Parteivorstand trifft sich am Abend

Norbert Hartl tritt als Erster zurück

Die Koalitionspartner hatten zunehmend Druck gemacht. Jetzt hat der langjährige SPD-Stadtrat mit sofortiger Wirkung alle Führungspositionen niedergelegt. Unterdessen kritisiert die CSU die SPD, die bislang eher schweigsame Linke im Gegenzug die CSU und die Parteiführung der SPD wird sich am heutigen Abend auf Kritik aus den eigenen Reihen einstellen müssen.

War der engste Berater von OB Wolbergs: Norbert Hartl. Foto: Archiv

War der engste Berater von OB Wolbergs: Norbert Hartl. Foto: Archiv

Am Ende hat er es einer zögerlichen Regensburger SPD leicht gemacht und den überfälligen Schritt selbst vollzogen: Norbert Hartl ist als Fraktionschef im Regensburger Stadtrat, Vizepräsident des Bezirkstages und zweiter Vize des Bayerischen Bezirketages zurückgetreten. Auch sein Mandat als Aufsichtsrat der Regensburger Wohnbaugesellschaft Stadtbau GmbH legte der SPD-Politiker mit sofortiger Wirkung nieder. Das teilt Hartl in einer am Mittag verbreiteten persönlichen Erklärung mit. Gleichzeitig bestätigt Hartl, dass auch gegen ihn in der Spendenaffäre ermittelt wird. Er sei sich allerdings „keinerlei Schuld bewusst“.

Ankerkind1
Serie: Eine Familie nimmt zwei Flüchtlingskinder auf

Ankerkind sucht Heimathafen – ein Tagebuch

„…nehmen Sie doch einen Flüchtling auf, wenn Sie unbedingt helfen wollen!“ Dieser Standardsatz fällt häufig, wenn über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland diskutiert wird. In unserer neuen Serie erzählt eine Mutter davon, wie eine Familie lebt, die zwei unbegleitete Flüchtlingskinder aufnimmt. Muslime in einer christlichen Familie, arabische Jungs bei einem Hausmann, syrische Söhne in einer Beamtenfamilie, orientalische Sitten zwischen deutschen Traditionen, Damaszener in einem bayerischen Dorf. Spannungsreiches und spannendes Zusammenleben und Zusammenwachsen. Die Namen haben wir geändert.

Das Podium im Theater am Haidplatz. Von links nach rechts: Christian Kucznierz, Esther Slevogt, Ruth Zapf, Christian Schiffer und Moritz Tschermak. Foto: om
Diskussion um mediale Verantwortung

„Bisschen cooler, bisschen weniger 1984“

Die zweite Ausgabe der „Regensburger Gespräche“ drehte sich am Dienstag um das Thema „Alles für den Klick? Berichterstattung in Zeiten sozialer Netzwerke“. Das Theater Regensburg hatte in sein Haus am Haidplatz geladen, um über die Verantwortung des Journalismus in Recherche, Aufbereitung und Präsentation von Inhalten zu diskutieren. Dabei standen besonders im Fokus: Print vs. online, Clickbait und der richtige Umgang mit Hasskommentaren.

Im Gespräch: Petra Filbeck (BüfA), Harald Klimenta (Attac) und Karl Bär (Umweltinstitut München). Foto: Walter Nowotny
Diskussion

„Fakten-Check Freihandel“

Diskussion über CETA und TTIP im Evangelischen Bildungswerk. Ein Gastbeitrag von Dr. Harald Klimenta von attac Deutschland. Am Dienstag kamen – durchaus überraschend – über 80 Gäste ins Evangelische Bildungswerk, um sich über den Stand der europäischer Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) zu informieren. Letztes Jahr waren noch hunderttausende dagegen auf die […]

Joachim Wolbergs müde
"Jahn-Sponsoring, Spenden, geldwerte Vorteile"

„Verdunkelungsgefahr“: OB bleibt in Haft

In einer zweiten Pressemitteilung hat die Staatsanwaltschaft die Haftbefehle gegen OB Joachim Wolbergs, Bauunternehmer Volker Tretzel und den technischen Leiter der Stadtbau ausführlich begründet. Diese seien „unerlässlich, um ein Ermittlungsverfahren zu gewährleisten, das dem rechtsstaatlichen Anspruch auf effektive Strafverfolgung gerecht wird“. Bestechlichkeit bzw. Bestechung und Beihilfe wird den dreien mit Blick auf die Vergabe der Nibelungenkaserne vorgeworfen. Neben den Spenden und der Unterstützung für den SSV Jahn soll es auch geldwerte Vorteile für den OB und ihm nahe stehende Personen gegeben haben. Sowohl der OB als auch der Unternehmer bleiben in Haft. Wir dokumentieren die Pressemitteilung im kompletten Wortlaut.

Im Schnitt knapp 5.000 Zugriffe täglich, rund 6.000 Kommentare und rund 280 Artikel Artikel (keine aufbereiteten Pressemitteilungen) - das Jahr 2016 bei regensburg-digital.
Rückblick

Unsere Klick-Top Ten 2016 – Teil I

Klicks sind sicher nicht alles. Neben Reichweite kommt es auch auf Relevanz an. Unsere Redaktion freut sich aber doch darüber, dass sich unsere Klick-Top Ten durch eine gewisse Themenvielfalt auszeichnet. Hier nun die zehn meistgelesensten Texte im vergangenen Jahr und was aus dem Thema wurde. Auf Platz zehn bis sechs: Porno, Rechte, Volksmusik und die Spendenaffäre.

In Regensburg Chefverschleierer, im Vatikan Chefaufklärer: Gerhard Ludwig Müller. Foto: Archiv/ Staudinger
Die geklitterte Chronologie

Die Legende vom furchtlosen Hirten und dem Fuchs, der die Gans nicht gestohlen, sondern gebracht hat

Anlässlich eines Berichts über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals der Domspatzen schmäht Kardinal Gerhard Ludwig Müller (GLM) den Bayerischen Rundfunk der „postfaktischen Behauptungen“. Er bemüht dafür eine auf der Bistumshomepage veröffentlichte „Chronologie“, die sich bei Lichte besehen als kontrafaktische Eigenpropaganda entpuppt. GLM sieht sich als Seelsorger und Vater der Domspatzen-Aufklärung. Was ist in Regensburg geschehen?

Kundgebung gegen vertane Ausbildungschancen und Abschiebungen nach Afghanistan. Foto: om
Protest gegen Abschiebungen nach Afghanistan

„Ausbildung statt Abschiebung“

Eine Initiative von Pädagoginnen und Pädagogen veranstaltete vergangenen Samstag eine Kundgebung mit dem Thema „Ausbildung statt Abschiebung“. Hintergrund waren die kürzlich begonnenen Sammelabschiebungen nach Afghanistan. Anders als für die Bundesregierung ist Afghanistan jedoch kein sicheres Herkunftsland. Neben einigen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen kam unter anderem auch Oberbürgermeister Wolbergs zur Kundgebung.