SOZIALES SCHAUFENSTER

Protest gegen AfD

„Der Antifaschismus ist der Minimalkonsens unserer Gesellschaft“

Es bleibt das gewohnte Bild: Etwa 400 Menschen demonstrieren am Domplatz friedlich gegen die AfD. Die hält im leeren Raum einen Infostand ab und beendet ihre Veranstaltung eine Stunde früher als geplant.

Lauter, aber friedlicher Protest am Domplatz. Fotos: Bothner

Möchte man den gestrigen Dienstagnachmittag etwas verkürzt wiedergeben, dann wäre es eventuell folgender Satz, der fallen würde: Zum ersten Mal seit langer Zeit stehen der suspendierte Oberbürgermeister und ehemalige SPD-Politiker Joachim Wolbergs sowie das amtierende Stadtoberhaupt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wieder gemeinsam auf einer Bühne. Der AfD, die nur wenige Meter weiter auf der Südseite des Domplatzes ihren Infostand abhält, bescheinigen die beiden Politiker zusammen mit den mehr als 400 Demonstranten eine klar antidemokratische Gesinnung. Die AfD selbst bricht unter tosendem Beifall bereits früher als geplant den Infostand ab und zieht von dannen.

CSU-Kandidatin: „Die AfD ist keine bürgerliche Partei.“

Bereits am vergangenen Freitag hatte der Altstadtortsverein der SPD via Facebook bekannt gegeben, dass es gegen den geplanten Infostand der AfD einen Gegenprotest gegen werde. Gemeinsam mit der Regensburger Initiative gegen Rechts (IGR), einem Zusammenschluss verschiedener Gewerkschaften, Parteien sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren riefen zudem die Seebrücke und weitere Organisationen zur Demo vor dem Westportal des Doms auf. Im Vorfeld äußerte sich auch die OB-Kandidatin der CSU, Astrid Freudenstein, über Facebook. „Die AfD ist keine bürgerliche Partei. Einige ihrer Funktionäre fallen wiederholt durch extremistische Äußerungen auf. Wir halten es in der CSU wie immer: Unsere Leute entscheiden für sich, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen möchten.“ Freudenstein selbst ist an diesem Tag nicht vor Ort.

„Da kommt die AfD aus München hierher und meint, uns erklären zu können, wie wir leben sollen.“ Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Dafür finden sich bereits ab 14.30 Uhr mehr als 400 Regensburgerinnen und Regensburger zu der Kundgebung ein. Eine Viertelstunde später fährt dann das „mobile Landtagsbüro“ der AfD auf den von der Polizei zugewiesenen Platz an der Südseite des Doms. Mit einem weißen VW-Bus ist die AfD schon seit längerem in ganz Bayern unterwegs. So auch bereits am 20. September auch in Regensburg.

„Expressabschiebungen“, „Ausgangssperren“, „Waffenverbote“

„Politiker im Einsatz“, prangt in Großbuchstaben auf dem Bus. Der Anlass des Infostandes: „Sichere Städte statt sichere Häfen“. Bereits Mitte des Jahres haben mehrere Städte wie Köln, Berlin, Bonn und eben auch Regensburg angekündigt, aus Seenot gerettete Geflüchtete in ihren Städten aufzunehmen. Sie wollen damit ein Zeichen für die zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer setzen. Dem war eine längere gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit Seenotrettungsmissionen, wie etwa jene der Regensburger Organisation Sea-Eye vorausgegangen. Diese Städte tragen seitdem das Label „Sicherer Hafen“.

Weite Anreise nach Regensburg: das „mobile Landtagsbüro“ der AfD.

Doch aus Sicht der AfD bedeute die Aufnahme von Geflüchteten nichts anderes als Kriminalität und Gewalt. Auf ihren Flyern fordert die Partei stattdessen „Express-Abschiebungen“ und eine Ausgangssperre in den sogenannten Ankerzentren. „Dies käme dann Internierungslagern gleich“, erklärt Andrea Huber in einem Redebeitrag für IGR. Die Gewerkschaftssekretärin nennt die „Verbindung von Hass und Hetze, die Stimulierung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ den „Kerninhalt der AfD“. Zudem „werden Versatzstücke und Argumentationsmuster des Dritten Reichs gezielt aufgegriffen und ein angeblich bevorstehender Bürgerkrieg herauf beschworen. Und hinter allem stecken in dieser Denke am Ende stets die vermeintlichen Nicht-Deutschen.“

„Wir wissen am besten, in was für einer Stadt wir leben wollen.“ 

Auch die Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer macht in ihrer Rede deutlich, was sie von der AfD und deren Forderungen hält. „Wir sind und bleiben eine offene Stadt für alle, die hierher kommen möchten.“ Nicht erst mit Blick auf die Terrortat in Halle vor wenigen Wochen zeige sich, wie wichtig es sei, für eine demokratische Zivilgesellschaft einzustehen. „Da kommt die AfD aus München hierher und meint, uns erklären zu können, wie wir leben sollen. Doch wir wissen am besten, in was für einer Stadt wir leben wollen.“ Viel Applaus gibt es von den Umstehenden, unter denen auch Ilse Danziger, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Regensburg ist.

Katrin Ebner-Steiner und der Regensburger AfD-Vorsitzende Erhard Brucker (ehemals „Die Freiheit“ und Redner bei PEGIDA).

Währenddessen finden sich wenige Meter weiter einige AfD-Anhänger ein. Darunter auch die Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner, in Begleitung des Landtagsabgeordneten Christoph Maier. Ebenfalls vor Ort sind der Kreisvorsitzende der AfD in Regensburg, Erhard Brucker, der in der Vergangenheit bereits Reden bei PEGIDA gehalten hat.

Zwischen „HKN KRZ“ und Szeneanwalt

Während Brucker und Ebner-Steiner versuchen, zumindest die wenigen Passanten, die in der Nähe des Infostandes vorbei gehen, einen Flyer in die Hand zu drücken, gesellt sich kurzzeitig eine Frau mit einem Pulli, der unverkennbar die Buchstaben „HKN KRZ“ (eine Kurzform für Hakenkreuz) trägt zum Infostand. Es wird ein wenig geplaudert.

Ein weiterer Besucher ist der bekannte Szeneanwalt Günther Herzogenrath-Amelung. Auch dieser mischt sich für einige Zeit unter die Parteimitglieder, die durchaus eine weite Wegstrecke auf sich genommen haben. Der Kreisvorsitzende der AfD in Erding, Wolfgang Kellermann, war erst vor wenigen Wochen an der Seite von Björn Höcke beim AfD-Familienfest im thüringischen Ilmenau zu sehen, wie der Merkur berichtete.

Der bekannte Szeneanwalt Günther Herzogenrath-Amelung schaute auch bei der AfD vorbei.

Unterdessen begeben sich die ersten Gegendemonstrantinnen von der Kundgebung an die Absperrung der Polizei, um ihren Protest auch in Hör- und Sichtweite abzuhalten. Mittlerweile ist es ein gewohntes Bild. Die Polizei riegelt mit Gittern den Domplatz weiträumig ab. Die AfD steht mit einigen Anhängern im leeren Raum und die Zivilgesellschaft positioniert sich entlang der Gitter. Transparente mit Aufschriften wie „Die AfD soll der Blitz beim Scheißen treffen“ oder „Solidarität statt Hetze“ werden hochgehalten und mit Trillerpfeifen und Musik wird für Lärm und Stimmung gesorgt.

„Wer sich mit dieser Partei gemein macht ist ein geistiger Brandstifter.“

Vor dem Westportal des Doms spricht wenig später dann der suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Er bedankt sich bei den Regensburgern für deren Einsatz. „Schon immer hat sich Regensburg vor seine ausländischen Mitbürger gestellt.“ Die Anhänger der AfD dürfe man zwar nicht pauschal als Nazis bezeichnen. „Doch wer sich mit dieser Partei gemein macht, ist ein geistiger Brandstifter.“

Ilse Danziger von der Jüdischen Gemeinde nahm ebenfalls an der Gegendemo teil.

Für Heinrich Kielhorn, Vorsitzender der Regensburger Jusos, ist klar: „Der Antifaschismus ist der Minimalkonsens unserer Gesellschaft. Wir müssen uns gemeinsam als Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus positionieren.“ Auch die Initiative gegen Rechts spricht in ihrem Redebeitrag von einer gemeinsamen Aufgabe. „Mit der kommenden Kommunalwahl im nächsten Jahr wird die AfD auch hier im Stadtrat sitzen. Das bedeutet für uns als Linke, dass sich das politische Klima weiter verschärfen wird. Lasst uns das als gemeinsame Aufgabe verstehen“, so Huber.

Ebner-Steiner verabschiedet sich früh

Gegen 17 Uhr baut dann die AfD ihren Infostand wieder ab. Eigentlich hatte die Partei bis 18 Uhr angemeldet. Ebner-Steiner, die an diesem Tag mit einem Augsburger Security-Dienst angereist ist, hatte sich bereits gegen 16.30 Uhr verabschiedet.

Unter Beifall klappt ein AfDler einen Schirm zu, verstaut ihn im weißen „Landtagsbüro“ und verlässt den Domplatz. Die Polizei beginnt die Gitter wieder aufzuräumen und die Gegendemonstration löst sich allmählich auf.

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Kommentare (27)

  • Joachim Datko

    |

    Das große Plakat „KEIN KREUZ DER AFD“ hat mich zum Schmunzeln angeregt!

    In der Wahlkabine können wir noch ohne links-grünen Druck unsere politische Meinung kundtun. Mittlerweile wird gesellschaftlich wieder versucht, eine Einheitsmeinung durchzusetzen.

    Die drei Landtagswahlen im Osten haben gezeigt, wie wertvoll der letzte Rückzugspunkt der freien politischen Meinung ist.

    Joachim Datko – Philosoph

  • Eingeborener

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    Von dieser ,antifaschistischen Einheitsfront‘ halte nichts. CDU/CSU, SPD, unter dieser Dauerkoalition ist die AfD gross geworden. Ihre neoliberal-asoziale Politik und Zerstörung der Wirtschaft-Ost hat dazu beigetragen, dass die ,Arbeiterpartei‘ im Osten heute AfD heisst. Der Antifaschist Wolbergs hat mit seiner Fortführung des Wohnungsbaus faktisch nur noch für Wohlhabende ,wie schon vorher die Schaidinger-CSU, den Zorn ,unten‘ geschürt . Jetzt dürfen sich anerkannte Flüchtlinge u Unterschicht um die letzten teuren Löcher balgen. Mit seiner Korruption ist Wolbergs ein übler Vertreter der ,Elite‘ und Vorführ-Beispiel für die AfD.

  • Sir Sonderling

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    Lieber Lord-Doktor Datko, Ihre Selbstbezichtigung „Philosoph“ löst bei mir große Heiterkeit aus. (BTW, wo ist der „Physiker“ geblieben?)
    In Verbindung mit Ihrem (den schlichteren Gemütern so eigenen) Gejammer von der linksgrünen Einheitsmeinung gerät Ihr Post zu einer in sich geschlossen Selbstkarikatur erster Güte. Chapeau dafür! Inhaltlich muss ich Ihnen von meiner hohen Warte dazu leider mitteilen: Sie liegen falsch.

  • Alfons Kaiser

    |

    Hauptsache „Anti“. Schnurzpiepegal, was oder welches Wort dahinter steht. Teile und herrsche funktioniert auch in Regensburg vorzüglich. Das Bruckner-Foto ist trotzdem wundervoll gelungen! :-)

  • Piedro

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    „Sichere Städte statt sichere Häfen“.
    Allerliebst, wirklich allerliebst.

    Andrea Huber in einem Redebeitrag für IGR: „Und hinter allem stecken in dieser Denke am Ende stets die vermeintlichen Nicht-Deutschen.“
    Ergibt das irgendeinen Sinn? Was hat das mit Denken zu tun? Auch nicht die zunehmend reflexhafte Zustimmung zu den Parolen hat etwas mit denken zu tun. Faschismus wird nicht stark durch Denken.

    „Da kommt die AfD aus München hierher und meint, uns erklären zu können, wie wir leben sollen.“
    Weia! Hätten die nicht wenigstens aus Deggendorf kommen können?

    „Doch wer sich mit dieser Partei gemein macht, ist ein geistiger Brandstifter.“
    Oder bloß dessen Brandbeschleuniger.

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko
    „Mittlerweile wird gesellschaftlich wieder versucht, eine Einheitsmeinung durchzusetzen.“
    Ja, da schau an! Eine Einheitsmeinung! Schon wieder! Ja, das befürchten manche. Gab es ja schon. Aber gesellschaftlich sind wir von einer Einheitsmeinung weit entfernt, auch, wenn viele die AfD ablehnen.

    „Die drei Landtagswahlen im Osten haben gezeigt, wie wertvoll der letzte Rückzugspunkt der freien politischen Meinung ist.“
    Wichtig für wen? Die Demokratie? Den Bürger? Eine Partei? Wie auch immer, diese Erkenntnis ist nicht neu, sie ist quasi systemimmanent. Schön, dass auch Sie das begrüßen.

  • Tom

    |

    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

    Ignazio Silone – Schriftsteller und Sozialist

  • Prokrastinator

    |

    Sehr geehrter Herr Datko,
    ich musste bei Ihrem Post hellauf lachen. Ich finde es immer wieder herzerfrischend, mit welcher Selbstgerechtigkeit Sie hier posten.
    Zunächst einmal empfinde ich es als himmelschreiende Arroganz ihrerseits, dass Sie den übrigen ca. 85 Prozent der Wählenden die Fähigkeit absprechen, sich selbstständig eine Meinung zu bilden, sie also im Umkehrschluss indirekt als dumm bezeichnen. Des Weiteren sollten Sie als Physiker und Philosoph, zumindest laut eigener Beschreibung, sich mit den Zahlen beschäftigen. Hier einige Beispiele: In Thüringen stagniert seit der letzten BT-Wahl die Anzahl der Stimmen für die AFD, analoges gilt für den Bund. Zusätzlich dazu haben in Thüringen lediglich ca. 250000 Menschen, in Sachsen ca. 600000 und in Brandenburg ca. 300000 „ihre“ Partei gewählt. Vergleicht man die Anzahl an Wahlberechtigten in Deutschland bei der letzten BT-Wahl (ca. 62,5 Mio) handelt es sich hierbei um einen sehr kleinen Prozentsatz. Es haben übrigen im Osten mehr als 75% der Wahlberechtigten nicht die AFD gewählt. Insofern haben Sie recht, dass auch dort noch frei gewählt werden kann.
    Übrigens halte ich Ihre ewiges „die Menschen werden unter Druck gesetzt“ Geheule für mehr als infantil. Sind sie vielleicht schon einmal auf den Gedanken gekommen, dass andere ebenso ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben und davon auch Gebrauch machen, nicht nur die AFD, und diese Gruppe klar in der Mehrheit ist. Das Recht und die Fähigkeiten sprechen Sie allen anderen mit Ihrem Post ebenso ab, da Einheitsmeinung. Wobei sich der Kreis hin zu Ihrer Überheblichkeit schließt und nur die AFD die Wahrheit mit Löffeln gefressen hat.

  • Mr. T.

    |

    Si tacuisses …
    … wobei so ein selbstgeadelter Philosoph wohl nie einer war …
    Datko ist doch der lebende Beweis dafür, das keine links-grüne Einheitsmeinung durchgesetzt wird, sondern jede noch so bescheuerte Meinung ausgedrückt werden darf.

  • Giesinger

    |

    Textzitat:
    „Möchte man den gestrigen Dienstagnachmittag etwas verkürzt wiedergeben, dann wäre es eventuell folgender Satz, der fallen würde: Zum ersten Mal seit langer Zeit stehen der suspendierte Oberbürgermeister und ehemalige SPD-Politiker Joachim Wolbergs sowie das amtierende Stadtoberhaupt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wieder gemeinsam auf einer Bühne.“

    Sehr geehrter Herr Bothner, könnten Sie den Dienstagnachmittag vielleicht doch noch etwas ausgedehnter beschreiben?
    Konkret interessiert mich die Situation mit Frau Bürgermeisterin und OB susp. auf einer Bühne nebeneinander.
    Die beiden waren bis vor kurzer Zeit ja auch noch Parteigenossen.
    Plaudern Sie doch bitte mal aus dem Nähkästchen!
    Über die AfD geht es im Artikel ja sowieso nicht.

  • R.G.

    |

    @Prokrastinator

    Mich bringt der Beitrag eher ins Grübeln:

    War ein berühmtes Sprichwort nun vom Philosophen Origenes, Plato oder doch von Datko?

  • Robert2Help

    |

    @Eingeborener: Die neokapitalistischte Partei von allen wird es sicher nicht richten. Können sich Ihre skizzierten Geringverdiener dann freuen, ohne jegliche Hilfe dazustehen, wenn diese Antidemokraten an die Macht kommen.

    Während Leute wie ich Türkei-Like im Knast hocken.

    Ganz großes Kino von diesen „Protestwählern“.

    @Regensburg Digital: Danke für den Veranstaltungshinweis!

  • Mr. T.

    |

    Ich finde übrigens die Überschrift dieses Artikels hervorragend!
    Das Wort ‚Antifaschismus‘ ist leider immer noch in weiten Teilen der Gesellschaft irgendwie negativ konnotiert, obwohl doch eigentlich jeder anständige Mensch ein Antifaschist ist. Wer gegen Faschisten und den Faschismus ist, ist Antifaschist. Das hat nichts mit Antifa-Aktivisten zu tun, wie sie sich der gemeine, uninteressierte Bürger vorstellt. Und auch von denen schmeißen nur die allerwenigsten Steine auf Polizisten.

  • Mathilde Vietze

    |

    Herr Datko, man sollte Sie ja nicht noch aufwerten, aber Ihre kruden Ansichten sollen
    doch nicht unwidersprochen bleiben. Sie nenen sich „Philosoph:“ An welcher Uni-
    versität haben Sie denn diesen Titel bekommen?

  • Eingeborener

    |

    Wem hilft ein ,Antifaschismus‘, bei dem.korrupte Politiker, die sich von der Oberschicht aushalten (haben) lassen, oder Politikerinnen, die die Korruption verharmlosen, das grosse Wort führen ? Laut Wähleranalysen gibt es 2 grosse AfD Anhängerblöcke : Der eine ist nationalistisch bis faschistisch, der andere leidet unter sozialer u wirtschaftlicher Benachteiligung . Die Verantwortlichen für letzteres heissen CDU/CSU u SPD , u solange diese ihre Verantwortung dafür nicht übernehmen ,klatsche ich nicht zu deren antifaschistischen Phrasen. Wer ernsthaft gegen Rechtsextreme ist, muss auch eine soziale Politik machen. Die Redner gegen die AfD hier waren die schlechtmöglichsten, weil unglaubwürdig.

  • Piedro

    |

    @Eingeborener
    „Wem hilft ein ,Antifaschismus‘, bei dem.korrupte Politiker, die sich von der Oberschicht aushalten (haben) lassen, oder Politikerinnen, die die Korruption verharmlosen, das grosse Wort führen ? “
    Allen mutmaßlichen Faschismusopfern mit Sicherheit. Antifaschismus besteht eben nicht aus den Verlautbarungen von Regierungen und Parlamentäriern, sondern aus der Grundeinstellung der Gesellschaft. Wenn Faschismus auch nur im Ansatz akzeptabel wird eint die Mehrheit der Demokraten zumindest der Antifaschismus. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit der mutmaßlichen Käuflichkeit Regierender zu tun.

    „Laut Wähleranalysen gibt es 2 grosse AfD Anhängerblöcke : Der eine ist nationalistisch bis faschistisch, der andere leidet unter sozialer u wirtschaftlicher Benachteiligung .“
    Das weisen Sie doch bitte mal nach. Sie sind leider keine verlässliche Quelle. Aber gerne dazu: Wer tatsächlich glaubt, dass die AfD auch nur im Ansatz daran interessiert ist soziale Benachteiligung zu beseitigen, der möge sich doch mit dem Programm und den entsprechenden Verlautbarungen der Wortführer beschäftigen. Wer jetzt schon benachteiligt ist geht bei diesem Programm unter, und dafür darf er sich auch noch zur Verfügung stellen um seine Existenz durch gemeinnützige Arbeit zu finanzieren.
    Es gibt drei große AfD-Blöcke. Die völkisch orientieren Pseudogermanen, die mit zahlreichen Brüdern im Geiste vernetzt sind. Die Mitläufer, die sich mehr oder weniger gern mit dem Ungeist der Pseudogermanen abfinden, aber dieser Agenda nicht voll umfänglich folgen. Und dann die Masse der Volldeppen, die alle einen urwichtigen Grund haben diese Partei zu wählen, und jede Menge Gründe und Argumente und Wahrheiten, die sich bis ins letzte Detaille zerlegen lassen, wenn man ein paar Fakten einfließen lässt. Was bei solcher Kommunikation, die selten ist, als Konsens bleibt ist, dass nichts von dem, was eine Wahlentscheidung pro AfD begründet, auch nur im Ansatz geeignet ist eine für den verblüfften Wähler vorteilhafte Entwicklung zu erwarten.

    „Die Verantwortlichen für letzteres heissen CDU/CSU u SPD , u solange diese ihre Verantwortung dafür nicht übernehmen ,klatsche ich nicht zu deren antifaschistischen Phrasen.“
    Das müssen sie ja nicht. Sie meinen halt der Botschafter sei wichtiger als die Botschaft. Versagen Sie sich deshalb wirklich des Antifaschismus? Dann viel Spaß mit der möglichen Alternative. Ich verzichte gern darauf. Wer Veränderung in Sachen sozialer Gerechtigkeit erwartet kann doch nicht die AfD wählen. Mit Flüchtlinge raus kriegen die das nicht, und wenn sie andere Pläne haben als dass, dann sind die noch gruseliger.

    „Wer ernsthaft gegen Rechtsextreme ist, muss auch eine soziale Politik machen. Die Redner gegen die AfD hier waren die schlechtmöglichsten, weil unglaubwürdig.“
    Aha. Wer neoliberale Agenden erfüllt hat nichts gegen Rechtsextremismus. Da irren Sie. Die Konzerne wollen keine Nationalstaaten, dafür bezahlen sie nicht. Sieht man doch gerade in GB. Die AfD hat ihr Vermögen erst über illegale Gold-Geschäfte generiert, und sie erhält ihre Zuwendungen eher nicht von Konzernen, aber über Privatpersonen. ZB aus der Schweiz.

    „Die Redner gegen die AfD hier waren die schlechtmöglichsten, weil unglaubwürdig.“
    Das liegt wohl daran, dass dort keine Akteure versammelt waren, die einen lokalen Wahlkampf führen, und dem spielen soziale Themen keine Rolle, wenn es nicht um Wohnungsbau geht. Wobei ich keinerlei Zahlen finden kann, das der Wohnungsbau der letzten Jahren auch einen Anteil an angemessenen Wohnungen nach den Kriterien des Jobcenters errichtet wurden. Ich habe da meine Zweifel. Ich konnte auch keinen Nachweis darüber finden, dass die hier besprochenen Förderprojekte dieser Anforderung entsprechen würden. Das ist nicht nur für die AfD kein Thema, immerhin wird gebaut, wenn auch nicht für alle.

    Ach ja, Antifaschismus beschränkt sich so wenig auf die AfD wie auf irgendwelche Redner. „Der Antifaschismus ist der Minimalkonsens unserer Gesellschaft.“ Das ist so. Wer damit nicht klar kommt, weil das von einem Juso gesagt wird, auf dieser Bühne, auf der er alle für unglaubwürdig erklärt… bitte. Ich stimme dem zu.

  • highwayfloh

    |

    Die AfD, so wie deren Anhänger kann man doch ganz einfach stellen, in dem man konkrete Fragen an sie richtet und darauf einen konkreten Lösungsansatz als Antwort haben möchte und zwar sofort (kann man auch bei den übrigen Parteien so machen und wäre ebenso nicht verkehrt):

    – Niedrigzinsen und damit indirekte Enteignung aller Sparer
    – Bekämpfung von Altersarmut und prekären Arbeitsverhältnissen
    – Rückkehr zu sozialverträglichen Arbeitsverhältnissen

    Die Liste lässt sich fortsetzen. Bezüglich solcher allgemeingesellschaftlich wichtigen Punkte hört man von dieser Partei gar nichts. Hauptsache man kann einen vermeintlichen Patriotismus aufbauen und sich daran (finanziell) bereichern.

  • Joachim Datko

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte keine Wahlwerbung. Sie haben dafür Ihre eigene Webseite.

  • joey

    |

    @Eingeborener
    wenn Sie den Teil mit der Wirtschaft Ost weglassen würden, wäre ich voll Ihrer Meinung.

  • Günther Herzig

    |

    @Piedro:
    Ich teile in erheblichem Umfang ihre Ausführungen. In Thüringen hätte der Teil der AfD, der die rechtslastige und grundgesetzwidrige Haltung der Lautsprecher in der Partei nicht mittragen kann, Gelegenheit eine innere Säuberung in der Partei anzustoßen. Käme das glaubhaft in Bewegung, könnten die „Systemparteien“ auch sinnvoll darüber nachdenken, wie man sich in Zukunft begegnen kann. Der einzelne kann nicht beteuern, er stehe auf dem Boden des Grundgesetzes, wenn er nicht gleichzeitig in der Partei, der er angehört, initiativ wird. Und apropos es gibt auch gewalttätige Linke, die für sich das vermeintlich gottgewollte Recht in Anspruch nehmen das Eigentum anderer zu zerstören.

  • Piedro

    |

    @Günther Herzig
    „In Thüringen hätte der Teil der AfD, der die rechtslastige und grundgesetzwidrige Haltung der Lautsprecher in der Partei nicht mittragen kann, Gelegenheit eine innere Säuberung in der Partei anzustoßen.“
    Gerade in Thüringen? Wie stellen sie sich das vor? So schaut’s aus für die Vaterlandsretter: https://www.youtube.com/watch?v=XFC1_K_uu_4

    Das sollte gruselig genug sein. Oder doch nicht? Dann: https://www.youtube.com/watch?v=3JgmzT21wSs

    Wer will sich denn da von irgendwas distanzieren? Es geht ums Vaterland. Erst die Altparteien, dann die Ausländer, dann der Wohlstand und die Ordnung, in der Gutmenschen froh sein dürfen wenn sie keine nachweisbaren Antifaschisten sind.

  • Piedro

    |

    Einen ham wa noch.
    https://www.youtube.com/watch?v=2W0LOgSQA0A
    Erst geht die Sonne wieder über Thüringen auf, dann über ganz Deutschland. „Der Mantel der Geschichte weht an uns vorbei! Ergreifen wir ihn!“
    Da muss man erst mal drauf kommen!

  • Piedro

    |

    Es gibt ja Leute die meinen Antifaschismus beträfe die Afd nicht, weil die ja nicht faschistich sei.

    Zitat
    „Der Islam“ werde unter anderem vom Zentralrat der Juden „benutzt, um in Deutschland multikulturelle Verhältnisse herbeizuführen“. Das behauptete der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider in einer Rede 2018, die jüngst Thema im Landtag von Sachsen-Anhalt war. Es gehe dabei gar nicht um den Islam, so Tillschneider, sondern darum, „die deutsche Kultur zu schwächen“ – und „letzten Endes die Abschaffung unseres Volkes“.
    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/verschwoerung-antisemitismus-101.html

    Das ist der bekannte Nährboden für Faschismus. Nichts anderes kann daraus hervor gehen.

  • Pfefferminza

    |

    @Mr.T

    „Datko ist doch der lebende Beweis dafür, das keine links-grüne Einheitsmeinung durchgesetzt wird, sondern jede noch so bescheuerte Meinung ausgedrückt werden darf“.

    Oh ja, das darf er anonym in einem Forum. Na dann treten Sie selbst doch einmal den Beweis an und gehen Sie zu einem AfD-Stand, um sich zu informieren.

    Kann es sein, daß Sie von „antifaschistischen“ Gegendemonstranten:

    – körperlich angegriffen werden (in Rgbg bereits geschehen)
    – angepöbelt
    – fotografiert werden, letzteres um Ihr Foto auf irgendeiner „Antifaseite“ hochzuladen und Sie als „Nazi“ zu diffamieren, mit dem Ziel,

    – Sie um ihren Arbeitsplatz zu bringen
    – Ihre Bank dazu zu bringen, Ihr Konto zu kündigen
    -„Aktivisten“ anzuregen, Ihr Auto, Ihr Haus zu beschädigen oder gar anzuzünden (in Göttingen geschehen)
    – Sie zu verprügeln

    Aber Sie haben ja so recht, natürlich „darf“ man die eigene Meinung kundtun. Ich bin erleichtert.

    @ Tom

    Dieses Zitat hat soviel Wahres. Auf der anderen Seite ist es nur ein Lippenbekenntnis einer SPD, die den Status einer Volkspartei verloren hat und den erfolgreichen Mitbewerber diffamiert.
    Dieser JUSO sondert seine einstudierten Sprechblasen ab und will eigentlich nur sagen bitte wählt uns wieder und habt mich lieb, damit ich mal den Sprung in den Landtag schaffe.
    Angesichts einer Afd-Demo mit „Antifaschismus“ zu kommen ist übelstes Relativieren.

  • Pfefferminza

    |

    Niemand von den Leuten, die da auf der Bühne stehen und altbekannte aber leider nicht passende Parolen von sich geben frägt sich, warum denn die alten Volksparteien so einbrechen und sich die Grünen und die AfD davon profitieren.

    Auf dieser Bühne stehen Versager, die nur mit sich und ihrem eigenen Filz beschäftigt sind. Wo ist da das Gute für die Stadt Regensburg?

    Auf dieser Bühne stehen die Leute, die -eben im Rahmen ihrer eingeschränkten Möglichkeiten in der Kommunalpolitik- kräftig daran mitarbeiten, daß eine ehemals große Volkspartei in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

    Dasselbe gilt für die Schwarzen. So braucht die CSU die Freien als Krückstock.

    Sie sind Steigbügelhalter für die AfD. Hätten sie ihre Arbeit gemacht, würde der Wähler keine Alternative brauchen.

  • Piedro

    |

    @Pfefferminza
    Mit Ihren Beiträgen erheben Sie sich zur Viktualia. Aber für die Pipilotta reicht es noch nicht ganz, denn Herr Datkos ist, im Gegensatz zu uns beiden, nicht anonym unterwegs. Sie möchten doch nicht wirklich vermelden, dass jeder, der sich einem AfD-Stand nähert, von fiesen Anitfanten gestalkt wird, damit er Job und möglichst Leben verliert? Das währe ja echt ein Skandal! Und nicht nur das, sie werden auch noch mindestens zusammen geschlagen, sondern gleich gemeuchelt? Na Bravo.

    „Aber Sie haben ja so recht, natürlich „darf“ man die eigene Meinung kundtun. Ich bin erleichtert.“
    Ja erstaunlich, nicht wahr?

    „Angesichts einer Afd-Demo mit „Antifaschismus“ zu kommen ist übelstes Relativieren.“
    DER war gut! Sind Ihnen die Wortmeldungen des örtlichen Parteiführers eigentlich bekannt? Dann hilft googeln, hier wurde schon über den Herrn geschrieben Und nicht nur hier. Da gibt es nichts zu relativieren.

    Niemand fragt sich warum seine Partei einbricht und andere, die bösen Grünen und die hehre AfD gewählt werden? Weil das eh alles Versager sind? Habe ich das richtig verstanden?

    „Sie sind Steigbügelhalter für die AfD. Hätten sie ihre Arbeit gemacht, würde der Wähler keine Alternative brauchen.“
    So ein Unsinn. Selbst wenn diese Personen durchweg Vollversager wären, und alle Parteien nichts als Übel mit sich brächten, bräuchte keiner eine „Alternative“, die kein tragbares Konzept hat und sich auch nicht die Mühe acht macht eines anzubieten. Was sie anbieten ist eine Alternative zum Antifaschismus. Das zu Bestreiten ist nicht Realtivieren. Egal wer das von sich gibt. Antifaschismus ist der Minimalkonsens unserer Gesellschaft. Wer dem Widersprechen will muss natürlich relativieren.

  • Mr. T.

    |

    Pfefferminza, wohl ein bisschen zu viel Pfeffi erwischt? Es muss ja schlimm sein, in so einer verschissenen braunen Ecke zu sitzen und nicht mehr ans Licht zu kommen, wenn man sich so die Realität vorstellt. Andererseits ist es hier herausen viel schöner wenn man Euch nicht sieht. Also weiter ne schöne Zeit in Eures Führers Rektum!
    Wie Piedro schon angedeutet hat, gibt es nur einen Grund, die NSAfD zu wählen. Und zwar, dass es für strammrechte Faschisten endlich eine völkisch-nationale Alternative auf dem Stimmzettel gibt.

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