SOZIALES SCHAUFENSTER

Dutzende Corona-Fälle in Geflüchtetenunterkünften

Kritik an Regierung im Umgang mit Masseninfektionen

Anlässlich der massenhaften Corona-Ausbrüche in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und einer Dependance des Ankerzentrums in Regensburg – knapp 100 Infizierte bei etwas mehr als 200 Tests – hat am Donnerstagnachmittag ein Bündnis mehrerer Geflüchteteninitiativen eine Kundgebung direkt vor der Unterkunft in der Dieselstraße angemeldet. Das Bündnis kritisiert unter anderem das zögerliche Handeln der Verantwortlichen (erste Infektionen waren bereits Ende März bekannt), um positiv und negativ getestete Menschen zu schützen sowie grundsätzlich die politische Praxis der zentralen Unterbringung von Geflüchteten in „Sammellagern“.

Kundgebung anlässlich der massenhaften Corona-Ausbrüche in Regensburger Flüchtlingsunterkünften. Foto: bm

Je weiter man die Zeißstraße in nordöstliche Richtung entlangkommt, umso sandiger, staubiger und dreckiger wird der Straßenbelag. Der Wind wirbelt Müll in die Luft, das Unkraut wuchert am Straßenrand, abgestellte Sattelschlepper links und rechts. Rundherum alte Kasernenbauten, deren Innenhöfe mit hunderten Autos vollgestellt sind. In einer 90-Grad-Kurve wird die Zeißstraße, in der sich das Ankerzentrum befindet, zur Dieselstraße. Großhandel, Industrie, Schrott, Schutt und Lasertag. Dazwischen, keinen Steinwurf von den Gleisen entfernt, stehen zwei Wohngebäude neueren Datums mit einem Hauch von Marina Quartier. Als Billigvariante, versteht sich.

SUPPORT

Dutzende Corona-Fälle in Regensburg Flüchtlingsunterkünften

Hier, in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete, wurden bei kürzlich durchgeführten 87 Corona-Tests 42 infizierte Personen festgestellt. Es ist naheliegend, dass sich weitaus mehr Flüchtlinge angesteckt haben könnten, zumal 200 bisher noch gar nicht getestet wurden. In der benachbarten Dependance des Ankerzentrums (Pionierkaserne) sind bei bisher 127 durchgeführten Tests 56 Menschen positiv getestet worden.

Bereits Ende März waren der zuständigen Regierung der Oberpfalz „Einzelfälle“ von Corona-Infizierten in der Dieselstraße bekannt. Die positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner wurden zwischenzeitlich in provisorischen Bretterverschlägen in einer Halle in der Zeißstraße isoliert, für alle anderen wurde am 19. Mai Quarantäne angeordnet. Die Gemeinschaftsunterkunft darf nicht mehr verlassen werden. Auch das Ankerzentrum steht unter Quarantäne.

„Ende der erzwungenen Lagerunterbringung für alle!“

„Anlässlich der massenhaften Infektionen“ mit COVID-19 hat am Donnerstagnachmittag ein Bündnis mehrerer Regensburger Geflüchteteninitiativen zu einer Kundgebung direkt vor der Gemeinschaftsunterkunft in der Dieselstraße aufgerufen. Rund 70 Menschen sind dem Aufruf gefolgt. Man wolle „Solidarität mit den Geflüchteten zum Ausdruck bringen“. Außerdem fordern die Anwesenden unter anderem „die Testung aller Bewohner*innen“, die sofortige „Trennung von positiv und negativ Getesteten“ sowie ein „Ende der erzwungenen Lagerunterbringung für alle“.

Immer wieder unterbrechen Züge die Reden. Am Mikrofon: Youssouf Issakha (Vostandsmiglied Campus Asyl). Foto: bm

Die Demonstrierenden, allesamt mit Mund- und Nasenschutz, stehen in der Parkbucht gegenüber der Unterkunft. Davor bewachen einige Securities Bauzäune, die Zufahrt und Zutritt zu den Gebäuden verhindern sollen. Die Zäune sind zusätzlich mit Planen der Securityfirma verhängt. Einblicke sind nicht gewünscht. Alle paar Minuten brettert ein Zug über die Schienen. Lärmschutz gibt es nicht. So müssen einige Reden aufgrund der Lautstärke der vorbeifahrenden Züge immer wieder kurz unterbrochen werden.

Bewohner der Unterkunft: „Jeden Tag haben wir Angst vor uns selbst.“

Gotthold Streitberger skizziert in seinem Redebeitrag für die Bürger_inneninitiative Asyl (BI Asyl) die Chronologie der „Masseninfizierungen von Geflüchteten“ und beschreibt das „hohe Infektionsrisiko“ in Gemeinschaftsunterkünften. Für die allgemeine Bevölkerung gelten „strenge und notwendige Corona-Schutzvorschriften. Aber in dem Lager, vor dem wir nun stehen, sind seit langem circa 300 Personen auf engem Raum mit Mehrbettzimmern und Gemeinschaftsküchen zusammengepfercht“.

Diese Einschätzung bestätigt ein auf Deutsch und Englisch verlesenes kurzes Statement eines Bewohners aus der Dieselstraße:

„Als junger Mann ohne Familie fühle ich mich in dieser Pandemie einsam, da ich mit niemandem darüber sprechen kann. Ich habe Mitgefühl mit Familien in den Zeiten dieser Pandemie. Denn sie haben Kinder und ich kann die Angst auf den Gesichtern der Eltern sehen. Dass wir die Küche mit positiv Getesteten teilen, macht mir noch mehr Angst. Es gibt keine Informationen, keine Schulter zum Anlehnen. Ich wohne in einem Raum mit vier anderen Menschen. Jeden Tag haben wir Angst vor uns selbst. Angst ist unser Freund geworden. Wir schlendern herum an diesem Ort, positiv und negativ Getestete, alle an einem Ort.“

Informationsblatt der Regierung vordatiert?

Aus der Unterkunft gibt es während der Verlesung etliche „Yes“-Rufe und abschließend lauten Applaus. Viele haben sich in den Fenstern und auf den kleinen Balkonen versammelt und folgen der Kundgebung. Einige Geflüchtete haben sich hinter dem Sichtschutz positioniert und halten Dankesschilder über den Zaun. Sie schaffen auch einen im Befehlston gehaltenen Informationszettel der Regierung der Oberpfalz zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen in einige Kameras zu halten. Es heißt, das Schreiben wurde erst kürzlich verteilt, sei aber auf den 18. Mai (einen Tag vor der Quarantäne) vordatiert.

“This is Fraud” (=Das ist Betrug) – Bewohner berichten, der Informationszettel der Regierung der Oberpfalz sei vordatiert. Foto: bm

Der katholische Hochschulpfarrer und Vorstandsmitglied von Campus Asyl, Hermann Josef Eckl, stellt fest, dass dem „Schutzbedürfnis“ der Geflüchteten in den Unterkünften „nicht in ausreichender Weise entsprochen“ werde. Er spricht von einer „besonders prekären Situation“. So würden Informationen die Bewohner oft schwer oder spät erreichen, Abstandsregeln könnten „praktisch nicht eingehalten werden“. Außerdem – und das betont Eckl ausdrücklich – könnten die sich nun in Quarantäne befindlichen Personen mangels WLAN, kaum „Kontakt mit der Außenwelt halten“ oder etwa „von Online-Bildungsmöglichkeiten Gebrauch machen“. Eine stabile und für alle nutzbare WLAN-Anbindung sei daher rasch nötig.

„Regierung setzt eigenes Infektionsschutzgesetz nicht um“

Karin Prätori vom Bündnis gegen Abschiebelager fordert in ihrem leidenschaftlichen Beitrag „die sofortige Auflösung der Sammellager und Unterbringung in Einzelzimmern“. Die Regierung, „die verantwortungslos und fahrlässig das Leben von Menschen aufs Spiel“ setze, kritisiert sie scharf. In den Lagern werde das eigene Infektionsschutzgesetz „nicht umgesetzt“. Zwei Monate hätte man Zeit gehabt, „Menschen in den Unterkünften zu verlegen und sie dadurch wirklich zu schützen.“

Die Regierung wolle auch „in Zeiten der Pandemie keinen Millimeter“ von ihrer „restriktiven und menschenverachtenden Politik“ abrücken, die vorsehe, dass „Menschen in Sammelunterkünften ausgegrenzt und isoliert werden sollen“, um schnellstmöglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgeschoben zu werden.

Masken und Hygieneartikel Mangelware?

Prätori verweist unter anderem auch auf Schilderungen von Geflüchteten, wonach Masken und Hygieneartikel wie Seife „nicht ausreichend zur Verfügung“ stünden. „Schließt die Lager – leave no one behind!“, ruft sie abschließend unter lautem Applaus aus und von außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft.

In der Unterkunft gehisstes Transparent am Ende der Kundgebung. Foto: om

Nach Ende der einstündigen Kundgebung, schaffen es Kundgebungsteilnehmende durch Sichtschutzlücken am Sicherheitspersonal vorbei ein Transparent in die Unterkunft hineinzuschleusen. Es wird auf einem der oberen Balkone gehisst. „Solidarität statt Lagerzwang – Für ein menschenwürdiges Leben“, ist darauf geschrieben. Abgebildet sind auch folgende Piktogramme: WLAN, Toilette, Dusche, Bett und Krankenwagen. Die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer verlassen gegen 18 Uhr nach und nach die Dieselstraße. Die Züge brettern weiter über die Schienen.

Print Friendly, PDF & Email

SUPPORT

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (34)

  • Solitär

    |

    Ich freue mich immer über eine – ich sage mal etwas vereinfacht – bessere Berichterstattung als in der MZ. Aber warum wird hier nicht der Zusammenhang zur Ablehnung der Dringlichkeitsanträge der Grünen&Ribisl im Stadtrat hergestellt, in denen gefordert wird, Geflüchtete z.B. in Hotels unterzubringen, um erkrankte und gesunde zu trennen und von der Regierungskoalition (also auch von der SPD und GMS, in deren Resort Migration verbucht wird) abgelehnt worden ist mit der Begründung, die Stadt sei nicht zuständig. Das ist im Rahmen dieser Vorfälle eine echte Frechheit.

  • Martin Oswald

    |

    @Solitär: Auf der Kundgebung war das nicht wirklich Thema, wir werden das aber an anderer Stelle aufgreifen.

  • hansemann

    |

    Sowas nennt man sorgsame Arbeit???
    Wenn das eine Krankenschwester in Ihrem Beruf machen würde,
    würde es heißen, Sie habe Ihren Beruf verfehlt.
    …und wie heißt es in der Politik?

  • Gotthold Streitberger

    |

    Erster Schritt ist, dass die Regierung der Oberpfalz die Auszugserlaubnis aus GU Dieselstr. und anderen Lagern erlaubt. Allen Geflüchteten. Und sofort denen, die in Arbeit und Ausbildung sind, und denen dies.bisher vielfach noch verweigert wird . Das ist eine der Forderungen der 5 Gruppen der Kundgebung. Die Regierung ist auch zuständig/verantwortlich für die anderen Forderungen der Gruppen, darunter “Einzelzimmerunterbringung für Alleinstehende” (zumindest während Corona; Wenn Kapazitäten nicht ausreichen in Hotels , Pensionen, etc ) und “Trennung von positv und negativ Getesteten”
    Natürlich kann die Stadt all dies unterstützen und entsprechend auf die Regierung einwirken und ist voll im Boot für diejenigen mit Auszugserlaubnis aus den Lagern.
    Gotthold Streitberger, Mitglied BI Asyl

  • Solitär

    |

    @Martin Oswald: Das ist nachvollziehbar, verstehe ich. Danke für die schnelle Antwort!
    Mir ist gerade aufgefallen, dass der letzte Satz missverständlich sein könnte. Die Frechheit ist nicht die fehlende Erwähnung der Anträge im Artikel, sondern die Ablehnung durch die graue Koalition.

  • auch_ein_regensburger

    |

    Da kann schon der Verdacht aufkommen, dass Geflüchtete für die bayerische Staatsregierung Menschen zweiter Klasse sind, genauso wie Obdachlose, Erntearbeiter oder Schlachthofpersonal.

  • Hans-Peter Dantscher

    |

    Auf der Sitzung der Ablehnung der Dringlichkeitsanträge sagte Frau Maltz Schwarzfischer sinngemäß, dass die Geflüchteten die “Unterkünfte” nicht verlassen wollten. Wie passt das mit dieser Kundgebung zusammen?

    Sie sagte als Begründung, die Geflüchteten würden ihre Familien nicht verlassen wollen und es wäre für sie schwierig zu ihren eventuellen Arbeitslätzen im Falle eines Umzugs zu kommen.
    Handelt es sich dabei etwa um ein ähnliches “Missverständnis”, welchem schon Christian Ude bei der Forderung nach Abschaffung der Residenzpflicht unterlief, als er die Reisefreiheit mit freier Wahl der Wohnorte verwechselte, obwohl er in fast täglichen Verhandlungen mit direkt Betroffenen stand.

    Anders ausgedrückt bestätigen die in der Zeißstrasse Wohnenden, dass es einige -sehr viele unter Ihnen- gibt die nicht ausziehen wollen? Wie kommt die Regierung der Oberpfalz zu dieser Annahme?

    Keine Anrede, vordatiert, Anführungszeichen-Hochkonjunktur.
    Wie würden die Kommentatoren dieses Blogs einen derartigen “Brief” der Stadt oder anderen Behörden in eigener Sache finden?

  • R.G.

    |

    @auch_ein_regensburger
    Eine Pandemie führt uns vor unmissverständlich vor Augen, dass grobe Ungleichbehandlung die Gesundheit ALLER gefährdet.
    Ganze Länder in Lockdown zu schicken, kommt entschieden teurer als die Lösung, bisher Zusammengepferchte menschlicher wohnen zu lassen.

    Es würde mehr Egoismus genügen, es muss nicht gleich Mitgefühl hervorgebracht werden, um zu begreifen, dass wir Handlanger/Arbeiter und Flüchtlinge besser unterbringen müssen.
    Denn die neuen Pandemien – es wird nicht bei lediglich Covid-19 bleiben und nicht mit einer Welle ausgekämpft sein- nützen genau die Lücken, die wir lassen.

  • R.G.

    |

    @Hans-Peter Dantscher
    ” dass die Geflüchteten die „Unterkünfte“ nicht verlassen wollten. Wie passt das mit dieser Kundgebung zusammen?”
    Eigentlich passt das sehr gut zusammen.
    Wenn man nicht weiß, was – womöglich viel Schlechteres – einen erwartet, wird man nicht ausziehen wollen.
    Die Menschen haben schlicht nackte Angst.

    Man hätte mit nicht zu großem Aufwand, statt Pferdeboxen in Hallen für unterschwellig Erkrankte, im Nu Containerhäuser aufstapeln können, mit zwei Betten pro Box.

    Ich ging mal morgens eine Abkürzung durch Gestrüpp zur Schule, und abends stand da bereits ein Arbeiterquartier aus Containern.
    Das geht wirklich fix. Wenn man die Instanzenwege verkürzen will.

  • R.G.

    |

    Zum Bild: “this is fraud”.

    Welcher Umgangston ist auf dem Zettel zu lesen?
    Ich bin erschüttert!
    In welch belanglosem Layout wird das verkündet? Wie bei einem privaten Notizzettel am Schwarzen Brett?
    Sollte man nicht erwarten können, dass erklärt wird, welche Krankheit umgeht, welche Maßnahmen für wie lange erforderlich
    sind? Erwartet man nicht bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen ein amtliches Aussehen der Verlautbarung und einen sachlichen Ton in üblicher Satzstellung?
    Hat man die Angebote für besonders schutzbedürftige Personen, in ein Ersatzquartier zu ziehen, im gleichen Ton gemacht?
    Ich würde mich da verängstigt unter dem Bett verstecken, wenn man mir in dem Ton “Versprechungen” hinknallte.

  • Dominik Müller

    |

    @Hans-Peter Dantscher
    Viele Fragen, einige davon scheinen mir aber leicht beantwortbar.
    Wie r-d schon berichtete, wäre in der Unterkunft Dieselstraße etwa die Hälfte schon jetzt nicht mehr verpflichtet, in dieser oder einer anderen GU zu wohnen. Lediglich dort ausziehen ist aber keine Option, eine angemessene Unterkunft zu finden, ist wiederum in und um Regensburg nicht nur für Geflüchtete sehr schwer. Da sehr wenige Geflüchtete ein eigenes Auto haben, muss aber die neue Unterkunft meist nah am Arbeitsplatz sein oder wenigstens zwischen Unterkunft und Arbeitsplatz eine taugliche ÖPNV-Anbindung existieren, und zwar wenigstens für jedes Haushaltsmitglied, das eine Arbeit oder Ausbildung gefunden hat. Haben Sie schon einmal für auszugsberechtigte Bewohner der Dieselstraße eine neue Unterkunft gesucht, dann können Sie das sicher auch ohne ein Missverständnis von Ude nachvollziehen.
    Wie es mit der Kundgebung zusammenpasst, das können die Organisatoren erklären. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass Geflüchteten mit Gestattung immer noch viele Arbeits- oder Ausbildungsgenehmigungen verweigert würden.

    Die Unterkunft in der Zeißstraße wiederum ist anders als die Dieselstraße Teil des Ankerzentrums. Über die dort Untergebrachten hat die Regierung der Oberpfalz kaum die Annahme verbreitet, dass diese dort gar nicht ausziehen wollten, könnten Sie da Ihre Annahme irgendwie belegen?

    Ich halte es derzeit für eine hygienische Herausforderung für die Betroffenen, wenn Angehörige mehrerer Familien gemeinsam Sanitäranlagen oder auch Kochgelegenheiten nutzen, wenigstens letzteres trifft aber auch bei der geforderten und schwer vermittelbaren Unterbringung in Hotels zu. Da müssten andere Lösungen her, und die brauchen Zeit.

    Ist das Schreiben, das Sie kritisieren, wirklich vordatiert, um zu zeigen, wie lange man sich Zeit lässt? Oder rückdatiert, nur weil es später als am Druckdatum zur Kenntnis genommen wurde?
    Wenn etwas ausgedruckt wird, hängt es nicht sofort aus und liegt auch noch nicht beim Empfänger im Briefkasten. Daraus würde ich nicht auf einen Skandal schließen.
    Anführungszeichen fand ich in dem abgebildeten Schreiben nicht, die Ausrufezeichen sollen wohl die Dringlichkeit in einfacher Sprache hervorheben, man hätte es sicher gefälliger formulieren können.

  • Wiebke Richter

    |

    Zunächst zur Klärung der Aussage der Oberbürgermeisterin in der Stadtratssitzung, es sei Menschen bereits eine dezentrale Unterbringung angeboten worden, die sie aber nicht hätten annehmen wollen. https://www.regensburg.de/rathaus/stadtpolitik/stadtrat/aufzeichnungen-der-stadtratssitzungen
    Hierbei geht es um den Umstand, dass das Regensburger Landratsamt bereits Wohnmöglichkeiten im Landkreis ausfindig gemacht und einigen Familien und Einzelpersonen aus Gemeinschaftsunterkünften angeboten hat. Einige haben es gern angenommen, andere aber tatsächlich nicht, da diese Unterkünfte größtenteils sehr weit außerhalb liegen und eine schlechte bis keine Verkehrsanbindung haben, so dass die Menschen keine Möglichkeit haben, ihr normales Leben weiterzuführen, ihrer Arbeit nachzugehen und die Kontakte zu halten, die sie knüpfen konnten. Darüber hinaus befürchten manche, dann nicht mehr nach Regensburg zurückkehren zu dürfen, wenn sie einmal kurz vor Tirschenreuth oder Cham gelandet sind. Für viele ist es also keine bessere Alternative.

    Genau darauf zielte der Antrag der Grünen Stadtratsfraktion, der ich selbst auch angehöre, auf einen Beschluss des Stadtrats, dass die Stadtverwaltung aktiv wird und dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten innerhalb des Stadtgebiets sucht und organisiert. Ferienwohnungen und Hotels stehen momentan leer, die Prinz-Leopold-Kaserne auch. Was der Landkreis kann, sollte auch in unserer Stadt möglich sein, und nachdem die offiziell zuständige Regierung dies sogar dezidiert wünscht und händeringend Lösungen braucht, hätte die Stadt sicher die Möglichkeit und unserer Meinung nach auch die Verpflichtung, ihr hier Unterstützung anzubieten.

    Denn damit wir uns richtig verstehen: Es geht hier um Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt. Die Menschen im Ankerzentrum brauchen unsere Unterstützung und Solidarität, denn sie haben alles hinter sich gelassen und sind nun hier schutzlos in einem fremden Umfeld. Ob sie hier bleiben dürfen und die Chance bekommen, sich eine neue Perspektive in unserer Mitte aufzubauen, ist aber noch nicht geklärt. Aber die Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften wie z.B. in der Dieselstraße leben, sind meist schon seit Jahren hier bei uns, sprechen mehr oder minder gut unsere Sprache, arbeiten hier, gehen eine Ausbildung nach oder zur Schule. Sie nehmen mit uns zusammen am sozialen und kulturellen Leben unserer Stadt teil und gehören zur Stadtgesellschaft, wie alle anderen auch. Die Art und Weise, wie sie behandelt und über sie gesprochen wird, ist zynisch bringt mich zur Verzweiflung.

    Wir stecken alle gemeinsam in dieser Krise und es ist für niemanden leicht, erst recht nicht für die Personen, die Verantwortung tragen. Aber zu einer Zeit, in der angeblich wieder mehr als genügend Testkapazitäten zur Verfügung stehen, sollte und darf es kein Problem sein, in Einrichtungen, in denen viele Menschen auf engem Raum zusammen leben, alle gefährdeten Personen zu testen, die infizierten medizinisch adäquat zu behandeln und zu isolieren. Gemeinschaftsunterkünfte gibt es in Regensburg nicht nur in der Dieselstraße, also gäbe es für die Stadt noch viel zu tun, die Lage für unsere Mitmenschen zu verbessern und sich zumindest um eine dezentrale Unterbringung zu bemühen. Es muss jetzt gehandelt werden, und nicht erst dann, wenn alle sich gegenseitig angesteckt haben, weil es ihnen schlichtweg nicht möglich war, dies zu verhindern. Wenn wir das nicht hinkriegen, ist Regensburg zu Recht bundesweiter Hotspot.

  • Anna-Lena Schnaudt

    |

    Zum Aushang: Das Blatt wurde erst am Tag der Demo, also über eine Woche nach Beginn der Quarantäne, im Camp aufgehangen. Bis dahin wurden nicht einmal Mindeststandards wie die personelle Begrenzung bei der Küchennutzung oder Maskenplicht eingeführt. Über eine Woche nach dem Bekanntwerden der alarmierenden Testergebnisse hat die Regierung nicht einmal diese basalen Schutzmaßnahmen ergriffen. Und dann das auf den Quarantänebeginn datierte Schreiben aufgehängt. Muss man Menschen erst so im Regen stehen lassen und anschließend für dumm verkaufen?

  • Auch a Regensburger

    |

    Wegducken wenn es unangenehm wird.

    Die armen Menschen.

    Unabhängig davon müssen die Leute ja auch einkaufen. Als Bewohner des Stadosten, würde ich mir schon wünschen hier Transparenz zu haben. Wir sind Corona Hochburg und mit der Begründung die Leute sind ja Alle in Flüchtlingsunterkünften und die Verantwortung liegt an der Oberpfälzer ist Alles gut.

    Die Hotels und Co. stehen leer und alle Kämpfen um das Überleben. Alle für 2 Wochen in Quarantäne auf die Hotels verteilen.
    Wäre den Flüchtlingen geholfen. Wäre den Hotels geholfen.

    Und was ich überhaupt nicht verstehen kann. Warum wird nicht getestet.
    Leider kommt für mich hier politisches Kalkül als Grund in Frage. Ansonsten wäre Regensburg in Deutschland nicht Nummer 1 mit gut 70 Fällen pro 100.000 Einwohner gewesen, sondern Nummer 1 mit 120 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

    Politisches Stillschweigen.

  • E. T.

    |

    Hallo zusammen. Mein Mann arbeitet in der Einrichtung der Pionerkaserne. Es gibt Punkte in dem Bericht, denen ich bzw. Mein Mann so gar nicht zustimmen. Ich empfehle jedem, der meint, dass es dort Unstimmigkeiten im Umgang bzw. Unterbringung der Flüchtlinge gibt, eine Woche mal zu arbeiten. Erstens um sich selber mal einen Eindruck machen zu können und auch die Flüchtlinge, mit ihren verschiedenen Einstellungen und Religionen, kennen zu lernen. Und dann reden wir noch einmal über diesen Bericht. Zudem wurden in dieses Ankerzentrum die Corana-Fälle untergebracht, die nirgendwo anders noch aufgenommen werden konnten. Und viele Leute waren sehr bemüht, die Infizierten von den gesunden, zu trennen. Wenn die Flüchtlinge selber aber nicht darauf achten, die Vorgaben einzuhalten, um sich und andere zu schützen, kann man der Regierung keine Schuld geben.

  • Stefan Egeli

    |

    Es ist schon richtig, dass endlich andere Lösungen für die Unterbringung der Menschen gefunden werde. Jedoch erscheinen mir die Vorschläge, die Leute in Hotels oder Pensionen unterzubringen, sehr blauäugig und vorschnell. Es handelt sich um private Unternehmer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese von diesen Vorschlägen begeistern sein werden. Wäre ja nichts anderes als würde ich öffentlich vorschlagen, alle hier Kommentierenden sollten die Leute bei sich zuhause aufnehmen.

  • R.G.

    |

    “Wäre den Flüchtlingen geholfen. Wäre den Hotels geholfen.!

    Der logische Schluss ist, wir wissen etwas Wichtiges nicht, was das scheinbar undurchschaubare Handeln mit erklären könnte.
    Es ist wahrscheinlich lediglich die Opposition in der Lage, das zu erfragen.

    Welche Verträge hat das Land / die Stadt mit den Bereitstellern des / der jetzigen Unterbringungen?
    Für wie lange wurde dem privaten Vertragspartner welche Mietpauschale (ev. sogar bei Nichtbelegung) oder Bezahlung pro anwesendem Bewohner garantiert? Vom Land oder der Stadt?

    Laufen diese Kosten, der Teil der aufgeschlüsselt “pro Person”, bei Auszug in Hotels weiter, sodass dann doppelte Kosten anfielen? Vom Land oder / und der Stadt?
    Welche Verträge gibt es mit Bereitstellern von (u.a. Sicherheits-) Personal?
    Ist dieses fest angestellt oder wird auf Dienstleistungfsfirmen gebaut? Werden die Personen bei Krankenständen weiter bezahlt? Oder bei Nicht-Leistungsfähigkeit in Arbeitslosigkeit zurückfallen?
    (Ein wichtger Faktor zur Eindämmung einer Pandemie ist, es sich leisten zu können, bereits bei auftretenden Symptomen der Arbeit fern zu bleiben, nicht erst bei ausgewachsener Krankheit.)

    Zur Nicht-Testung des Personals:
    Mit der Begründung, dass es zu keinen engeren Kontakten mit den Bewohnern käme, nicht zu testen, ist unklug.
    Einerseits kann es Superanstecker geben, zweitens kann es theoretisch Unterschreitungen des Anstandes gegeben haben, aus verschiedensten Gründen.

  • highwayfloh

    |

    @Solitär:

    Ihre Frage, weshalb nicht – ohne Wenn und Aber – bezüglich der Situation die entsprechenden Flüchtlinge in Hotels untergebracht und dort in Quarantäne verbracht werden:

    Keiner will sich dann dem Aufschrei gegenübersehen, welcher dann erfolgt und die grobe “Argumentation” kennen wir doch alle zur Genüge:

    “Flüchtlingen / Wirtschaftsflüchtlingen” wird alles gegeben, wo aber bleiben “unsere” Leute?

    Und genau dieses “psychologischen Hebels” bedienen sich die entsprechenden Leute, welche _andere_ (persönliche) Ziele langfristig verfolgen, anstatt mit dazu beizutragen, dass die Situation für _alle_ relativ harmlos verläuft.

  • R.G.

    |

    Eine Lehre aus dem “this is fraud”-Zettel ist, im Land der Bürokratie muss es noch mehr Bürokratie geben.

    Da, wie wir gelernt haben, das Datum der Ausfertigung des Aushangs, ist ev. durch den Postweg, Feiertage etc. nicht ident mit dem Tag des Aushangs in einer entsprechenden Unterkunft,
    so müssen in Hinkunft ein bis zwei weitere Datumszeilen im Layout vorgesehen werden:
    für den Tag des Posteingangs in der Poststelle,
    für den Tag des Aushangs in den Räumen der Bewohner der jeweiligen Unterkunft, und zwar in folgenden Räumen (diese sind genau zu definieren).

    Alternativ ist von den Arbeitnehmern in und um diese Einrichtungen der Tag der persönlichen Kenntnisnahme zu quittieren und der Tag des Aushangs im Pausenraum.

    Wir brauchen für Wellen, diese ist eine lokale, eine zuverlässige Pandemie-Bürokratie.

  • highwayfloh

    |

    Ich hab es schon so oft gesagt und ich weiss, dass meine Sichtweise einigen nicht passt:

    Die jetzige Situation ist ein Prüfstein, wie wir es mit unserem Sozialverständis und der damit einhergehenden Verantwortung insgesamt halten. Es kann und darf nicht sein – meiner Meinung nach, dass gesagt wird: Du: “Ja” – Du: “Nein” , was medizinische Versorgung und Schutzmaßnahmen anbelangt. Ansonsten machen wir uns menschlich eines Verbrechens schuldig: Selektion bezüglich “lebenswertem Leben” und vermeintlich “unwertem Leben”. Nichts anderes ist es, über das wir – zumindest die meisten – aus sehr gesicherte Position heraus diskutieren.

  • Mr. T.

    |

    E.T., wenn es an diesem Bericht etwas “richtigzustellen” gibt, können das die entsprechenden Seiten gerne tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Redaktion dies nicht würdigt.
    Aber es ist natürlich etwas vermessen, zu verlangen, dass jeder erstmal eine Woche dort arbeiten soll, um etwas kritisieren zu dürfen. Darf ich dann auch erst Söder kritisieren wenn ich mal eine Woche Ministerpräsident war? Darf ich erst dann über die Spielweise des Jahn reden, wenn ich mal eine Woche Trainer dort war?

  • R.G.

    |

    @E. T.
    “Wenn die Flüchtlinge selber aber nicht darauf achten, die Vorgaben einzuhalten, um sich und andere zu schützen, kann man der Regierung keine Schuld geben.”
    Gehen wir völlig ohne Schuldzuweisung an das Problem dran.
    Können sich die Bediensteten derzeit genug geschützt fühlen?
    Wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?
    Welche Schutzausrüstung haben die Bediensteten bereits und welche würden sie sich noch wünschen?

  • Julian86

    |

    Streitberger schreibt: “Natürlich kann die Stadt all dies unterstützen und entsprechend auf die Regierung einwirken ….”

    Dieses “Können” der Stadt, hat es sich nicht verdichtet zu einem “Wollen”, ja, “Müssen”? Man halte sich das Nachfolgende vor Augen:

    Regensburg ist bekanntlich Mitglied im Netzwerk der Solidarischen Städte. Danach hat sich die Stadt zu diesem “Selbstverständnis” bekannt:
    https://solidarity-city.eu/de/selbstverstaendnis/

    Weitere Infos, auch zu “The Right to the City facing COVID-19”
    https://solidarity-city.eu/de/

    Regensburg: Solidarische Stadt
    “Solidarity City” bzw. “Solidarische Stadt” ist ein Projekt von Recht auf Stadt, das perspektivisch viele Gruppen miteinander vernetzen soll. Ziel ist eine “Solidarische Stadt Regensburg”. Alle Menschen, egal wo sie herkommen, sollen in unserer Stadt Schutz und ein menschenwürdiges Leben finden. Gemeinsam wollen wir alle Möglichkeiten einer Kommune ausschöpfen und Wege der Selbstermächtigung erforschen, um dieses Ziel zu erreichen.
    https://rechtaufstadt-regensburg.de/solidarische-stadt/

    2012 erhielt die EU den Friedensnobelpreis. Wegen ihrer gelebten Werte vor allem. Die Ziele der Europäischen Union sind:
    “Förderung des Friedens, der europäischen Werte und des Wohlergehens ihrer Bürgerinnen und Bürger … ”
    https://europa.eu/european-union/about-eu/eu-in-brief_de

    Es wurde schon dargelegt, dass die Betroffenen unsere Mitbürger sind.

  • R.G.

    |

    @ “„Als junger Mann ohne Familie fühle ich mich in dieser Pandemie einsam, da ich mit niemandem darüber sprechen kann.”

    An die Helfergruppen!
    Ich schlage vor, vergesst über der großen Lösung die kleinen heute schon machbaren Möglichkeiten nicht.
    Z.B. wenn ein Flüchtling das wünscht, ihm täglich während der Quarantäne ein Postkarte mit guten Worten schicken, “vom Verein”, aber handschriftlich verfasst. Bitte nicht Online, nur am Smartphone, so wie früher Amnesty international Postkartenaktionen an Gefangene oder Leute in Hausarrest organisierte.
    Geht jeden kleinen Schritt und zieht Echtzeit- Zeichen dem Virtuellen vor!

  • highwayfloh

    |

    Immer noch – aktuell – leider, gerade auch in diesem Zusammenhang:

    ein Lied von “STS” den Österreichern: Wohin die Fahrt wohin die Reise

  • Karl

    |

    Gibts a von dem STS Liadl a Übersetzung?

  • Tobias

    |

    @”Fraud”-Zettel:

    Die “Geflüchteten” haben doch alle Smartphones. Hier jetzt so zu tun, als wüsste man nicht, dass man Abstand hält oder Besuche verboten sind (ich meine, wir haben ganze Einkaufszentren quasi-geschlossen; andere Orte, an denen “Geflüchtete” sich aufhalten, waren leer oder mit Abspeerbändern zu und das allgemeine Kontaktverbot, welches nahezu in ganz Europa stattfindet, erklärt auch das Besuchsverbot) ist doch lächerlich. So weit ich mich erinner kann, wurde am 16.03., also fast ZWEI MONATE vorher, der Lockdown durchgegangen. Wenn also “alle” außer den “Flüchtlingen” davon mitbekamen – sorry, Blödsinn.

  • R.G.

    |

    @Karl

    Die sinngemäße Übersetzung aus den Lyrics:

    “Großvota” (Großvater)
    Bei jedn Wickl (Bei jedem Streit /sich in Streit verwickeln)
    mit der Mutter
    war mei erster Weg
    von daham zu dir (von daheim zu dir)
    Und du hast gsagt
    sie is allan, des musst versteh, (sie ist allein, du musst es verstehen)
    ois vergeht (alles vergeht)
    Kumm, trink’ a Bier (Komm, trink ein Bier)

    Dann hast du gmant (Dann hast du gemeint)
    Des ganze Lebn (Das ganze Leben)
    besteht aus Nehman (besteht aus Nehmen)
    und viel mehr Gebn (Und viel mehr aus Geben)

    Worauf i aus deim Kastn (Worauf ich aus deinem Schrank)
    in da Nacht (in der Nacht)
    de paar tausend Schilling (die paar tausend Schillinge)
    de paar tausend Schilling
    gfladert hab (gefleddert/gestohlen habe)
    zum Verputzn (zum sinnlosen Verprassen)
    in da Discothek (in der Discothek)
    A paar Tag drauf (Ein paar Tage darauf)
    Hast mi danach g’fragt (Hast du mich danach gefragt)

    I habs bestritten (Ich habe es bestritten)
    hysterisch plärrt (hysterisch geweint)
    Dei Blick war traurig (Dein Blick war traurig)
    dann hab i great (= geröhrt, wie ein Hirsch =tonhaftes, lautes Weinen)

    Du hast nur gsagt
    Kumm, lass mas bleibn (komm, lassen wir es gut sein)
    Geld kann gar nie
    so wichtig sein

    Wann du vom (Wenn du vom)
    Krieg erzählt hast
    Wie du an Russn Aug in Aug (Wie du einem Russen Aug in Aug =beim Kriegsende)
    gegnübergstandn bist (gegenübergestanden bist)
    Ihr habts eich gegenseitig (Ihr habt euch gegenseitig)
    An Tschick anboten (eine Zigarette angeboten)
    die Hand am Abzug
    hat zittert vor lauter Schiss (hat gezittert vor lauter Angst. Schiss =sich in die Hose scheißen vor Angst)

    Oda dei Frau (Oder deine Frau)
    die den ganzn Tag
    dir die Ohren
    vollgsungen hat (vollgejammert/vollgenörgelt hat)

    Du hast nur gsagt
    i hab sie gern
    i muas ned alles (Ich muss nicht alles)
    was sie sagt immer hörn (was sie sagt immer hören)

    REFRAIN:
    Großvota
    Kannst du ned abakumman (Kannst du nicht hinunterkommen)
    Auf an schnellen Kaffee
    Großvota
    I möcht’ dir so viel sagn
    Was i erst jetzt versteh
    Großvota
    Du warst mei erster Freind (Du wast mein erster Freund)
    Und des vergiss i nie
    Großvota
    du warst ka Übermensch (du warst kein Übermensch)
    hast a nie so tan (Hast nicht so getan als ob du einer wärst)
    A deswegn war da (Auch geswegen war da)
    irgendwie a Kraft (irgendwie eine Kraft)

    Und durch die Art
    wie du dei Lebn glebt hast (wie di dein Leben gelebt hast)
    Hab i a Ahnung kriagt (Hab ich eine Ahnung bekommen)
    Wie mas vielleicht schafft (wie man es vielleicht schafft)

    Dei Grundsatz war (dein Grundsatz war)
    zerscht überlegn (zuerst überlegen)
    a Meinung ham (Eine Meinung haben)
    Dahinterstehn( Hinter der Meinung stehen)

    Niemals Gewalt
    Alles beredn (Alles aussprechen/aushandeln/ ausdiskutieren)

    Aba a ka Angst (Aber keine Angst)
    Vor irgendwem

    REFRAIN:
    Großvater
    Kannst du ned abakumman
    auf an schnellen Kaffee
    Großvota
    i möcht’ dir so viel sagn (sagen)
    was i erst jetzt versteh
    Großvota
    du warst mei erster Freind
    und des vergiss i nie
    Großvota

    Großvota
    Kannst du ned abakumman (Kannst du nicht hinunterkommen)
    auf an schnellen Kaffee
    Großvota
    I möcht’ dir so viel sagn
    was i erst jetzt versteh
    Großvota
    Du warst mei erster Freind
    Und des vergiss i nie
    Großvater

    Großvota
    Kannst du ned abakumman (Kannst du nicht hinunterkommen)
    auf an schnellen Kaffee
    Großvota
    i möcht’ dir so viel sagn
    was i erst jetzt versteh
    Großvota
    du warst mei erster Freind
    und des vergiss i nie
    Großvota!

  • Anna-Lena Schnaudt

    |

    @Tobias Und weil Sie ein Smartphone haben, können Sie als Campbewohner die Küchennutzung regeln. Für das ganze Stockwerk. Alles klar.
    In diesen Massenlagern ist es in zahlreichen Situationen nicht möglich 1,5 Meter Abstand zu halten. Wenn Sie sich zu dritt ein winziges Zimmer teilen müssen, hilft Ihnen ihr smartphone gar nichts.

  • highwayfloh

    |

    @R.G: vielen Dank für die Mühe der Übersetzung!

  • XYZ

    |

    Zu Friedl/Ribisl
    Das ist ja alles recht schön gedacht und künstlerisch gemacht – allein die Realität sieht ein wenig anders aus, war mal vor Jahren in einer Flüchtlingsunterkunft in Nittenau, der Hausmeister war verzweifelt: sie schmeissen von der Küche alles zum Fenster heraus, jetzt ist der dritte Herd kaputt weil sie es vergessen hatten ihn abzudrehen, und die Zimmer darf ich auch nicht betreten! Waren eigentlich ganz einfache Kulturprobleme: wir sind Männer und nicht Frauen und für sowas nicht da! Das löst man nicht durch Einzelzimmer, auch nicht bei Corona, sondern allenfalls durch eine Kultur der Achtsamkeit, die bei Erwachsenen nur noch schwer zu vermitteln.

Kommentare sind deaktiviert

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01