendet wurden.
    Man möge mich (mit Quellenangabe) berichtigen oder bestätigen, falls möglich.

  • highwayfloh

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    Aha! Die AfD-Sprecherin will also NUR (!) folgendes für Bayern (also auch die evangelischen Landkreise etc.) dulden und akzeptieren und sich die Heimant nicht versauen lassen- Zitat aus dem Artikel hier: „“Man will sich doch nur die „Heimat durch eine DITIB-Moschee, entschuldigung, nicht versauen lassen“, wie es Ebner-Steiner ausdrückt, die „hier Zwiebeltürme sehen und Kirchenglocken läuten hören“ will „und sonst nichts.““

    Soso… wo ist, war der Aufschrei dieser Dame und der Afd-gegen das „Versauen“ unserer Heimat(-stadt) bezüglich des neuen Parkhauses, welches offiziell als Bayernmuseum verkauft wird? Müssen wir jetzt den Dom und andere Kirchen abreissen, weil diese keine „Zwiebeltürme“ als AfD-Akzeptanzfaktor aufweisen? Müssen alle anderen Gebäude entsprechend umgestealtet werden? Oh… man will auf einmal „nur“ Kirchenglocken hören… nichts anderes! Na gottseidank! Dann nerven die ganzen Proleten mit ihren Basswummernden aufgemotzten Karren nicht mehr wenn man das Wochenende genießen will, aber nur dumm, dass es genug Heimatverbundene gibt, die gegen Kirchenglocken klagen. Tja, liebe AfD, Aussagen kann man schon machen, nur sollten diese dann auch etwas an Substanz aufweisen.

  • Besorgter Bürger

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    Die AfD ist unerträglich und amüsant zugleich in ihrer volkstümelnden Dummheit.

  • Mathilde Vietze

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    Und ich will mir meine Heimat nicht von Afd und Konsorten
    verderben lassen.

  • Wieland der Schmied

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    Wenn ich den Kommentar richtig gelesen habe, ist der Leistungsvergleich AfD gegen CSU klar mit 3:0 zugunsten der neuen, jüngeren Bayernpartei ausgegangen. Die Punkte gab es für 1. Heimattreue und Verbundenheit(Trachtentruppe)
    2. Klarheit des Parteiprogramms anstelle Seehofers Geschwuchtel
    3. Position zum Islam : AfD komplett zurückführen , Seehofer beseitigt nur Moscheen, alles läßt kann bleiben .

  • Peter

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    Zitat
    Protschka brüllt: Jeder, der meine, der Islam gehöre zu Deutschland, solle „seine Koffer packen und nach Saudi-Arabien auswandern“.

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/moscheebau-in-regensburg-im-kosmos-der-angst-1.3920045

    Ein reizender Zeitgenosse und eine demokratische Perle seiner Partei.

    Zitat
    Es begann mit Anne Frank : Das Gesicht des jüdischen Mädchens aus Frankfurt, das mit 15 Jahren 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet wurde, war auf eine Pizzaschachtel montiert worden. „Die Ofenfrische“ stand darüber – eigentlich der Name der Pizza-Marke, hier die Verunglimpfung eines Holocaust-Opfers. Aufgetaucht war die Fotomontage in der Facebook-Gruppe „Die Patrioten“ – wo auch zahlreiche Mandatsträger der AfD Mitglieder sind.

    Zehn Benutzerkonten, die offenbar zu AfD-Bundestagsabgeordneten gehören, und 16, die wohl Abgeordneten aus den Landtagen zugeordnet werden können, sind am Samstagabend, sieben Tage nach Bekanntwerden des Anne-Frank-Bildes, immer noch dabei.

    In anderen Posts werden Wehrmachtssoldaten als Helden verehrt. „Hat jemand eine Idee, wie wir nun unsere ganzen Fachkräfte wieder loswerden?“, steht bei einem Beitrag in einer Sprechblase neben Merkels Foto. Auf dem Bild darunter ist Adolf Hitler zu sehen, der grinst und die Hand hebt.

    Laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ waren am Donnerstag noch fast 50 Mandatsträger der AfD Mitglied bei „Die Patrioten“. Seitdem hat etwa die Hälfte der Abgeordneten die Gruppe verlassen (…) Doch mindestens einer der Abgeordneten ist bewusst Teil der „Patrioten“: Stephan Protschka, Bundestagsabgeordneter der Partei aus Bayern, schreibt in einer E-Mail an diese Redaktion: „Ich bin Mitglied in dieser Gruppe, da ich mich auch als Patriot verstehe“. Als Politiker sei es wichtig zu wissen, was die Menschen bewegt. Den Anne-Frank-Post habe er nie gesehen. „Sollte es diesen aber geben, finde ich es katastrophal“, schreibt Protschka. Einen Grund auszutreten sehe er aber nicht, da er den Beitrag nicht finden könne.

    Am Samstagnachmittag waren zehn Nutzerkonten, die offenbar von AfD-Bundestagsabgeordneten betrieben werden, Mitglieder der „Patrioten“ – mithin mehr als ein Zehntel der neuen Bundestagsfraktion, die 92 Mitglieder hat. Einer der Accounts war am Sonntag nicht mehr als Mitglied aufgeführt.

    https://www.morgenpost.de/politik/article212512795/AfD-Abgeordnete-Mitglieder-in-rassistischer-Facebook-Gruppe.html

    So einer will anderen sogan wo sie hin sollen? Solchen Gestalten wollen die AfD-Freunde die Heimat anvertrauen?

    Zitat
    Ebner-Steiner, stellvertretende Vorsitzende der Partei in Bayern, schrie der Gegenseite entgegen: „Jede neue Moschee ist ein Risikofaktor, dass dort nicht nur gebetet wird, sondern auch Hass gesät wird gegenüber uns, den schon länger hier Lebenden.“

    Die Häme über die gegenüberliegende Seite, die die AfD an Erdogans Seite verortete, war am Rednerpult groß. „Dahinten stehen die Leute, die unser Land vernichten“, rief Protschka.

    https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/parolen-schlacht-am-regensburger-dom-21179-art1628997.html

    Der braucht dringend einen Protschkologen.

  • eingeborener

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    ,Neu‘ fand ich die Übereinstimmung der CSU – und AfD -Parolen gegen den Islam .Hier zeigt sich, das die CSU teilweise eine rechtsextreme Partei geworden ist. Sei es , um der AfD Wähler abzujagen, und wenn das nicht gelingt,kann sie mit diesen Schnittmengen längerfristig auch mit der AfD koalieren . Besonders infam fand ich den Kontext von Seehofers ,Der Islam ist kein Teil Deutschlands‘-Rede, als er log , Deutschland sei von christlichen und jüdischen Wurzeln geprägt. Meint er damit die 1000 Jahre judenverfolgung durch das Christentum ? Abartig. Dass die bürgerlich-demokratische Aufklärung bei ihm nicht als Wurzel vorkommt ,zeigt, wie antidemokratisch die CSU-Spitze bereits ist. Für mich ist die Hauptgefahr für die Demokratie nicht die AfD, sondern die CSU. Aber es scheint leichter, gegen den Zwerg AfD vorzugehen. als gegen den Riesen CSU.

  • Giesinger

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    Zur Ditib-Förderung aus Steuergeldern:
    Die liegt wohl seit einem Jahr auf Eis, aber erst seit einem Jahr halt.

  • Piedro

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    eingeborener
    26. März 2018 um 22:20 | #
    Für mich ist die Hauptgefahr für die Demokratie nicht die AfD, sondern die CSU. Aber es scheint leichter, gegen den Zwerg AfD vorzugehen. als gegen den Riesen CSU.

    ***

    Das ist wohl richtig. Die AfD wird – zumindest in absehbarer Zeit – nur in den einschlägigen Bundesländern regieren (und dort beweisen, was von der Alternative zu halten ist). Eine Partei, die diesen Hachos hinterher hechelt um die absolute Mehrheit zu bewahren, um sich nicht im demokratischen Disput behaupten zu müssen, ist eine andere, gefährlichere Qualität. Das neue, bayrische Polizeigesetz ist schon erschreckend, obwohl nicht der Afd-Anbiederung geschuldet, sondern einem speziellen Verständnis von Rechtsstaat und Bürgerrechten.

  • mk

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    „RIese CSU?“ –> Vote them out! –> Die dann nach der Landtagswahl festzustellende „Verzwergung“ dieser Partei wird unserem Frei-Staat in jeder Hinsicht gut tun.

    Wieviele Mitglieder der CSU, vor allem aus dem Stadtrat, haben eigentlich ihr Recht auf Demonstration ihrer geäußerten Ansicht (als) wahr-genommen? Wer waren ihre demokratisch-couragierten Männer und Frauen, die wie ein Leuchtturm in der „Brandung“ der AfD standen? Was legitimiert sie, im Jahr 2020 (Kommunal-Wahl) wieder gewählt zu werden?

  • Ex-Regensburgerin

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    @ eingeborener: Sie haben Herrn Seehofer nicht verstanden? Natürlich ist Deutschland/Europa christlich-jüdisch gesprägt. Sie wissen anscheindend nicht, wieviele Musiker, Komponisten, Maler, Künstler, Dichter, Schriftsteller, Ärzte, Wissenschaftler allein in Deutschland jüdisch waren/sind? Allein mehr als die Hälfte meiner rund 2000 Bücher sind von jüdischen Schriftstellern geschieben, und das zieht sich durch alle Länder Europas vor dem Krieg. Also ich kann nur feststellen, dass Sie wenig Ahnung haben, wie jüdisch unsere Kultur geprägt ist. Das Defizit können Sie aufholen: Bücher lesen! Und jetzt zeigen Sie mir auf, wo sich die islamisch geprägten Länder durch Wissenschaft, Kultur, Musik, Literatur etc. in den letzten 100 Jahren hervorgetan haben! Nämlich gleich null – noch Fragen?!

  • Markus Frowein

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    @ Giesinger (27. März 2018 um 05:05)

    „Zur Ditib-Förderung aus Steuergeldern:
    Die liegt wohl seit einem Jahr auf Eis, aber erst seit einem Jahr halt.“

    Wo steht das?

  • Markus Frowein

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    @ Wieland der Schmied (26. März 2018 um 21:31)

    Zu Ihrem Punkt 2: Haben Sie was gegen Homosexuelle?

    MfG Kailash

  • Regensburger

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    Ich bin gegen jede „Bau“ von, es ist egal von welchen Gotteshäusern, und es ist mir auch ziemlich egal welcher Religion. Ich bin für das notwendige Bauen von Kita, Kindergarten und Schulen.
    Jede linke Regierung verlangt natürlich auch einen rechten Wiederstand. Um so mehr werden die Linken wie auch die Presse gegen die AfD hetzen um so wird auch die AfD stärker in ihrer Überzeugung und sie findet auch mehr Sympathisanten.
    Warum sind meine Rechte als einen religionsfreien Bürger nicht in der Verfassung verankert und Warum muss ich, mit meinen Steuern die Religionen unterstützen? Habt ihr eine seriöse Antwort? Ich bin überzeugt, dass jede „religiöse Fanatismus und Gehirnwäsche“ in keinen Fall gehört in der Gesellschaft des 21 Jahrhunderts auch wenn das religiöse Fanatiker und manche linken Gruppen mit Frau Merkl das anders sehen. Keiner von den Astronauten hat noch nie einen Gott oder Allah dort oben getroffen …. Also Leute denkt bitte mit einem gesunden Verstand nach. Brauchen wir die Religionen, die sich seit ihre Existenz immer wieder bekämpfen und die Opfer sind NUR die normalen Menschen? Wenn ich die Menschen beherrschen möchte, gründe ich eine Religion …

  • Tobias

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    Herrlich wie der „Import“ der Akteure hier hervorgehoben wird – das ist bei der Antifa schon seit Dekaden der Fall.

    Ansonsten ist die Sache einfach: Der Islam ist nicht mit dem Grundgesetz kompatibel. Punkt. So einfach ist das. Allerdings ist das GG auch genauso alt wie der Asylparagraph – und ich meine nicht die in den 90ern eingeführten Änderung. Damals war die Welt eine andere. Komisch, dass die Feinde der „Ewiggestrigen“ sich auf ein veraltetes Dokument stürzen und munter aus diesem Zitieren.

    Der Islam gehört nicht zu Deutschland, weil keine Religion zu unserem Staatswesen gehört. Daher ist diese Aussage korrekt. Etwas anderes wurde nicht gesagt, und es steht nicht da „Moslems raus“. Außerdem, wie gesagt, ist der Koran Grundgesetzfeindlich – noch in viel mehr Punkten als die pöse, pöse „NSAfD“ (in welcher Antifa-Filterblase sagt man denn sowas? Ist so dümmlicher Sprech dort ein Zeichen von Intelligenz oder eher blindes Gefolge?).

    Momentan zeichnet sich die für mich sehr amüsante Doppelmoral ab: Der Antisemitismus steigt rasant an. Durch die Muslime. Hat nun Deutschland seine Verwantwortung gegenüber der Juden zu erfüllen, oder muss es sich durch moralische Überlegenheit nun den per Definition (sprich Religionslehre) antisemitischen Moslems anbiedern? Wenn man dann noch Asylgründe „Homosexualität“ liest, dann merkt man, dass das ach so bunte Deutschland und ihre Moralisten ein Dilemma heraufbeschwört haben: Alle sich Gegensätzlichen der Welt in ein Land zu holen und zu hoffen, dass es irgendwie gut geht.

    (Erinnert ihr euch noch an die nicht auszustrahlende, öffentlich-rechtliche Doku über die französischen Juden, die durch den Islam täglich Gewalt erfahren? Wartet mal drei bis fünf Jahre ab. Dann kann sich Mathilde VIetze wieder in der Mittelbayerischen Zeitung als Leserbrief abdrucken lassen, dass das ja nie so geplant war :-))

  • mkv

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    Söder 2012: „Der Islam ist ein Bestandteil Bayerns“

    Gegen @ Ex-Regensburgerin der Essay

    „https://de.qantara.de/content/das-christliche-europa-eine-fiktion

    mit einer umfassenden Analyse, die nicht nur eine kurze Zeitspanne betrifft.

    Im Übrigen hat sich der neue Landesvater Söder schon 2012 im Sinne Wulfs geäußert. Was Katja Auer heute im Bayernteil der SZ (27.3.- Seite 33: „Ausgrenzendes Geschwätz“) deutlich herausgearbeitet hat.

    Söder 2012: „Der Islam ist ein Bestandteil Bayerns“

    Das hat er gesagt, der junge Landesvater. 2012. Bei einem Besuch des Ditib-Kulturfests in Nürnberg.

    Und daran wird sich auch die nächsten Generationen unserer kleinen Welt nichts ändern. Daran wird auch der Ausgang der Landtagswahl in Bayern nichts ändern. Aber vielleicht doch die Zustimmung zur CSU.

  • Markus Frowein

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    @ Ex-Regensburgerin (27. März 2018 um 08:11)

    „Nämlich gleich null – noch Fragen?!“

    Und deshalb müssen Sie gegen den Islam hetzen? Super Kulturleistung!

    Übrigens, ohne arabische Zahlen könnten Sie nicht so schön aufzählen und ich bin
    mir sicher, dass ohne diese so mancher hier noch mit Stöckchen zählen würde …

  • mkv

    |

    Ergänzender Hinweis:
    Qantara ist das arabische Wort für Brücke. Das gleichnamige Onlineportal Qantara.de versucht mit seiner Berichterstattung auf Deutsch, Englisch und Arabisch bereits seit gut 14 Jahren den Dialog mit der islamischen Welt zu fördern, Wissensdefizite zu minimieren und Vorurteile zu bekämpfen. Sprich, eine Brücke zur islamischen Welt zu bauen. Das Portal wird von der Deutschen Welle verantwortet und vom Auswärtigen Amt finanziert.
    TAZ

  • blauäugig

    |

    @Regensburger:
    “ Warum muss ich, mit meinen Steuern die Religionen unterstützen? “
    Tun Sie das denn, bezogen auf den Islam und das Judentum?
    Und wenn ja, mit welchem Anteil?
    Bezogen auf die römisch-katholische Kirche schauen Sie in die Geschichtsbücher – Montgelas kommt hier eine Schlüsselfunktion zu.
    „Ich bin gegen jede „Bau“ von, es ist egal von welchen Gotteshäusern, und es ist mir auch ziemlich egal welcher Religion. Ich bin für das notwendige Bauen von Kita, Kindergarten und Schulen.“
    Und ich bin für den Bau von Wohnraum. Aber ich bin mir bewusst, dass die Moschee von einer Glaubensgemeinschaft finanziert wird, Kita, Kiga und Schulen i.d.R. von der öffentlichen Hand und Wohnraum überwiegend von privater Hand. Deshalb halte ich Ihre vorgetragene Forderung bloß populistisch.

  • R.G.

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    In der von jedem hier ideologisch geführten Diskussion sehe ich mich bisher mit meinen Sorgen völlig allein.

    Sätze wie, der Islam gehöre schon oder nicht zu Deutschland, offenbaren mir in ihrer Grundkonstruktion bereits einen erschreckenden Mangel an Laizismus.

    Was jemand glaubt, wie jemand denkt, sollte zwecks Erhaltung einer demokratischen Grundordnung endlich in die Privatsphäre gehören.

    Die Frage lautet bei mir daher, darf sich die katholische Kirche als gerade noch Hauptreligionsvermittlerin, eigene Gesetze in der Verfolgung und Bestrafung bzw. Vertuschung von Sexualstraftaten an Kindern und kirchlichen Mitarbeitern, weiterhin geduldet behalten, und bei sturer Weiterführung der eigenen Rechtssysteme wie bisher, überhaupt noch Kinder ausbilden dürfen, in einem im Grunde nach Alttestamentlichem Recht geordnetem Kichenstaat im Staat?
    Konkret, nach uralten Abrahamitischen Regeln?

    Wollen wir dem Islam in seinen vielen Prägungen das gleiche Recht geben, eigenes innerhalb des Terretoriums Deutscher Staat gültiges Scharia Recht, das dem Abrahamitischen sehr gleicht und gleicher Entstehungszeit entstammt, verkünden, durch eigene Volksrichter Urteile sprechen, und das Leben Gläubiger und jedweder Andersdenkender davon bestimmen lassen, enger als es das staatliche Gesetzt fasst?

    Da die Hauptkirchen ihre vor allem finanziellen Privilegien verlören, so man endlich die seit Ende des Weltkrieges fällige Trennung zwischen Kirche und Staat vollzöge ( jedoch erst dadurch eine demokratische Grundordnung garantier wäre) unterhält man sich über Sichtvarianten auf die Fremderen, die das eigene Kirchenprivileg nicht angreifen sollen.

    Während schonend gefragt wird, ob der Islam zu Deutschland gehöre, stellt sich offensichtlich die Diskussion, ob das Schariarecht zur Demokratischen Grundordnung passen kann und darf, oder diese ablösen soll.

    Jede Antwort darauf hat mittelbar für die Katholischen und Evangelischen Kirchen Folgen.

  • Joachim Datko

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    Die „arabischen“ Zahlen kommen aus Indien.

    Zitat: Markus Frowein 10:16 „Übrigens, ohne arabische Zahlen könnten Sie nicht so schön aufzählen […]“

    Wie auch bei manchen griechischen Kulturleistungen haben die „arabischen“ Zahlen Vorläufer in anderen Kulturen, aus denen sie weiterentwickelt wurden. Man könnte sie auch indische Zahlen nennen.

  • Piedro

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    Tobias
    27. März 2018 um 09:59 | #

    Herrlich wie der „Import“ der Akteure hier hervorgehoben wird – das ist bei der Antifa schon seit Dekaden der Fall.

    Ansonsten ist die Sache einfach: Der Islam ist nicht mit dem Grundgesetz kompatibel. Punkt. So einfach ist das.

    ***

    Herr Tobias, es mangelt Ihnen eklatant an politischer Bildung. Das Grundgesetz gewährt Religionsfreiheit, das ist selbst Ihnen bekannt. Es gibt andere, nicht religiöse Gesinnungen, die nicht mit dem Grundgesetz kompatibel sind. Kommunismus, Nationalsozialismus, Rassismus, um nur einige zu nennen. Trotzdem ist es nicht verboten Kommunist, Rassist, Nazi zu sein. Was verboten ist: diese Gesinnung in Wort und Tat so zu vertreten, dass es gegen Gesetze verstößt. Ein Nazi darf so wenig wie ein Islamist Hetze betreiben, zur Gewalt aufrufen, Diskreminieren, gewalttätig werden.

    Wenn eine Organisastion grundgesetzfeindlich ist, kann sie verboten werden. „Der Islam“ ist jedoch keine Organisation. Moscheevereine sind es, zB, und wenn die entsprechend agieren werden sie verboten und die Akteure bestraft.

    Nach Ihrer kruden Vorstellung soll eine Religion verboten werden, weil Teile der Religionsangehörigen Ihrer Meinung nach Positionen vertreten,, die gegen das Grundgesetz verstoßen. Und damit wünschen sie auch alle Religionsangehörige zu treffen, die völlig grundgesetzkompatibel mit uns leben. Selbst Ihnen müsste aufgehen, dass dies so nicht rechtmäßig ist.

    Auf den dummen Spruch vom „Import“ mag ich nicht eingehen, zu niveaulos.

    ****
    Allerdings ist das GG auch genauso alt wie der Asylparagraph – und ich meine nicht die in den 90ern eingeführten Änderung. Damals war die Welt eine andere. Komisch, dass die Feinde der „Ewiggestrigen“ sich auf ein veraltetes Dokument stürzen und munter aus diesem Zitieren.

    ***

    Womit Sie gekonnt den Boden des Grundgesetzes verlassen haben, Herr Tobias. Das Grundgesetz ist eine der fortschrittlichsten und freiheitlichsten Verfassungen dieser Welt. Was Sie persönlich für „veraltet“ halten ist völlig wurscht. Es steht Ihnen frei, sich mit Ihren Gesinnungsgenossen um eine 2/3-Mehrheit im Bundestag zu bemühen und eine Grundgesetzänderung zu bewirken. Es steht Ihnen frei sich lächerlich zu machen und am Volkswillen zu scheitern.

    ****
    Der Islam gehört nicht zu Deutschland, weil keine Religion zu unserem Staatswesen gehört.

    ***

    Das ist Unsinn, selbst Ihnen ist bekannt, dass der Staat Kirchensteuer erhebt, oder etwa nicht? Ausserdem ist es ein Unterschied, ob es eine Staatsreligion gibt (gibt es nicht), oder ob ein Staat keine Religion zulässt. Bei uns herrscht Glaubensfreiheit, was Ihnen den Vorteil bietet glauben zu dürfen was Sie wollen, auch so ein dummes Zeug wie Sie hier zum Besten geben.

    ****

    Daher ist diese Aussage korrekt. Etwas anderes wurde nicht gesagt, und es steht nicht da „Moslems raus“. Außerdem, wie gesagt, ist der Koran Grundgesetzfeindlich – noch in viel mehr Punkten als die pöse, pöse „NSAfD“ (in welcher Antifa-Filterblase sagt man denn sowas? Ist so dümmlicher Sprech dort ein Zeichen von Intelligenz oder eher blindes Gefolge?).

    ***

    Das schlägt dem Fass den Boden aus. Vermutlich mangelt es Ihnen nicht nur an politischer Bildung, sondern auch an grundlegenden Geschichtskenntnissen. Ihre Pseudoargumentation lässt völlig ausser acht, dass die Mehrheit der hier lebenden Moslems sich gesetzeskonform verhalten, dass viele deutsche Staatsbürger sind. Abgesehen von vielem anderen, was Sie schlicht nicht wahrnehmen wollen oder können, warum auch immer. Aber sie kommunizieren hier mit intelligenten Menschen, nicht mit Dumpfbacken, die nichts anderes kennen und wissen wollen als ihre enthirnten Parolen. Geben Sie sich doch mal ein bisschen mehr Mühe und versuchen sie mal Argumente zu bringen, statt in einem fort die immer gleichen, haltlosen und unbelegten Behauptungen aufzustellen. Versuchen Sie einfach mal kein Troll zu sein.

    ****
    Momentan zeichnet sich die für mich sehr amüsante Doppelmoral ab: Der Antisemitismus steigt rasant an. Durch die Muslime. Hat nun Deutschland seine Verwantwortung gegenüber der Juden zu erfüllen, oder muss es sich durch moralische Überlegenheit nun den per Definition (sprich Religionslehre) antisemitischen Moslems anbiedern?

    ***

    Der Staat ist in der Verantwortung für die Freiheitsrechte aller Bürger. Gegen antisemitische Aktionen ist vorzugehen, das steht außer Zweifel, ob sie von Moslems, Nazis, Afd-Pöbel oder sonstwem kommen. Vermutlich sind ihnen nur jene Passagen des Korans bekannt, die auf PI und ähnlichen Plattformen verbreitet werden. Auch hier besteht die Möglichkeit sich weiter zu bilden und zu erfahren, wie der Koran zum Judentum, ebenso zum Christentum steht. Muss aber nicht sein, wenn es Ihnen ausreicht auf dem gleichen Wissenstand zu agieren wie der Teil der Muslime, die ihre Schrift lieber selektiv lesen.

    ****
    Wenn man dann noch Asylgründe „Homosexualität“ liest, dann merkt man, dass das ach so bunte Deutschland und ihre Moralisten ein Dilemma heraufbeschwört haben: Alle sich Gegensätzlichen der Welt in ein Land zu holen und zu hoffen, dass es irgendwie gut geht.

    ***

    Was bitte soll „alle sich Gegensätzlichen“ heißen? Und wie kommen Sie auf das morsche Brett, dass irgendwelche „alle“ der Welt ins Land geholt werden? Konzentrieren Sie sich mal, wenn möglich auf die Wirklichkeit.

    ****

    (Erinnert ihr euch noch an die nicht auszustrahlende, öffentlich-rechtliche Doku über die französischen Juden, die durch den Islam täglich Gewalt erfahren? Wartet mal drei bis fünf Jahre ab. Dann kann sich Mathilde VIetze wieder in der Mittelbayerischen Zeitung als Leserbrief abdrucken lassen, dass das ja nie so geplant war :-))

    ***

    Zu dem Thema gibt es in den Mediatheken reichlich Material, das selbst für Sie auffindbar wäre. Und Ihresgleichen hat in Sachen Prophetie regelmäßig versagt. Bisher ist der Stand der Dinge so, dass Gewalt gegen Juden überwiegend von deutschen Antisemiten ausgeübt wird. Diese Tatsache mag Ihnen nicht behagen, aber sie ist nachweisbar.

    Wenn man antisemitische Sprüchklopfer und Hetzer sucht, wird man in den Reihen der AfD leicht fündig. Das reicht von Holocaustleugnern bis zu offen antisemtischer Hetze. Ähnlich verhält es sich beim Thema Homosexuaität. Andreas Gehlmann, AfD-Mandatar in Sachsen-Anhalt, hat sich sogar erblödet Haftstrafen für Homosexuelle zu verlangen.

    Wenn sie mit Antisemiten und Homophoben Volltrotteln aufräumen wollen, finden sie solche in ihrem politichen Umfeld ohne viel suchen zu müssen, und da müssen Sie sich nicht mal auf bloße Behauptungen und hatloses Rechtsverständnis stützen, da finden sie ganz leicht belastbare Belege.

  • Piedro

    |

    @RG
    „Während schonend gefragt wird, ob der Islam zu Deutschland gehöre, stellt sich offensichtlich die Diskussion, ob das Schariarecht zur Demokratischen Grundordnung passen kann und darf, oder diese ablösen soll.“

    Ist Ihnen diese Frage wirlich nicht peinlich?

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko

    Das Prinzip der Null stammt aus dem indischen Kulturraum und wurde von den Arabern übernommen. Die Zahlen selbst stammen aus Arabien und haben das Gestrichel Europas abgelöst.

    Würden hier gleich viele Inder Schutz suchen oder einwandern, hätten wir eine „Hindu-Debatte“. Die genauso dämlich geführt würde.

  • R.G.

    |

    @Piedro
    In meinem teils noch erzkatholischen oder orthodoxen, teils hinduistischen oder buddhistischen, inzwischen jedoch überwiegend von der Scharia, weil durch ein Neuverständnis des moslemischen Glaubens unserer Gastarbeiter und Zuwanderer geordneten Umfeld, hat man keine Vorstellung darüber, welchen Vorteile eine westliche Demokratie überhaupt haben könnte.

    Man genießt zwar deren Vorteile, Konfiktlösung sucht man auf die gewohnte, herrische Art.

    Ohne Reden, Diskutieren, kann keine Entwicklung in Gang kommen.
    Ein Bekenntnis zur Demokratie als für alle noch schadensfreieste Form des Zusammenlebens wird maximal am Ende eines langen und mühsamen Gesprächsprozesses entstehen können.

  • joey

    |

    @Pietro
    Hindus gibt es hier in Regensburg, ich hatte mal kurz mit „echten“ bei einem Außentermin was zu tun. Die Frau hatte immer 5m hinter den Männern zu gehen. Anfangs habe ich das nicht kapiert und wollte „auf sie warten“, bis man mir bedeutet hat, daß „Sie das so möchte“.

    Was würden Sie nun sagen, wenn jemand einen Tempel bauen möchte, wo so eine Religion verbreitet wird – die auch sonst voll Diskriminierung in allen Richtungen strotzt (Kastensystem)?

  • Piedro

    |

    @R.G.

    Ihr Umfeld kann ich natürlich nicht beurteilen. In meinem Umfeld ist nicht erkennbar, dass die Scharia einen Einfluss auf die Menschen hat. In meinem Team befindet sich eine Muslima, die aufgeschlossener und demokratischer nicht sein könnte. Eine weitere Muslima, erkennbar orthodox, werde ich ab morgen einarbeiten. Ich werde ihr ganz bestimmt nicht mit irgendwelchem Scharia-Gefasel begegnen. Noch viel weniger werde ich mit anmaßen zu beurteilen, welches „Neuverständnis“ ihres Glaubens moslemische Mitbürger haben, ehe ich mit ihnen gesprochen hätte.

    Ich lebe in einer erzkatholischen Stadt. Die Grausamkeit des Katholizismus ist hier sichtbarer als sonstwo. Vielleicht wissen Sie was man den Wiedertäufern angetan hat. Es ist eine Großstadt mit den dazugehörigen Zuwanderern und Flüchtlingen. Moslems arbeiten in Geschäften und Betrieben. Sie besuchen ihre Moscheen. Sie zahlen Steuern. Ihr Kinder sind in den Kitas und Schulen. Bestimmt gibt es hier Friedensrichter, ein Pendant zu den Ombudsmännern. Es ist mir nicht bekannt, dass die die Scharia zur Grundlage unserer Rechtsprechung machen wollen. Was mit bekannt ist: eine Pegida-Gruppe hat sich via Facebook aufgepudelt und nach Dumpfbackenmanier gehetzt. Sie dachten an ihre Haßreden auch in unserer Stadt zu schwingen. 20.000 Menschen haben sich versammelt und deutlich gemacht, dass sie besser in ihrem virtullen Gulli bleiben. Die AfD hat es in den Stadtrat geschafft. Die drei Hanseln glänzen vor allem durch Untätigkeit. Nicht mal die können das Zusammenleben mit den moslemischen Mitbürgern beanstanden.

    Wenn es hier anders ist als in Ihrem Umfeld wäre es interessant die Gründe dafür zu beleuchten. Vielleicht liegt es daran, dass Moslems nicht der andernorts stattfindenen Hetze ausgesetzt sind und die Bauernfänger der Islamisten hier keine Opfer finden. Keine Ahnung. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass sich auch die Mitbürger moslemischen Glaubens der Vorzüge eines demokratischen, auf Bürgerrechte ausgerichteten Rechtsstaates bewußt sind und Ihre Darstellung befremdlich fänden.

    „Ohne Reden, Diskutieren, kann keine Entwicklung in Gang kommen.“

    Das ist richtig. Aber wer soll mit Leuten reden, die Pauschalurteile über eine Weltreligion fällen und Menschen dieses Glaubens Demokratieverständnis, Rechtsstaatlichkeit, Bildung, das Ausüben ihres Glaubens, ja sogar den Aufenthalt aufgrund ihres Glaubens verbieten wollen? Da git es keine Gesprächsbasis. Aber es gibt den demokratischen Konsens. Weder Pegida noch AfD sind „das Volk“. Daran werden die Parolen und Pseudoargumente so wenig ändern wie die Propaganda mit Fakenews oder die gegenseitige Bestätigung in abartigen Forengruppen.

  • Piedro

    |

    @joey

    Zunächst dürfen sie mich mit Piedro ansprechen. Budderweiches D. Wenn ich bitten darf.

    Dann merke ich mal freundlich an, dass sie zu dem, was ich auf Ihren Beitrag erwidert habe, nicht mal im Ansatz eingehen. Brav, so kennt man Ihresgleichen. Aber sie haben mal einen „echen Hindu“ kennen gelernt. Sie sind sogar neben ihm her gegangen. Und nun wissen Sie, wie „die Hindus“ sind.

    Aus meiner Zeit in Österreich hatte ich mit vielen Hindus und mit Sikh zu tun, und obwohl es da einige Übereinstimmungen gab könnte ich Ihnen nicht sagen wie „die“ sind. Aber bitte, der Herr hat die Gaben des Verstandes und Begreifens bekanntlich recht unterschiedlich verteilt, ich scheine da Ihnen gegenüber im Nachteil zu sein.

    Um ihre Frage zu beantworten, obwohl das eigentlich im vorherigen Beitrag schon geschehen ist: wenn „so jemand“ einen Tempel bauen will hat er sich an die zuständige Behörde zu wenden, die Bau- und Nutungspläne einzureichen und das Genehmigungsverfahren im Rahmen der Rechtsmittel zu akzeptieren. So ist das in einem demokratischen Rechsstaat, auch wenn Sie das vielleicht verstörend finden. Macht mich das zu einem Befürworter patriarchaler Traditionen oder gar des Kastensystems? Gewiss nicht. Es kennzeichnet mich als Demokraten, der die Religionsfreiheit achtet. Möge Ramas mit mir sein.

    Sollten Sie wegen der Anwesenheit von Hindus in Ihrer Gemeinde um das Wohl der Frauen besorgt sein (was ich Ihnen nicht abkaufe) empfehle ich sich mit dieser Religion und ihrer Geschichte zu beschäftigen, aucch wenn das nicht nötig ist um sie abzulehnen. Sie werden feststellen, dass auch der Hinduismus nicht homogen ist. Nach dieser verstörenden Erkenntnis könnten Sie sich zB mit dem indischen Feminismus beschäftigen und erkennen, dass auch hier eine Entwicklung stattfindet.

    Vor etwa 50 Jahren war unser Land noch per Gesetz patriarchalisch. Vieleicht ist Ihnen das bekannt. Es gab eine Entwicklung, und der hinkt der von Ihnen bevorzugte Parlamentsanbieter weit hinterher. „Ihre“ Afd möchte zB Transferleistungen für Alleinerziehende streichen, weil es nicht Aufgabe des Staates sei ein „selbstgewähltes Lebensmodell“ zu finanzieren. Aber immerhin: auch diese Frauen dürften neben einem Mann laufen. Ist doch schon mal was.

  • kida

    |

    @Piedro
    Sie haben Unrecht, was die arabischen Zahlen anbelangt.
    aus: Paul Kunitzsch: Zur Geschichte der arabischen Ziffern, Bayerische Akademie der Wissenschaften:
    „Eine völlige Revolutionierung der Zahlennotation wurde, wohl im 5. oder 6. Jahrhundert, in Indien gefunden. Mit nur neun Zeichen – für die Einer 1–9 – sowie einem gesonderten
    Zeichen (unsere Null) für eine ‘leere’ Dezimalstelle, auf der keines der neun Zeichen steht, wurde es so möglich, alle Zahlen beliebiger Größe in einem streng dezimalen Stellensystem niederzuschreiben. Dieses neuartige System der Zahlenschreibung verbreitete sich schnell sowohl ost- wie westwärts.“
    „Die arabisch-islamische Welt dürfte im 8. Jahrhundert mit dem indischen Ziffernsystem und den damit verbundenen Rechenmethoden bekannt geworden sein, sei es auf im einzelnen nicht fassbaren Wegen über Persien, sei es im Anschluss an jene
    indische Gesandtschaft an den Bagdader Kalifenhof (154 d. Higra/771 oder 156/773), die als Geschenk ein indisches astronomisches Handbuch (Siddhánta) mitbrachte, das kurz darauf auf Befehl des Kalifen ins Arabische übersetzt wurde.“

    Ansonsten stimme ich Ihnen in allen Punkten zu :)

  • Piedro

    |

    @kida

    Danke. Wieder was gelernt. :)

  • auch_ein_regensburger

    |

    @ Ex-regensburgerin
    Da würde ich Ihnen ja mal ganz spontan z.B. die Werke von Nagib Mahfuz (Literaturnobelpreis 1988) oder Yasar Kemal empfehlen. Nur mal so zur Horizont-Erweiterung …

  • auch_ein_regensburger

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    @ Tobias
    Sehr aufschlussreich, dass Sie das AfD-Pendant im politisch linken Spektrum bei der Antifa verorten, also im eindeutig extremistischen Bereich. Die AfD behauptet doch von sich selber so gerne, eine demokratische Partei zu sein?

  • Giesinger

    |

    @Markus Frowein 9:34
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spitzelaktivitaeten-foerderung-von-ditib-liegt-auf-eis/19520674.html

    O.K. Sie waren kurz eingefroren, dann aber schließlich wohl im Mai 2017 von einer SPD-Ministerin wieder freigegeben worden. Ich war da nicht ganz up to date. Ich war auf dem Stand von März 2017.

    Hier z.B. ein Link http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/122/1812259.pdf

    Bitte sonst selber suchen. Bereits bewilligte Projekte/Zuschüsse wurden gezahlt.

    Hier z.B. noch ein Link, der der Mehrheit hier aber nicht gefallen wird. Also bitte selber suchen.
    http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/deutsche-steuergelder-fuer-die-ditib.html

  • joey

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    @Piedro
    Indien (in all seiner Vielfalt) ist wie auch immer nicht als Paradies des Feminismus bekannt. Aber wahrscheinlich wissen die meisten Inder nicht so viel wie Sie über den Hindu Feminismus. Deutschland vor 50 Jahren war deutlich anders als Indien heute: hier mal die Reisehinweise des AA:
    https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/indien-node/indiensicherheit/205998#content_1
    „Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte über sexuelle Übergriffe vor allem auch für alleinreisende Frauen.“

    Sie haben mir hier noch nicht geantwortet, weil ich auch vorher noch nichts geschrieben habe. Verwechseln Sie bitte niemanden vor lauter Vollzitaten.

  • Mathilde Vietze

    |

    Kommentar gelöscht. Unterlassen Sie Beleidigungen anderer im Forum.

  • Piedro

    |

    joey
    27. März 2018 um 17:34 | #

    @Piedro
    Indien (in all seiner Vielfalt) ist wie auch immer nicht als Paradies des Feminismus bekannt. Aber wahrscheinlich wissen die meisten Inder nicht so viel wie Sie über den Hindu Feminismus.

    ***

    Welches Land ist denn ihrer Meinung nach für Feministen paradiesisch? Mir fällt keines ein. Überall müssen Frauen für ihre Rechte kämpfen, mal mehr, mal weniger. Überall werden sie angefeindet, mal „nur“ verbal, mal mit Gewalt und Gesetz. Oder politisch, wie etwa im AfD-Wahlkampf, die ja bekanntlich laut ihrem Wahlprogramm gegen die „Gleichstellungsideologie“ angehen will. Dem Bestreben für Gleichstellung und Gleichberechtigung, oder nur das eigene Leben, sei es „selbstgewählt“, wie die AfD das Aufziehen von Kindern ohne Ehepartner versteht, oder aus wirtschaftlichem Zwang.

    Und bitte, Herr Joey, wieso sollte ich mehr über einen gesellschaftlichen Disput in Indien wissen als die Bürger dieses Landes? Weil sie „den Hindus“ (oder wie immer sie diese Menschen bezeichnen möchten) nicht zutrauen mitzukriegen was in ihrem Land passiert?

    „Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte über sexuelle Übergriffe vor allem auch für alleinreisende Frauen.“

    Ein schönes Beispiel für staatliches Geblubber. Reisende sollten sich immer angemessen verhalten, der Situation und der Kultur. Aber abgemessenes Verhalten bewahrt auch die Frauen und Mädchen in Indien nicht vor Vergewaltigung, wenn sie Tätern begegnen.

    Das Ausmaß von und der Umgang mit sexuellen Übergriffen lässt sich übrigens nicht an Religionen festmachen. Das sieht man, wenn man etwa Indien, Ägypten und Brasilien vergleicht. In diesen Ländern sind die Quoten hoch und der Umgang von Polizei und Justiz mit Opfern wie Tätern ist höchst bedenklich. In allen Ländern werden Feministen angefeindet und bedroht, mal von Hindus, mal von Moslems, mal von Katholiken.

  • Piedro

    |

    @Giesinger

    Es ist wirklich beschämend wie schwer sich unsere Parlamentarier damit tun, diesem Erdogan endlich mal seine Grenzen aufzuzeigen. Nach allem, was man inzwischen über die Ditib weiß ist es höchst an der Zeit hier zu Konsequenzen zu kommen. Das betrifft natürlich keine Baugenehmigungen, schon gar keine, die bereits erteilt wurden, aber andere Ansatzmöglichkeiten böten sich da schon.

    Verbindungen des türkischen Staatschefs mit dem organisiertem Verbrechen, um gegen politische Gegner vorzugehen, gehören aufs diplomatische Parkett. Nicht für ein gepflegtes Tänzchen, sondern für nen gescheiten Pogo.

  • Besorgter Bürger

    |

    Noch wenige Jahrzehnte zurück konnte frau in Deutschland kein Bankkonto ohne ihren Mann eröffnen noch eine Arbeit annehmen. Es gab noch „schuldig geschieden“, was meistens den Frauen angelastet wurde; und Vergewaltigung in der Ehe wurde erst in den 90-er Jahren als Straftatbestand festgezurrt, gegen Widerstand aus der CSU…. Lag das dann auch an der Religion, in diesem Fall dem Christentum?

  • Mathilde Vietze

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • altstadtkid

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    Ist schon schlimm wie beide Extreme auf die CSU eindreschen, die kann einem echt leid tun.
    Ist aber auch nur eine Partei und schaut Ihren Wählern „aufs Maul“, und muss halt große Teile ihrer Wähler und ex-Wählerschaft bedienen.
    Da tun sich halt kleinere Parteien und Grupierungen leichter

  • joey

    |

    @Piedro
    Im Deutschland 1950 wurden „leicht Bekleidete“ zwar wohl beschimpft, aber nicht vergewaltigt. Das hat nichts mit Genetik zu tun, sondern mit gesellschaftlicher Entwicklung. Die ist in islamisch und hinduistisch geprägten Staaten ganz offensichtlich „anders“ als in Deutschland.
    Es geht nicht um Genetik (oder wo auch immer Rassismus ansetzt), sondern um langfristige kulturelle Prägung, bei der Religion klar eine große Rolle spielt.

    Brasilien: siehe Reisehinweise des AA. „staatliches Geblubber“. Glauben Sie, was Sie wollen. Ihr gutes Recht, sich zum obersten Rechthaber zu erklären, der Begriff ist nicht geschützt.

    Ich verteidige hier nicht die AfD (die schon gar nicht „meine“ ist). Deshalb kann ich trotzdem „freiwillige“ Erniedrigung von Frauen ablehnen, ob sie sich nun vermummen oder weit hinter dem Mann gehen muß.

  • Josef

    |

    auch_ein_regensburger

    27. März 2018 um 15:48 | #

    auch_ein_regensburger am 27. März 2018 um 15:48 @ Ex-regensburgerin

    „Da würde ich Ihnen ja mal ganz spontan z.B. die Werke von Nagib Mahfuz (Literaturnobelpreis 1988) oder Yasar Kemal empfehlen. Nur mal so zur Horizont-Erweiterung …“

    … und als nicht angesprochener Einmischling empfehle ich Ihnen:
    a) “ Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin
    b) “ The Revolt“ von Menachem Begin.

    Viel Vergnügen.

    Josef

  • Piedro

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    @Joey

    Diese Ablehnung haben wir gemeinsam. Der Unterschied: Sie schließen von ihren Beobachtungen auf alle Individuen eines „Kulturkreises“, verorten die Religion als Wurzel des Übels und stellen Ihren Rückschluss über die Freiheitsrechte unseres „Kulturkreises“ und wollen Tempel verbieten, also die Religionsfreiheit einschränken und das Versammlungsrecht beschädigen. Natürlich keine katholischen Tempel, denn in Brasilien ist die Religion offenbar nicht Wurzel des gleichen Übels, da ist es dann „nur“ die patriarchale Prägung.

    Zumindest kommt das so rüber. Was natürlich auch an denen liegen kann, die ihre hehre Absicht edler, demokratischer Schutzbestrebungen nicht erkennen. Ich vermute allerdings, dass das Gleichheitsprinzip bei Ihnen Aussetzer hat wenn der „Kulturkreis“ und/oder die Religion nicht in Ihr Raster passt.

  • Tobi Becq

    |

    ‚Teile und Herrsche‘ at its Finest!

    Während man seitens des Imperiums ganz augenscheinlich große geopolitische und weltwirtschaftliche Verwerfungen, mit am Ende – wenn es blöd läuft – Millionen von Toten anstößt…

    …während man seitens der transatlantisch eingenordeten Herrschaft weiter an der Entmündigung, Entrechtung, Verarmung und Infantilisierung der Massen herumdoktert…

    …während wir von der TAZ nach der FAZ, von Blöd nach Spiegel praktisch keine wirklich differenzierte und investigative, journalistische Qualität mehr vorfinden, sondern allenfalls noch gleichgeschaltete Herrschaftspropaganda…

    …während man für uns Nebelkerzen wie ‚Dieselfahrverbote‘ abbrennt, die auch nur die Falschen bestrafen und unsere Freiheitsgrade weiter einschränken sollen, wobei Monsanto&Co. uns schon noch weiter vergiften dürfen, wie es diesen Agro- Biotech- und Pharmakonzernen eben beliebt…

    …installieren unsere Soziokybernetiker und Psychoingenieure eine weitere transatlantische Auffangschale, diesmal für das demokratische Leckwasser vom rechten Rand des Spektrums, während man den – einst am linken Rand des Spektrums geschaffenen – Auffangschalen von Olivgrün bis Links bei ihrer Versozialdemokratisierung zusehen darf.

    Da kann das Stimmvieh, ganz gleich welcher Couleur, dann seine individuelle Fehlidentität suchen und finden, um weiterhin die Illusion von Mündigkeit und Selbstbestimmung pflegen zu können. Putzig!

    Diese politisch gedulteten ‚Außenseiter‘ des Spektrums kreisen, von den jeweiligen Grenzen des ideologischen Weidezauns her, natürlich auch nur um ihr jeweiliges Ego, während ihnen die zum Gegenstand ihres Streits reduzierten muslimischen Mitmenschen dabei im Grunde völlig einerlei sind. Die werden nicht mal gefragt oder gehört, die werden einfach genauso zu Objekten reduziert, wie man sich den wesentlichen Problemen, wie einer – den Planeten verzehrenden – Wachstumsideologie oder der uns gnadenlos vernutzenden US-Hegemonie hartnäckig verschließt.

    Da wollen die Rechten lieber geistes-, kreativitäts- und seelentoxische Zwangs-, Lernkonkurrenz-, Unterwerfungs- und Aufnormanstalten aka. Schulen oder katholische Tempel statt Moscheen sehen, wollen sie unsere, bei unserer automatisierten und viel zu produktiven Wirtschaft, für den Arbeitsmarkt eh längst obsoleten, jungen Menschen lieber in Flintenuschis Nato-Kanonenfuttertruppe als beim IS-Staat sehen und begreifen sich, dank perfider und bewusst genau so eingefädelter Gegenpresse auch noch als echte völkische Rebellen, Freigeister und Revoluzzer gegen die „linksgrün versifften Gutmenschen“ und Mitläufer. Sie begreifen sich als echte Bastion gegen die, von ihnen so wahrgenommen geglaubte sog. „Migrationswaffe“ und „Umvolkungspolitik“, gegen welche (neben Fleiß, Tüchtigkeit und Gehorsam) nur die Fehlidentitäten Nation, Blut, Ehre, Christentum und Vaterland helfen können.

    Nicht minder furchtbar mutet da nur die andere Seite an, die auch nichts wirklich wesentlicheres oder besseres zu tun zu haben scheint, als ihrer – im Grunde genauso fanatisierten – Konditionierung gegen alles, das Braun riecht Folge zu leisten, ohne sich je auf eine zumindest erträglich sittliche Diskussionskultur und Offenheit gegenüber anderen Meinungen einzulassen, um sich gleichermaßen, auch nur wie ein pawlowscher Köter konditioniert, in ein aufoktroyiertes, befohlenes oder anerzogenes Feindbild zu verbeißen.

    So projiziert jede Seite die eigene Unzulänglichkeit auf das Gegenüber und vermeidet damit jede Verantwortung oder kritische Selbstreflexion. Das ist alles furchtbar, denn es geht auf der einen Seite um gar kein wesentliches Thema, derer da so viele wären, wie o.g. Verarmung, Entrechtung, kommende vom US-Imperium eingetütete Kriege, Abertausende Tote im Jemen oder furchtbaren, rechtsstaatlichen Verwerfungen, etwa durch Polizeirechtsreformen usw. usw. usw.

    Auf der anderen Seite ginge es schon um etwas sehr Wesentliches, nämlich um, als geopolitische Verfügungsmasse unfreiwillig über den Globus verschobene, muslimische Mitmenschen und ihr Recht auf Selbstbestimmung und Würde, die aber auch nicht als Menschen wahrgenommen werden, sondern die nur zum Zankapfel von ideologisch verhetzten Egomanen reduziert werden.

    Ein richtiger Diskurs findet eh nicht statt, wie überall in der Politik. Der Moslem wird wahlweise oder wechselseitig mal zum Terroristen oder zur potenziellen Quelle des Terrorismus reduziert, etwa wenn es darum geht für die USA Rohstoff- und Resourcenwegekriege abzunicken oder zu führen und wird andererseits zur Keule moralischer Entrüstung reduziert, wenn es darum geht, dem jeweils anderen damit über den Schädel zu ziehen.

    Schöne Sch*

    Das war jetzt evtl. wieder zu viel Aluhut für die Zensur und wahrscheinlich hab ich es mir endgültig mit allen verscherzt, aber das ist mir mittlerweile auch egal.

  • Jürgen

    |

    Erdogan ist nicht das Problem das Regensburg lösen kann. Solange Erdogan als demokratischer Staatschef von Deutschland und Europa anerkannt ist, können wir DITIB nicht deswegen ablehnen weil sie Erdogan freundlich sind.

  • Piedro

    |

    @Tobi Becq

    Hoffentlich sind Sie jetzt nicht all zu enttäuscht, dass die Zensur nicht funktioniert.

    Bei manchem haben sie wohl recht, und klug geschrieben ist das auch. Aber mir fehlt das Fazit. Da deutet sich einzig ein, man solle ausschießlich über die großen Zusammenhänge reden, einzig über die Möglicheit eine gerechte, friedliche Welt zu gestalten diskutieren. Nicht über viel zu kleine Themen irgendwelcher Artikel, nicht über die belanglosen Meinungäußerungen irgendwelcher Kommentatoren.

    Damit wäre die Arbeit des Herrn Aigner und seiner Redaktion obsolet, weil er sich nicht der großen, schlimmen Welt zuwendet, sondern nur dem kleinen, abstrusen Regensburg, und es entweder nicht schafft die Zusammenhänge eines Wochenblättchenschmierfinks mit der globalen Medienkontrolle zu erkennen, oder es verabsäumt die Rechtfertigungsarien einer Bürgermeisterin oder Jobcenterbossin in Verbindung mit den Entrechtungsstrategien einer weltweiten Schattenherrschaftsoligarchie zu stellen. Alles andere ist ja, wenn ich Sie recht verstehe, weder schreibens-, noch lesens-, noch diskutierenswert.

    Schonzeit für die Korrupten, die Verlogenen, die Dumpfbacken, die Scheinheiligen bis die Welt in Ordnung gebracht wurde.

    Nö, keine gute Idee.

  • joey

    |

    @Piedro
    lassen Sie doch mal Brasilien weg. Da ist Kriminalität außer Kontrolle und Vergewaltigung bei den vielen anderen Verbrechen schlicht inbegriffen.
    Wir sprechen hier über Regensburg. Da sind verschleierte Brasilianerinnen selten.

    Ich will gar nichts verbieten. Wenn Sie da (in Ihrer streng wissenschaftlichen Art) ein Zitat von mir auftreiben, her damit.

  • auch_ein_regensburger

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    @ josef
    Passt schon. Hätte mich auch sehr gewundert, wenn ein AfD-Anhänger in der Lage wäre, auf ein Argument einzugehen. Die Hoffnung habe ich schon lange aufgegeben. Warum erinnert mich dieser verwirrte Haufen in seiner Parallelwelt nur immer mehr an eine Sekte?

  • mkv

    |

    WUT und EXTREMISMUS

    „Der Extremismus ist auf dem Vormarsch. Lassen sich westliche Demokratien in eine Spirale der Wut ziehen, die sowohl Islamisten als auch Rechtsradikalen zugute kommt? Mit gezielten Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Radikalen beider Seiten zeigt Extremismusforscherin Julia Ebner, wie sich deren Strategien wechselseitig ergänzen und verstärken.“
    EIn Buchempfehlung und mehr unter
    https://www.freitag.de/produkt-der-woche/buch/wut

  • R.G.

    |

    @Piedro

    Religiös und/oder ideologisch gebundene Zuwanderer und Flüchtlinge sind für mich, was ich in meiner eigenen Beschränkt- und Gebundenheit an ihnen wahrnehme – im besten Fall.

    Es kann unter Umständen, wenn ich zu einer von ihnen feindlichen eingeordneten Gruppe gehöre, gar keine eigene persönliche Wahrnehmung ermöglicht werden.

    Ich nehme als Beispiel, wie sich das Leben der vorher ganz zu uns „Inländern“ gehörenden Juden und Kopten in einer Handwerkerstraße in unserer Nähe veränderte, seit ein Flüchtlingswohnort ohne Lebensqualität, in der Nähe errichtet wurde. Bewohnt ist er ausschließlich von Menschen aus arabischen Kriegsschauplätzen. Juden und Kopten sind für sie, mit der Muttermilch gelernt, Erstfeinde.

    Theoretisch kann sich hinter jedem Schreiber anderer Sicht auf Moslems und ihre Gebetszentren, ein von diesen in der Regel aus Tradition verachteter Volks- oder Religionszugehöriger stecken.
    Piedro, dann treffen Ihre Beispiele aus Ihrer positiveren Erfahrungswelt für diesen Menschen nicht zu!

    Ich lebte an einem Wohnort neben beinahe ausschließlich anatolischen, iranischen und saudischen Moslems. Damals lernte ich, unter ihnen sind Rassismen und religiöse Unterscheidungskämpfe Alltag. Sie nahmen einander nicht mal als Glaubensbrüder wahr.

    An dem Tag, da ich von den Anatoliern nach langer Bekanntschaft mit vielen Familien warmherzig als ihnen völlig gleichwertig anerkannt wurde – der Hodscha verkündete mir das feierlich – forderte man mich gleichzeitig zur Entscheidung gegen die Anhänger des vermeintlich schlechteren Zweigs ihres Glaubens auf, und zum Ende meiner Freundschaft zu Juden. Da ich meinte, mich der Positionierung entziehen zu können, fühlte man sich sofort zutiefst in der Ehre beleidigt. Da für sie Anschluss an sie das Teilen ihrer Feinde einschloss.

    Rassismus, religiöse Fanatismen, das kann man nicht nur bei uns und von uns Deutschstämmigen und hier Eingepassten erleben.

    Wer Zielscheibe pauschaler, persönlicher Ablehnung oder der seines eigenen ganzen Volkes war und ist, dem gestehe ich selbstredend einen anderen, oft begründet pauschaleren Blick auf die Vorurteilsinhaber zu.

    Aus dem Standpunkt heraus lese ich Joeys Beiträge, als Ergebnis seiner, einer mir nicht vertrauten, Lebenswirklichkeit.

  • Piedro

    |

    joey
    29. März 2018 um 08:49 | #

    @Piedro
    lassen Sie doch mal Brasilien weg. Da ist Kriminalität außer Kontrolle und Vergewaltigung bei den vielen anderen Verbrechen schlicht inbegriffen.
    Wir sprechen hier über Regensburg. Da sind verschleierte Brasilianerinnen selten.

    ***

    Auch in Indien sieht man die eher selten, aber bitte. Sie möchten den Disput auf Verschleierung herunterbrechen, obwohl verschleierte Muslima bei uns eher selten sind? Oder zählt schon das Kopftuch als Schleier? Dürfen wir denn beachten, dass auch in Ditib-Moscheen nicht alle Frauen verschleiert sind?

    Und: nein, wir sprechen nicht über Regensburg, zumindest nicht nur. Überfliegen Sie die Kommentare doch noch einmal. Es geht mal wieder um „den Islam“ und „die“ ach so kulturfremden Moslems. Und Hindus, die Sie ins Spiel gebracht haben. Es geht um Ditib und ihre staatliche Prägung, ihrem Auftrag Großmuftig Erdogan zu stützen und zu schützen. Es geht um die CSU, die angeblich christliche Werte ins Spiel bringt um sich der heimattümelnden Fremdenfeindlichkeit der AfD anbiedern zu können. Es geht um die AfD und das, was deren Protagonisten in Regensburg abgelassen haben. Es geht um die ach so bedrohte Heimat, die von religiösen Fremdkörpern, als Bauwerk oder als biologische Einheit, bedroht zu sein hat. Der übliche Sermus halt, der in dieser Thematik permanent abgelassen wird.

    ****
    Ich will gar nichts verbieten. Wenn Sie da (in Ihrer streng wissenschaftlichen Art) ein Zitat von mir auftreiben, her damit.

    ***

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich jetzt nicht all Ihre Beiträge auf dieser Seite sichte. Was ich Ihnen biete ist die an mich gerichtete Frage:

    „Was würden Sie nun sagen, wenn jemand einen Tempel bauen möchte, wo so eine Religion verbreitet wird – die auch sonst voll Diskriminierung in allen Richtungen strotzt (Kastensystem)?“

    Das habe ich beantwortet, und Sie haben nicht geschrieben, dass sie den Bau dieses fiktiven Tempels verbieten würden. Sie sind auch nicht auf meine Argumentation dazu (Baurecht, Religionsfreiheit) eingegangen, sondern haben sich dem Schutz der Frauen vor bösfiesen Religionen und Traditionen als Thema zugewandt, natürlich ohne zu beachten, dass sie den Schutz des Grundgesetzes vor Unterdrückung nur genießen können, wenn man ihnen erlaubt mit uns in diesem Land zu leben, und zwar so, wie sie leben wollen, also auch ohne diesen Schutz in Anspruch zu nehmen. Aber was kommt dabei raus wenn ich die Frage zurück gebe? Eine ähnliche Antwort wie meine? Wohl kaum. Und den Rückschluss vom frauenfeindlichen, nicht zu erlaubenden Hindutempel zur frauenfeindlichen, nicht zu genehmigenden Moschee ergibt sich von selbst, gelle? Wird echt Zeit, dass Frauenfeindlichkeit gendermäßig ins Baurecht einfließt, finden Sie nicht?

  • Piedro

    |

    R.G.
    29. März 2018 um 09:15 | #

    @Piedro

    Religiös und/oder ideologisch gebundene Zuwanderer und Flüchtlinge sind für mich, was ich in meiner eigenen Beschränkt- und Gebundenheit an ihnen wahrnehme – im besten Fall.

    ***

    Tja. Wie soll ich das verstehen? Bestenfalls sind Zuwanderer mit Religion und Ideologie wie Piedro, schlimmstenfalls sind sie das nicht? Eine niederschmetternde Erkenntnis, die Sie da verarbeiten müssen.

    ****
    Es kann unter Umständen, wenn ich zu einer von ihnen feindlichen eingeordneten Gruppe gehöre, gar keine eigene persönliche Wahrnehmung ermöglicht werden.

    ***

    Feindliche Gruppe? Sie? Nö, ich erhebe Sie nicht zu meinem Feind, Herr R.G. Dazu reicht es nicht, sorry. Wer Feinde braucht soll sie haben, ich kann mit sowas nix anfangen.

    ****
    Ich nehme als Beispiel, wie sich das Leben der vorher ganz zu uns „Inländern“ gehörenden Juden und Kopten in einer Handwerkerstraße in unserer Nähe veränderte, seit ein Flüchtlingswohnort ohne Lebensqualität, in der Nähe errichtet wurde. Bewohnt ist er ausschließlich von Menschen aus arabischen Kriegsschauplätzen. Juden und Kopten sind für sie, mit der Muttermilch gelernt, Erstfeinde.

    Theoretisch kann sich hinter jedem Schreiber anderer Sicht auf Moslems und ihre Gebetszentren, ein von diesen in der Regel aus Tradition verachteter Volks- oder Religionszugehöriger stecken.
    Piedro, dann treffen Ihre Beispiele aus Ihrer positiveren Erfahrungswelt für diesen Menschen nicht zu!

    ***

    Natürlich decken sich diese Erfahrungswelten nicht. Prekäre Erfahrungen habe ich halt nicht mit Moslems, sondern mit Bürgern, die sich selbst als Nazi bezeichnen. Über solche Erfahrung verfügt auch nicht jeder, trotzdem lassen sich daraus Schlüsse ziehen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich stimme ihnen zu, dass Antisemitismus und ähnliche Auswüchse ein Problem sind, dem sich unsere Gesellschaft stellen muss, und zwar unabhängig von der Herkunft und der Muttermilch. Auch hat unsere Gesellschaft dafür zu sorgen, dass Menschen nicht ohne jede Lebensqualität existieren müssen. Dabei kommt nie was gutes raus und ist mit unserer Grundordnung nicht zu vereinbaren. Das gilt aber auch für die Stigmatisierung aller Angehörigen einer Weltreligion, von der Milliarden ein friedliches Leben führen oder führen wollen. Das ist kein gangbarer Weg um solche Probleme zu lösen und betroffene Menschen zu schützen.

    ****
    Ich lebte an einem Wohnort neben beinahe ausschließlich anatolischen, iranischen und saudischen Moslems. Damals lernte ich, unter ihnen sind Rassismen und religiöse Unterscheidungskämpfe Alltag. Sie nahmen einander nicht mal als Glaubensbrüder wahr.

    ***

    „Der Islam“ ist nun mal nicht homogen. Das sieht man nicht nur an den rivalisierenden Ausrichtungen, gleich wie deppert die uns erscheinen mögen. Das sieht man auch daran, dass Stereotype wie antidemokratisch einfach nicht greifen. Die spiegeln nicht die Wirklichkeit, sie dienen der Stimmungsmache. Das zeigt doch dieser Kommentarbereich recht deutlich. Es werden tatsächliche Probleme, zu verbessernde Zustände benannt, aber unterm Strich kommt immer raus: „die Moslems“ und „der Islam“, um alle Religionsangehörigen als kulturell inkompatibele Gesellschaftsfeinde zu kennzeichnen. Das ist nicht besser als Antisemitismus oder Koptenfeindlichkeit, nur, weil keine pseudorelitiösen Gründe angeführt werden. Der Koran fordert, anders als von „Islamkritikern“ so gern angeführt, keine Verfolgung von Juden oder Christen oder Muslimen anderer ausrichtung. Eher im Gegenteil. Aber da sind die Dumpfbacken gleich welcher Prägung leider immer Brüder im Geiste.

    ****
    An dem Tag, da ich von den Anatoliern nach langer Bekanntschaft mit vielen Familien warmherzig als ihnen völlig gleichwertig anerkannt wurde – der Hodscha verkündete mir das feierlich – forderte man mich gleichzeitig zur Entscheidung gegen die Anhänger des vermeintlich schlechteren Zweigs ihres Glaubens auf, und zum Ende meiner Freundschaft zu Juden. Da ich meinte, mich der Positionierung entziehen zu können, fühlte man sich sofort zutiefst in der Ehre beleidigt. Da für sie Anschluss an sie das Teilen ihrer Feinde einschloss.

    ***

    Dann haben Sie doch ein gutes Beispiel gegeben. Bravo!

    ****
    Rassismus, religiöse Fanatismen, das kann man nicht nur bei uns und von uns Deutschstämmigen und hier Eingepassten erleben.

    Wer Zielscheibe pauschaler, persönlicher Ablehnung oder der seines eigenen ganzen Volkes war und ist, dem gestehe ich selbstredend einen anderen, oft begründet pauschaleren Blick auf die Vorurteilsinhaber zu.

    ***

    Verstädnis – im Sinne von verstehen – bedeutet ja noch lange nicht Zustimmung. Wer solllte es einem Palästinenser verübeln, dass er ein echtes Problem mit dem Staat Israel hat? Ich kann das nicht. Aber ich kann einem Palästinenser auch nicht zugestehen daraus ein Recht auf das Vorgehen gegen Juden abzuleiten, weder im eigenen Land noch woanders. Ein schwieriges Thema, ein echtes Problem, schwer zu lösen.

    Was uns da bleibt ist die Haltung, die Sie gerade beschrieben haben: die Menschen als Menschen zu achten, mit allen Grundrechten von der Religion bis hin zur Dummheit, aber wir stellen uns dem entgegen, was die Dummheit oder die Religion anderen aufzwingen will.

    ****
    Aus dem Standpunkt heraus lese ich Joeys Beiträge, als Ergebnis seiner, einer mir nicht vertrauten, Lebenswirklichkeit.

    ***

    Das ist jetzt ein Allgemeinplätzchen. Jeder hat seine Lebenswirklichkeit, hat seinen Tellerrand und darf darauf bestehen, dass dahinter nix wichtig oder wirklich ist. Aber er hat kein Recht darauf mit dieser Meinung ernst genommen zu werden und muss mit anderen Tellerrändern leben. Und mit dem Disput, mit Argumenten und Fakten, die ausserhalb des Tellerrandes verortet werden.

    ich weiss sehr wohl, dass meine Erfahrung nicht überall gültig ist. Ich wurde in einer Stadt geboren, der man No-go-Areas nachsagt. Ich las davon, als ich im Ausland lebte, sah nette Filmchen bei youtube und nutzte und nutze noch immer jede Gelegenheit mich da umzuschauen. Eine dieser Areas ist etwa 500 m von einem ehemaligen Wohnort entfernt. Eine andere liegt im Norden der Stadt. Die Veränderungen sind erkennbar, das Konfliktpotential zu leugnen wäre dumm, aber keine Sau hat mich dumm angemacht oder gar bedroht, weil ich dein Deutschländer bin. Ist halt so. Das schlimmste was mir passierte: ich richtete mich fragend an eine Gruppe orthodoxer Muslima und bekam keine Antwort. Sie wirkten verwirrt. Vielleicht haben sie mich nicht verstanden, vielleicht kamen sie mit der Situation nicht klar. Ich bedankte mich und ging weiter.

    Es tut mir nicht leid, dass ich noch keine aufs Maul gekriegt habe, weder von moslemischen Volltrotteln noch von Nazivollpfosten. Deshalb leugne ich aber nicht, dass es Probleme mit solchen Gestalten gibt und ich begrüße jede zielführende, sachliche Auseinandersetzung mit solchen und anderen, gesellschaftlichen Problemen, aber nur unter Achtung der Freiheitsrechte die unser Land jedem Menschen zugesteht. So schaut’s aus, und vermutlich sind wir da gar nicht so weit voneinander entfernt.

  • Piedro

    |

    Jürgen
    29. März 2018 um 08:34 | #

    Erdogan ist nicht das Problem das Regensburg lösen kann. Solange Erdogan als demokratischer Staatschef von Deutschland und Europa anerkannt ist, können wir DITIB nicht deswegen ablehnen weil sie Erdogan freundlich sind.

    ***

    Erdoganfreundlich ist kein Kriterium dafür, eine Organisation wie Ditib in ihre Schranken zu weisen. Wohl aber alles, was als Agitation und diskriminierenden Handlungen im Auftrag eines ausländischen Staatschefs belegt ist. Wenn ein Staatschef eine religiöse Organisation führt und nutzt, um Propaganda zu betreiben und Teile der Bevölkerung zu verfolgen und zu denunzieren ist Ende Gelände. Es wird Zeit, das dies erkennbar wird.

  • joey

    |

    @piedro
    nein, Sie müssen nicht alles lesen, sollten aber auch keine Unterstellungen machen.

    Schon immer habe ich geschrieben, daß man (CSU, AfD oder sonstwer) Moscheen und dergleichen nicht verbieten kann. Nicht mit Baurecht oder sonstwas. Man kann (in Frankreich) einer Frau zwar Vermummung verbieten, aber nicht, daß sie weit hinter dem Mann geht und „freiwillig“ keine Meinung mehr haben will und „freiwillig“ ihren Mann fragt, ob sie aus dem Haus gehen darf.

    Mit gleichem Freiheitsdenken muß unsere gesellschaftliche Entwicklung (H.A. Winklers Westen) verteidigt werden. Diese ist in langen Prozessen entstanden und sowas ist nicht in einem kleinen Integrationskurs zu verordnen, gewisse Entwicklungen und Verständnisprozesse dauern Generationen (genau wie bei uns).

    Ich wüßte nun auch nicht, wie man Frauen zu einer eigenen Meinung zwingen könnte. Selbstbewußt gelebte Werte und Nulltoleranz z.B. in Schulen gegenüber kleinstem ethnisch/religiösem Gruppendruck wären schon mal ein Anfang, damit Mädchen Freiheit kennenlernen und sich dafür entscheiden können. Deswegen wende ich mich gegen Kopftücher.

    Meine eigene Familie ist voll von Migration und Integration. Manchmal geht es also.
    Wo es aber Probleme gibt, sollte man diese nicht mit Pauschalität der AfD überlassen. Es steht allen politischen Gruppen oder Individuen frei, das Thema kritisch und detailliert zu bearbeiten – mit hoffentlich kreativen und unterschiedlichen Ergebnissen. Übrigens steht es auch der AfD frei, Recht gilt immer besonders für die anderen.

  • Piedro

    |

    @mkv

    Brüder im Geiste, wie auf der Demonstration konstatiert. Ist so. Die einen bedienen sich einer zurechtgebogenen Religion, die anderen eines zurechtgebogenen Heimatbegriffs, eines vom „Blut“ abgeleiten Anspruchs oder anderen Dogmen für Enthirnte.

    Und die Saat fällt hie wie da auf fruchtbaren Boden. Deshalb ist es so wichtig, wie und von wem der Boden aufbereitet wird.

  • Piedro

    |

    @Joey

    Unsere gesellschaftliche Entwicklung verteidigen kling gut, aber auch schräg. Zur gesellschaftlichen Entwicklung gehört auch, dass Mandatare einer demokratisch gewählten Partei absondert, man solle sich ein Beispiel an Saudi Arabien nehmen und Homosexuelle einkasteln. Das solche Mandatare in Regensburg sich für Schwachfug bejubeln lassen wenn sie behaupten alle Terroristen wären Moslems. Diese Entwicklung lässt sich beinahe überall verfolgen, in Kommentarbereichen, in Facebookgruppen, im Parlament. Und dabei werden Grenzen überschritten, die verteidigt gehören. Natürlich auch von religiösen Fundamentalisten und Fanatikern. Die gesellschaftliche Entwicklung gilt es also nicht nur zu verteidigen, sondern auch zu beeinflussen, durch klare Positionen, die an den Grundwerten und Freiheitsrechten ausgerichtet sind. Wo es sein muss eben auch über Generationen. Pauschalisierungen sind da absolut nicht hilfreich, ob dazu nun eine Religion, ein „Kulturkreis“ oder eine empfundene Bedrohung des Deutschseins oder der „Heimat“ herangezogen wird.

    Sie wenden sich gegen Kopftücher, um das Freiheitsrecht zu verteidigen. Verständlich, aber für mich recht seltsam.

    Selbstverständlich darf sich die AfD und ihre Anhängerschaft auf die gleichen Rechte berufen wie alle anderen. Dazu gehört aber auch der Gegenwind. Der gewöhnlich der Antifa zugeschrieben wird, bestenfalls den „Gutmenschen“, denen selbstverständlich sonstwas zugesprochen wird, als feindliche Gruppe fremdbestimmter oder sonstwie „versiffter“ Idioten. Entsprechendes Äusserungen waren ja auch in Regensburg wieder mal zu hören. An sowas messe ich sie, nicht am eigenen Empfinden ihrer Intention. Die AfD hat das Recht auf Gegenwind. Sie hat das Recht mit Fakten konfrontiert zu werden, vor allem über ihre Wortführer und die Abscheulichkeit mancher Anhänger. Wenn’s hoch kommt steht ein Viertel der Bevölkerung hinter dieser Partei und dem, was sie transportiert. Das ist mehr als genug, aber noch lange nicht genug um zu sagen wo es langgeht.

    Außer natürlich der CSU. ;)

  • Markus Frowein

    |

    @ Tobias (27. März 2018 um 09:59)

    Zitat: „Der Antisemitismus steigt rasant an. Durch die Muslime.“

    Ich habe das „Glück“, einen jüdisch klingenden Namen zu tragen, wodurch ich mich in
    der Lage fühle, Ihnen auf Ihre Einlassungen adäquat eine passende Antwort zu geben.
    Obwohl ich kein Jude bin und meine Vorfahren es auch nie sind und waren, so war ich
    trotzdem eine lange Zeit lang latent einer gewissen Diskriminierung seitens Mitschülern
    und Anderen ausgesetzt, weshalb ich Ihnen sagen kann, dass Antisemitismus schon im
    Jahre 1983 vorhanden war, im Jahre 1986 immer noch und sogar 1990 noch und das,
    wenn ich den Anteil der Antisemiten und/oder Rassisten z.B. in meiner Schulklasse
    hochrechnen darf, bei mindestens 10 % der Bevölkerung (das sind diejenigen, bei
    denen es offen zutage tritt, die Dunkelziffer derer, die grinsen, schweigen, oder
    sonstwie innerlich zustimmen, lasse ich unberücksichtigt), d.h. mindestens 8.000.000
    Menschen in Deutschland („Biodeutsche“) sind Antisemiten und/oder Rassisten.
    Und wenn ich heute im Zug sitze und schräg hinter mir höre, wie ein Jugendlicher zu
    einem anderen sagt „DU JUDE!“, dann weiß ich, dass sich seither nichts geändert hat.
    Nein, es ist wie immer, von solcherlei Problemen lenkt man ab, indem man einfach
    einen Sündenbock findet, dem man die eigenen Probleme in die Schuhe schiebt.
    Das war im Dritten Reich schon so und ich befürchte, dass sich das nie ändern wird.

  • Josef

    |

    @ auch_ein_regensburger vom 29. März 2018 um 08:52 | #

    „@ josef
    Passt schon. Hätte mich auch sehr gewundert, wenn ein AfD-Anhänger in der Lage wäre, auf ein Argument einzugehen. Die Hoffnung habe ich schon lange aufgegeben. Warum erinnert mich dieser verwirrte Haufen in seiner Parallelwelt nur immer mehr an eine Sekte?“

    Um nicht herauf und herunterscrollen zu müssen kopiere ich meinen Beitrag nochmals hier herein:

    Josef

    28. März 2018 um 21:39 | #

    auch_ein_regensburger

    27. März 2018 um 15:48 | #

    auch_ein_regensburger am 27. März 2018 um 15:48 @ Ex-regensburgerin

    „Da würde ich Ihnen ja mal ganz spontan z.B. die Werke von Nagib Mahfuz (Literaturnobelpreis 1988) oder Yasar Kemal empfehlen. Nur mal so zur Horizont-Erweiterung …“

    … und als nicht angesprochener Einmischling empfehle ich Ihnen:
    a) “ Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin
    b) “ The Revolt“ von Menachem Begin.

    Viel Vergnügen.

    Josef

    Teilen Sie mir doch freundlicherweise mit, welches ich Ihrer Argumente ignoriert habe.
    Sie haben eine Buchempfehlung gegeben, nichts anderes.

    Josef

  • josef

    |

    Markus Frowein am 29. März 2018 um 12:57 @ Tobias (27. März 2018 um 09:59)

    Zitat: „Der Antisemitismus steigt rasant an. Durch die Muslime.“

    Zitat Frowein:

    „…
    Obwohl ich kein Jude bin und meine Vorfahren es auch nie sind und waren, so war ich
    trotzdem eine lange Zeit lang latent einer gewissen Diskriminierung seitens Mitschülern
    und Anderen ausgesetzt, weshalb ich Ihnen sagen kann, dass Antisemitismus schon im
    Jahre 1983 vorhanden war, im Jahre 1986 immer noch und sogar 1990 noch und das,
    … “

    Grias Di,
    hier antwortet ein AfD-Wähler.

    hallo Herr Frowein,

    vermutlich bin ich ein paar Jahre älter als Sie ( aus 1956 ) und muß mich zu Ihrem Beitrag unbedingt einbringen.

    Latenten Antisemitismus habe ich in meiner Oberpfälzer Heimat nach 1975 nur in einem Einzelfall erfahren, der allerdings auf innerer Überzeugung gründete.
    Ab 1967 war ich Gymnasiast an einem nordoberpfälzer Gymnasium. Antisemitismus ? Dieses Wort kannte an unserem Gymnasium niemand. Die Spannungen hatten damals einen anderen Hintergrund, der hier nicht Thema ist.

    Daß der steigende Antisemitismus in Deutschland eindeutig der hier wachsenden muslimischen Gemeinschaft zuzuschreiben ist, können auch Sie nicht abstreiten.

    Josef

  • blauäugig

    |

    @Josef
    Sind denn die Holocaust-Verharmloser wie Höcke, Poggenburg, Gauland tatsächlich alle Muslime oder zählen die als Bodensatz nicht zum „steigenden Antisemitismus“ und auch nicht diejenigen, welche durch deren Reden so werden?

  • auch_ein_regensburger

    |

    @ josef
    Lesen Sie einfach den Beitrag von Ex-Regensburgerin am 27. März 2018 um 08:11, auf den ich mit meinem Kommentar geantwortet habe. Aber natürlich nur, wenn Sie das Scrollen nicht überfordert …

    Dass es in D keine einheimischen Antisemiten gäbe, kann sowieso nicht Ihr Ernst sein. Der wird in der AfD z.B. ganz offen ausgelebt, Stichwort Wolfgang Gedeon.

  • Piedro

    |

    josef
    29. März 2018 um 21:20 | #

    Daß der steigende Antisemitismus in Deutschland eindeutig der hier wachsenden muslimischen Gemeinschaft zuzuschreiben ist, können auch Sie nicht abstreiten.

    ***

    Richtig ist, dass moslemische Extremisten zu der steigenden Quote beitragen. Falsch ist, dass diese Steigerung vor allem denen zuzuschreiben ist.

    Die Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen des Grünen-Abgeordneten Volker Beck zeichnet da ein recht deutliches Bild.

    Zitat
    Nach den Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 632 der 681 antisemitischen Delikte von Rechtsextremisten begangen (93 Prozent). Nur bei 23 Fällen wird ein religiöser oder ausländisch motivierter Hintergrund unterstellt, dabei handelt es sich um Extremismus, der durch ausländische Themen bestimmt ist, beispielsweise um den Palästinenser-Konflikt. 25 Delikte lassen sich nicht zuordnen, in nur einem Fall wird ein linksextremes Motiv angenommen.

    Allerdings steht da auch, Zitat:
    Zweifel an der Darstellung, von wem die antisemitischen Taten ausgehen, äußert Benjamin Steinitz, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Berlin. … „Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis“, schrieben die Autoren des Expertenberichts.

    Zudem bilanziert der Expertenbericht: „Die Polizei neigt zu Vermeidungsstrategien und verweist selbst bei der Offensichtlichkeit des Tatmotivs häufig auf alternative, nicht politische Tathintergründe.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article168436745/Zahl-der-antisemitischen-Delikte-in-Deutschland-steigt.html

    Und auch linke Extremisten tun sich da nix, was die Einstellung angeht.

    Zitat
    Bei der Untersuchung des Forschungsverbunds SED-Staat stimmen 34 Prozent der von den Wissenschaftlern zuvor als Linksextremisten eingestuften Personen der Behauptung zu, Juden hätten in Deutschland „zu viel Einfluss“. Unter Personen, die als Linksradikale eingestuft wurden, waren es noch 16 Prozent. Ähnliche hohe Zustimmung (insgesamt fast die Hälfte, 47 % – Vergleichsgruppe Durchschnitt der Bevölkerung 8%) findet bei den extremen Linken das Vorurteil, Juden seien „geld- und raffgierig“. Jude sei für die fanatischen Linken das Synonym für „Ausbeuter“. 14 % davon halten ein gewaltsames Vorgehen gegen Juden für gerechtfertigt.

    https://philosophia-perennis.com/2016/07/18/news-linker-antisemitismus/

    Konkreter wird es hier, Zitat:

    Demnach wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 681 derartige Delikte erfasst und damit 27 Taten mehr (plus vier Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zu diesen Taten konnten insgesamt 339 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 312 Deutsche.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/politiker-schlagen-alarm-antisemitische-delikte-steigen-an/20303386.html

    Diffus wird es hier, Zitat:
    Laut der FES-Mittestudie von 2016 liegt der antiisraelische Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft bei 40 Prozent. Israelbezogener Antisemitismus vertritt etwa die Auffassung, „bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“

    http://www.belltower.news/artikel/antisemitische-straftaten-nehmen-zu-wer-sind-die-taeter-12613

    Hier wird verstehen mit Zustimmung gleichgesetzt. Ich lehne die völkerrechswidrige Politik Israels ab, und ich kann nachvollziehen, wie diese zur Ablehnung von Juden generell führt. Aber ich bein weit davon entfernt ein Antisemit zu sein, auch nicht sekundär. Die Politik Erdogans lehne ich auch ab, deshalb bin ich nicht türkenfeindlich. Wenn es um Israel geht wird das offenbar anders betrachtet.

    Zuletzt gibt es auch einen Zusammenhang zwischen fremdenfeindlicher und völkischer Progaganda, wie sie die AfD betreibt, und dem Antisemitismus.

    Zitat
    Der Expertenkreis warnt zugleich vor der Verharmlosung judenfeindlicher Strömungen unter Rechtsextremen, Rechtspopulisten oder in der gesellschaftlichen Mitte. Die Zustimmung zu Positionen der AfD, die völkische Denkmuster in die Debatte zurückbringe, sei laut Bericht ebenfalls eindeutig mit Antisemitismus verknüpft.

    Nach wie vor sei das rechtsextremistische Lager der bedeutendste Träger von Antisemitismus in Deutschland – auch wenn Judenfeindlichkeit unter Muslimen ein wachsendes Problem sei. Gleichzeitig gebe es aber kaum Untersuchungen, die muslimische Verbände und Moscheegemeinden tatsächlich als Hort antisemitischer Hetze und Imame als Hassprediger charakterisieren würden, so Juliane Wenzel:
    „Eine von uns in Auftrag gegebene Pilotstudie zur Haltung von Imamen konnte keinen radikalen Antisemitismus identifizieren. Eine Gleichsetzung des Holocausts mit der israelischen Politik ist jedoch deutlich erkennbar. Jetzt gilt es, den Antisemitismus unter Muslimen zu beobachten und auch hier verstärkt Präventionsmaßnahmen zu unternehmen.“ … „Es gibt insgesamt viele Hinweise für die Verbreitung von Antisemitismus bei Geflüchteten aus arabisch-muslimisch geprägten Ländern. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass die Lage komplex ist. Die Gefahr besteht, den Blick zu einseitig nur auf die muslimische Bevölkerung als Träger antisemitischer Einstellungen zu richten.“

    https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170424315493221-antisemitismus-deutschland-gefahr-von-muslimen-rechtsextremen-sound/

    Herr Josef, wenn Sie solche Behauptungen aufstellen sollten Sie sich erst informieren, nicht nur wiederkäuen. Gerade bei diesem Thema sollte man darauf achten was man zum Besten gibt.

  • Mr. T

    |

    Wie Piedro hier ausführlich dargelegt hat sind die Gründe für Antisemitismus komplex und differenziert. Da gibt es zum Beispiel rassistische Gründe wie in der Rassenideologie der Nazis, religiöse Gründe wie bei Christen und Muslimen oder auch verschwörungstheoretische Gründe wie bei manchen Linken. Letzteres wird dann auch gerne verwendet, um den eigenen Hass (wegen der angeblichen Ermordung Jesu oder ähnlichem) noch durch die Angst vor dem angeblichen heimlichen Herrschen des jüdischen Finanzkapitals über die ganze Welt noch zu verstärken. Alles in allem lauter bescheuerte Gründe!
    Was mich auch noch stört, ist, dass der offizielle Umgang mit Juden so sehr von (zurecht) schlechtem Gewissen und Mitleid geprägt ist, statt durch Respekt und Akzeptanz. Das sieht man zuletzt immer wieder, wenn Deutschland und christlich sowie jüdisch mit einem Bindestrich verbunden in einem Atemzug genannt wird, am besten noch mit dem Wort Tradition. Da ist bei mir jedes Mal der Watschenbaum kurz vorm Umfallen wenn ich das höre angesichts von 2000 Jahren christlicher Verfolgung der Juden.

    Aber mir dünkt, wir schweifen ab vom Thema …

  • Josef

    |

    blauäugig am 30. März 2018 um 09:15

    @Josef

    „Sind denn die Holocaust-Verharmloser wie Höcke, Poggenburg, Gauland tatsächlich alle Muslime oder zählen die als Bodensatz nicht zum „steigenden Antisemitismus“ und auch nicht diejenigen, welche durch deren Reden so werden?“

    Ich kenne keine Äußerungen vorgenannten, in welchen jemals der Holocaust verharmlost worden wäre. Selbst wenn dem so wäre, dann würde es für die Moslems immer noch 4.000.000 : 3 stehen.

    Josef

  • josef

    |

    auch_ein_regensburger am 30. März 2018 um 09:56

    zu Ihrem Absatz 1:

    wie oft soll ich denn das noch lesen ?
    Feststellung 2.0: Sie haben eine Buchempfehlung ausgesprochen, ein Argument ist etwas anderes.

    zu Ihrem Absatz 2:

    ja, den Gedeon halte ich auch für antisemitsch.

    Josef

  • R.G. ; )

    |

    Meine erste Reaktion auf Vorschläge wie diesen, der nach willkürlichen Kriterien durch die Polizei geschaffene Sicherheit zu erzeugen verspricht, ist unwillkürlich der Vergleich zu einer dysfunktionalen Familie, wenn dort das dominante Kind wieder mal nach der unangefochtenen Herrscherposition schreit. Egal was dabei zu Bruch geht.

    Gibt man ihm was es möchte, ist nach Kürze der Machtstreit mit den Nächsthöheren im größeren Umraum die Folge.

    Bayern erlebe ich außerdem wie ein sich nie ganz zu Deutschland zählen wollendes Kind, mal schielt es nach Frankreich, mal nach Österreich (nur Regensburg möchte das teurere Salzburg in Palermo spielen); wenn in einem der beiden Länder Freiheit für angebliche Sicherheit eingeschränkt wird, um Macht zu vermehren, meint man das sofort überbieten zu müssen.

    Anders gesagt, ich hatte von der CSU bei dem Seitenwind aus zwei Nachbarstaaten, durch die Entwicklung zu einem dortigen Starken Staat, den flotten Einstieg in die Rolle *des Starken und Dominanten um jeden Preis* erwartet.
    Mit alten, schon mal rasant schnell zur Diktatur geführt habenden Mitteln.
    Anlass für die Einschränkungen der Freiheit soll die Nicht -Integrationsfähigkeit der Flüchtlinge/Zuwanderer generell sein – man hindert die Eingliederungswilligen jedoch konsequent selbst daran.

  • Josef

    |

    @ Piedro vom 30. März 2018 um 12:08

    Mann, da haben Sie sich aber einen Haufen Arbeit gemacht.

    Ich habe nachstehend ein paar Auszüge aus Ihren Zitaten zusmmengefaßt ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

    cup:

    a) Nach den Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 632 der 681 antisemitischen Delikte von Rechtsextremisten begangen (93 Prozent)

    b) Ähnliche hohe Zustimmung (insgesamt fast die Hälfte, 47 % – Vergleichsgruppe Durchschnitt der Bevölkerung 8%) findet bei den extremen Linken das Vorurteil, Juden seien „geld- und raffgierig …

    c) Jude sei für die fanatischen Linken das Synonym für „Ausbeuter“. 14 % davon halten ein gewaltsames Vorgehen gegen Juden für gerechtfertigt.

    d)Gleichzeitig gebe es aber kaum Untersuchungen, die muslimische Verbände und Moscheegemeinden tatsächlich als Hort antisemitischer Hetze und Imame als Hassprediger charakterisieren würden,…

    e) Es gibt insgesamt viele Hinweise für die Verbreitung von Antisemitismus bei Geflüchteten aus arabisch-muslimisch geprägten Ländern.

    Was ich damit zum Ausdruck bringen will: 5 Juristen, 6 Meinungen.:

    Und noch etwas, Herr Piedro

    Ich käue nichts wieder, sondern äußere mich in der Form, wie ich Dinge empfinde, und das ist mein gutes Recht. Und zweitens: ich achte nicht darauf was ich zum Besten gebe .
    Was ich schreibe, entscheide ich alleine, ohne Ratschläge Dritter, ein Umstand, den ich auch Ihnen unumwunden zugestehe.

    Josef

    (Bitte an Stefan Aigner )

    Eröffnen Sie doch bitte eine Diskussion über das Thema Antisemitismus ( das ist hier fehl am Platz )

    30. März 2018 um 12:08 | #

  • R.G.

    |

    @Josef
    Alle mir bekannten Juden beklagen eine starke Zunahme antisemiticher Äußerungen seitens Rechter und Moslems.

    Alle mir aus ihren medialen Äußerungen bekannten Rechten, seien sie in rechten oder linken Parteien oder in Kirchen führend tätig, „spaßten“ irgendwann zwischen Holocaust-Leugnung und Witzchen oder Liedchen über Juden und/oder Holocaust herum.

    Alle mir bekannten Moslems, egal ob Links oder Rechts, äußerten sich irgendwann pauschal abwertend über Juden.

    Ein Schlüssel zu wieder mehr Sicherheit wäre gewiss, die von Angriffen am meisten betroffenen Gruppen zu fragen, wie sie ihre Sicherheit wieder für herstellbar hielten.

  • Piedro

    |

    Josef
    30. März 2018 um 17:27 | #

    Ich kenne keine Äußerungen vorgenannten, in welchen jemals der Holocaust verharmlost worden wäre. Selbst wenn dem so wäre, dann würde es für die Moslems immer noch 4.000.000 : 3 stehen.

    ***

    Dann mindern wir mal Ihr Informationsdefizit.

    Herr Höcke bezeichnete das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“. Die Schande sieht er nicht darin, dass es den Holocaust gab, sondern dass daran erinnert wird. Diese Rede des Herrn Weizsäcker: http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Richard-von-Weizsaecker/Reden/1985/05/19850508_Rede.html bezeichnete Herr Höcke als „Rede gegen das eigene Volk“. Und „unsere“ Geistesverfassung, „unser“ Gemütszustand ist für ihn der eines total besiegten Volkes.

    Der reizende Herr Poggenburg forderte den Landtag auf: „Beteiligen Sie sich an allen möglichen Maßnahmen, um diese Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden.“ – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/25683556 ©2018 Gemeint waren damit allerdings keine Juden, sondern Studenten, die er als linksextrem verortete. Die Wortwahl stammt 1:1 von Herrn Ribbentrop, der seinerzeit Juden so bezeichnete.

    2014 forderte er die Ausweisung des jüdischen Moderators Michel Friedman, ohne sich die Mühe zu machen diese Forderung mit einer Rechtsgrundlage zu würdigen, auf der die Ausweisung eines Statsbürgers mit jüdischen Wurzeln möglich wäre. Auch Aydan Özoguz wollte er gern in Anatolien „entsorgen“: „Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt die nie wieder hierher. Und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Später meinte er das realtivieren zu können und sagte: „Frau Özoğuz hat weder etwas in der Bundesregierung verloren noch in Deutschland.“ Er hat sich mehrfach für Parteigenossen, denen Antisemitismus nachgesagt und nachgewiesen wurde, stark gemacht. Wichtig ist ihm „wir haben das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.“ Es ist ihm wichtig, dass „wir unsere Vergangenheit zurückzuholen“.

  • Piedro

    |

    Josef
    30. März 2018 um 20:32 | #

    @ Piedro vom 30. März 2018 um 12:08

    Mann, da haben Sie sich aber einen Haufen Arbeit gemacht.

    ***

    Für Sie doch immer wieder gerne.

    ****

    Was ich damit zum Ausdruck bringen will: 5 Juristen, 6 Meinungen.:

    ***

    Nun geht es aber nicht um juristische Würdigung von Sachverhalten, sondern um Statistik und die Grundlagen der Erhebung. Hier sind Meinungen erst anschließend gefragt, wenn die Fakten erkannt wurden.

    ***

    Und noch etwas, Herr Piedro

    Ich käue nichts wieder, sondern äußere mich in der Form, wie ich Dinge empfinde, und das ist mein gutes Recht. Und zweitens: ich achte nicht darauf was ich zum Besten gebe .
    Was ich schreibe, entscheide ich alleine, ohne Ratschläge Dritter, ein Umstand, den ich auch Ihnen unumwunden zugestehe.

    ***

    Selbstverständlich ist es Ihr Recht Ihre Meinung und ihr Empfinden zur Kenntnis zu bringen. Dieses Recht haben Sie seit der Trotzphase der Kindheit. Wenn Sie nun nicht darauf achten, was sie schreiben, relativiert das den Wert Ihrer Meinungs- und Empfindungsäußerungen bis zur Wertlosigkeit. Ich hatte Sie für jemanden gehalten der sich durchaus Mühe gibt seine Beiträge so zu verfassen, dass sie auch Inhalte transportieren. Schade eigentlich, aber vielleicht könnsen Sie mir diese Fehleinschätzung verzeihen.

    Josef

    (Bitte an Stefan Aigner )

    Eröffnen Sie doch bitte eine Diskussion über das Thema Antisemitismus ( das ist hier fehl am Platz )

    30. März 2018 um 12:08 | #

  • josef

    |

    „Dann mindern wir mal Ihr Informationsdefizit.“

    Wir?
    Respekt ! Pluralis majestatis , per ipso !

    „Herr Höcke bezeichnete das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“. Die Schande sieht er nicht darin, dass es den Holocaust gab, sondern dass daran erinnert wird. „

    Hat er das echt so gesagt, daß daran nicht erinnert wird ?


    „Der reizende Herr Poggenburg forderte den Landtag auf: „Beteiligen Sie sich an allen möglichen Maßnahmen, um diese Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden.“ – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/25683556 ©2018 Gemeint waren damit allerdings keine Juden, sondern Studenten, die er als linksextrem verortete. Die Wortwahl stammt 1:1 von Herrn Ribbentrop, der seinerzeit Juden so bezeichnete. „

    a) Poggenburg Thema von gestern
    b) Gemeint waren keine Juden
    c) Apropos Autobahnen: benutzen Sie diese ab und zu ?

    „ Auch Aydan Özoguz wollte er gern in Anatolien „entsorgen“: „Das sagt eine
    Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt die nie wieder hierher. Und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Später meinte er das realtivieren zu können und sagte: „Frau Özoğuz hat weder etwas in der Bundesregierung verloren noch in Deutschland.“ „

    Stammt das jetzt auch noch vom Poggenburg ?

    Übrigens: wenn jemand ein Problem mit Menschen hat, die politisch in führenden Positionen sind und ethnisch nicht deutsch sind kulturelle Eigenschaften des Gastlandes allein auf die Sprache reduzieren, so genießen diese meine volle Sympathie.

    „Er hat sich mehrfach für Parteigenossen, denen Antisemitismus nachgesagt und nachgewiesen wurde, stark gemacht. Wichtig ist ihm „wir haben das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.“ Es ist ihm wichtig, dass „wir unsere Vergangenheit zurückzuholen“.“

    Das möchte ich jetzt gerne genauer wissen. Wer ist er ?

    Ich darf noch zwei Fragen anhängen:

    a) Sind Sie nicht stolz auf deutsche Soldaten und warum?
    b) Was verstehen Sie unter deutscher Vergangenheit ?

    Josef

  • joey

    |

    @Piedro
    Höcke und Poggenburg sind bereits politisch tot. Zur Bundestagswahl konnte man sie noch brauchen. Jetzt gilt es für die AfD, den Erfolg zu sichern.
    Mit judenfeindlichen Sprüchen geht das nicht, denn ein sehr großer Teil der AfD Wähler ist konservativ (und nicht rechtsradikal). Die bekannten Wählerwanderungsrechnungen zeigen das. Rechtsradikale Parteien haben nie mehr als eine Periode geschafft, wenn denn überhaupt die 5%. Deutschland ist stabil, die immer wieder in Studien beschworenen 20% Nazis sind in Wahlen nie aufgetaucht.
    Michael Wolffsohn behauptet sogar, daß sehr viele Juden die AfD wählten.

    Jede neue Partei brauchte anfangs Radikale. Dann gibt es die Geschmeidigen a la Joschka, die ihre Vergangenheit neutralisieren können und die „ewigen“ a la Ditfurth, die bestenfalls in sektiererischen Kommunalvereinigungen ihren politischen Austrag finden. Das gleiche sehe ich bei Poggenburg und Höcke. Mit denen ist kein Staat zu machen.

  • Piedro

    |

    josef
    1. April 2018 um 01:51 | #

    „Dann mindern wir mal Ihr Informationsdefizit.“

    Wir?
    Respekt ! Pluralis majestatis , per ipso !

    ***

    Herr Josef, ich habe Sie mit gewirt. Sie müssen da schon mitziehen, sonst wird das nix.

    ****
    Hat er das echt so gesagt, daß daran nicht erinnert wird ?

    ***

    Er hat so einiges gesagt, und das läßt sich auch ganz leicht finden. Das Wort „Erinnerungskultur“ hat in der AfD eine gewisse Bedeutung, zu dem Stichwort haben sich schon diverse Protagonisten zu Wort gemeldet.

    ****

    a) Poggenburg Thema von gestern
    b) Gemeint waren keine Juden
    c) Apropos Autobahnen: benutzen Sie diese ab und zu ?

    ***

    a) nur weil er seit März kein Parteiamt mehr bekleidet sind seine Äußerungen, und auch die Wortmeldungen dazu nicht vom Tisch.
    b) richtig, sowas richtete er bisher „nur“ gegen deutsche Bürger türkischer Abstammung.
    c) also bitte, wie doof soll das denn werden?

    ****

    „ Auch Aydan Özoguz wollte er gern in Anatolien „entsorgen“: „Das sagt eine
    Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt die nie wieder hierher. Und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Später meinte er das realtivieren zu können und sagte: „Frau Özoğuz hat weder etwas in der Bundesregierung verloren noch in Deutschland.“ „

    Stammt das jetzt auch noch vom Poggenburg ?

    ***

    Nein, hier liegt die Urheberschaft beim Herrrn Gauland, denn Sie ja auch anführten.

    ****
    Übrigens: wenn jemand ein Problem mit Menschen hat, die politisch in führenden Positionen sind und ethnisch nicht deutsch sind kulturelle Eigenschaften des Gastlandes allein auf die Sprache reduzieren, so genießen diese meine volle Sympathie.

    ***

    Sie meinen wenn sich ein Madanter erblödet zu glauben jemand täte das, der ein politisches Amt bekleidet und undeutscher Abstammung ist, dann finden sie es sympatisch wenn jemand von Ausweisung dieses undeutschen Volksvertreters fabuliert. Nun, das muss sich ja richtig kuschelig anfühlen.

    ****
    Das möchte ich jetzt gerne genauer wissen. Wer ist er ?

    ***

    Herr Gauland. Aber da hat er kein Alleinstellungsmerkmal.

    ****
    Ich darf noch zwei Fragen anhängen:

    a) Sind Sie nicht stolz auf deutsche Soldaten und warum?
    b) Was verstehen Sie unter deutscher Vergangenheit ?

    ***

    Langsam habe ich das Gefühl sie wollen mich pflanzen, Herr Josef.

    a) Die Rede ist von Wehrmachtsoldaten, gelle? Nein, ich bin nicht stolz auf Wehrmachtsoldaten. Sie sind in andere Länder eingefallen, haben einen Teil der Bevölkerung der Deportation in Todeslager überantwortet, sie haben andere Völker angegriffen, die Deutschland als minderwertig erklärt, sie haben in Kadavergehorsam zu einem Psychopathen Deutschland über den Rand der Katastrophe hinaus gebracht.

    b) Wenn Sie das fragen scheinen sie die Möglichkeit zu sehen, dass ich, oder irgendwer, eine andere deutsche Vergangenheit kennen könnte als Sie. Ich weiß es gibt Leute, die ihre ganz eigene Vergangenheit definieren. Ich meine damit das, dem man auch via Wikipedia auf den Grund gehen könnte.

  • Stefan Aigner

    |

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